"Und nun ist die Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe.

Sie ist kein Beharren, sondern eine Gier und eo ipso unerfüllbar,

daher in sich unglücklich und muß also andere unglücklich machen."

 

Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905

 

 

Tagebuch eines Hilflosen

 

21-03-2019

Trump hat in den gut zwei Jahren seiner Amtszeit Dutzende hochrangige Mitarbeiter gefeuert - Botschafter, Stabschefs, FBI-Direktoren, Minister... Nur einer scheint unkündbar: Dan Scavino, sein früherer Golf-Caddy und seit 2016 Donald Trumps Social-Media-Mann. Scavino hat Tausende von Trumps Twitter-Einträgen verfasst und den Sound dieser Einträge geprägt.

Trotzdem taucht Scavino - desssen italienischer Name übrigens "der Entkerner" bedeutet - in den zahlreichen Büchern, die in den vergangenen zwei Jahren über Trump erschienen sind, fast nirgendwo auf, und es hat den Anschein, als sei auch im 21. Jahrhundert der Glaube nicht totzukriegen, dass die Geschichte ein Produkt großer Männer sei, die auf steinigen Wegen zu Sternen ihrer Vorstellung wandelten. Es ist jenes Geschichtsverständnis, das Brecht einst problematisierte, als er die Frage stellte: "Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?"

Nun, die Frage lässt sich bei Donald Trump leicht beantworten, denn dem stehen selbst während eines Haushaltsnotstands zwei Köche zu, auch wenn sie die meiste Zeit wahrscheinlich in leeren Töpfen rumrühren, da sich Fast-Food-Donnie lieber Burger und Pizzas bringen lässt.

Das Problem aber ist ein anderes, denn viele, die über Donald Trump berichten, übersehen noch immer die kleinen Stellschrauben im großen System. Der nächste, der ein Buch über Trump als Präsidenten verfasst, wäre deshalb gut beraten, seinen Lesern mitzuteilen, dass Donbald Trump mit seinem Twitter-Account nur deshalb so viel politisches Porzellan zerschlagen kann, weil er seinen früheren Golf-Caddy bei sich hat.

 

20-03-2019

Die Top-Nachricht des Tages: Trump hat den neuen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro im Weißen Haus empfangen. Man könnte auch sagen: Zwei Rechtsaußen, deren Lebensläufe voller linker Dinger sind, standen im Mittelpunkt des Interesses.

 

19-03-2019

O'Rourke. Weltrekord! 6,136,763 Millionen Dollar Spenden in den ersten 24 Stunden! Sanders mit 5,925,771 Millionen nur auf Platz 2. Harris mit 1,537,858 Millionen Dritte. Und das ist nur der Anfang. Die Auftaktetappe. Es kommen noch 595 weitere. Erst am Ende ist Zahltag. Das heißt Wahltag. Egal. Kein Vergleich zu 2016. Das sind völlig neue Dimensionen. Wähltrekorde! Es wird immer dollar!

 

18-03-2019

Donald Trump hat im Laufe von rund 25 Jahren von der Deutschen Bank Kredite über mehr als zwei Milliarden Dollar bekommen. Das konnte nur gelingen, weil er bei den Angaben zu seinem Vermögen massiv übertrieb, die Top-Manager der Bank in seinem Privatjet mitfliegen ließ und sie in sein Golfressort einlud, um mit ihnen zu spielen. Denn spielen, das wusste Donald Trump, mochten die Manager der Deutschen Bank, schließlich taten sie tagein, tagaus nichts anderes.

 

Als er das Geld schließlich hatte, schien zunächst alles gut, doch dann hackte die Realität Risse in den künstlich aufsummierten Reichtum Donald Trumps - und schließlich brach die Wirklichkeit vollends herein. Trump konnte die Kredite nicht mehr bedienen. Wieder und wieder fehlte das Geld.

 

Sechs Mal ging Donald Trump offiziell pleite. Er wurde von der Deutschen Bank verklagt, reagierte mit einer Gegenklage, verlor und wurde gezwungen, seine Kredite zurückzahlen. Aber er hatte kein Geld, und keine Bank wollte ihm welches borgen. Keine außer - der Deutschen Bank. Bei ihr nahm er neue Kredite auf, um seine alten Schulden zu begleichen.

 

Streng logisch betrachtet enden solche Abwärtsspiralen ganz unten. Donald Trump dagegen führten sie nach ganz oben.

 

Und da sitzt er nun, und sieht denen unter sich - den gewählten Vertretern des Volkes - dabei zu, wie sie gegen ihn vorzugehen beginnen. "Bullshit", nennt er das, was er sieht. Übersetzt wird das in diesem Fall mit "Untersuchungsausschuss".

 

Gleich zwei davon haben die Demokraten nach ihrem Wahlsieg im Kongress eingerichtet. Sie sollen den Verwicklungen Trumps mit der Deutschen Bank auf den Grund gehen. Aber sie sind nicht die einzigen, die nachzuforschen beginnen, denn auch der New Yorker Generalstaatsanwalt untersucht inzwischen die Verbindungen zwischen Geldhaus und Gelbhaar.

 

Aktuell werden die entsprechenden Dokumente vorbereitet. Sie sollen in ein paar Tagen an die Mitglieder der Untersuchungsausschüsse gehen, und auch der Generalstaatsanwalt hat schon einen Berg Akten auf seinem Tisch, ein Stapel so hoch wie der Trump Tower, nur aus Papier.

 

Es findet sich alles Mögliche darin - Absichtserklärungen, Briefe, Cashflowbelege... Es ist das ABC einer Parallelgesellschaft. Ein Alphabet, entstanden nicht aus einem Mitteilungsbedürfnis gegenüber anderen, sondern aus dem eigenen, unstillbaren Durst nach Größe und Macht.

 

17-03-2019

Was ist eigentlich aus den "Gays for Trump" geworden? 2017 hatten sie große Hoffnungen in Trump gesteckt, hatten Demonstrationen für ihn organisiert und ihm einen regenbogenfarbenen Heiligenschein übers blondierte Köpfchen gemalt. Sogar eine Gruppe namens "Gays for Pence" sollte es geben, die entsprechenden Markenrechte hatte man sich schon gesichert, auch wenn Mike Pence beim Gedanken daran der Kamm (und nur der Kamm!) geschwollen sein dürfte.

Aber wie auch immer, die "Gays for Trump" waren jedenfalls 2017 das ganz große Ding. Danach aber ist nicht mehr viel passiert, und inzwischen scheint einem großen Teil der bisherigen Bücklinge klar geworden zu sein, dass ein bigotter, schwulenfeindlicher, sexistischer Hetero-Mann vielleicht doch keine so gute Projektionsfläche für die eigenen geheimen Wünsche ist. Jedenfalls ist die Zahl derjenigen, die sich bei den "Gays for Trump" engagieren, drastisch gesunken. Aber jetzt gibt es einen neuen Versuch, Unterstützer zu gewinnen. Denn nachdem Trump vor wenigen Tagen die Juden dazu aufgerufen hat, bei den Demokraten auszutreten, weil sie (bzw. ihr Geld) dort nicht genug geschätzt würden, rufen jetzt die "Gays for Trump" die LGBTQ-Gemeinde dazu auf, es ihnen nachzutun und ebenfalls die demokratische Partei zu verlassen und Mitglied bei den Republikanern zu werden. Ein Ansatz, der bei genauerer Betrachtung durchaus mediales Interesse erwecken könnte, denn es ist wahrscheinlich das erste Mal in der Weltgeschichte, dass Schwule andere nicht-heterosexuelle Menschen dazu auffordern, das Ufer zu wechseln.

 

16-03-2019

Mike Pence ist ein Reaktionär der alten Schule. Er mag keine Schwulen und Lesben, keine Transgender-Leute und hat sich geschworen, auch als Vizepräsident keine Einzelmeetings mit Frauen zu haben, es sei denn, es ist seine eigene. Auch vom Teufel Alkohol hält Mike Pence sich fern und besucht Veranstaltungen, auf denen es Feuerwasser gibt, nur in Begleitung seiner Gattin.

Mike Pence ist also ein reaktionäres Schoßhündchen. Aber eines, das zum großen Sprung ansetzen wird, sobald der Stuhl des Präsidenten frei wird. Denn eines weiß Mike-The Past Tense-Pence genau: Der Platz auf diesem Stuhle, gehört in Wahrheit einem Mann der alten Schule.

 

15-03-2019

Heimlich, still und leise hat Donald Trump am 11. März vermittels eines Präsidialerlasses eine weitere Anordnung der Obama-Regierung außer Kraft gesetzt. Bisher war die CIA verpflichtet, einen jährlichen Report zu veröffentlichen, in dem alle amerikanischen Drohnenangriffe im Jemen, in Lybien und in Pakistan aufgelistet und Zahlen zu militärischen und zivilen Opfer genannt werden. Der Report wäre am 1. Mai wieder fällig gewesen. Aber die Trump-Regierung hat schon letztes Jahr dafür gesorgt, dass er nicht ans Licht der Öffentlichkeit sieht. Jetzt hat sie ihn ganz abgeschafft. Das Ziel ist klar: Wenn die Drohnenkriege der CIA in Vergessenheit geraten, färben sich die entsprechenden Gebiete auf den Landkarten von blutrot wieder zurück auf weiß - und mit ihnen die Westen der Beteiligten.

 

14-03-2019

Vor neun Tagen gab es - ein kurzer Blick zurück ins Tagebuch macht's möglich - bei den Demokraten zwölf offizielle Präsidentschaftskandidaten. Inzwischen ist ihre Zahl auf vierzehn gestiegen.* Nachdem gestern ein Bürgermeister aus Florida seine Kandidatur bekannt gegeben hat, hat heute auch der ehemalige Kongressabgeordnete Beto O'Rourke seinen Hut in jenen Ring geworfen. (Der Ring hat natürlich die Größe und Form des Oval Office und kann angesichts der Tatsache, dass selbiges 76 Quadratmeter misst, noch viel mehr demokratische Speckdeckel aufnehmen.)

Aber wie dem auch sei, O'Rourke wollte, nachdem er seinen Sitz im Kongress aufgegeben hatte, eigentlich Senator werden. Deshalb war er im November 2018 auch in Texas zu den Senatswahlen angetreten, hatte dabei aber gegen den Republikaner Ted Cruz verloren. Damit wär O'Rourkes politische Karriere eigentlich zu Ende gewesen, hätten nicht die Zahlen hinter der Niederlage eine andere Sprache gesprochen. O'Rourke war es nämlich gelungen, die Gesamtstimmenzahl der Demokraten von 4,6 Millionen auf 8,3 Millionen zu steigern. Außerdem hatte er in seinem Bezirk mehr Stimmen erhalten als Hillary Clinton bei der Präsidentschaftswahl 2016 und mit seinem Ergebnis dazu beigetragen, dass die Demokraten eine Reihe von Ämtern von den Republikanern zurückerobern konnten - allesamt Gründe, die den faktischen Verlierer wie einen potentiellen Sieger aussehen ließen.

Jetzt also will Beto O'Rourke Präsident werden. Die dazugehörige Werbemaschinerie läuft seit der Bekanntgabe heute Morgen auf Hochtouren, und die Erfolg versprechende Ikonographie des American Dream beherrrscht Beto O'Rourke schon längst. Wer auf die Webseite seiner Präsidentschaftskampagne klickt, sieht (in Großaufnahme):

Beto O'Rourke neben einem kleinen schwarzen Jungen. Sie schauen zusammen in die Ferne (bzw. auf den Schriftzug: "Beto for America"), die Augen strahlend, der Blick leicht zum Himmel gewandt.

Dann das nächste Bild, wieder den gesamten Bildschirm ausfüllend:

Beto O'Rourke, die Ärmel hochgekrempelt, der Schweiß läuft ihm in Strömen übers Gesicht. Er hält ein Mikrofon in der Hand und lächelt in Richtung des Publikums. Er hat gerade eine Rede beendet, die ihm das letzte saubere Hemd gekostet hat.

Ein weiteres Bild gibt es auf der Startseite nicht. Ganz egal, wie lange man auch wartet, Beto O'Rourke bleibt stehen, auf der Bühne, in seinem verschwitzten Hemd. Aber warum auch nicht? Er braucht es sowieso nicht zu wechseln. Es ist Wahlkampf. Er wird dreckig zugehen hinter all den glatt gebügelten Bildern.

 

* Wenn die Geburtsverweigerer erfolgreich sind, werden derartige Steigerungsraten eines Tages ein Ding der Unmöglichkeit sein.

 

13-03-2019

So ändern sich die Zeiten... Früher wurde mit Pornos der alternativen Umweltschutzgruppe Fuck For Forest gegen den Klimawandel angefickt, jetzt dominiert die Enthaltsamkeit. Zumindest hat sich - unter anderem in Reaktion auf Donald Trumps Ignoranz in Klimaschutzfragen - eine "Geburtenstreikgruppe" gegründet, die durchaus klösterliche Ideale vertritt (also die offiziellen Ideale, nicht die, die nach Sodom und Gomorra riechen.)

Die Verweigerungshaltung resultiert allerdings nicht allein aus Trumps Politik und dem ökologischen Armageddon, das viele dadurch am Horizont ihres eigenen Lebens aufziehen sehen. Es gibt auch Gründe, die weit über Donald Trump und die USA hinausreichen.

Laut eigener Aussage ist einigen der sogenannten "Birth Strikers" die Idee, das mit den Kinderkriegen zu lassen, nämlich gekommen, als sie den aktuellen Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen der Vereinten Nationen gelesen haben. Offenbar keine sehr erheiternde Lektüre. Und eine anregende schon gar nicht. Und dann ist da auch noch die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Die hat sich vor Kurzem an die 2,5 Millionen Follower ihres Instagram-Accounts gewendet und die ihrer Ansicht nach "legitime Frage" in den Raum geworfen, ob es okay ist, Kinder zu kriegen, während die Erde auf eine Klimakatastrophe zusteuert.

Die Mitglieder der Geburtenstreikgruppe haben diese Frage mit einem klaren Nein beantwortet - und Donald Trump freut's. Wenn sich Leute, die mit den Demokraten sympathisieren, nicht vermehren, kann ihm das nur Recht sein.

 

12-03-2019

Arm ist, wer keine Feinde hat... Klingt erstmal unlogisch, entwickelt aber eine gewisse (Hinter-)Sinnhaftigkeit, wenn man sich mal anschaut, wie Donald Trump auf die israelkritischen Äußerungen der demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar reagiert. Trump versucht nämlich die Gunst der Stunde zu nutzen und erklärt in aller Öffentlichkeit, die demokratische Partei kümmere sich nicht um die Juden. Aber damit noch nicht genug. Die Demokraten, so Trump, vernachlässigen die Juden nicht nur, sie hassen sie auch. Deshalb würden die Juden die demokratische Partei verlassen. Der Jexodus sei bereits in vollem Gange.

Die Sache ist durchsichtig, denn worum es Trump geht, ist nicht der jüdische Glaube, sondern das jüdische Geld. Das sagt Trump zwar nicht laut (weil die Verbindung von Juden und Geld nach antisemitischen Stereotypen klingt), aber dafür tut es ein anderer - Paul LePage, der ehemalige republikanische Gouverneur von Maine. Der hat gestern in einem Radiointerview erklärt, das Geld der Demokraten käme zum überwiegenden Teil von Juden. Deshalb sollten sich die Juden auch von Omars Äußerungen verletzt fühlen.

Eine sinnvolle Forderung angesichts der Tatsache, dass Gefühle schon immer die lukrativsten Geldgeber waren. Allerdings ist es nicht nur das Geld, auf das man bei den Republikanern scharf ist. Es sind auch die Stimmen, denn die Juden wählen traditionell demokratisch. Bei den Midterms haben über 75% der Juden ihr Kreuz bei den Demokraten gemacht. Das wollen Trump und Co. nun ändern, und die Zeit scheint günstig dafür. Eine junge Muslima, die für die Demokraten im Repräsentantenhaus sitzt, ist die neue Hoffnungsträgerin der alten weißen Männer von der republikanischen Partei.

 

11-03-2019

Donald Trump will die Zeitumstellung in den USA abschaffen und wünscht sich, künftig nur noch Sommerzeit zu haben. Eine wunderbare Idee. Dadurch würden die Uhren im November nicht mehr zurückgedreht, und das würde uns allen eine Stunde seiner Präsidentschaft ersparen.

 

10-03-2019

Gentechnisch veränderter Atlantiklachs ist das einzige in den USA zugelassene transgene Nutztier. Die Lebensmittelbehörde FDA hatte die entsprechende Genehmigung 2015 erteilt. Allerdings durfte der Gen-Lachs bisher in den USA weder gezüchtet noch verkauft werden. Die Eier für die Tiere wurden deshalb in riesigen Tanks an der kanadischen Küste produziert. (In den Atlantik darf der neue Atlantik-Lachs nicht, denn er verträgt kein Salzwasser.) Anschließen wurden Lachseier von Kanada ins Hochland von Panama geflogen und dort in noch riesigeren Tanks weitergezüchtet. (In die Flüsse Panamas dürfen die Fische nicht, denn die Flüsse sind für sie zu warm.) Von Panama aus, so der ursprüngliche Plan, würde es dann in die USA gehen. (Auf den amerikanischen Markt und in die Mägen der Leute aber kamen die Gen-Lachse nicht, denn es gab Bedenken, weshalb die Fische von Panama aus direkt zurück nach Kanada flogen, denn dort war seit 2017 gentechnisch veränderter Lachs erlaubt. Allerdings wussten die Kanadier das nicht, als sie ihn kauften, denn der Lachs muss nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden).

Geschenkt. Die Absatzzahlen sind großartig, allein im letzten Jahr sind in Kanada zehn Tonnen von dem Fisch verkauft worden, und da will man in den USA natürlich nicht länger warten. (Außerdem hat eine amerikanische Firma namens AquaBounty den Lachs entwickelt, und Präsident Trump hat ja gesagt, dass die einheimische Industrie gefördert werden muss, frei nach dem Motto: Make America Greatlachsig Again.) Kein Wunder also, dass die amerikanische Lebensmittelbehörde vorgestern ihr eigenes Verbot aufgehoben und mitgeteilt hat, dass der gentechnisch veränderte Superlachs ab 2020 in den USA verkauft und auch gezüchtet werden darf. Die Leute von AquaBounty freut's. Allein auf ihrer Fischfarm in Indiana sollen schon bald 1.200 Tonnen Gen-Lachs pro Jahr produziert werden.

Aber sie sind nicht die einzigen, die glücklich sind. Auch Deregulierungs-Donnie ist happy. In Wirtschafts- und Ethikfragen war er schon immer der Meinung, dass die Gesetzgebung vor allem eines sein muss, nämlich - lax.

 

09-03-2019

Zahl der Interviews, die Trump seit Amtseinführung dem Sender Fox News gegeben hat: 45

Zahl der Interviews, die Trump seit Amtseinführung CNN gegeben hat: 0

 

08-03-2019

"Heute kommt alles zusammen. Frauen wollen die Macht übernehmen. Männer wie ich müssen ihnen auf Twitter dazu gratulieren. Der Senat will Wahlkampfspenden transparenter machen und es ausländischen Geldgebern erschweren, amerikanische Politiker zu unterstützen, und meinen alten Kumpel Paul Manafort haben sie auch eingeknastet. Verdammt, es fühlt sich an, als hätte Hillary die Wahl gewonnen!"

 

Donald Trump: Days like this shit. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.

 

07-03-2019

Donald Trump wollte das Handelsdefizit senken. Dafür hat er sich mit so ziemlich jedem Land angelegt, das auch nur einen Dollar mehr an Waren in die USA exportiert als es aus ihr bekommt, hat Strafzölle verhängt und "Made in America" Wochen im Weißen Haus abgehalten, in der Hoffnung, dass die Leute die einheimischen Produkte kaufen.

Gebracht hat das alles nichts. Im Gegenteil. Das us-amerikanische Handelsdefizit ist 2018 um 68,8 Milliarden Dollar gegenüber 2017 gestiegen und beträgt jetzt 621 Milliarden Dollar. Allein der Dezember 2018 hat ein Defizit von 59,8 Millarden produziert - ein neues Zehn-Jahres-Hoch.

Die mit über 150% größte Steigerungsrate bei den Importen gab es übrigens bei Erdpech und Asphalt. Es sind eben harte und traurige Zeiten unter Donald, dem Defizitären.

 

06-03-2019

Man kann von Donald Trump ja halten was man will (und ich halte wenig bis gar nichts von ihm), aber mir persönlich ist es lieber, er vertritt seine An- und Absichten in einer Sprache, die nicht politisch korrekt ist. Nicht weil ich diese Sprache kritisieren will. Im Gegenteil. Je offener und direkter die Sprache ist, umso klarer vermittelt sie ihre Inhalte, und umso leichter macht sie es, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Bildlich gesprochen heißt das: Diejenigen, die sich über Trumps Sprache beschweren, beschweren sie damit nur und lassen das eigentlich Kritikwürdige - die Inhalte - im Meer der Worte untergehen. Kein Wunder also, dass die politische Korrektheit Donald Trump beständig Auftrieb gibt. Sie hat - gewiss ohne es zu wollen, aber das ist letztlich egal - ihren Teil dazu beigetragen, ihn ins höchste Amt das Staates zu hieven. Und dort hält sie ihn auch. Denn mit der politischen Korrektheit als Gegner kann Trump zu immer neuen Höhenflügen ansetzen und - völlig zu Recht - "repressive Sprachvorgaben und Zensur" beklagen. (So wie er es erst vor wenigen Tagen wieder auf der Conservative Political Action Conference getan hat).

Um Trump niederzuringen, braucht es also keine saubere Sprache, keine aseptischen Bildungsphilister, die ihren Hochschulabschluss in Genderlinguistik gemacht und anschließend zu Gott weiß was für einem verqueeren Thema promoviert haben, sondern Leute, die so reden und schreiben, wie ihnen das Maul gewachsen ist. Und wenn das Maul ein Drecksmaul ist - so what?! Ohne eine Freiheit der Wortwahl kann es eine Redefreiheit nicht geben. Genau die aber sieht Trump bedroht und fordert sie ein. Wenn ich ihn loswerden will, muss ich ihm folgen.

 

05-03-2019

Aktuell gibt es bei den Demokraten zwölf offizielle Präsidentschaftskandidaten, bei den Republikanern dagegen nur zwei: Donald Trump und Bill Weld. Letzterer war in den 1990er Jahren Gouverneur von Massachusetts und hat schon 2016 am Präsidentschaftswahlkampf teilgenommen, damals allerdings noch für die Laissez-Faire-Kapitalisten von der Libertären Partei. 2020 will er dagegen auf einem republikanischen Ticket nach Washington fahren, um im Weißen Haus Einzug zu halten. Allerdings stehen die Chancen schlecht, dass sich Weld gegen Trump durchsetzen kann. Aber immerhin, zumindest einen Republikaner dürfte Bill Weld auf seiner Seite haben: den Sonderermittler Robert Mueller. Der untersucht momentan nämlich nicht nur Trumps Verstrickungen in der Russlandaffäre, sondern hat auch schon mal für Bill Weld gespendet. Allerdings ist das schon über zwanzig Jahre her. Um genau zu sein, war es 1996. Weld hatte damals für einen Sitz im Senat kandidiert, die Wahl aber verloren. Mueller hatte Weld allerdings auch nur 450 Dollar gegeben. Es war seine erste Wahlkampfspende überhaupt - und seitdem hat Mueller auch nie wieder etwas locker gemacht. Kein Wunder: Locker machen ist generell nicht Robert Muellers Fall. Und locker lassen schon gar nicht. Donald Trump kann ein Lied davon singen.

 

04-03-2019

Ich will ja nicht behaupten, dass Donald Trump eine Koryphäe auf dem Gebiet philosophischer Erkenntnis ist, aber verglichen mit den Tweets von Melania lesen sich seine fast wie Hegel-Zitate.

 

03-03-2019

Ich habe meinen Anagramm-Generator heute Morgen beim Frühstück gefragt, ob er weiß, dass der stellvertretende amerikanische Justizminister Rod Rosenstein zurücktreten will.

"Ja", hat mein Anagramm-Generator gesagt, "ich habe sogar schon die Worte für das Rücktrittsschreiben von Rod Rosenstein fertig. Er kann sie dem Präsidenten direkt an den Kopf knallen. Und das Beste: Rod Rosenstein braucht nur seinen eigenen Namen zu rufen - und schon ist er raus. Das heißt, wenn er seinen Namen nach meiner Vorgabe anagrammiert."

"Oh", habe ich gesagt und mit fragenden Augen über den Rand der Kaffeetasse geschaut. "Und wie lautet das Rod-Rosenstein-Rücktritts-Anagramm?"

"Ende, Sir, Storno!"

 

02-03-2019

Dieses Tagebuch besteht aus Aufzeichnungen von Aufgezeichnetem. Seine Worte beschreiben nur Reste von Realitäten. Sie liegen verstreut auf der Oberfläche der Gegenwart herum wie ausgestülpte Hinterlassenschaften einer Tiefenbohrung, während sich die rotiernden Meissel im Innern unsichtbar teilen und mit jedem Meter, den sie tiefer ins Erdreich der Köpfe vordringen, die Zahl ihrer Bohrstränge verdoppeln.

 

01-03-2019

Der Green New Deal von Alexandria Ocasio-Cortez und einigen anderen links stehenden Demokraten verunsichert die amerikanischen Konservativen und macht sie zunehmend wütend. So sehr, dass sie ihre alte Lieblingsbeschäftigung wieder aufgenommen haben und kommunistische Schreckgespenster an die Wände ihrer Konferenzräume projizieren, in der Hoffnung, die Amerikaner werden von den republikanischen Horrorvisionen zurück in den Schoss der Grand Old Party getrieben.

Besonders eindrücklich hat das gestern Sebastian Gorka getan, seines Zeichens ehemaliger Berater von Viktor Orban und Donald Trump. Gorka richtete seine Worte auf der Conservative Political Action Conference direkt an den amerikanischen Durchschnittsbürger und fragte (natürlich rein rhethorisch, denn er kannte die Antwort schon): "Weißt du, was die größte Bedrohung für Amerika ist? Nicht der Sozialismus in Moskau, sondern der Sozialismus hier in Amerika." Und dann: "52 Prozent der amerikanischen Millennials möchten in einem sozialistischen oder kommunistischen Amerika leben. Deshalb hat Alexandria Ocasio-Cortez den Green New Deal eingeführt, der wie eine Wassermelone ist: außen grün, innen tiefrot, kommunistisch." Und damit es auch jeder versteht: "Sie wollen dir deine Hamburger wegnehmen. Das ist es, wovon Stalin geträumt, was er aber nie erreicht hat."

 

Nun, offenbar kannte Mr. Gorka Anastas Mikojan nicht. Der war ein Mann Stalins - und er liebte Hamburger. Als er in seiner Rolle als russischer Volkskommissar für Binnen- und Außenhandel 1936 die USA besuchte, lernte er dort nicht nur Cornflakes und Popcorn kennen, sondern verliebte sich mit Hilfe seines Gaumens auch in die leckeren Fleischscheibchen. Als Mikojan zurück in Russland war, forderte er deshalb sogleich die Einführung des Hamburgers auf dem dortigem Markt. Allerdings wurde die Sache nichts Rechtes, und es kam lediglich ein "kotleti" heraus, bei dem das Fleisch mit Brot vermengt werden musste. Es gab, angesichts des - zumindest in den Kuhställen vorherrschenden - allgemeinen Mangels an Rindviechern aber auch eine vegetarische Version, die Mikojan in seinem extrem populären "Buch des leckeren und gesunden Essens" 1939 dem hungrigen Volk in die Rezeptsammlung schrieb. In dieser bestand der Hamburgerbrätling aus Kohl, wobei - ganz im Sinne des Kommunismus - auch Rote Beete als Boulettenersatz gewählt werden konnte.

 

Und die Melonen? Was ist mit den Melonen, die Gorka erwähnt hat?

Ganz einfach: In diesem Fall hat sich Stalin selbst drum gekümmert, das sie wachsen, und dem Obsterleutnant, der sein Landgut betreute, die passenden Anweisungen gegeben. So heißt es am 7. April 1950: "a) Beginnen Sie am 10. Mai mit dem Pflanzen von Wassermelonen und Melonen in Hochbeeten, b) Schneiden Sie Mitte Juli die Ranken der Wassermelonen und Melonen..."

 

In den Augen von amerikanischen Konservativen und Rechtspopulisten wie Sebastian Gorka hat der russische Oberstleutnant offenbar vergessen, die Ranken zu schneiden. Und jetzt sind sie bis Amerika gewachsen und drohen, das Land zu überwuchern...

 

28-02-2019

"Mein Freund Kim, die rollende Rakete, hat den Gipfel verlassen. Hat gesagt, man solle auf dem Höhepunkt abtreten, und einen höheren Höhepunkt als einen Gipfel gebe es nun mal nicht. Also ist er in seinen Sonderzug nach Pjönjang gestiegen und abgezuggelt. Und ich? Ich fliege jetzt nach Hause. Zu Melania. Da wartet vielleicht auch mal wieder ein Höhepunkt auf mich. Im Gegensatz zu Kim gehe ich aber nicht, wenn ich auf dem Gipfel bin. Ich komme!"

 

(Aus: Donald Trump: Das ist noch nicht der Gipfel, Zipfel! Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

27-02-2019

Was macht eigentlich Donald Trumps völlig verblödeter Sohn Donald Jr.?

Er denkt laut darüber nach, ob er nicht auch mal Präsident werden will.

Was soll man dazu sagen? In den europäischen Königshäusern gibt's die Thronfolge, die amerikanischen Herrschergeschlechter kennen dagegen nur die Drohfolge.

 

26-02-2019

Donald Trump ist heute in Vietnam gelandet. Er sollte schon vor fünfzig Jahren hier sein, aber da war Krieg - und da hat sich Donald Trump lieber krank schreiben lassen. Ein Fersensporn hat ihn im Herbst '68 davor bewahrt, eingezogen zu werden.

Der Fersensporn ist mit der Zeit von selbst verheilt. Er ist es so sehr, dass Trump im Wahlkampf nicht mal mehr sagen konnte, welcher Fuß damals betroffen war. (Was sein Wahlkampfteam dazu veranlasste, mitzuteilen, beide Füße seien betroffen gewesen.) Aber so ist das nun mal mit dem gemeinen Fersensporn: Bei manchen verursacht er Schmerzen, und bei anderen hilft er, sie zu umgehen. Bei Donald Trump jedenfalls war er nur dazu da, um Fersengeld zu geben, als sie in Vietnam nach ihm riefen.

Jetzt aber kommt er doch noch ins Land. Nicht als Soldat, sondern als Präsident. Und gesund ist er auch. So gesund, dass sein Leibarzt Harold Bornstein im Dezember 2015 voller Stolz berichten konnte, Donald Trump habe seit über vierzig Jahren keine nennenswerten gesundheitlichen Probleme gehabt. Von einem Fersensporn wusste er nichts.

 

25-02-2019

Das Weiße Haus hat ein Arbeitsgruppe zur Klimasicherheit gegründet. Die Idee stammt von Trumps Wissenschaftsberater William Happer, der bereits Anfang der 1990er Jahre unter George Bush senior die Klimapolitik der USA mitbestimmt hat. Happers Plänen zufolge soll die präsidiale Arbeitsgruppe Front gegen den wissenschaftlichen Konsens machen, demnach die Erderwärmung ein Produkt menschlichen Handelns ist, und Zweifel an der Tatsache säen, dass das Verbrennen von Erdöl, Kohle und Gas den Planeten schädigt. Ihr erstes Ziel ist es, den offiziellen Klimareport der USA anzufechten. Der wurde im November 2018 veröffentlicht und hat deutlich gemacht, "dass die Auswirkungen und Kosten des Klimawandelns bereits jetzt in den Vereinigten Staaten zu spüren sind."

Trump hat den Report zwar unterschrieben, glaubt aber nach eigenen Angaben nicht an seine Ergebnisse. Deshalb hat er jetzt den alten Knochen Happer aus dem Fossilienzimmer geholt und ihn beauftragt, etwas dagegen zu tun. Allerdings findet Happer kaum jemanden, der mitmachen will. Und das, obwohl er mit Trumps Segen Arkanpolitik betreiben darf. Denn da die Gruppe nicht als offizieller Beirat fungiert, kann sie im Geheimen tagen und muss ihre Ergebnisse weder veröffentlichen noch anderen zugänglich machen. Eigentlich das perfekte Angebot fürs letzte Aufgebot! Das Fossilienzimmer als Zufluchtsstätte der fossil-fuel-Fetischisten. Statt Klimaschutz gibt's Klimaskeptikerschutz... Also, wenn jetzt keiner kommt, ist die Welt von William und Donald wirklich nicht mehr zu retten.

 

24-02-2019

District of Condomia

 

Im Umkreis des Weißen Hauses sehen die Hebammen schwarz,

nur noch 1,42 Kinder pro Frau in Washington, D.C.,

Trumps Politik drückt die Geburtenrate,

30-Jahres-Tief im ganzen Land,

Gott verhüte die Vereinigten Staaten.

 

23-02-2019

Vor Kurzem ist ein 50.000 Dollar teurer Golf-Simulator im Weißen Haus installiert worden. Trump hat ihn aus eigener Tasche bezahlt. Eine überaus sinnvolle Investition, denn jetzt kann der Privatmann Donald Trump zu jeder Tages- und Nachtzeit Golf mit dem Politik-Simulator spielen, der vor 754 Tagen im Weißen Haus installiert worden ist.

 

22-02-2019

Im Zuge von Trumps Steuerreform hatten die Analysten der großen Banken den Amerikanern einen wahren Geldsegen prophezeit. Nach der Steuererklärung, so hieß es, werde das Geld in Strömen aus dem Staatssäckl zurück in die Taschen der Leute fließen. So hatte z.B. die UBS-Bank noch im Dezember Steuerrückzahlungen für die US-Bürger von 40-70 Milliarden Dollar versprochen. Im Januar war dann noch von 20 Milliarden die Rede. Aktuell beläuft sich die Schätzung bloß noch auf 8,5 Milliarden Dollar. Und die Steuerrückzahlungen sinken weiter und weiter, während sich die Weismacher in den großen Banken vom Geld ihrer Analysen neue Anzüge kaufen, um künftig als Schwarzmaler auftreten zu können.

 

21-02-2019

In den vergangenen Monaten war kaum noch etwas von Trumps großem Wahlkampfversprechen zu hören, den Washingtoner Eliten-und-Lobbyisten-Sumpf trockenlegen zu wollen. Zwar hatte Trump kurz nach Amtsantritt, am 28. Januar 2017, ein Dekret erlassen, das es Mitarbeitern des Weißen Hauses verbietet, innerhalb von fünf Jahren nach dem Ende ihres Arbeitsverhältnisses als Lobbyisten tätig zu sein. Aber wie so oft war das nur heiße Luft. Sie hat den Sumpf nicht trockengelegt. Im Gegenteil, sie ist lediglich über seine Oberfläche geweht und hat sie ein bisschen geföhnt, damit der Sumpf nicht mehr so matschig aussieht. Darunter aber geht die Lobbyisten-Party feucht-fröhlich weiter. Insgesamt dreiunddreißig Mitarbeiter der Trump-Regierung verdingen sich inzwischen als Lobbyisten. So hat zum Beispiel Ryan Zinke, der bis Ende 2018 Innenminister war, vor wenigen Tagen eine Tätigkeit bei der Washingtoner Lobbyfirma Turnberry Solutions aufgenommen. Dort hat er auch einen alten Bekannten getroffen - Corey Lewandowski, Trumps früheren Wahlkampfmanager, der zusammen mit drei weiteren ehemaligen Trumpleuten (Ryan O'Dwyer, Jason Osborne und Mike Rubino) Turberry Solutions aufgebaut hat. Lewandowski ist allerdings offiziell gar nicht als Lobbyist eingetragen. Angeblich weil er keine registrierungspflichtige Lobbyarbeit verrichtet. Aber das ist im Grunde ja geradezu die Definition von erfolgreichem Lobbyismus: unregistriertes Regieren.

 

20-02-2019

Donald Trump hat die New York Times heute als "Feind des Volkes" ("enemy of the people") bezeichnet. Er hat den Begriff schon mehrfach benutzt, wobei er wahlweise die New York Times, CNN oder die "Fake-News-Medien" im Allgemeinen zu Volksfeinden erklärt hat. Zum ersten Mal hat er den Ausdruck in diesem Sinne übrigens am 17. Februar 2017 in einer Twitterbotschaft verwendet und am 24. Februar 2017 in einer Rede auf der Conservative Political Action Conference in Oxon Hill zu einer Art negativem Leitmotiv seiner Präsidentschaft gemacht.

Aber die Tradition des Brandmarkens unliebsamer Menschen, Gruppen oder Institutionen als Volksfeinde ist schon viel älter. Bereits die Römer haben diverse Kaiser, allen voran den allseits unbeliebten Nero, zum "hostis publicus" ernannt. Später dann haben die Französischen Revolutionäre all jene, die die Entartungen ihres Umsturzes für "terreur" hielten zu "ennemi du peuple" erklärt und die meisten von ihnen einen Kopf kürzer gemacht. Einhundertzwanzig Jahre nach ihnen hat sich Lenin ausdrücklich auf die guillotine-geilen Franzosen bezogen, als er Marx' Begriff des Klassenfeindes zu dem Volksfeindes umdefiniert hat. Stalin und Hitler haben den Begriff dann auf eine neue Stufe "gehoben" und ihm den Status einer Rechtskategorie verschafft, die politische Säuberungen nicht nur erlaubte, sondern geradezu forderte. Und als Russland 2014 die Krim annektierte, haben Putin und seine Propagandagesellen all jene zu "Volksfeinden" erklärt, die nicht mit in den großen vaterländischen Jubel einstimmen wollten.

In den USA dagegen hat man den Begriff vor Trumps Präsidentschaft nicht im politischen Sinne gebraucht. Insofern hat Trump zumindest für sein Land tatsächlich Neues geschaffen. Und doch: Nicht wenige von denen, die andere als Volksfeinde bezeichneten, wurden irgendwann selbst zu Feinden des Volkes erklärt. Der erste, der diesen Stempel aufgedrückt bekam und dafür mit dem Leben bezahlte, war der römische Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus. Er wurde 133 v. Chr. von einer Reihe wütender Senatoren mit Stuhlbeinen erschlagen. Sein Vergehen: Er hatte sich in ihren Augen über bestehendes Recht hinweggesetzt und einen Staatsnotstand verschuldet...

 

19-02-2019

In "Saturday Night Live" parodiert der Schauspieler Alec Baldwin Donald Trump. Das ist auch deshalb so gut, weil Donald Trump im wahren Leben Alec Baldwins Donald Trump Parodie parodiert. Nur leider weiß Donald Trump das nicht. Und es bringt auch nichts, es ihm zu sagen. Er würde nicht verstehen, dass die Parodie einer Parodie nichts anderes ist als negative Authentizität.

 

18-02-2019

Donald Trump hat den japanischen Ministerpräsidenten Shinzō Abe heimlich gebeten, er möge ihn als Kandidaten für den Friedensnobelpreis vorschlagen - und der hat's tatsächlich getan. Allerdings ist die Heimlichtuerei aufgeflogen. Jetzt ist Trump nominiert - und Shinzō Abe darf sich ab sofort Schizo Abe nennen. Das passt sowieso besser zu ihm. Nicht nur wegen Trumps ganz und gar nicht friedfertiger Politik, sondern auch, weil Schizo Abe trotz Fukushima immer noch auf die Kernenergie setzt. So einer muss gespalten sein.

 

17-02-2019

Memo an meine Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt: Donald Trump ist der erste US-Präsident seit Zachary Taylor (1849/50), der ohne Haustiere im Weißen Haus lebt. Es gibt also schlichtweg kein Material, um dieses Tagebuch hier mit lustigen Katzenvideos zu füllen. Mit einem Präsidenten wie Calvin Coolidge hätte das wunderbar funktioniert, denn der hat gleich drei Katzen bei sich im Weißen Haus wohnen lassen. Und Rutherford B. Hayes hatte auch drei. Das hätte lustige Katzenvideos gegeben. Zumal es auch Mäuse im Weißen Haus gab. Andrew Johnson hat die immer gefüttert. Er hat sie in seinem Schlafzimmer entdeckt und sie mit Weizenkörnern versorgt. (Andrew Johnson, das müssen Sie wissen, verehrte Sachbearbeiterin, war geschäftlich mit einer Getreidemühle verbandelt und hatte deshalb immer ein paar Weizenkörner in der Tasche.) Die Mäuse waren zwar Johnsons einzige Haustiere im Weißen Haus, aber immerhin. Das wäre wirklich lustig geworden. Auch ohne Videokamera und Youtube und so. Dann hätte ich mir eben lustige Katz- und Mausgeschichten ausgedacht. Oder einfach die Anekdoten aufgeschrieben, die von den Historikern überliefert sind. Zum Beispiel wie Andrew Johnsons Tochter Martha die verdammten Mäuse zu vergiften versuchte und Katzen auf sie gehetzt hat. Sie wusste nicht, das ihr Vater ein paar Zimmer weiter die Viecher fütterte. Das wäre eine richtig schöne Komödie geworden, sogar mit politischem Inhalt, weil sich Johnson im Weißen Haus bei seinen Mäusen versteckte, während der Kongress darüber beriet, ihn des Amtes entheben zu lassen. Am Ende fehlte Johnsons Gegnern nur eine einzige Stimme, dann wäre der Präsident politisch mausetot gewesen, aber so konnte er weitermachen - im Weißen Haus, mit seinen Mäusen... Im Falle von Donald Trump, verehrte Sachbearbeiterin, bin ich dagegen vollkommen machtlos. Ich habe mein kleines Journal nicht umsonst das "Tagebuch eines Hilflosen" genannt. Ich hätte es zwar auch das "Tagebuch eines Haustierlosen" nennen können, aber das hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Jedenfalls, verehrte Arbeitsamts-Sachbearbeiterin, was ich mit all dem sagen will, ist Folgendes: Wenn Donald Trump beim Thema Haustiere die Ausnahme macht, muss ich beim Thema Einnahmen passen.

 

16-02-2019

Memo an mich: Es ist wesentlich lustiger (und auch lukrativer) Katzenvideos zu drehen als das Tagebuch eines Trumpeltiers zu verfassen.

 

15-02-2019

Donald Trump: Die Begierde ist Notstand geworden. Heute hat er ihn ausgerufen. Und das hat seinen Grund: Ein Mann wie Donald Trump lebt vom Notstand. Er schafft ihn, weil er sich in ihm verewigen will. Mauern waren schon immer Objekte für die Notdurft der Notständigen.

 

14-02-2019

Heute vor einem Jahr hat sich das Schulmassaker von Parkland ereignet. 17 Menschen kamen damals ums Leben. Anlässlich des Jahrestages hat das Weiße Haus ein Statement veröffentlicht, in dem es heißt, man bete für all jene in Parkland und anderswo, die Menschen verloren haben durch "Waffengewalt" ("gun violence").

Das Statement auf Trumps privatem Twitteraccount, das wenige Minuten später herauskam, war nahezu wortgleich - bis auf das Ende. Denn da hieß es, man bete für alle, die Menschen durch "Gewalt an Schulen" ("school violence") verloren haben.

So gesehen stimmt etwas mit den Schulen nicht, mit den Waffen dagegen ist alles in Ordnung.

Trumps "Lösung" für das Problem der Schulmassaker setzt deshalb auch genau da an: Er fordert seit Längerem schon die Bewaffnung der Lehrer, denn dann, so seine Logik, kann sich ein Unglück wie das von Parkland nicht wiederholen.

 

PS: Dass Trump das Wort "gun violence" ersetzt hat, ist kein Zufall. Er nutzt es auch sonst so gut wie nie. Das einzige Mal, dass er es über seinen Twitteraccount in die Welt posaunt hat, war im Januar 2014. Damals hatte sein Freund Thomas Barrack Jr. (genau, der von gestern...) gerade große Teile von Harvey Weinsteins Filmfirma übernommen, und Trump mokierte sich darüber, dass Weinstein gegen "gun violence" sei, sie in seinen Filmen aber propagiere. Trumps Lösung bestand aber auch in diesem Fall nicht darin, die "gun violence" zu problematisieren, weder im Film noch sonst irgendwo. Und warum auch? Für Donald Trump gehören Knarren einfach dazu. Für ihn sind sie - an Stelle der verhassten Fake News Fatzken von der Presse - so etwas wie die vierte Macht im Staate: Legislative, Judikative und Exekutive in einem.

 

13-02-2019

Jamal Khashoggi ist seit über vier Monaten tot. Seitdem hat Trump kaum noch was zu Saudi Arabien gesagt, Kritisches schon gar nicht. Seine letzten beiden Twitternachrichten waren Dankesbezeugungen an die Saudis, dass sie den Ölpreis gesenkt haben und Geld nach Syrien pumpen (damit die USA das nicht zahlen müssen). Die gesetzlich begründete Forderung des Kongresses, zu erklären, ob Kronprinz Mohammed bin Salman für die Ermordung des Journalisten verantwortlich ist, hat Trump zurückgewiesen und erklärt, er sei dem Kongress in diesem Punkt nicht zur Rechenschaft verpflichtet.

Aber damit nicht genug. Jetzt hat der ehemalige Vorsitzende von Trumps Inaugurationskommitee, Thomas Barrack Jr., nachgelegt. Barrack Jr., der von Beruf Immobilieninvestor ist, hat schon in den 1970er Jahren für verschiedene saudische Prinzen gearbeitet und seit Trumps Amtsantritt einen Großteil seiner Investitionen aus Saudi-Arabien erhalten. (Das Geld hat er übrigens in der Steueroase Cayman Islands geparkt.) Seinem alten Kumpel Donald Trump ist Barrack Jr. im Fall Khashoggi gern beigesprungen und hat erklärt, der Westen verstünde Saudi-Arabien einfach nicht. Amerikanische Gräueltaten seien, so sagt er, genau so schlimm oder sogar noch schlimmer als das, was die Saudis Khashoggi angetan hätten. Das mag stimmen oder nicht (unabhängig davon, dass jede Gräueltat eine zu viel ist), aber Barrack Jr. geht es gar nicht um Aufklärung, sondern um Verharmlosung und Relativierung. Das zeigt auch seine Erklärung, wonach westlicher Einfluss und westliche Korruption den Nahen Osten im Allgemeinen und Saudi Arabien im Besonderen zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

Aber diese Erklärung ist falsch und verlogen. Nicht nur, weil Barrack Jr. selbst viel Zeit und Geld in Saudi-Arabien investiert hat (und demzufolge einer der westlichen Scheißkerle wäre). Sie ist auch insofern falsch, weil in dieser pseudo-postkolonialistischen Weltwahrnehmung - die selber kolonialistische Bilder bedient - die "anderen" immer unschuldig und ohnmächtig sind. (In Deutschland wird diese Sicht auf die Dinge bevorzugt beim Blick auf Afrika gepflegt.) Aber wie dem auch sei: Geht es nach Barrack Jr., so sind die Saudis nur missbrauchte Marionetten im großen Spiel des Westens, der angeblich alle Fäden in der Hand hält. Ihre Taten werden auf diese Weise a priori entschuldigt, verharmlost und relativiert. Es ist die Meistererzählung derjenigen, die die Zukunft mit der Geschichte aufwiegen. Kein Wunder, dass die Gegenwart - hier wie da - beschissen aussieht.

 

12-02-2019

Die us-amerikanische Staatsverschuldung hat heute erstmalig in der Geschichte des Landes die 22 Billionen-Dollar-Marke durchbrochen. Das letzte Mal, als sich mein Tagebuch die Höhe des Schuldenstandes angeschaut hat, zeigte der Kalender den 4. September 2017. Damals stand das Land mit knapp 20 Billionen in den Miesen. Aber damals gab's auch noch eine Schuldenobergrenze.

Die ist inzwischen ausgesetzt worden. Noch bis zum 1. März kann Donald Trump unbegrenzt Löcher in die Staatskasse reißen. Und das wird er auch tun, denn wenn er eines gelernt hat, dann ist es Schulden zu machen. In einem CBS-Interview im Juni 2016 hatte er ganz offen erklärt: "Ich bin der König der Schulden. Niemand kennt Schulden besser als ich. Ich habe mit Schulden ein Vermögen gemacht."

Diesmal machen allerdings andere den Reibach. Es sind diejenigen, bei denen die USA in der Kreide stehen. Dazu gehören vor allem Staaten wie Japan und China, der Social Security Trust Fund, eine Reihe von ausländischen Investoren, diverse Pensionsfonds, Banken, Versicherungen sowie Broker und Dealer aller Art. Sie alle verdienen an den amerikanischen Schulden, denn allein für die Zinsen muss die USA eine Milliarde Dollar zahlen - pro Tag!

 

11-02-2019

Dass Donald Trump nicht viel von Gesetzen hält, die seiner Politik im Wege stehen, ist bekannt. Er hat wiederholt ihm missliebige Richter in aller Öffentlichkeit an den Pranger gestellt, hat das Justizministerium aufgefordert, seine politischen Gegner zu bestrafen und Hilary Clinton ins Gefängnis zu stecken und im Zuge der Wahl von Brett Kavanaugh dafür gesorgt, dass das Weiße Haus über 100.000 Seiten mit Informationen nicht an den zuständigen Rechtsausschuss gibt. Kein Wunder, wenn irgendwann die Hüter von Recht und Ordnung selbst anfangen, die Gesetze nach ihren Wünschen auszulegen oder gleich komplett zu ignorieren. So geschehen jüngst im Bundesstaat Washington. Dort weigern sich aktuell dreizehn Bezirkssheriffs, einem strengeren Waffenrecht Geltung zu verschaffen, obwohl eine entsprechende Wahl im November genau das entschieden hatte. Knapp 60% der Wähler hatten dafür gestimmt, halbautomatische Gewehre nicht länger an unter 21-jährige zu verkaufen und generell strengere Backgroundchecks durchzuführen.

Die Sheriffs aber wollen das neue Recht nicht durchsetzen. Für gewöhnlich redet man sich in einer solchen Situation heraus, um eine unerwünschte Regelung nicht anwenden zu müssen, und verweist auf äußere Umstände - zu wenig Personal, noch bestehende rechtliche Unklarheiten, irgendwas in der Art... Hier aber ist es anders, denn die Sheriffs sagen klipp und klar, dass sie durch die Entscheidung das verfassungsmäßige Recht, Waffen zu tragen, eingeschränkt sehen und deshalb das Ergebnis der Wahl nicht umsetzen werden. Die Stärke des Gesetzes wird so zum Gesetz des Stärkeren uminterpretiert. Und

Donald Trump ist der heimliche Kronzeuge dieser Form des amerikanischen Traumes von Freiheit.

 

10-02-2019

... und so schlampt sie sich dahin, diese Präsidentschaft, begleitet von ritualisierter Aufregung und bestelltem Applaus, während neue Machbarkeiten darauf warten, im Gefolge der Zeit zu Gewohnheiten zu werden, an diesem Sonntag, dem einhundertachten seit Anfang des Schlamassels...

 

09-02-2019

Sämtliche Medien hierzulande berichten in groß aufgeblähten Artikeln darüber, dass Donald Trumps Arzt dem Präsidenten bei der alljährlichen Untersuchung einen sehr guten Gesundheitszustand bescheinigt hat. Aber niemand berichtet über John Dingell. Er hatte sich seit den 1950er Jahren für die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung stark gemacht, war 1965 mitverantwortlich für die Implementation von Medicare ins Sozialversicherungssystem der USA, stand hinter der Ausweitung des Medicaid-Programmes in den 1980er und 1990er Jahren und war 2010 entscheidend am Affordable Care Act beteiligt. Das Gesetz ist weithin nur als Obamacare bekannt, tatsächlich aber hat das Repräsentantenhaus das Gesetzgebungsverfahren 2009 nach Dingell benannt.

Dingell war fast 60 Jahre Mitglied des Kongresses. Er ist vorgestern im Alter von 92 Jahren gestorben. In seiner letzten Rede erklärte er, dass in der heutigen Zeit die herausragende Stellung des Präsidenten offenbar dazu benutzt werde, das Land zu spalten und den politischen Gegner zu verunglimpfen.

Donald Trump blieb trotzdem nichts anderes übrig, als nach dem Tod Dingells die Fahne auf dem Weißen Haus sowie sämtliche Flaggen auf öffentlichen Gebäuden, Militäreinrichtungen und den Schiffen der Marine auf Halbmast setzen zu lassen. Sie dürfen laut Anordnung erst wieder hochgezogen werden, wenn heute Abend die Sonne untergegangen ist. Der Zwerg der politischen Kultur muss also noch bis morgen warten, bevor er wieder lange Schatten werfen darf.

 

08-02-2019

In den fein gewobenen Gespinsten der Diplomatie ist es die Welt der Worte, die die Welt der Dinge schafft. In diesem Fall ist das Ding ein Insel: Taiwan.

China drängt unter Staatschef Xi unverhohlen auf eine Annexion der Insel und droht mit gewaltsamer Wiedervereinigung. Taiwan dagegen fordert weiterhin seine Autonomie, und auch die USA erkennen die von China postulierte Hoheitsgewalt über das Land nicht an. Allerdings galt durch den 1979 unterzeichneten Taiwan Relations Act, dass die Vereinigten Staaten Taiwan im Falle eines Angriffs lediglich mit Defensivwaffen versorgen würden. Das könnte sich jetzt ändern. Laut Aussage, die ein früherer hochrangiger Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums vergangene Woche bei einer Anhörung des zuständigen Senatskommitees gemacht hat, sei die USA bereit, Taiwan "gegen grundlose Angriffe" zu verteidigen. Es sei, so der Mitarbeiter weiter, im Interesse der USA, ihre Verbündeten und auch ihre etablierten Partner wie Taiwan "effektiv und glaubwürdig zu verteidigen" und ihnen im Notfall zur Seite zu stehen.

Die Frage ist nur, was "grundlose" ("unprovoked") Angriffe sind? Zudem stellt sich die Frage, ob die Aussage überhaupt in Richtung China zielte. Schließlich kann sie, in den bis ins Feinste ausdeklinierten Wortketten der Diplomatie, auch als ein versteckter Hinweis an die Regierung in Taiwan gelesen werden, die Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterlassen, da ein daraufhin erfolgenden Angriff Chinas nicht mehr als "grundlos" angesehen werden könnte. Die sprachliche Erweiterung also als Einschränkung der Handlungsmöglichkeiten? Das wäre geradezu klassische Diplomatie - diese Worthülsenkunst, die glaubt, Patronenhülsen ersetzen zu können.

 

07-02-2019

69% der US-Amerikaner befürworten laut einer repräsentativen Umfrage strengere Einschränkungen beim Besitz von Schusswaffen. Bei den Demokraten sind 85% dafür, bei den Republikanern 57%. Eins aber eint die Anhänger beider Parteien: Sie glauben nicht, dass die von ihnen gewählten Politiker entsprechend handeln und die Waffengestze verschärfen werden. Nur ein Viertel geht davon aus, dass in dieser Richtung etwas passieren wird. Und sie haben auch gute Gründe, an die Untätigkeit ihrer Volksvertreter zu glauben, denn wie sagt doch die Sprecherin der Waffenlobby NRA: "Es gibt weniger zu tun, weil wir über die Jahre so erfolgreich waren."

 

Der "Erfolg" in Zahlen für den Monat Januar 2019:

2,090 Personen durch Schusswaffen verletzt

1,201 Personen bei Schießereien getötet, davon

49 Kinder und 195 Jugendliche

27 Mass Shootings

Insgesamt 4346 Vorfälle mit Schusswaffen in 31 Tagen.


06-02-2019

"Hab gestern Abend bei meiner Rede vor dem Kongress darauf verzichtet, den Notstand auszurufen. Hab es später im Bett bei Melania getan. Aber sie hat gesagt, es gibt keinen Notstand, nur Notgeilheit. Also hab ich meine Notgeilheit ausgerufen. Daraufhin hat sich Melania sämtliche Kissen geschnappt und eine Mauer um sich gebaut. Sie hat gesagt, im Anbetracht der Lage dürfe sie das tun und müsse auch niemanden fragen. Dann hat sie sich in ihre Decke gewickelt und erklärt, sie sei - genau wie ich - für den Protektionismus. Verdammt, das Weib ist völlig verquer!"

 

(Aus: Donald Trump: Notständer. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

05-02-2019

Donald Trump hat heute verkündet, dass er zusätzliche Soldaten an die Grenze zu Mexiko entsandt hat. Falls nötig, so Trump, werde man dort eine menschliche Mauer ("a Human Wall") errichten.

Er ist nicht der erste, der auf so eine Idee kommt. In der DDR gab es das bereits im August 1961, und zwar nicht nur als Forderung, sondern als Fakt. Damals bildeten in Berlin Angehörige der Kampfgruppen eine menschliche Mauer. Sie sollten den "antifaschistischen Schutzwall" sichern, solange der aus Stein noch nicht fertiggestellt war.

Besonders eindrücklich ist diese menschliche Mauer auf einem Bild des Fotografen Peter Heinz Junge wiedergegeben. Es wurde am 14. August vor dem Brandenburger Tor aufgenommen und später unzählige Male in Zeitungen und Schulbüchern der DDR abgedruckt. Es zeigt vier mit Maschinenpistolen bewaffnete Soldaten der Kampfgruppen in Nahaufnahme. Hinter ihnen sind vier Säulen des Brandenburger Tors zu sehen. Die Botschaft des Bildes war dabei eine Doppelte: Einerseits sollte es klar machen, dass es hier kein Durchkommen gab. Zum anderen erhielt die Mauer durch die Soldaten ein "menschliches Antlitz" und bestand eben nicht - wie in Wahrheit geplant und gebaut - aus Stacheldraht, Stein oder Selbstschussanlagen.

Allerdings war die Mauerbau-Aktion bei den Kampfgruppen alles andere als beliebt, was sich allein schon daran zeigt, dass in der Nacht vom 13. auf den 14. August nur ein Drittel von ihnen zum Dienst erschien. Das hielt die DDR-Oberen aber nicht davon ab, die menschliche Mauer und mit ihr das Foto zu Ikonen ihrer Grenzsicherung zu machen und das Bild Jahrzehnte später noch einmal nachstellen zu lassen. Als im Juli 1987 in Ost-Berlin der historische Festumzug zur 750-Jahr-Feier der Stadt durch die Straßen zog, bestand einer der Festwagen aus vier alt gewordenen Kampfgruppen-Männern, die mit MG-Attrappen bewaffnet vor einem Brandenburger Tor aus Pappmaché stehen.

Aber was will man auch anderes erwarten? Blöde Ideen werden nicht besser, wenn man sie wiederholt.

 

04-02-2019

Es ist dieses schleichende, langsame, fast unmerkliche Wegbröckeln von scheinbar Randständigem, das sich mit der Zeit zu einem gigantischen Riss auswächst, der ein Land bis zur schieren Unüberbrückbarkeit zu teilen vermag. Diesmal hat es eine Richtlinie der Jugendorganisation 4-H getroffen, die mit rund 6.5 Millionen Mitgliedern eine der größten ihrer Art in den USA ist. Die von 4-H selbst ausgearbeitete Richtlinie sollte dafür sorgen, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen (LGBTQ) in der Organisation willkommen geheißen und akzeptiert werden. Die Richtlinie war auch deshalb erstellt worden, da sich die vielfältigen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten der us-amerikanischen Gesellschaft bisher weder im Informationsmaterial der Organisation noch in ihrer Mitgliederstruktur widerspiegeln. Das ist an sich erstmal nicht weiter schlimm, wird aber problematisch, wenn die Thematisierung von LGBTQ-Angelegenheiten absichtlich verwehrt wird. Genau das aber ist nun passiert, denn infolge des Drucks, der nach der Veröffentlichung der Richtlinie von konservativen und evangelikalen Gruppen sowie durch die Trump-Administration selbst ausgeübt wurde, hat die Organisation das Dokument wieder von ihrer Seite genommen. Zudem wurde der 4-H-Direktor von Iowa, John-Paul Chaisson-Cardenas, der als LGBTQ-freundlich bekannt war, bei dieser Gelegenheit gleich mit geschasst, da er gegen die Rücknahme der Richtlinie protestierte. Chaisson-Cárdenas stammt aus Guatemala und war der erste Latino, der während der 117-jährigen Geschichte der Organisation ein solches Amt innehatte. Seiner Ansicht nach sei 4-H offen "for all kids". Das war einigen offenbar zu viel.

 

03-02-2019

Große Teile der USA sind schockgefrostet, arktische Temperaturen durchwehen das Land. Donald Trump fragt - zum wiederholten Mal - voller Sarkasmus, was mit der globalen Erwärmung los ist und wünscht sie sich höhnisch zurück. Er glaubt offenbar nach wie vor nicht an den Einfluss des Menschen aufs Klima. Aber die Menschen haben den Planeten nicht nur wärmer, sondern auch kälter gemacht. Das war besonders im 16. und frühen 17. Jahrhundert der Fall. Spanier, Franzosen, Engländer und andere Vertreter der Alten Welt kamen damals nach Süd-, Mittel- und Nordamerika, kolonisierten große Gebiete und brachten unermessliches Leid über die indigene Bevölkerung. Allein im 16. und frühen 17. Jahrhundert starben durch eingeschleppte Infektionskrankheiten, Kriege und sonstige Auseinandersetzungen Millionen von Ureinwohnern. Eine großangelegte Studie des University College London, die archäologische Zeugnisse, historische Daten und den aus Bohrkernen des antarktischen Eises gewonnenen Kohlendioxidgehalt vergangener Jahrhunderte miteinander im Verbindung bringt, macht nun zum ersten Mal deutlich, dass der Zusammenbruch ganzer indigener Gemeinschaften im 16. und frühen 17. Jahrhundert auch das Klima beeinflusst hat. Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent blieben nämlich immer mehr Flächen, die zuvor bewirtschaftet worden waren, brach liegen, und dort, wo einst Felder und Siedlungen waren, begannen - etwa auf einer Fläche so groß wie Frankreich - Wälder und Buschwerk zu wachsen. Dadurch wurde mehr und mehr CO2 gebunden, was zu einem Rückgang des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre führte und mit dazu beitrug, die Temperaturen auf dem Globus insgesamt nach unten zu drücken. Der Klimawandel zwischen 1570 und 1630 ist somit nicht, wie bisher angenommen, auf rein natürliche Ursachen zurückzuführen, sondern war zum Teil menschengemacht. Pointiert gesagt: Die Kleine Eiszeit um 1600 war auch ein Effekt des großen Sterbens der amerikanischen Ureinwohner.

 

02-02-2019

Nur zur Info, weil wieder keiner darüber berichtet: Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat ein 200 Millionen Dollar starkes Hilfsprogramm zur Förderung des Außenhandels aufgelegt. Und alle bekommen was ab. Das meiste Geld (fast 22 Millionen Dollar) geht an die Amerikanische Sojabohnen Gesellschaft, aber auch die Kleinen werden bedacht. Das Kalifornische Oliven Komitee erhält rund 100.000 Dollar, die Nationale Behörde zur Förderung der Wassermelonen bekommt 50.000, und sogar das Institut für Haustierfutter kriegt noch 30.000 in den Rachen geschoben. Und dann wäre da noch das Popcorn Board, das für seine Arbeit mit 150.000 Dollar belohnt wird. Seine Mitglieder dürften vor Freude geplatzt sein.

 

01-02-2019

Die USA haben den INF-Vertrag aufgekündigt. Angeblich halten sich die Russen nicht an die Abmachungen des 1987 geschlossenen Pakts und bauen atomare Mittelstreckenraketen mit zu großer Reichweite. Die Russen behaupten natürlich das Gegenteil und bezichtigen ihrerseits die USA, sich nicht an die Abmachungen gehalten zu halten. Im Grunde ist die Schuldfrage aber völlig egal. Putin und Trump haben beide kein Interesse an dem Vertrag, weil sie beide kein Interesse daran haben, sich in irgendeiner Weise beschränken zu lassen. Sie wollen frei sein. Und sie wollen spielen. In und mit Europa. Bei Lichte betrachtet ist die ganze Sache nichts anderes als ein in die Realität verlegter Egoshooter zwischen zwei Alphatieren. Als Waffen haben sie Atomraketen gewählt. Frei nach dem Motto: Wer nicht rüstet, der rostet. Und das Ziel ist auch schon ausgemacht: Am Ende gewinnt derjenige, der den längsten Mittelstrecker hat.

 

31-01-2019

Reden ist Silber, Reden halten ist Gold. Zumindest wenn man Nikki Haley heißt. Nach dem Ende ihrer Karriere als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen hat sie nämlich einen Vertrag mit einer Washingtoner Redner-Agentur unterschrieben, der ihr pro Auftritt 200.000 Dollar einbringt. Dazu gibt's noch einen Privatjet für die Anreise sowie einen Aufschlag auf den Auftrittspreis wenn die Rede außerhalb der USA gehalten wird - von wegen Übernachtungspauschale und so. Klingt nach Gier, ist aber Geradlinigkeit, schließlich hatte ihr Donald Trump beim Abgang versprochen, sie werde "viel Geld verdienen". Und das war keine der üblichen Floskeln, sondern absolut passend, denn zuvor hatte Haley Trump in ihrem Rücktrittsschreiben mit den Worten umschmeichelt, als Geschäftsmann werde er es bestimmt anerkennen, dass ihr Wechsel vom politischen Amt in die Privatwirtschaft "kein Schritt nach unten, sondern einer nach oben ist."

 

30-01-2019

Und weiter geht's in der göttlichen Schmierenkomödie, in der alle ihre Hände in Unschuld waschen und von Auserwähltsein und Entbehrungen künden.

Den Anfang macht Stephen Bannon, früher Donald Trumps Chefstratege, jetzt Verkäufer seiner einstigen Größe. Bannon erklärt in einem soeben erschienenen Dokumentarfilm, jede Sekunde seines Jobs im Weißen Haus gehasst zu haben. Nur konnte er nicht einfach so gehen, denn, so Bannon, er habe "die Arbeit des Herrn" erledigt - womit er ausnahmsweise mal nicht Donald Trump, sondern den lieben Gott meint.

Wobei das mit dem "lieb" so eine Sache ist, denn folgt man Bannons Logik, scheint der Allmächtige nur glücklich zu sein, wenn die Leute ihre Jobs hassen. Aber wie dem auch sei, zum (irdischen) Glück gibt es ja noch Sarah Sanders, Donald Trumps langgediente Pressesprecherin, die offenbar nicht nur einen direkten Draht zu ihrem Vorgesetzten, sondern auch zum Herrn ganz ganz oben hat, schließlich hat Sanders in einem Interview mit dem Christian Broadcast Network erklärt, Gott habe gewollt, dass Donald Trump Präsident wird.

Und wieder einmal zeigt sich, dass Gottes Wille unergründlich und sein Personalmanagement schlichtweg lausig ist.

 

29-01-2019

Mit Hilfe der neuen demokratischen Mehrheit hat der Ausschuss für Bodenschätze und natürliche Ressourcen des US-Repräsentantenhauses die Worte "so wahr mir Gott helfe" aus dem Amtseid für seine Mitglieder gestrichen. Die republikanische Abgeordnete Liz Cheney erklärte daraufhin mit Blick auf die Demokraten: "Sie sind wirklich zur Partei von Karl Marx geworden."

Zur gleichen Zeit twitterte Donald Trump freudig über die zahlreichen Bundesstaaten, die seit Neuestem Bibelkurse in öffentlichen Schulen einrichten. Die Mehrheit dieser Bundesstaaten wird von Republikanern regiert, weshalb es nicht mehr lang dauern kann, bis Donnie erklärt: "Wir sind wahrhaftig zur Partei des Engels geworden."

 

28-01-2019

Merke: Wenn die Demokraten beim Thema Grenze mauern, ist das für Donald Trump alles andere als aufbauend.

 

27-01-2019

Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über den Klimawandel fast ein Verbrechen ist, weil es die Erkenntnis über so viele Untaten einschließt! Was sind das für Zeiten, wo selbst die Wetterfrösche taktisch vorgehen müssen, weil man ihnen sonst kein Gehör schenkt!

Es sind amerikanische Zeiten, so viel ist klar. Die "Verbrecher" aber sind die Mitglieder der American Meteorological Society, die seit Jahren und Jahrzehnten darauf hingewiesen haben, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Nur wollen die Klimaskeptiker nichts davon wissen. "In God we trust", sagen sie und zeigen auf ihre Münzen. Für so mächtig dass er das Klima ändern kann, so viel ist klar, halten sie den Menschen nicht.

Was also tun? Viele Wetterfrösche wollen nicht länger zu den "Verbrechern" gehören und versuchen es deshalb mit einem Schritt zurück auf der politisch-meteorologischen Leiter. In ihren Berichten und Analysen wollen sie - das haben sie sich auf der Jahrestagung mit wolkigen Worten versprochen - bis auf Weiteres den Klimawandel nur noch beschreiben und möglichst unpolitisch von Überflutungen, Buschfeuern und ausgedürrten Feldern berichten. Der Faktor Mensch soll dabei in den Hintergrund treten, in der Annahme, dass die Skeptiker des Klimawandels dadurch zumindest erkennen, dass der Wandel real ist. Irgendwann, so die Annahme der Meteorologen, werden die Klimaskeptiker den Wandel dann zumindest als Fakt akzeptieren und sich in einem zweiten Schritt Gedanken darüber machen, wer dafür eigentlich verantwortlich ist. Vielleicht, so hoffen die Wetterfrösche, erkennen sie dann, dass der Mensch einen gewaltigen Anteil an der Misere hat.

Das ist zumindest die optimistische Option, die am Ende jener Konjunktivkette steht, die die amerikanischen Meteorologen derzeit so fesselt. Vielleicht aber erklären die Klimaskeptiker einfach ungerührt weiter "In God we trust", zeigen auf ihre Münzen und werfen eine von ihnen.

Und dann? Dann heißt es Kopf oder Zahl - es ist alles ein Spiel, und keiner weiß, ob die Mannschaft mit der besseren Taktik gewinnt oder jene, die ihr Heil im blinden Anrennen sucht.

 

26-01-2019

Es ist ebenso leicht wie notwendig, Donald Trump für seine Taten zu kritisieren. Da dieses Tage- aber kein Klagebuch ist, darf sich der kritische Blick nicht verabsolutieren und muss auch mal die andere Seite sehen und anerkennen, dass Donald Trump sein Wahlversprechen gehalten und - zum nunmehr achten Mal in Folge - sein Quartalsgehalt in Höhe von 100.000 Dollar gespendet hat. Diesmal geht das Geld an das Nationale Institut zur Bekämpfung von Alkoholismus.

Der Hintergrund ist ein sehr persönlicher - Trumps Bruder Fred war 1981 an seiner Alkoholsucht gestorben. Wann immer Trump über ihn spricht, wird er ungewöhnlich sentimental und erklärt, dass es Fred und sein Schicksal waren, die ihn dazu gebracht haben, die Finger von Alkohol und Zigaretten zu lassen. Außerdem, so Trump, habe Fred besser ausgesehen als er und auch die angenehmere Persönlichkeit besessen.

Und was lernen wir daraus? Saufen hin, rauchen her, aber Selbstironie und ein privater Schicksalsschlag lassen sogar einen Mann wie Donald Trump für einen Moment sympathisch erscheinen.

 

25-01-2019

Seltsam, in Donald Trumps Amerika sind alle verfolgten Hexen Männer.

 

24-01-2019

Vor zehn Tagen hat das Tagebuch über die steigende Zahl an Wohnungslosen in den USA berichtet. Aus aktuellem Anlass geht es heute ein bisschen mehr ins Detail, denn die Stadt mit den meisten Wohnungslosen ist New York City. Fast 80.000 wurden dort Ende 2018 gezählt (und man kann sich sicher sein, dass die Statistiker auf den Straßen längst nicht alle erfasst haben). Einen haben sie aber ganz gewiss nicht erfasst. Sein Name ist Kenneth Cordele Griffin - und er ist kein Wohnungsloser, sondern ein Wohnungsbesitzer, denn er hat sich heute das bisher teuerste Appartement in der Geschichte der Vereinigten Staaten gekauft. 238 Millionen Dollar kostet seine neue Bleibe am Central Park.

Für einen Hedge Fund Manager mit einem Milliardenvermögen kein Problem. Und auch für andere nicht. 85% der Wohnungen und Penthäuser in dem 290 Meter hohen Ultra-Luxus-Gebäude sind bereits verkauft, und das, obwohl es noch gar nicht fertiggestellt ist. Die Migrationsbewegung ist trotzdem schon in vollem Gange. Nur dass sie in New York - diesem Abziehbild der westlichen Welt - senkrecht nach oben verläuft. Und das muss sie auch. Denn je höher die Zahl der Wohnungslosen am Boden, desto höher die Türme, in denen jene Zuflucht suchen, die es nicht mehr mit ansehen können - das Elend, das sie durch ihre bodenlose Gier mit zu verantworten haben.

 

23-01-2019

"Verdammtes Haushalten, jetzt muss ich's aushalten. Wollte in die Schweiz zu diesem Supergipfel, hatte für mich und meine Leute sogar schon die Hotelzimmer gebucht. Aber jetzt muss ich wegen diesem Shitdown hierbleiben - und die drei Millionen Dollar Anzahlung für die reservierten Zimmer in der Schweiz sind futsch. Jetzt wird mir auch klar, warum das Treffen in Davos stattfindet. Davos ist nämlich da, wo's Geld weg ist."

 

(Aus: Donald Trump: Stor-No. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

22-01-2019

Oberbefehlshaber Trump fragt: Transgender beim US-Militär?

Oberster Gerichtshof antwortet: Transgender beim US-Militär!

 

21-01-2019

Einspielergebnisse sind nicht länger nur was für Kinofilme. In den USA sind sie inzwischen zu einem Zeichen (kommenden) politischen Erfolgs geworden und haben entsprechenden Nachrichtenwert.

Nachdem die demokratische Senatorin Kamala Harris heute Morgen - pünktlich zum Martin Luther King Day - ihre Präsidentschaftskandidatur für 2020 bekannt gegeben hat, vermeldeten die Nachrichtenagenturen am Abend, dass ihr Wahlkampfkonto nach nur einem Tag bereits mit 1.5 Millionen Dollar gefüllt sei. 38.000 Leute, so heißt es, haben Geld für Harris' Bewerbung gespendet. Außerdem sei der E-Mail-Verteiler ihrer Kampagne um 20% gewachsen, auf Instagram seien über 100.000 neue Follower hinzugekommen, und das Video, in dem sie ihre Kandidatur bekannt gab, sei binnen 24 Stunden rund 6 Millionen mal angeklickt worden.

Es scheint, als seien Dollars, Klicks und Follower die zentralen Marksteine der neuen politischen Landschaft. Aber da ist noch mehr, denn nach Angabe der Nachrichtenagenturen hat Harris in nur 12 Stunden mit T-Shirts, Taschen und anderen Produkten aus ihrem Merchandising-Shop 110.000 Dollar verdient. Dies, so heißt es, sei ein neuer Rekord.

Man könnte es aber auch so ausdrücken: Aus Martin Luther Kings "March on Washington" ist der "Merch for Washington" geworden.

 

20-01-2019

Halbzeit. Nur ohne Pause.

 

19-01-2019

Ben Shapiro, seines Zeichens konservativer amerikanischer Politik-Kommentator und Anwalt, hat gestern während der alljährlichen Pro Life Demonstration der Abtreibungsgegner in Washington D.C. erklärt. "Die Wahrheit ist, kein Abtreibungsgegner hätte den kleinen Baby Hitler getötet." Denn: "Baby Hitler war ein Baby."

Anschließend verlas Shapiro einige Werbeanzeigen seiner Sponsoren, da er mit seinem Podcast, der die Rede ausstrahlt und jeden Monat über zehn Millionen Mal heruntergeladen wird, auch ein bisschen Geld verdienen will.

Der Führer hätte sich über so viel Chuzpe gewiss gefreut. Denn wie schreibt Hitler in "Mein Kampf": "Jede Reklame, mag sie auf dem Gebiete des Geschäftes oder der Politik liegen, trägt den Erfolg in der Dauer und gleichmäßigen Einheitlichkeit ihrer Anwendung.”

 

PS: Dass Shapiro aus einer jüdisch-russischen Familie kommt und in den USA auf einer Anti-Abtreibungsdemo Partei für einen kinderlosen deutschen Obernazi ergreift, mag zunächst verwirrend erscheinen, doch waren unheilige Allianzen schon immer eine Domäne der Dämonen.

 

18-01-2019

Also, ich weiß ja nicht, unter welchen Kriterien das US-Militär früher seine Orte für Armeestützpunkte ausgesucht hat (und aktuell immer noch aussucht), aber wenn ich mir den heute erschienenen "Bericht über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Verteidigungsministerium" so durchlese, scheint die Ortswahl nicht immer die beste gewesen zu sein. Von 35 untersuchten US Air Force Stützpunkten sind nämlich 20 wiederholt überflutet worden, 20 haben mindestens einmal unter extremer Trockenheit gelitten, vier unter Wüstenbildungen und 32 von 35 sind bereits Opfer von Buschfeuern geworden. Kein Wunder, dass es Donald Trump vorzieht, die USA künftig stärker vom Weltraum aus zu verteidigen.

 

17-01-2019

Lange nichts mehr vom Anagramm-Generator gehört. Hab ihn heute gefragt, was er von "Melania Trump" hält.

"Primatenmaul", hat er gesagt.

Meine Fresse!

 

16-01-2019

Zahlreiche Demokraten fordern eine Anhebung des Mindestlohns bis 2024 auf 15 Dollar pro Stunde. Aktuell werden 7.25 Dollar gezahlt. Donald Trumps oberster Wirtschaftsberater Larry Kudlow ist strikt dagegen. Aber er will nicht nur keine Anhebung, er findet, dass es überhaupt keine Mindestlöhne geben sollte. Das ist die bekannte Verweigerungshaltung der Besitzenden. (Kudlow selbst hat für 2017 ein Einkommen von über 800.000 Dollar angegeben, hinzu kommen zwei Millionen Dollar Vermögenswerte und Immobilienbesitz in unbekannter Höhe). Aber vielleicht steht hinter der Verweigerungshaltung und dem Wunsch, die Lohngrenzen nach unten ebenso zu öffnen wie sie es nach oben lange schon sind, noch mehr. Denn wenn es keinen Mindestlohn mehr gibt, würde auch die Rechengrundlage für jene Analysen wegfallen, die allesamt zeigen, dass der Mindestlohn in den USA inflationsbereinigt seit 50 Jahren kontinuierlich gesunken ist.

 

15-01-2019

Die Zahl der von der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA angestrengten Strafverfahren wegen Umweltverschmutzung ist so gering wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Der Grund besteht aber nicht im Zurückgang der Umweltverschmutzung, sondern in der zunehmenden Unmöglichkeit, sie zu verfolgen, schließlich ist bei der EPA in den vergangenen zwei Jahren in den betreffenden Bereichen massiv Personal abgebaut worden. Eingehenden Hinweisen auf Umweltverschmutzung kann dadurch nur noch teilweise nachgegangen werden, was die Beweisaufnahme zunehmend erschwert und die Zahl der Strafverfahren immer weiter sinken lässt.

Aber es gibt eine Möglichkeit, etwas zu tun. Auch ohne mehr Personal. Vielleicht würde es ja reichen, wenn sich die übrig gebliebenen Mitarbeiter der EPA zwecks Erhöhung des Verfolgungsdrucks den Sonderermittler Robert Mueller ins Haus holen. Der ist zwar seit über anderthalb Jahren dabei, den Einfluss Russlands auf die Präsidentschaftswahl 2016 zu untersuchen und damit anderweitig beschäftigt, aber es gibt ihn ja jetzt in Kopie. Seit heute können nämlich Robert Mueller Actionfiguren erworben werden. Und wer weiß, vielleicht reicht es ja, die Figur gut sichtbar in der Nähe der schlimmsten Dreckschleudern aufzustellen und - wenn schon nicht auf Einsicht - so doch auf die Wirkung der Aussicht zu hoffen. Sozusagen in Umkehr des bekannten Befundes, demnach Leute mehr Geld geben, wenn über der Spendenbox ein Bild mit einem finster dreinblickenden paar Augen aufgeklebt ist. Vielleicht blasen sie ja auch weniger Dreck in die Luft, wenn ihnen ein 15cm großer Herr gegenübersteht, dessen linke Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger streng nach unten, auf den Boden des Gesetzes, weist, während seine rechte gefährlich nah an der Hüfte schwebt, jederzeit bereit, den imaginären Colt zu ziehen.

 

14-01-2019

Die Zahl der Wohnungslosen in den USA steigt. Seit zwei Jahren schon. Zuvor war sie sieben Jahr lang in Folge gefallen. Laut des aktuellen "Homeless Assessment Report" sind in den USA aktuell 553.000 Menschen wohnungslos. Ihnen mangelt es, so der Report, an einer "festen, regelmäßigen und angemessenen Übernachtungsmöglichkeit".

 

Donald Trump nimmt sich des Themas nur äußerst selten an. Wenn er überhaupt einmal von Wohnungslosen spricht, dann nur, um andere Gruppen wie Immigranten gegen sie auszuspielen oder von Einzelschicksalen zu berichten, die die Wohnungslosigkeit hinter sich gelassen haben und erfolgreiche Unternehmer geworden sind. Ansonsten interessiert ihn das Problem nicht. Im Grunde hat sich Donald Trump überhaupt nur einmal mehr oder weniger ausführlich zum Problem der Wohnungslosigkeit geäußert. Und das auf eine sehr sinnfällige Weise. In einem Interview, das der Playboy 1990 veröffentlichte, fragt der Journalist Glenn Paskin Trump, warum er in einer Stadt wie Atlantic City, wo er mit seinen Hotels einen Haufen Geld verdiene, nichts gegen die um sich greifende Armut unternehme. Daraufhin antwortete der Hotelbesitzer Donald Trump:

"Gewählte Politiker sind verantwortlich dafür. Ich würde es hassen, wenn die Menschen mich für die Probleme der Welt verantwortlich machten. Schon jetzt kommen Menschen zu mir und fragen: 'Warum lässt du es zu, dass es all diese Wohnungslosen in den Städten gibt?', als würde ich die Situation kontrollieren. Ich bin keiner, der ein Amt anstrebt."

"Wie wäre es, wenn Sie Ihren Einfluss geltend machen würden, um den Benachteiligten in Atlantic City zu helfen?"

"Jeder hat Einfluss, aber es ist ein Problem der Regierung."

 

Neunundzwanzig Jahre später scheint es keins mehr zu sein. Zumindest keins, das für Donald Trump größere Bedeutung hat. Sein Stabschef Mick Mulvaney, der zugleich Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen ist, hat bereits Budgetkürzungen beim sozialen Wohnungsbau und anderen Hilfsprogrammen angekündigt.

 

13-01-2019

Die demokratische Kongressabgeordnete (und linke Superhoffnungsträgerin) Alexandria Ocasio-Cortez hat 70% Einkommenssteuer für Superreiche gefordert. Dazu gehören für sie all jene Leute, die zehn Millionen Dollar oder mehr im Jahr verdienen.

Der übliche Schrei-Reflex ließ nicht lange auf sich warten. Die Demokraten, so riefen einige Reiche und noch mehr Republikaner, wollten den Leuten 70% ihres sauer verdienten Geldes wegnehmen. Was natürlich ein ausgemachter Blödsinn ist. Denn erstens würde in einem progressiven Steuersystem nur der hohe Teil des Einkommens auch derart hoch besteuert, während die zehn- und hunderttausenden an Dollar, die ihm zu Grunde liegen, einen deutlich geringeren Steuersatz hätten. (Aktuell zahlt z.B. ein verheiratetes Ehepaar 10% Einkommenssteuer auf die ersten 9.700 Dollar Jahreseinkommen, und für das, was zwischen 9.701 und 39.475 Dollar liegt, 12%).Zweitens gibt es zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten, die gerade von den Reichen und Superreichen äußerst intensiv genutzt werden. In den vergangenen vierzig Jahren hat das oberste Einkommensprozent der US-Bürger deshalb real immer nur 20-25% Steuern gezahlt, und zwar unabhängig davon, wie hoch der Spitzensteuersatz war. Was zu Punkt drei und einem Blick in die Geschichte führt. Denn 60-70% waren einst völlig normal. In den 1950er Jahren betrug der Spitzensteuersatz über 90%. Erst 1964 fiel er unter 90%, und verharrte dann zwischen 1971 und 1980 bei 70%. Unter Ronald Reagan sank der Satz dann auf 50% ab, und inzwischen beträgt er nicht einmal mehr 40% - von denen, wie gesagt, noch einmal zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten vorgenommen werden können. Die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 70% wäre somit zwar kein Allheilmittel, um die Finanzen in den Griff zu bekommen, aber es wäre ein Schritt, um extrem hohe Einkommen zu problematisieren. Denn genau das muss getan werden: Diese Einkommen dürfen nicht länger als Selbstverständlichkeit angesehen werden, schließlich sind sie in vielen Fälle nicht Ausdruck besonderer Leistungen, sondern von besonderer Skrupellosigkeit, Ausbeutung und Gier. Und selbst wenn die Leistung außergewöhnlich ist, wäre zu fragen, ob das Besondere dieser Leistung das Hundert-, Tausend- oder gar Hunderttausendfache an Lohn verdient - und wer dafür eigentlich zahlt. Mit anderen Worten: Der Deckel gehört nicht auf den Steuersatz, er gehört auf die Einkommen!

 

12-01-2019

"Diese Pressefuzzis verstehen mich nicht. Hab im Wahlkampf gesagt, Mexiko zahlt für die Mauer. Das war eine Lüge. Heute sag ich: Ich hab nie gesagt, dass Mexiko für die Mauer zahlt. Das ist auch eine Lüge. Und was machen diese Medienheinis daraus? Sagen, ich würde die Leute belügen. Aber das stimmt nicht. Eine Lüge, die eine Lüge belügt, kann doch keine Lüge sein. Das ist die Wahrheit!"

 

(Aus: Donald Trump: Meine Log-ik, Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

11-01-2019

Eine dieser vermaledeiten Lebensweisheiten besagt: "Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt." Auf die nicht minder vermaledeite Syrien-Politik Donald Trumps bezogen, lautet der Satz: Auch der größte Truppenabzug beginnt mit dem ersten Kampffahrzeug. Denn das hat heute Morgen die US-Truppenbasis in al-Remelan im Nordosten Syriens verlassen und ist rüber in den Irak gefahren. Ihm sind neun weitere Kampffahrzeuge der US-Streitkräfte gefolgt.

Und während die Vereinigten Staaten anfangen, Syrien zu verlassen, ist der IS gerade dabei, sich an seinen zehn Fingern abzuzählen, was der Rückzug der Amerikaner für ihn bedeutet. Das Ergebnis ist jedenfalls klar: Der Weg zurück zum dschihadistischen Kalifat ist noch weit, aber der erste Rückschritt ist heute erfolgt...

 

10-01-2019

Von wegen Bauern lesen und schreiben nicht. US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue ist der erste Gastherausgeber von "Successful Farming" in der 116-jährigen Geschichte des Fachmagazins und hat zusammen mit einer Reihe von Mitarbeitern und Landwirten die Januarausgabe erstellt. Und in North Dakota hat gestern ein Farmer Donald Trump einen offenen Brief geschrieben und mit seinem Traktor die Worte "Build the Wall" mit zehn Meter großen Buchstaben in sein Feld gepflügt.

 

Im deutschen Bauernverband würden sie da gern nachziehen. Aber die Leute hierzulande lesen nur noch die "Landlust - Zeitschrift für Fiktionen übers Land, geboren aus den Realitäten der Stadt". Und was das Einpflügen politischer Forderungen in den heimatlichen Acker betrifft, so haben sie beim Bauernverband leider noch keinen gefunden, der genug Zeit und Fläche hat, um der Welt mitzuteilen: "Die Definition des Dauergrünlands ist so zu ändern, dass die Teilnahme an Agrarumweltmaßnahmen, die Anlage von Randstreifen oder die Stilllegung von Flächen einen bestehenden Ackerstatus der Fläche nicht in Frage stellt. Auch ein Wechsel einer Grünfutterfläche muss als Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs eingestuft werden und den Fünf-Jahreszeitraum unterbrechen. Grundsätzlich muss eine Alternative zum Fünf-Jahreszeitraum gesucht werden, damit Landwirte sich nicht gezwungen sehen, Flächen allein wegen des Ablaufs dieser Frist zu bearbeiten."

 

Dem habe ich nichts hinzuzupflügen.

 

09-01-2019

Donald Trump hat gestern mit einer "Rede an die Nation" auf allen großen TV-Kanälen für seine Mauerpläne geworben. Inzwischen reiche ihm, so sagt er, sogar ein Stahlzaun statt einer Betonmauer, doch die Demokraten wollen auch davon nichts wissen.

 

Um ehrlich zu sein, kann ein Teil von mir auf eine gewisse Art und Weise (die dem anderen Teil in mir so gar nicht gefällt) Donald Trump und seinen Wunsch nach einer wie auch immer gearteten Mauer verstehen. Denn Fakt ist, dass die illegale Einwanderung in die USA massive Probleme mit sich bringt. Und es ist auch ein Fakt, dass in fast einem Viertel der amerikanischen Haushalte kein Englisch, sondern Spanisch oder eine andere Sprache gesprochen wird. Zugleich ist es aber auch ein Fakt, dass die Einwanderer im Schnitt mehr Steuern zahlen als sie an Geld oder Sachleistungen durch staatliche Hilfsprogramme erhalten. Außerdem ist es ein Fakt, dass die Zahl der illegalen Einwanderer aus Mexiko in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist und inzwischen mehr Mexikaner den Vereingten Staaten den Rücken kehren als reinkommen. Die steigende Zahl an illegalen Einwanderern - die US-Grenzpatrouillen haben im Haushaltsjahr 2018 rund 521.000 von ihnen aufgegriffen, das sind 25,5% mehr als im Jahr zuvor - kommt vor allem durch die wachsende Zahl an Migranten aus Mittelamerika zu Stande, die oftmals vor Gewalt und Armut aus ihren Ländern fliehen. Und als sei das alles noch nicht verworren genug, gibt es noch einen weiteren Fakt, der darin besteht, dass die ersten größeren Versuche zur Eindämmmg der illegalen Migrantenströme in den 1990er Jahren unter der Präsidentschaft Bill Clintons unternommen wurden. Überdies haben anno 2006 auch viele Demokraten, unter ihnen Barack Obama und Hillary Clinton, dem von den Republikanern initiierten "Secure Fence Act" zugestimmt, wodurch über 1.000 Kilometer an neuen Befestigungsanlagen entstanden sind - die übrigens unter Obama kontinuierlich ausgebaut wurden.

 

Mit anderen Worten: Die politische Gemengelage und das Pro und Contra für oder gegen eine Mauer sind wesentlich diffuser als es das um seine "Identität" besorgte politische Ich gemeinhin wahrhaben mag. Man könnte auch sagen: Die Klarheit einer Mauer (die Linie) ist indirekt proportional zur Breite der Argumente für oder gegen sie.

Dass Trump mit seiner Mauer vor allem die Symptome und nicht die Fluchtursachen bekämpfen würde, ist freilich auch klar. Die Frage ist nur: Führt die Bekämpfung vom Symptomen - in diesem Fall der Bau einer Mauer - irgendwann dazu, dass sich auch die Ursachen ändern, das heißt die Leute in ihren Ländern bleiben und die dortigen Regierungen, Parteien und ziviligesellschaftlichen Akteure dazu bringen, mehr gegen die wachsende Gewalt und Armut zu tun? Oder noch allgemeiner gefragt: Können Symptome zu Ursachen werden und Ursachen zu Symptomen? Oder ist die Geschichte eine Einbahnstraße und wir alle dazu verdammt, irgendwann gegen eine Mauer zu rennen?

 

08-01-2019

Im politischen Geschrei der Tage, den groß angekündigten Reden und den klein gehaltenen Versprechen, den tonfüßigen Börsenkursen und den aufblondierten Blitzbirnen, die unser Dasein mit ihren Luftnummern zu flüchtigen Gigantomachien aufpumpen, in ihnen allen geht unter, was nie mehr hochkommen wird.

George, die letzte dunkelspitzige Oahu-Baumschnecke ist tot.

Sie starb am Neujahrstag auf Hawaii.

George hinterlässt niemanden.

Er geht uns allen voraus.

 

07-01-2019

Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen. So hieß es einst in der DDR. Und so heißt es auch heute wieder - in den USA. Allerdings wird die Losung dort eher inoffiziell gehandhabt, schließlich bezieht sie sich auf Fake News- und Desinformationskampagnen. Eine solche haben nämlich, wie vor einigen Tagen herauskam, auch die Demokraten geführt, und zwar 2017, als es um die Senats-Kandidatur des republikanischen Hardliners Roy Moore in Alabama ging.

 

"Alabama austrocknen" hieß die Kampagne, die so tat, als fordere Moore ein landesweites Alkoholverbot. Tatsächlich aber standen dahinter von den Demokraten gesponserte Truppen, die sich allerdings als von Moores Austrocknungspolitik enttäuschte Republikaner ausgaben und überdies ihre eigens zu Täuschungszwecken geschaffenen Profile in den sozialen Medien mit tausenden Twitteraccounts aus Russland verlinkten, weshalb es so wirkte, als sei Roy Moore nicht nur ein Feind des Alkohols, sondern auch ein Freund der Russen. Wie viele Wähler darauf reinfielen, ist nicht ganz klar, aber fest steht, dass Moore das Rennen um den Senatsplatz mit nur 1,5% Rückstand auf seinen demokratischen Kontrahenten ziemlich knapp verlor.

 

Die gesamte Desinformationskampagne kostete rund 200.000 Dollar. Bei 51 Millionen Dollar Gesamtausgaben für die Senatswahl in Alabama ein scheinbar kleiner Happen. Vielleicht aber derjenige, der Roy Moores Traum vom Senat endgültig zum Platzen gebracht hat.

Das Geld für die Kampagne kam übrigens vom LinkedIn-Gründer Reid Hoffmann, einem Milliardär und, wie ich inzwischen gelernt habe, erklärten Freund der Demokraten (wenn auch offenbar nicht des Demokratischen). Aber wie dem auch sei, was mir dagegen niemand erklären kann, ist, wie erwachsene Leute auf eine Kampagne reinfallen können, die einerseits so tut, als sei Roy Moore ein Feind des Alkohols und ein Freund der Russen. Da müssen doch selbst desinformierte Gehirne laut "Widerspruch!" rufen...

 

PS: In der DDR hatte die Losung "Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen" noch einen zweiten Teil. Er lautete: "Kriegspakt mit Washington bringt Elend und Tod - Freundschaft mit der Sowjetunion Frieden und Brot!"

Aber das ist lange her, und seitdem hat sich viel, wenn nicht gar alles verändert. In Washington wie auch Moskau folgen sie jedenfalls inzwischen dem Motto: "Kriegspakt mit der Wahrheit bringt Stimmen und Posten - Freundschaft mit ihr würde sie uns nur kosten!"

 

06-01-2019

Heute gibt es nichts zu sagen,

das ist wohl so,

an So 'n tagen.

 

05-01-2019

Der Freedom of Information Act (FoIA) ist das amerikanische Gesetz zur Informationsfreiheit. Als solches schafft es die Voraussetzungen für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und ist besonders für Medienvertreter und Interessensgruppen eine Grundlage ihrer Arbeit, um Informationen über Regierungshandeln zu bekommen. Aufgrund des Shutdowns werden momentan aber keine Anfragen über die FoIA-Webseite entgegengenommen, obwohl die Webseite die Anfragen automatisch verarbeitet und laut einer Anweisung aus dem Justizministerium von 2017 Anträge auf Auskunft auch während eines Shutdowns angenommen werden müssen.

Aber damit noch nicht genug der Ungereimtheiten: Denn während der einen Seite widerrechtlich Informationen vorenthalten werden, schafft die andere verbotenerweise Fakten, schließlich hat am 28. Dezember - und somit sechs Tage nach dem offiziellen Shutdown - das Innenministerium eine neue Richtlinie zu ebenjenem Freedom of Information Act vorgelegt, die es Antragsstellern künftig erschweren soll, Informationen über das Handeln staatlicher Einrichtungen zu bekommen. Die Frist für Kommentare zu dieser neuen Richtlinie endet am 28. Januar. Allerdings sind durch den Shutdown keinerlei Kommentare möglich. Die zugehörige Webseite nimmt nämlich keine an, und im Innenministerium arbeiten sie nicht. Zumindest nicht offiziell...

 

04-01-2019

Anlässlich der gestern begonnenen 116. Legislaturperiode des Kongresses der Vereinigten Staaten - bestehend aus 100 Senatsmitgliedern und 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus - hier mal ein kleiner historischer Vergleich bezüglich der Zahl an Frauen im Repräsentantenhaus:

 

1989: 16 Frauen bei den Demokraten / 13 Frauen bei den Republikanern

2019: 89 Frauen bei den Demokraten / 13 Frauen bei den Republikanern

 

03-01-2019

Der Trump-Satz des Tages lautet: "I don't care about Europe."

Dieses Desinteresse ist nicht neu. Es ist Ausdruck einer in weiten Teilen der us-amerikanischen Gesellschaft tief verwurzelten Ignoranz gegenüber der Alten Welt, ein großes Schulterzucken bei dem Gedanken, dass auf der anderen Seite des Großen Teiches auch Menschen über die Erde stapfen. Donald Trump bedient diese Tradition. Sätze wie dieser lassen seine Wähler andächtig nicken. Europa selbst ist dabei aber nur Teil eines viel größeren Desinteresses, das im Grunde alles umfasst, was nicht die Vereinigten Staaten sind - und Jobs. Jobs und America First sind das, was viele Menschen wollen - und Donald Trump gibt es ihnen. Aber er war nicht der erste und wird auch nicht der letzte sein. Er ist "nur" derjenige, dessen Stammtischparolen besonderen Widerhall finden - in den Kneipen, in denen sie seit Jahrzehnten gehört, gepflegt und weitergesponnen werden.

Die Ethnolinguistin Julie Lindquist hat derartige Gespräche bereits 1992 aufgezeichnet und später in ihrem Buch "A Place to Stand. Politics and Persuasion in a Working-Class Bar" wiedergegeben. Die Aussagen vieler Kneipenbesucher lesen sich nicht anders als Trumps Tiraden, nur dass die damaligen Heilande George Bush, Dan Quayle und - vor allem - Ross Perot hießen. Viele Arbeiter und Angestellte waren fasziniert vom Selfmade-Milliardär Perot, der sich als Anti-Establishment-Kandidat und erfolgreichen Jobschaffer inszenierte. Kein Wunder, dass sie ihm mit ihren Worten nacheiferten und schon damals so sprachen wie Donald Trump heute.

"I wanna get the country JOBS", sagt einer der Gesprächsteilnehmer anno 1992 in einer Bar in Chicago. "I don't care about Europe, Mexico, I don't care about nobody! Get the kids in my country jobs."

Die damaligen "kids" sind heute die Wähler Donald Trumps.

 

02-01-2019

Falls der alte Chauvi Donald Trump so etwas wie Rückbesinnung betreibt, dürfte ihm der Schreck in die Glieder gefahren sein bei der Erkenntnis, dass die einzigen Mitglieder seines Kabinetts, die im Jahr 2018 keinen politischen Skandal verursacht und sich überdies aus dem ganzen Hauen und Stechen innerhalb der Regierung herausgehalten haben, drei Frauen waren: Linda McMahon, die Leiterin der Mittelstandsbehörde, Elaine Chao, ihres Zeichens Verkehrsministerin, und Nikki Haley, die bis zum 31.12. als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen fungiert hat.

 

01-01-2019

"Wenn ich im Modeladen mause Sachen, kann ich auch ohne ihn 'ne Sause machen."

 

Melania: Wunschantwort, im Innern ihres Kopfes langsam verhallend.

 

31-12-2018

"Greifst du mir an die Hoden, Maus, geh ich mit dir ins Modenhaus."

 

Donald Trump: Neujahrswunsch an Melania.

 

30-12-2018

Die Haushaltsperre öffnet die Schleusen der menschlichen Ichbezogenheit und gibt in den amerikanischen Nationalparks den Blick frei auf vermüllte Wiesen, vollgeschissene Campingplätze und quer durchs Gelände führende Autospuren. Es ist eine neue Art, im Land der von keiner Behörde mehr begrenzten Möglichkeiten die Freiheit des Individuums zu zelebrieren. Bisher wurden die Parks während des Shutdown geschlossen, aber unter Trump bleiben sie offen - und das Innere mancher Besucher kann ungehindert nach außen treten.

 

29-12-2018

Donald, der Brüllaffe, lebt in einem Haus,

das von außen mit Flüsterweiß angemalt wurde.

Dort trifft er sie alle, die Saubermänner,

hinter den mit Keimfarbe gestrichenen Wänden.

 

28-12-2018

Tagebücher sind Begleitschreiben der Gegenwart für künftige Historiker. Sie sind Passagenwerke im ursprünglichen Sinne des Wortes. Ihr Nutzen besteht in ihrer Unmöglichkeit, die Geschichte vom Ende her zu erzählen.

 

27-12-2018

Der neue "school safety report" der Trump-Administration bestärkt die Schulbezirke darin, mehr bewaffnetes Sicherheitspersonal einzusetzen, lobt staatliche Programme zur Bewaffnung von Lehrern und schlägt vor, dass Schulen Bundesmittel nutzen könnten, um ihre Mitarbeiter im Gebrauch von Schusswaffen zu trainieren.

Der Report beruht laut eigener Aussage auf einer zweimonatigen Anhörungstour durch eine Reihe von Schulen. Was der Report dagegen nicht erwähnt, ist, dass sich auf den Veranstaltungen zahlreiche Lehrer, Eltern und Schüler gegen Waffen in der Schule ausgesprochen haben. Bildungsministerin Betsy DeVos hat davon allerdings nichts mitbekommen. Sie war bei keiner der Anhörungen dabei. Sie hatte eine Kommission eingesetzt, die für sie durch die Bundesstaaten zog. Die Empfehlungen ihrer Gewehrsleute stammen allerdings mehrheitlich aus republikanisch dominierten Gebieten, den sogenannten "red states". Das sind jene Bundesstaaten, bei denen pro Schüler das meiste Blut aus den Schusswunden läuft.

 

26-12-2018

Donald Trump hat heute in der Kantine US-Luftwaffenbasis Al Asad im Westirak eine als Truppenbesuch getarnte Wahlkampfveranstaltung abgehalten. Dabei erklärte er den anwesenden Soldaten, er persönlich habe dafür gesorgt, dass sie nach zehn Jahren erstmals wieder eine Lohnerhöhung bekommen und dass das Plus volle 10% betragen werde.

Tatsächlich haben die us-amerikanischen Streitkräfte seit Jahrzehnten jedes Jahr eine Lohnerhöhung erhalten, nur werden es auch 2019 nicht 10% sein. Es gibt lediglich 2,6% oben drauf. Der letzte, der den Soldaten den Lohn um 10% erhöht hat, war Ronald Reagan. Er hatte am 14. Oktober 1981 den "Uniformed Services Pay Act of 1981" unterschrieben, der Lohnsteigerungen von 10 bis 16,5% zur Folge hatte. Aber davon kann Donald Trump natürlich nichts wissen. Er war 1981 damit beschäftigt, ein großes Wohnhaus am Central Park zu kaufen und die Mieter mit Strom- und Wasserabschaltungen rauszutreiben, weil er das Gebäude abreißen und an seiner Stelle Luxusapartments errichten wollte. Allerdings ist er damit nicht durchgekommen. Die Leute sind geblieben. Und die 2,6% für 2019 werden es auch tun.

 

25-12-2018

Aktuell sind 45.000 Immigranten wegen illegalen Grenzübertritts in den USA inhaftiert. Das sind mehr als jemals zuvor. Fast 18.000 davon sitzen in privat betriebenen Gefängnissen. Die dahinter stehenden Firmen, allen voran die Geo Group, hatten 2016 große Summen für Donald Trumps Wahlkampf gespendet. Es war gut investiertes Geld, denn sie bekommen es durch Trumps Immigrantspolitik doppelt und dreifach zurück. Allein im Steuerjahr 2018, das heißt zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018, haben sie über 800 Millionen Dollar aus Steuergeldern für ihre Dienste erhalten. Kein Wunder, dass ihre Gefangenen mehr als doppelt so lange in Haft bleiben wie jene, die in den von der Immigrationsbehörde betriebenen Gefängnissen sitzen. Jeder Tag in Haft bringt schließlich bares Geld. Und wenn die Häftlinge dann noch "freiwillig" für einen Dollar pro Tag arbeiten oder - statt Geld zu bekommen - für ihre Dienste mit ein paar billigen Snacks abgespeist werden, wird klar, dass man aus der Scheiße, in der diese Leute stecken, tatsächlich Gold machen kann.

 

24-12-2018

Putin stiftet in der westlichen Welt Chaos durch straffe Organisation.

Trump stiftet in der östlichen Welt eine neue Ordnung durch chaotische Amtsführung.

Dazwischen stehen wir. Leben wir. Hasten wir hilflos umher und harren und hoffen, aus der Mitte dieser "political mess" möge ein Messias auftauchen und uns alle erlösen. Aber wir müssen selber mächtig werden, um den furchtbaren Druck, der auf uns lastet, endlich hinwegfegen zu können.

 

23-12-2018

Nur mal so als Zwischenstand: In seinen 700 Tagen als Präsident der Vereinigten Staaten hat Donald Trump in seinen Reden, Interviews und sonstigen Äußerungen nach Angaben der Fact Checker Datenbank 7546 falsche oder irreführende Aussagen getätigt.

Vielleicht wäre es besser, in Zukunft seine zutreffenden oder zumindest die nicht irreführenden Aussagen zu zählen. Das würde die Sache wahrscheinlich überschaubarer machen.

 

22-12-2018

Donald Trump betreibt Mathematrick. Seine politische Resultate kennen keine Rechenwege.
 

21-12-2018

Donald Trump springt auf dem Feld der internationalen Politik hin und her wie er will. Es gibt keine Struktur, keine übergeordnete Idee, keine Möglichkeit, irgendetwas zu planen. Und doch ist er - zumindest in seinen Nabelschnuraugen - erfolgreich damit. Sogar seinen eigenen Verteidigungsminister hat er inzwischen Schach Mattis gesetzt.

 

20-12-2018

Knapp 40 Millionen US-Amerikaner bekommen derzeit Lebensmittelmarken. 10% von ihnen gehören zur Gruppe der berufsfähigen Erwachsenenen zwischen 18 und 49, die keinen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause haben, aber dennoch nichts oder nicht genug verdienen, um ohne Lebensmittelmarken überleben zu können.

Bisher konnten diese Leute im Zeitraum von drei Jahren drei Monate lang Marken erhalten. Da das aber oft viel zu wenig war, beantragten verschiedene Bundestaaten Ausnahmegenehmigungen für wirtschaftlich besonders schwache Städte oder Regionen, um die dort lebenden Menschen länger mit Lebensmittelmarken versorgen zu können.

Im Zuge des aktuellen amerikanischen Wirtschaftswachstums und sinkender Arbeitslosenquoten soll es den Bundesstaaten nun schwerer gemacht werden, solche Ausnahmegenehmigungen zu bekommen. Nach dem jetzt vorgelegten Entwurf des Landwirtschaftsministeriums würden drei Viertel der heutigen Ausnahmegenehmigungen in Zukunft nicht mehr gewährt werden. Die Trump-Administration erhofft sich dadurch Einsparungen von fünfzehn Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren.

Im Grunde ist es die Neuinterpretation eines alten Irrglaubens: In Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, so denkt man, können die staatlichen Zuwendungen für die sozial Schwachen zurückgefahren werden. Tatsächlich aber vergrößert jedes nationalökonomische Wachstum immer nur die Schere zwischen Arm und Reich und erhöht zugleich den Druck, funktionieren zu müssen. Die in der Mitte könnten ein Lied davon singen - wenn sie im Hamsterrad ihrer Tage nur zum Singen kämen...

 

19-12-2018

Die USA verlassen Syrien.

Helene Fischer verlässt Florian Silbereisen.

Zwei republikanische Senatoren aus Kansas verlassen ihre Partei.

Nur die Kurden können nicht mitmachen.

Die haben keinen, auf den sie sich verlassen können.

 

18-12-2018

Manche steigern sich in etwas rein - andere werden reingesteigert...

Dass Donald Trump ein wahrer Meister im Reinsteigern ist, ist bekannt. Dass er auch reingesteigert werden kann, weiß man dagegen erst seit heute, denn Donald Trump ist auf einer Auktion Teil des Tierreiches geworden.

Demorphus donaldtrumpi heißt die neu entdeckte Schleichenlurch-Spezies aus dem Regenwald von Panama, die ihren Namen bei einer Auktion des Rainforest Trust verliehen bekam. Ein Unternehmer hatte 25.000 Dollar dafür geboten, das bisher unbekannte Tier - eine Mischung aus Regenwurm und Schlange - benennen zu dürfen.

Und siehe da, das war gut investiertes Geld, denn selten haben ein Tier und sein Name besser zusammengepasst. Der Demorphus donaldtrumpi ist nämlich nahezu blind und kann die Welt nur in schwarz/weiß wahrnehmen. Außerdem vergräbt er seinen Kopf im Sand und ignoriert die Realitäten ebenso gut wie Donald Trump beim Thema Klimaschutz. Außerdem lässt sich Demorphus donaldtrumpi regelmäßig eine zweite Hautschicht wachsen, die seine Kinder mit ihren Zähnen abziehen und auffressen, um ihr Überleben zu sichern - und auch in diesem Punkt sind die Parallelen unverkennbar: Bei den Wurmkindern fällt mit Daddy's Hilfe eine extra Schicht Haut und bei den Trumpkindern ein extra hoher Posten im Weißen Haus ab.

 

17-12-2018

Zwei neue Studien kommen nach Auswertung mehrerer Millionen Internetbotschaften unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass Russland mit seiner Armee aus Cybertrollen die Präsidentschaftswahlen 2016 zu Gunsten Donald Trumps beeinflusst hat. Dabei setzten die Russen nicht nur auf trumpfreundliche Posts in den sozialen Medien sowie entsprechende Podcasts und Werbeanzeigen, sondern auch auf Telefon-Hotlines. Die meisten von ihnen kümmerten sich um klassisch konservative Themen wie Familie und innere Sicherheit. Eine Hotline aber stach heraus. Sie richtete sich an jene Männer, die sich gern mal einen keulen.

"Kämpfst du mit der Sucht der Masturbation? Wende dich an mich und wir werden sie gemeinsam besiegen", hieß es in einer Anzeige, die mit "Jesus" unterschrieben war. Daneben hatten die Betreiber der Hotline einen bärtigen Mann im weißen Gewand gemalt, der einen reuigen Sünder tröstet und ihm seinen Arm schützend auf die Schulter legt. Eine andere Anzeige derselben Hotline setzte dagegen eher auf die Macht des Verstandes, argumentierte streng logisch und erklärte: "Du kannst Gottes Hände nicht halten, wenn du masturbierst."

Zugegeben, das klingt erstmal ziemlich schräg und scheint mit gezielter Wählerbeeinflussung nichts zu tun zu haben, tatsächlich aber haben die Russen ganz genau hingehört, als sie ihre Trollkampagne konzipierten, schließlich hatte der republikanische Medienberater und Wahlkampfstratege Chris Wilson Anfang 2016 in einem Fernsehinterview mit dem Nachrichtensender MSNBC bezüglich der Trump-Unterstützer erklärt: "Tatsache ist, dass die meisten von ihnen kinderlose Männer sind, die sich bei Anime-Pornos einen runterholen."

 

16-12-2018

Die große Präsidenten-Playlist Naylist - Musiker, die Donald Tump verboten haben, ihre Songs auf seinen Kundgebungen zu spielen:

 

Adele

Aerosmith

Earth, Wind & Fire

Elton John

Free

George Harrisons Nachfahren

Guns 'n Roses

Luciano Pavarottis Nachfahren

Neil Young

Pharrell Williams

Prince

Queen

R.E.M

Rihanna

The O'Jays

The Rolling Stones

Twister Sister

 

15-12-2018

Donnie's Twittervögelchen hat schon wieder einen auf dem Gewissen. Diesmal hat's den Innenminister erwischt. Der Vogel betreibt politische Säuberungen in großem Stil. Er ist ein Star in der Branche, die ihre Macht dadurch erhält, in aller Öffentlichkeit kurzen Prozess mit langgedienten Mitstreitern zu machen. Falls das Vögelchen also noch keinen Namen hat, hätte ich da einen Vorschlag. Wie wäre es mit: Starlin?

 

14-12-2018

"Eigentlich müsste Melania Stabschefin sein, aber die will immer nur winken, nie wanken. Riesenstauerei!"

 

(Aus: Donald Trump: Mulva statt Vulva. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

13-12-2018

Der US-Senat stellt sich gegen Mohammed bin Salman.

Donald Trump stellt sich stur.

 

Der Senat will die Einstellung der Militärunterstützung für die Saudis im Jemen.

Donald Trump will seine Einstellung gegenüber den Saudis nicht ändern.

 

Sieht aus, als bräuchten die Republikaner eine Familienaufstellung.

 

12-12-2018

Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen ist heute wegen illegalen Wahlkampfbeihilfen, Steuerhinterziehung und Falschaussagen unter Eid zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte mit den Behörden kooperiert und zeigte sich vor Gericht reumütig.

Falls Donald Trump eines Tages vor Gericht steht, ist ein solches Verhalten von ihm nicht zu erwarten. Reue ist ohnehin nicht sein Ding. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Kevin Wall am 20. Oktober 2018 fragte dieser Trump, ob er es bedauere, die Demokraten als "bösartigen Mob" bezeichnet zu haben oder ob das einfach nur brutal ehrlich gewesen sei.

"Nein, es war einfach nur ehrlich", antwortete Trump, "und wären Sie nicht geschockt wenn ich sagen würde, ich würde irgendetwas bedauern?"

"Ich wäre geschockt!"

"Das wären Sie in der Tat. Sie würden wahrscheinlich das Interview beenden und sagen: 'Das ist nicht Trump, das ist jemand anderes."

Woraufhin der Moderator in Gelächter ausbrach - und Trump hinzufügte:

"Nein, nein, ich habe kein Interesse daran etwas zu bedauern, überhaupt keins."

 

11-12-2018

Justin Muzinich hat es geschafft. Ein gutes Jahr nach seiner Nominierung hat ihn der Senat mit den Stimmen der republikanischen Mehrheit zum Staatssekretär im Finanzministerium gewählt.

Es ist der Lohn seiner Arbeit als Chefplaner bei Donald Trumps Steuerreform. Finanzminister Steven Mnuchin hat damit endlich, was er so lange schon wollte: Einen weiteren Investmentbanker in hoher Position, einen echten Wall-Street-Mann mit Gordon-Gekko-Frisur.

Einen solchen Triumph nennen sie im Finanzministerium einen Goldman Sachs-ses.

 

10-12-2018

"Weltweiter Waffenbericht - und mein Land wie immer ganz vorn dabei. 57% Marktanteil bei den Abmurksmaschinen. Letztes Jahr Waffengeschäfte im Wert von über 226 Milliarden Dollar gemacht. Platz 1 in der Gesamtwertung. Platz 1 in der Einzelwertung für Lockheed Martin mit 44,9 Milliarden Dollar. 42 US-Firmen unter den Top 100, fünf unter den Top Ten. Sechs mal so viele Kriegswerkzeuge verkauft wie Russland. Und das Beste: Alle Zahlen mit Gewehr!"

 

(Aus: Donald Trump: Last fight in Sweden. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

09-12-2018

Wie viele von Donald Trumps Gedanken wohl die Form von Fragesätzen haben?

 

08-12-2018

Staffellauf im Weißen Haus. Stabschef John Kelly ist der Stab abhanden gekommen. Donald Trump hat ihm das gute Teil weggenommen, um den nächsten Wechsel selbst durchzuführen. Kelly darf die letzten Meter noch locker auslaufen und dabei zusehen, an wen Donnie den Staffelstab übergibt. Im Grunde ist es aber egal, wer ihn kriegt und wie lange er durchhält. Es ist Donnie's Staffel. Es ist sein Lauf. Er bestimmt die Wechsel. Und er wird den Stab auch über die Ziellinie tragen. Bis es aber so weit ist, bricht er den Stab über all jenen, die glauben, Chef im Haus des Weisen zu sein.

 

07-12-2018

Weihnachtszeit. Wünsche werden wahr. Wahnwitz auch. Zur Erinnerung: Am 19.07.2018 hatte das Tagebuch gemeldet, dass Donald Trump die fachlich vollkommen unerfahrene Kathleen Kraninger für den Chefposten der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde CFPB nominiert hat. Gestern nun ist Kraninger mit Hilfe der geschlossen hinter ihr stehenden Republikaner mit 50 zu 49 Stimmen vom Senat gewählt worden. Sie wolle, so Kraninger in einem ersten Statement, die Politik des Übergangschefs Mick Mulvaney fortsetzen. Dieser hatte die Verbraucherschutzbehörde als überflüssig bezeichnet, ihr Budget drastisch zusammengestrichen, wichtige Beiräte aufgelöst, die Regulierung der Finanzbrache massiv zurückgefahren und die Höhe und Häufigkeit von Strafzahlungen bei Verbraucherbetrug deutlich verringert. Wenn Kraninger so weitermacht, wird die 2011 in Folge des Finanzcrashs ins Leben gerufene Behörde endgültig von den Beinen auf den Kopf gestellt. Das zeigt sich allein schon an den Zahlen. Unter der Regierung Barack Obamas brachte die Verbraucherschutzbehörde mit Hilfe des Justizministeriums 71 Strafverfahren gegen betrügerische Finanzinstitute ins Rolle. Unter Donald Trump waren es im gleichen Zeitraum nur 17. Das CFPB ist, so scheint es, eine verbrauchte Schutzbehörde.

 

06-12-2018

Daten sind im Digitalzeitalter die Grundlage aller politischen Propaganda, sie sind der Rohstoff aus dem man glaubt, Wahlsiege destillieren zu können.

Dieser Ansicht sind auch die Demokraten, nur haben sie ein Problem: Ihre Wählerdaten sind quer übers ganze Land verstreut. Ein Teil dümpelt auf den Computern der demokratischen Parteibüros der einzelnen Bundesstaaten herum, ein anderer Teil wird von diversen Wahlwerbungskommitees für ihre Zwecke benutzt, und in der Parteizentrale in Washington liegen auch noch welche.

Damit aber, so die Parteispitze, könne man keine Wahlen gewinnen. Es brauche ein einheitliches System, eine große, gemeinsame Datenbank, betrieben von einem privaten Unternehmen. Zur Begründung heißt es, man könne für eine solche Firma frei von den Einschränkungen der Wahlfinanzierung unbegrenzt Gelder einwerben. Außerdem würde die Zusammenführung der Daten ganz neue Erkenntnisse und Einsichten liefern. Dadurch aber könnten die Wähler noch viel gezielter angesprochen werden. Und dann, ja dann müsste es doch mit dem Teufel (oder dem teuflischen Trump) zugehen, wenn die nächste Präsidentschaftswahl nicht gewonnen werden würde.

Soweit die Theorie. Praktisch läuft es wie immer ganz anders, denn weder die lokalen Parteibüros der Demokraten noch die einzelnen Fundraisingkommitees verspüren irgendeine Lust, ihre Daten an die Parteizentrale zu geben, schon gar nicht, wenn eine private Firma sie kriegt. Dass sie sich zieren ist nachvollziehbar, ich würde die Daten auch nicht rausrücken, schon gar nicht, wenn der oberste Technikfuzzi bei den Demokraten ein datensüchtiger Typ aus dem Silicon Valley ist, der Politik als eine Art Ingenieurswissenschaft der menschlichen Seele ansieht, keinerlei Erfahrung mit Wahlkämpfen hat und mit Vornamen Raffi heißt.

 

05-12-2018

Wer mit grimmigem Gesicht am Weißen Haus vorbei latscht (und nicht der Weihnachtsmann ist), hat in Zukunft ein Problem, denn pünktlich zum Fest haben die dortigen Überwachungskameras Software zur automatischen Gesichsterkennung spendiert bekommen. Bisher trotteten nur ein paar Agenten vom Secret Service mit Fotos durch die Gegend, die sie aufgrund von Beiträgen in sozialen Medien, Presseberichten oder durch Hinweise von "besorgten Bürgern" erhalten hatten. Aber damit ist es jetzt vorbei. Ab sofort wird per digitalem Datenbankabgleich nach denjenigen gesucht, die eine Gefahr für den Präsidenten darstellen könnten. Der Secret Service soll künftig vor allem dazu eingesetzt werden, die gefundenen Treffer abzugleichen, damit nicht doch der Weihnachtsmann eingebuchtet wird. Das ist auch bitter nötig, denn beim letzten Mal ist das mit der automatischen Gesichtserkennung ziemlich in die Hose gegangen. Die American Civil Liberties Union, eine Nichtregierungsorgansation, die sich für die Bürgerrechte stark macht, hatte sich im Juli diesen Jahres Amazons Rekognition-Software besorgt, zu Testzwecken sämtliche 535 Kongressabgeordneten damit erfasst und ihre Gesichter mit 25.000 Verbrecherfotos abgleichen lassen. Und obwohl keiner der Kongressabgeordneten auf den Verbrecherfotos zu sehen war, war sich das Gesichtserkennungsprogramm nach dem Datenabgleich sicher, 28 Übeltäter identifiziert zu haben.

Ob "das System" da vielleicht mehr wusste, als es wissen durfte...

 

04-12-2018

Heute vor einem Jahr hat Donald Trump ein Dekret erlassen, das die Flächen der Naturschutzgebiete Bears Ears und Grand Staircase Escalante in Utah um rund fünfzig bzw. fünfundachtzig Prozent reduzieren soll. Seitdem konnten die Bürger in einem öffentlichen Verfahren Vorschläge und Kritik anbringen, Einsprüche geltend machen oder sich den Plänen anschließen. Die Frist dafür läuft nun aus. Die Pläne der Regierung sind klar: Sie will die "frei" gewordenen Gebiete der Industrie zur Verfügung stellen, damit Bergbauunternemen die unter dem Land liegenden Kohle- und Erzvorkommen ausbeuten können. Auch sollen Straßen gebaut, Jagdreviere geschaffen und der Tourismus angekurbelt werden.

Ob die Bürger diese Pläne unterstützen, wird sich zeigen, ebenso wie mit Einsprüchen und Kritik umgegangen wird. Was mit den über eine Million Stellungnahmen zu den anderen fünfundzwanzig Nationalparks und -denkmälern geschehen ist, die von der Trump-Regierung in ihrer Fläche verkleinert oder ganz abgeschafft werden sollen, ist dagegen bereits bekannt. 99% der abgegebenen Kommentare und Vorschläge richteten sich gegen die Pläne der Regierung. Sie wurden, wie Recherchen belegen, von den zuständigen Mitarbeitern im Innenministerium bei den weiteren Planungen komplett unberücksichtigt gelassen und größtenteils nicht einmal zur Kenntnis genommen.

 

03-12-2018

Donald Trump scheint von der Höhe des von ihm persönlich nach oben gejubelten Verteidigungshaushaltes überrascht. "Die Vereinigten Staaten geben dieses Jahr 716 Milliarden aus. Verrückt!", schrieb er heute auf Twitter.

Und nun? Was soll das heißen? Ist der Mann endlich zur Besinnung gekommen und will die Militärausgaben in Zukunft reduzieren? Oder hat ihm jemand erklärt, wie viel 716 Milliarden eigentlich sind? ("Hör mal, Donnie, das ist das Fünfeinhalbtausendfache deiner Schulden bei der Deutschen Bank!") Oder hat er vergessen, dass er am 13. August den Verteidigungshaushalt eigenhändig unterschrieben hat? ("13. August? Ich dachte, da hab ich das Dekret über den Mauerbau unterzeichnet...")

Keiner weiß es - und die Spekulationen schießen ins Kraut wie die GI's ihre Patronen dereinst in die Krauts.

 

02-12-2018

Alle reden vom Wetter. Ich nicht. Ich rede vom Wettrennen - und zwar demjenigen, das Donald Trumps Kabinettsmitglieder austragen. Es geht um die höchsten Einnahmen im Jahr 2017. Und hier die Gewinner:

 

1. Bildungsministerin Betsy DeVos: 59,4 Millionen Dollar

2. Handelsminister Wilbur Ross: 47,0 Millionen Dollar

3. Finanzminister Steven Mnuchin: 41,6 Millionen Dollar

 

Das meiste Geld haben die drei mit dem Verkauf von Firmenanteilen gemacht, um Interessenskonflikte mit ihren Ministerämtern zu vermeiden. Das nennt man dann wohl die amerikanische Form des Kohleausstiegs.

 

01-12-2018

Der frühere Präsident Georg Herbert Walker Bush ist gestern Abend im Alter von 94 Jahren gestorben. Er wird in den Medien vor allem für seine Verdienste um Amerika und sein Eintreten für die Deutsche Einheit gelobt. Zugleich aber wird er zum großen Trump-Kritiker aufgebauscht, der er nie war. Seine unrühmliche Rolle beim Irak-Krieg fällt dagegen fast hinten runter. Aber so funktioniert die Geschichte im Allgemeinen nun mal, und mit Blick auf Donald Trump ganz besonders. Im Angesicht des präsidialen Riesenrindviehs romantisiert sich die Geschichte wie von selbst, und aus einstigen Schattenkriegern werden kommende Lichtgestalten.

 

30-11-2018

Das US-Außenministerium hat gestern die Genehmigung für ein Waffengeschäft im Wert von 15 Milliarden Dollar mit den Saudis erteilt. Es geht um Raketen, Abschussrampen und Flugabwehrsysteme. Seitdem gibt es einen Sturm der Entrüstung. Donnie dagegen kann die Aufregung gar nicht verstehen. Die Saudis, überlegt er sich, haben diesen Catchshocki doch mit bloßen Händen umgebracht und ihn anschließend zersägt. Sägen hat er den Saudis aber gar keine verkauft, und Hände haben sie selber. Wozu also das ganze Geschrei, die Entrüstung der vielen?

Er weiß es nicht. Er fühlt sich missverstanden. Er schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, dass der Scheitel erzittert, und denkt sich: "Ojemennee! Was ist Präsident-Sein doch für ein undankbarer Job..."

 

29-11-2018

Hochverrat von nied'ren Leuten,

in den Knast mit diesen Meuten,

Clinton, Mueller, Rosenstein,

sollen ins Gefängnis rein,

auch Obama, Clinton, John Podesta,

gehör'n für mich in den Arrest da,

zusammen soll'n sie ewig schmoren,

ich hab den Schlüssel, hab ihn schon verloren.

 

(Aus: Donald Trump: Montage am Mittwoch)

 

28-11-2018

Aktueller Klimareport der USA

Bearbeitungsdauer: 4 Jahre

Beteiligt: 300 Klimaforscher aus 13 Bundesbehörden

Ergebnis: Der Klimawandel wird die USA jedes Jahr Milliarden kosten, wenn nicht endlich mehr dagegen getan wird.

Reaktion von Trump: "Glaube ich nicht."

Begründung seiner Pressesprecherin: "Der Report basiert nicht auf Fakten. Es fehlt an Daten. Wir würden gern etwas mit mehr Daten sehen."

 

Na schön, wie wäre es damit? Datensätze aus dem erklärten Lieblingsbuch des Präsidenten. Da glaubt er auf jeden Fall dran...

 

"Entweiht liegt die Erde unter ihren Bewohnern, denn sie haben Gottes Gesetz übertreten, seine Ordnungen missachtet und den ewigen Bund ungültig gemacht. Darum hat der Fluch die Erde versehrt, und die Bewohner büßen für ihre Schuld. Sie schwinden dahin, von Glut verzehrt. Von den Menschen bleibt nur ein winziger Rest."

 (Jesaja, 24:5)

 

27-11-2018

Wenn es so weitergeht, wird die Nachwelt die First Lady Melania wegen genau vier Dingen in Erinnerung behalten:

1.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2017

2.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2018

3.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2019

4.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2020

 

PS: Damit die Erinnerung ein bisschen Farbe bekommt und nicht so schnell verblasst: 2017 war die Deko in glänzendem Alt-Right-Weiß gehalten, während sie 2018 in tiefsattem Commie-Rot strahlt.

 

26-11-2018

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.

 

Alle Welt weiß: Donald Trumps Präsidentschaft schlägt sich nicht nur in seinen eigenen Worten nieder, sondern hat auch Folgen für die Wortwahl seiner Anhänger und Gegner.

Was dagegen nicht alle Welt weiß: Wortwahlen kann man auch zelebrieren. Das hat heute die Redaktion von dictionary.com getan und denjenigen Begriff gekürt, der das Jahr 2018 aus ihrer Sicht am besten charakterisiert. Der Sieger lautet [Trommelwirbel..]: misinformation. Ein Wort, das freilich nicht mit "disinformation" verwechselt werden darf. Denn während "disinformation" das absichtsvolle Erzählen der Unwahrheit bedeutet, ist es bei der "misinformation" egal, ob der Erzähler in böswilliger Intention Mist von sich gibt oder einfach nur aus einem Mangel an Zeit oder Lust die Fakten nicht prüft, sie falsch zusammenfasst oder aus simpler Trantütigkeit die Menschheit mit einem weiteren Pfund Fehlinformationen versorgt.

Allerdings muss sich die "misinformation" den 1. Platz teilen, denn vor einigen Tagen hatten bereits die Oxford Dictionaries ihr Wort des Jahres 2018 gewählt. "toxic" hieß in diesem Falle der Sieger.

 

Zusammenfassung: In der englischsprachigen Welt feiert man - den politischen Neuver(w)ortungen sei Dank - 2018 das Jahr der "toxic misinformation", während sie in China das "Jahr des Hundes" begehen, und in Deutschland eine Jury "Ehrenmann" bzw. "Ehrenfrau" zum Jugendwort des Jahres gewählt hat. Anders ausgedrückt: Dank diverser "Ehrenmänner" (oder "Ehrenfrauen") ist unser blauäugiger Planet auf den vergifteten Hund gekommen, und zwar auf einen, bei dem man nicht weiß, ob sein Schwanzwedeln Mitleid erregen oder von einem bevorstehenden Angriff künden soll.

 

25-11-2018

"Migranten an der Südgrenze dürfen nur dann in die Vereinigten Staaten einreisen, wenn ihre Ansprüche vor Gericht einzeln genehmigt werden."

 

Auszug aus einem Tweet von Donald Trump, 25.11.2018

 

"Versuchen Sie es, in die Exekutive in Washington, einen Anbau des Weißen Hauses, zu gelangen. Polizeibeamte bewachen den Eingang und fragen eingehend nach der Art ihres Anliegens, und nur wenn sie annehmen, daß ein Erfolg möglich wäre, wird Ihnen der Eintritt gütigst gestattet. Sie kommen dann in ein Wartezimmer, in dem sie ein halbes Dutzend auch Audienzsuchende und viele Beamte finden. Aus dieser schon einmal nach Gefallen gesichteten Anzahl wird zwei oder drei besonders Begünstigten der Zutritt gewährt; die andern warten und warten, bis ihnen schließlich beschieden wird: 'Es tut dem Präsidenten leid, aber es ist ihm unmöglich, Sie heute noch zu sehen.'"

 

Ethel Alec-Tweedie: Porfirio Diaz, der Schöpfer des heutigen Mexiko, Behr's Verlag, Berlin 1906, S. 262.

 

24-11-2018

Im Juli hatte Arthur Jones, ehemaliger Anführer der American Nazi Party und seit Jahrzehnten einer der aggressivsten Holocaustleugner, bekannt gegeben, für die Republikaner in Illinois bei den Kongresswahlen anzutreten. Daraufhin empfahl die Führungsriege der Republikaner, den Kandidaten der Demokraten zu wählen. Ein republikanischer Senator twitterte sogar, Jones sei ein "bigotter Blödmann" und solle "keine einzige Stimme bekommen."

Nun, wo die Wahl entschieden und seit einigen Tagen alles offiziell ausgezählt ist, steht fest, dass Jones 56.944 Stimmen bekommen hat. Damit haben 26,5% der Wähler ihr (Haken-)Kreuz bei ihm gemacht.

 

23-11-2018

Donald Trump ist kein historisch denkender Mensch. Er ist einer, der komplett in der Gegenwart lebt und dessen einziger "Rückbezug" die bedeutenden Leistungen sind, die man ihm seiner Meinung nach im großen Buch der Geschichte künftig und für alle Zeiten zuschreiben wird. Ansonsten interessiert ihn die Vergangenheit nicht.

Aber wer weiß, vielleicht ist das ja auch eine Chance, etwas zu lernen. Warum Donald Trump nicht mal zum Vorbild nehmen und die Geschichte ein bisschen mehr ignorieren? Es heißt zwar immer, sie sei dazu da, um aus ihr zu lernen, gemachte Fehler nicht zu wiederholen und die Gegenwart besser verstehen zu können. Aber tatsächlich wird die Geschichte meist nur dazu benutzt, um Vorwürfe zu (re-)konstruieren. Nicht gemeinsames Handeln und Einsicht, sondern gegenseitige Angriffe und Rückschläge - das ist die Dialektik eines Geschichtsbewusstsein, das klaftertief in der Gegenwart steckt und mit seiner Spitze immer schon den nächsten Morgen anbohrt.

Bei Donnie dagegen fungiert der Präsentismus als Präservativ. Er schützt den Präsidenten vor sich selbst und bettet ihn ein in die prästabilisierte Harmonie einer präteriumslosen Zeit.

Warum also - und sei's nur zur Abwechslung - nicht mal diesen Blick auf die Welt präferieren?

 

22-11-2018

Und der Herr sprach: "Sorget euch nicht, 'Trump' ist Teil des Wortes 'Damenstrumpfhose', was soll schon Schlimmes passieren?"

"Amen", sagten die zum Proteste Versammelten, rollten ihre Transparente ein und zogen wie Laufmaschen von dannen.

 

21-11-2018

Die Zahl derjenigen, die sich selbst dem christlichen Glauben zurechnen, sinkt in den USA seit Jahren, von 85% anno 1990 auf 75% anno 2018. Und doch, seit dem Amtsantritt Donald Trumps ist in fast allen Bereichen des Lebens qualitativ ein Erstarken der Religion zu verspüren. Noch der hinterletzte Hinterwäldler fühlt sich inzwischen bemüßigt, öffentlich ein bisschen Gegenaufklärung zu betreiben. Und an vorderster Front: die Impfgegner. Mehrfach schon hat sich Donald Trump mit ihren führenden Vertretern getroffen, über zwanzig Mal in seinen Tweets Partei für sie ergriffen und wiederholt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus hergestellt. Die Folge: Inzwischen mehren sich in den USA die Ausbrüche von Windpocken und anderen Krankheiten. Überall im Land blühen die Gesichter. Aktuell hat es eine Waldorf Schule in North Carolina erwischt. Sie hat die höchste Rate an religiösen Impfverweigerern im ganzen Bundesstaat, und daran wird sich auch nichts ändern, wenn die Sache wieder vorbei und alles bis zur Unkenntlichkeit verheilt ist. Die Impfgegner bleiben in ihren Bläschen wie Donald im Amt - und das Denken verkrustet weiter.

 

20-11-2018

Bezüglich des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi und des Verdachts, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Auftrag dazu gegeben hat, erklärte Donald Trump heute: "Es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Vorfall hatte – vielleicht hatte er das und vielleicht hatte er das nicht!"

 

Das nennt man dann wohl ein Salomonisches Salmanisches Urteil.

 

19-11-2018

Heute hat ein ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Hauses ein neues Enthüllungsbuch über Donald Trump angekündigt. Das Werk soll "Team of Vipers" heißen und im Januar erscheinen. Seinem Verfasser, Cliff Sims, hat es bereits jetzt ein nettes Sümmchen eingebracht.

Ich dagegen fange langsam an, den Überblick über die Enthüllungsbücher von Ex-Mitarbeitern zu verlieren. Inzwischen sind fast schon ein Dutzend davon auf dem Markt. Aber im Grunde ist es mit diesen Büchern wie mit einer Windhose, die Donald Trump mal kurz aus der falschen Richtung erwischt: Die Windhose kommt, fährt mit Schwung unter Donnies festgeföhnten Scheitel und flappt den Haarbatzen einmal quer über den Schädel auf die andere Seite. Der Betrachter weiß, dass es unter der sorgsam gewahrten Fassade ziemlich dünne aussieht, und doch schaut er hin, genießt den Einblick und die plötzliche Offenbarung - und kurz darauf ist alles wieder wie zuvor. Der Scheitel flappt zurück, das Buch wird zugeklappt, der Betrachter nickt kurz mit dem Kopf, und Donnie geht seiner Wege. Das nächste Höschen kann kommen.

 

18-11-2018

Bei den Republikanern brennt die Bude - und zwar wegen E-Zigaretten. Eigentlich war geplant, unter der Trump-Regierung möglichst viele Rauch- und Schmauch-Regulierungen abzuschaffen. Der freie Markt solle über Sein und Nicht-Sein, d.h. Nichtrauchen oder Rauchen entscheiden. In einem ersten Schritt hob die Trump-Administration deshalb im Frühjahr 2017 die Beschränkungen bei E-Zigaretten weitgehend auf und erklärte die neue Freiheit für eine gute Sache, denn dadurch würden viele Raucher ermuntert, von klassischen Glimmstängeln auf elektrische umzusteigen, was nicht nur gesünder, sondern auch der erste Schritt zum Aufhören sei.

Soweit die Theorie. Praktisch hat die Deregulierung dazu geführt, dass die Raucher fröhlich weiter qualmen und Jugendliche, die bisher nicht geraucht haben, sich der E-Zigarette zuwenden. Unterstützt werden sie dabei von einer Industrie, die in den vergangenen anderthalb Jahren passende Geschmackssorten wie "Melone" oder "Früchtemix" auf den Markt gebracht hat. Die Folge: In High Schools hat die Quote der elektrischen Dampfer um 78% zugenommen. Die Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA will nun gegensteuern und den Verkauf einschränken. Ihr Chef, Scott Gottlieb, ist Republikaner - und wegen der angekündigten Maßnahmen bei seinen Parteifreunden plötzlich gar nicht mehr beliebt. Was Gottlieb mache, so heißt es, sei Überregulierung. Er solle seine Vorschläge entweder zurücknehmen oder abdampfen.

 

17-11-2018

Hier ist die Weisheit. Wer Verstand hat, berechne die Zahl des Tieres. Denn es ist die Zahl seiner bisherigen Präsidentschaft in Tagen; die Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

 

16-11-2018

Vor drei Tagen hat sich mein kleines Blogbuch mit dem Big Boy's Business im US-Innenministerium beschäftigt und den Anti-Umweltschutz-Kurs einiger hochrangiger Mitarbeiter nachzuzeichnen versucht, die u.a. für die Nationalparks zuständig sind. Heute nun wechseln wir mal die Seiten und nehmen uns einer einzelnen Dame an. Ihr Name ist Marcy Rockman und sie ist im US-Innenministerium Leiterin eines Programmes, das sich um die Auswirkung des Klimawandels auf die Nationalparks und ihre Kulturstätten kümmert. Das heißt, sie war Leiterin dieses Programmes, denn sie hat ihr Amt aufgegeben, weil sich das Klima im Ministerium verändert hat. Statt die Stätten zu erhalten geht es seit Amtsantritt von Präsident Trump darum, etwas von den Stätten zu erhalten. Etwas, das unter ihnen liegt. Bodenschätze.

 

Die hohen Mitarbeiter haben natürlich auch eine hochgeistige Erklärung parat, warum alles so ist wie es ist und sich die gute Frau Rockman in ihren Augen einfach nur übernommen hat, so sehr, dass sie am Ende nur noch kündigen konnte. Die Sache stellt sich nämlich wie folgt dar: Wenn Zivilisation und Natur miteinander verglichen werden, sagen die hohen Mitarbeiter, dann gilt die Zivilisation als männlich und die Natur als weiblich. Wenn es aber darum geht, die Ressourcen zu managen, dann dreht sich dieses Verhältnis nun einmal um. Das Management der natürlichen Ressourcen wird dann zur Sache der Männer, während das der kulturellen Ressourcen den Frauen obliegt.

 

15-11-2018

Die republikanische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus hat eine Abstimmung über das Ende der amerikanischen Militärunterstützung für Saudi-Arabien verhindert. Begründung: In ein paar Wochen hätten die Demokraten wieder die Mehrheit, dann könnten sie gern über den Jemen diskutieren und auch abstimmen lassen.

Die Erklärung klingt zynisch und sie ist es auch, aber sie ist noch mehr, denn sie zeigt das paradoxe Wesen der Macht: Wenn sie größer wird, schwindet die Moral. Wenn sie kleiner wird, schwindet sie auch, schwindet weiter und schwingt sich zu neuen Tiefpunkten auf.

 

14-11-2018

Die ersten Flüchtlinge aus Mittelamerika haben die Grenze zu den USA erreicht.

Sie beziehen auf mexikanischer Seite Unterkunft in Baracken, Hallen und Zelten.

Die amerikanischen Grenzbeamten beziehen derweil den Zaun mit Stacheldraht.

 

13-11-2018

Während sie in Florida die Stimmen der Senats- und Gouverneurswahlen neu auszählen und - wie üblich - nichts funktioniert, haben andere beim Innenministerium in Washington ganz genau hingeschaut und dadurch auch schon ein Ergebnis. Es lautet: 29,1% Zeit für Treffen mit Vertretern von Naturschutz-NGO's und 70,9% Zeit für Dates mit den Lobbyisten von der Gas-, Öl- und Kohleindustrie. Zumindest sind das die Verhältnisse in den Terminkalendern von sieben "high-level political appointees" des Ministeriums. Es sind die Mehrheitsverhältnisse von Leuten, die niemand gewählt hat, die von keinem Senat bestätigt werden mussten und deren Namen kaum einer kennt. Eingesetzt wurden diese hochrangigen politischen Mitarbeiter von Innenminister Ryan Zinke. Sie sind seine ganz persönlichen gezinkten Karten.

 

12-11-2018

Wär ich bei der Feuerwehr,

es gäbe keine Feuer mehr,

so aber bin ich Präsident und Chef vom Heer,

und erzähl auf Twitter meine Feuer-Mär.

 

Ich tweete, dass in Kalifornien all die Wälder brennen,

weil die Waldmanager pennen,

woraufhin sie mir die digitale Tür einrennen

und laut rufen, ich würd die Lage absolut verkennen.

 

Tja, sag ich dann leis zu mir,

du legst Brände, doch das Löschen war noch nie an dir.

 

(Aus: Donald Trump: Im Dichten vernichten, 2018)

 

11-11-2018

Lange nichts mehr von Steven Mnuchin gehört. Zur Erinnerung: Der Mann ist amtierender US-Finanzminister. Zuvor war er Investmentbanker bei Goldman Sachs, leitete anschließend einen Hedgefond, stieg dann als Produzent ins Filmgeschäft ein und sicherte sich nach der Finanzkrise 2009 zusammen mit anderen die Immobilienbank Indy Mac, die er in OneWest umbenannte und zu einer Art Zwangsversteigerungsanstalt umbaute. Fast 40% aller Immobilien-Zwangsversteigerungen in den USA wurden damals von OneWest durchgesetzt. Mnuchins Geschäftspraktiken waren allerdings derart unlauter, dass der Generalstaatsanwalt von San Francisco ihn 2013 strafrechtlich verfolgen wollte, was aber von der kalifornischen Justizministerin Kamala Harris verhindert wurde. Harris war dann auch die einzige Demokratin, die im Zuge der Senatswahlen 2016 von Mnuchin eine Wahlkampfspende erhielt. Aber warum auch nicht? Geld war genug da. Ein Jahr zuvor hatten Mnuchin und seine Leute die Bank mit einen Gewinn von fast zwei Milliarden Dollar verkauft, und als Mnuchin 2017 Finanzminister unter Trump wurde, schien die Sache mit der Bank und den Zwangsversteigerungen vergessen - bis jetzt. Denn nun ist bekannt geworden, dass Cesar Sayoc, der Mann, der dringend tatverdächtig ist, im Oktober zahlreichen Trump-Kritikern Pakete mit Rohrbomben geschickt zu haben, im Jahr 2009 zu jenen gehörte, die ihr Haus an Steven Mnuchins Bank verloren.

Warum er jetzt Demokraten und ihre Unterstützer in die Luft jagen wollte, weiß ich allerdings nicht. Irgendwie scheint Mr. Sayoc bei seiner eigenen Geschichte etwas missverstanden zu haben.

 

10-11-2018

Am Ende des Tages ist Donald Trump auch nur ein alter Mann, der Angst davor hat, dass seine Welt eine andere werden könnte.

 

09-11-2018

Donnie fliegt heute nach Frankreich, und man kann nur hoffen, dass der Pilot der Air Force 1 Trumps außereheliche Eskapaden nicht zum Anlass nimmt, um das zu tun, was vor einigen Tagen ein Pilot der US-Navy getan hat. Er stieg mit seinem Kampfjet über dem kalifornischen Saltonsee auf und versuchte seine Flugroute so zu wählen, dass sie einen ebenso imaginären wie gigantischen Penis in die Luft zeichnete. Die Sache gelang. Nur leider hatte er nicht mit dem Flighttracker eines Twitter-Users gerechnet, der den Flug aufzeichnete, die Route groß und grün auf einer Karte markierte und das Bild postete. Jetzt wird gegen den Piloten ermittelt, und zwar penibelst.

 

08-11-2018

So geht Business: Die Trump-Regierung verhängt Strafzölle gegen China bezüglich Stahl und Aluminium. Die Chinesen reagieren mit Gegenmaßnahmen bei Nahrungsmitteln. Diese wiederum treffen die amerikanischen Farmer, woraufhin sich das US-Landwirtschaftsministerium bereit erklärt, den Farmern jene Produkte abzukaufen, die sie jetzt nicht mehr an China loswerden. Daraufhin wechseln 144.000 Pfund Schweinefleisch von der Landwirtschaft direkt ins Ministerium.

In den dortigen Cafeterias brüten die Köche bereits über den Rezepten. Am besten wäre es, sie würden das Schweinefleisch süß-sauer machen, denn Smithfield, die "amerikanische" Firma, die der Regierung das Fleisch verkauft hat, gehört in Wahrheit den Chinesen.

 

07-11-2018

Trump sucht einen neuen Justizminister. Er wird mehrere Kandidaten prüfen. Das werden echte Chef-Sessions.

 

06-11-2018

Halbzeitwahlen in den USA. Ergebnis: Große Koalition.

 

05-11-2018

"I have made this country - with you - so great that everybody wants to come in", rief Donald Trump am 18. Oktober seinen Anhängern in Montana zu.

Einen Tag später durchbrachen tausende Menschen aus Mittelamerika in Guatemala einen Grenzzaun, gelangten nach Mexiko und liefen weiter in Richtung USA. Sie waren auf ihrem Weg ins Glück. Sie sind es noch immer. Sie haben inzwischen Mexiko-City erreicht. Sie folgen Donald Trumps eigenen Worten.

 

04-11-2018

Mein kleines digitales Büchlein ist in die Tage gekommen. So sehr, dass es anfangen kann, Blicke auf sich selbst zurück zu werfen. So war vor einem Jahr an dieser Stelle die Rede von Emily Mellencamp Smith, der obersten Fundraiserin der Demokraten, die wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war. Die Republikaner hatten zu diesem Zeitpunkt mehr als doppelt so viel eingenommen wie die Demokraten. Gebracht hat Smith's Entlassung nichts, im Gegenteil, seitdem hat sich der Trend sogar noch verstärkt. In Pennsylvania, Wisconsin, Florida und Michigan, wo es besonders viele umkämpfte Wahlkreise bei den Midterm-Wahlen gibt, steht den Republikanern inzwischen fünf Mal so viel Geld wie den Demokraten zur Verfügung.

 

03-11-2018

Und dann gibt es diese Tage (und sie nehmen zu), an denen ich das Gefühl habe, dass die größte Gefahr für das, was man unsere "Freiheit" nennt, nicht eine Witzfigur namens Donald Trump ist, sondern die humorbefreiten Russen, Araber und Chinesen. Denn eines ist klar: Auf der Rückseite eines Lautsprechers haben die Leisetreter des geräuschlosen Totalitarismus die größtmögliche Ruhe zum Arbeiten.

 

02-11-2018

Man mag die Tatsache ablehnen, ihr widersprechen oder die heilige Vernunft anrufen - es nützt alles nichts. Denn eines muss man Donald Trump lassen: Er spürt, dass Wahlen nicht mehr in einem Land, sondern an seinen Grenzen entschieden werden.

 

01-11-2018

Trump macht's deutlich: Der homo oeconomicus ist nicht der rationale Agent aus den Hörsälen der Wirtschaftswissenschaft, sondern der Irre aus dem Weißen Haus.

 

31-10-2018

"Blöde Juden, sollten beim Gebet lieber ne Knarre statt ne Kippa tragen, dann hätt's keine Toten gegeben."

 

(Aus: Donald Trump: What a Pitty. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

30-10-2018

Der 110 Milliarden-Dollar-Waffendeal mit den Saudis sollte laute Trump 500.000 neue Arbeitsplätze in den USA schaffen. Mitunter sprach er sogar von einer Million Jobs, die verloren gehen würden, wenn die USA den Deal mit den Saudis cancelten.

Tatsächlich aber entstehen nur ein paar hundert neue Arbeitsplätze in den amerikanischen Waffenschmieden. Damit die militärische Aufrüstung der Saudis und die moralische Entrüstung der USA über den Mord an Jamal Khashoggi aber weitergehen können, müssen beide Sachverhalte voneinander getrennt werden. Genau das hat heute Verteidigungsminister Mattis getan, als er erklärte, der Krieg der Saudis im Yemen und der Mord an Khashoggi seien "separate" issues.

 

29-10-2018

An der Grenze zu Mexiko

hat Donald Trump

eine Mauer

aus Wahlurnen aufgebaut.

 

28-10-2018

Tagebücher wissen nichts vom Ende einer Geschichte, sie kennen nicht ihren Verlauf, folgen keinen Thesen, wissen selbst nie wie es weitergeht. Sie sind Synthesen einer natürlichen Fragmentierung, die Meistererzählungen der modernen Welt, Gegenschriften zum Telos der Historiografie.

 

27-10-2018

Trumps Zölle zeigen Wirkung - nur nicht die gewünschte. Statt die amerikanischen Stahl- und Aluminiumproduzenten zu stärken, haben Trumps Einfuhrzölle zur Schwächung der Branche geführt.

Die Aktie der Nucor Corporation, eines der größten Stahlproduzenten der USA, hat seitdem 16,5% an der Börse verloren, was einem Wert von rund 3,5 Milliarden Dollar entspricht. Der Börsenkurs der AK Steel Holding Corporation ist sogar um 29% eingebrochen - der niedrigste Stand seit Mai 2016. Am schlimmsten aber hat es den Aluminiumproduzenten Century getroffen. Seine Aktien sind seit der Einführung der Zölle um mehr als 40% gesunken.

Aber es wäre falsch, allein Donald Trump für den Niedergang verantwortlich zu machen. Die drei Unternehmen gehörten schließlich zu den größten Befürwortern der Zölle und haben Trumps Pläne voll und ganz unterstützt. Das nennt man wohl: The iron(y) of history.

 

26-10-2018

Was haben Australien, Belize, die Kapverden, der Tschad, Chile, die Elfenbeinküste, Kuba, Ägypten, Estland, Georgien, Irland, Jordanien, Libyen, Mexiko, Pakistan, Panama, Südafrika, Singapur, Schweden, Tansania, Thailand, die Türkei, Katar und Saudi Arabien gemeinsam?

Sie haben aktuell keinen amerikanischen Botschafter im Land und auch keinen, der für das Amt nominiert ist.

 

25-10-2018

Das Pentagon darf wieder gehackt werden - und das ganz offiziell und obendrein noch mit Bezahlung durch die Amerikaner. (Normalerweise bezahlen nur die Russen und Chinesen dafür). Egal, "Hack the Pentagon", das Programm zur Erkennung und Beseitigung von Sicherheitslücken in der digitalen Infrastruktur ist jedenfalls wieder am Start, und diesmal hat das amerikanische Verteidigungsministerium sogar noch einen draufgelegt und Kooperationsverträge mit ein paar Nerds aus dem Silikon Valley geschlossen. Die dürfen fortan jeden Tag (und natürlich auch jede Nacht) mit ihren wenig hortikulturellen Hackgeräten im Garten der militärischen Geheimnisse rumgeistern und nach Löchern im Zaun suchen. Wenn sie eins gefunden haben, müssen sie es dem Direktor des Progamms melden, und der lässt es dann zunageln. Für jedes gefundene Loch gibt's Geld. Und falls die Bezahlung schlecht ist, kann man ja immer noch die Russen fragen. Oder die Chinesen. Die suchen immer nach neuen Aufgaben, besonders jetzt, wo sie Trumps Privattelefon gehackt haben und sich Geschichten von ganz anderen Löchern anhören müssen.

 

24-10-2018

Donald Trump kündigt einen Deal mit dem politischen Gegner - und schickt den Vertrag zum Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen in Rente.

Ein Trump-Anhänger kündigt einen Deal mit dem politischen Gegner - und schickt einer Reihe von Demokraten und ihren Unterstützern Paketbomben.

Zwischen Recht und Unrecht liegt oft nur die Laune eines Amtes.

 

23-10-2018

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump, und insbesondere, seitdem Flüchtlinge aus Guatemala versuchen, in die USA zu gelangen, häufen sich in den Vereinigten Staaten die Vorfälle, in denen Menschen, die in der Öffentlichkeit Spanisch sprechen, von anderen aufgefordert werden, Englisch zu reden. Die Empörung in den sozialen Netzwerken ist entsprechend groß. Man habe, so heißt es, eine neue Stufe der Ausgrenzung erreicht.

Allein, unter einem historischen Blickwinkel zeichnet sich ein anderes Bild, denn einstmal waren diese Ausgrenzungen sogar Teil der Politik. So war es zum Beispiel während des Ersten Weltkrieges den in die USA immigrierten Katholiken verboten, sich innerhalb der Kirchen in ihrer Landessprache zu unterhalten. Und auch während des Zweiten Weltkrieges gab es ähnliche Anweisungen. So notiert der im kalifornischen Exil lebende Schriftsteller Thomas Mann im Mai 1944 in seinem Tagebuch: "... auf der Straße Polizeimann, der uns verbot, deutsch zu sprechen."

Protestiert hat Thomas Mann gegen diese Anweisung übrigens nicht. In sein Tagebuch schrieb er hinter den Vorfall lediglich das Wort: "Neu".

 

22-10-2018

"Nationalist: one devoted to his nation, from 'national' in a now obsolete sense of 'patriotic'."

(Online Etymology Dictionary 2018, veröffentlicht in Pennsylvania)

 

"You know what I am? I’m a nationalist. Use that word."

(Donald Trump, heute auf einer Wahlkampfveranstaltung in Texas)

 

21-10-2018

Trump spricht - und nach ihm die Sinnflut.

 

20-10-2018

In den USA ist der Casinobetreiber Sheldon Adelson der größte Einzelspender der Republikaner. Bisher hat er über 112 Millionen Dollar gespendet, damit die Republikaner die Midterm-Wahlen gewinnen. Allein im September waren es 32 Millionen.

In Japan hat die Regierung kürzlich das Verbot von Casinos aufgehoben. Die Lizenzvergabe steht unmittelbar bevor. Sheldon Adelsons Firma, so heißt es, wird bei der Vergabe eine herausragende Rolle spielen.

Zwischen diesen beiden Dingen gibt es eine Verbindung. Sie heißt Donald Trump. Im Februar 2017 traf er den japanischen Ministerpräsidenten Shinzō Abe. Casinos waren zu diesem Zeitpunkt in Japan verboten, und es gab weder ein Anzeichen noch einen Anlass, etwas daran zu ändern...

 

19-10-2018

Trumps Sohn Eric hat erklärt, man solle wegen des Mordes an Khashoggi nicht die Beziehungen mit Saudi-Arabien über Bord werfen, denn die USA "haben nicht so viele Freunde im Nahen Osten".

Man muss schon ein ganz armes Schwein sein, wenn man solche Freunde braucht.

 

18-10-2018

Donald Trump Jr. hat heute die demokratische Senatorin Elizabeth Warren (Lieblingsgegnerin seines Vaters) des Plagiats bezichtigt. Die Rezepte, die sie 1984 zum Kochbuch "Pow Wow Chow" beigesteuert habe, seien, so Trump Jr., von einem französischen Koch geklaut, der sie kurz zuvor in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht habe. Dabei handele es sich um "Kaltes Omelett mit Krabbenfleisch" und "Krabbe mit Tomaten-Mayonnaise-Dressing".

(Und ich dachte immer, ich beschäftige mich mit abseitigem Zeug...)

 

17-10-2018

Seit einigen Tagen gibt es DonaldDaters, die Singleplattform für alle, die keine Verabredungen mehr bekommen, weil sie Donald Trump unterstützen. Aber damit ist es jetzt vorbei. Statt mit Krethi und Plethi anzubandeln, treffen sich bei DonaldDater nur HillaryHater. Ich fürchte nur, die haben sich die AGB's nicht durchgelesen, denn verboten sind: Beleidigungen, geschäftliche Werbung und Bigotterie. Einen auf Dicke-Hose-Donald kann hier also keiner machen. Und überhaupt: So wie das klingt, ist das eher eine Webseite für Bernie Believers.

 

16-10-2018

"Mein Freund, der saudische Kronprinz, hat mir soeben am Telefon versichert, dass die Saudis diesen Catchshocki nicht umgebracht haben. Hat gesagt, sie ermorden nur kleine Kinder im Jemen, nicht alte Männer in der Türkei. Das klingt für mich nach einem schlagenden Beweis.

 

PS: Tolle Börsenzahlen heute!"

 

(Aus: Donald Trump: Wenn die Kurse wie die Seelen in den Himmel aufsteigen. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

15-10-2018

Donald Trump hat heute Florida besucht, wo Hurrikan Michael gewütet hat. An seiner Seite war Gouverneur Rick Scott, jener Mann, der in der Vergangenheit einigen seiner Behörden verboten hatte, den Begriff "Klimawandel" zu verwenden.

Bevor er sich mit dem Gouverneur getroffen hat, ist Trump noch schnell mit dem Hubschrauber über die Gegend geflogen, um sich das Ausmaß der Zerstörung zeigen zu lassen. Statt durch die Luft zu fliegen, wäre es allerdings besser gewesen, er wäre in den Ozean gestiegen. Dann hätte er nämlich gemerkt, wie warm die Brühe ist. Und vielleicht wäre ihm dann auch klar geworden, dass warmes Wasser die Grundvoraussetzung eines solch massiven Hurrikanes ist. Denn je wärmer das Wasser, desto größer die Menge an Energie, die ein Sturm aufnehmen kann. Nur dadurch kann er sich zum Hurrikan entwickeln, kann ganze Wohnviertel wegblasen und das, was anschließend noch steht, mit Überschwemmungen und Springfluten bedecken. Aber wahrscheinlich sind derartige Schlussfolgerungen zu viel verlangt von einem Mann wie Donald Trump. Seine Hilfeleistung vor Ort bestand nach der Landung jedenfalls darin, sein präsidiales Wir-werden-das-schaffen-Gesicht aufzusetzen, den Gouverneur zu loben und Wasser an Bedürftige zu verteilen. Gut gekühltes Wasser natürlich.

 

14-10-2018

In den USA erreicht die Wählerregistrierung neue Rekordstände - dank Donald Trump.

In Bayern hat die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl um 8 Prozent zugelegt - dank der AfD.

Man mag von beiden halten, was man will, aber eins steht fest: Polarisierung bedeutet immer auch Politisierung.

 

13-10-2018

Am 28. Februar 2018 vermeldete das Tagebuch, dass Donald Trump nach Berechnungen der neokonservativen Heritage Foundation bereits 64% seiner Agenda erfolgreich abgearbeitet habe. Extrapoliert man diese Daten (28.02. = 404 Tage im Amt = 64% der versprochenen Gesamtarbeitsleistung), so müsste Donald Trump heute, nach 631 Tagen, mit seiner Arbeit fertig sein und zurücktreten. Ist er aber nicht. Stattdessen hat er sich einen neuen Anwalt genommen. Sein Name ist Pat Cippolone und er soll künftig den Präsidenten vertreten. Es sieht also so aus, als würde Trump noch eine Weile bleiben. Eine ganze Weile sogar, denn was Anwälte und Gerichtsverfahren anbelangt, so ist das mit Donald Trump eine schier unendliche Geschichte. Seine Firmen waren bisher in mehr als 3.500 Verfahren verwickelt, und seit Trump Präsident ist, hat er unzählige neue Klagen am Hals. Vermutlich werden sie ihm eines Tages sogar noch welche mit in den Sarg legen, in der Hoffnung, das Jüngste Gericht möge die alten Fälle begleichen.

 

12-10-2018

Donald Trump hat, ohne es zu wissen oder auch nur zu wollen, allein durch seine Existenzweise eine philosophische Frage gestellt. Sie lautet: Ist Vielfalt wirklich ein höherer Wert wenn Einfalt auch ein Weg zur Glückseligkeit ist?

 

11-10-2018

Die 535 Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten bezahlen nur einen Bruchteil der Krankenversicherungskosten, die sie bezahlen müssten, wenn sie nicht gewählte Volksvertreter wären. Sie bekommen bei ihrer Gesundheitsversorgung alle möglichen Vergünstigungen und erhalten darüber hinaus noch kostenlose Zusatzangebote. Zugleich aber wollen die republikanischen Abgeordneten Obamacare immer weiter beschneiden und möglichst ganz abschaffen.

"Pleonexie" nannten die antiken griechischen Philosophen eine Geisteshaltung, in der sich ein "Immer-mehr-haben-Wollen" manifestiert. Ihr Korrektiv war die "Sophrosyne", die für Besonnenheit, Verzicht und Maßhaltung stand. Inzwischen aber hat sich die Korrektivfunktion aufgelöst und in ihr Gegenteil verkehrt. Diejenigen, die immer mehr haben (wollen), fordern jene, die nicht so viel haben (sollen) zum Verzicht auf. Manche nennen das Politik in Zeiten (vermeintlich) knapper werdender Ressourcen. Tatsächlich aber ist es nichts als eine Anmaßung der auf der Sonnenseite Stehenden.

 

10-10-2018

Donald Trump glaubt seit Neuestem an den Klimawandel. Aber nicht daran, dass er menschengemacht ist. Der Klimawandel ist für ihn einfach Teil der Geschichte. Und so ein Klima ändert sich nunmal im Laufe der Jahre. Genau wie die Namen seiner Ehefrauen. Und dabei sind die Weiber mit der Zeit auch immer heißer geworden. Warum sollte das Klima also einen anderen Weg gehen?!

 

09-10-2018

Donald Trump oder Die Verichlichung der Welt.*

 

* Möglicher Buchtitel. Falls jemand einen braucht, kann er ihn haben.

 

 

Das Tagebuch macht bis zum 08.10.2018 Urlaub.

Bis dahin kann man unten durch das Archiv der Gegenwart scrollen.

 

03-10-2018

Es konnte nicht nur einen geben...

 

"Donald Trump, born 5-26-1902, Cahokia"

 

Quelle: Leda Ferrel Rex: George Rex genealogy, ancestry and descendants of George Rex first of England to Pennsylvania in 1771, Wichita, Franklin Printery 1933, S. 44.

 

02-10-2018

Donald Trump zeigt's einmal mehr: Die größten (und reichsten) Anhänger des "freien Marktes" haben immer nur die Haut anderer zu Markte getragen.

 

01-10-2018

Der frühe Vogel fängt den Wurm,

doch ist das längst nicht mehr die Norm,

denn jeder weiß durch Donalds morgendlich' Perform:

der frühe Vogel erschafft jetzt einen Twittersturm.

 

Das hat Gründe, denn morgens ist er noch in Form,

der Donnie, in seinem weißgetünchten Marmorturm,

er fühlt sich einsam, doch ist die Zahl der Follower enorm,

56 Millionen sind's, was folgerecht bedeutet: 56 Millionen Mal scheißt der Vogel auf den Wurm.

 

30-09-2018

Hätte ich nur ein Wort, um Donald Trumps Politik zu beschreiben, es lautete: erratisch.

 

29-09-2018

Verdammt, schon zwei Wochen nichts mehr zu Donald Trumps Frisur ins Tagebuch geschrieben. Aber was soll ich dazu noch erzählen? Es ist doch schon alles gesagt worden. Außer... außer vielleicht, dass "Scheitel" das jiddische Wort für Perücke ist...

 

28-09-2018

Der Index für das Verbrauchervertrauen, der die Konsumneigung von Privathaushalten misst, war im September in den USA so hoch wie seit achtzehn Jahren nicht mehr. Die Republikaner behaupten, die Zahlen seien so gut wegen Trumps Politik. Die Demokraten sagen, sie seien es trotz seiner Politik. Den 99,9% der Menschen, die keine Politiker sind, ist es egal. Sie haben gewählt, jetzt können sie kaufen.

 

27-09-2018

Donald Trump mag ein Problem für die Gegenwart sein, er ist aber auch eins für zukünftige Historiker. Die sind es nämlich gewohnt, die Aussagen und Handlungen eines Menschen einzubetten - in große Ideengebäude, umfassende Diskurse und große Strukturen. Der Historiker sucht nach Sinn und Kohärenz, aber die findet er bei Trump nicht. Trumps Präsidentschaft lässt sich nur als ungeordnete Abfolge fixer Ideen beschreiben.

 

26-09-2018

Meine Freunde erzählen ständig von irgendwelchen "tollen amerikanischen Fernsehserien." Ich kann nicht mitreden. Ich habe keine einzige von ihnen gesehen. Ich habe weder Netflix, noch Prime, noch einen TV. Ich habe nur mein kleines Tagebuch hier. Aber das genügt mir. Es ist meine eigene Serie. Der Held ist ein Reality-Star. Und wenn meine Freunde fragen, was das Tollste an ihm ist, dann sage ich: seine Tolle.

 

25-09-2018

"War heute bei der UNO. Generalversammlung, hieß es. Aber kein einziger General war da. Fake-Veranstaltung!"

 

(Aus: Donald Trump: FLachwichser! Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

24-09-2018

Ende Mai forderte Donald Trump "massive" Preissenkungen bei Medikamenten. Der Pharmakonzern Pfizer sah daraufhin von geplanten Preissteigerungen ab. Das Weiße Haus nahm es als Beleg für den Erfolg von Trumps Politik. Tatsächlich ist der vermeintliche Beweis nichts weiter als die Nebelkerze eines Dampfplauderers, denn die Zahlen sind aufs Ganze gesehen vollkommen andere: In den Monaten Juni und Juli gab es bei Medikamenten insgesamt 24 Preissenkungen. Ihnen stehen 395 Preissteigerungen gegenüber.

 

23-09-2018

Der Bibel-Lesekreis im Weißen Haus ist noch immer aktiv. Einmal pro Woche treffen sich die drei gottesfürchtigen P's - Energieminister Perry, Verteidigungsminister Pompeo und Landwirtschaftsminister Perdue - zum Studium der Heiligen Schrift. Dazu kommen noch Wohnungsbauminister Carson und Bildungsministerin DeVos. Trump ist nicht anwesend, kriegt aber jede Woche eine Kopie des Unterrichtsstoffes. Aber den ignoriert er. Er liest lieber in der Bibel, die ihm kürzlich die Evangelikalen Christen geschenkt haben, denn da haben einhundert Pastoren eine Widmung für ihn reingepinselt. Sie lautet: "Die Geschichte wird die Größe, die Sie für Generationen gebracht haben, registrieren."

Das ist natürlich kompletter Irrsinn, aber immerhin wird die Geschichte nach dieser Widmung die kriecherische Kleingeistigkeit jener einhundert Pfaffen registrieren, die - statt Loblieder auf Dyslexic-Donald zu dichten - sich besser mal das Ende von Matthäus 6:24 zu Gemüte geführt hätten, denn da steht: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."

 

22-09-2018

Während ich mich immer noch frage, wie jemand wie Donald Trump Präsident werden konnte, fragt er sich wahrscheinlich immer noch, wie es denn möglich war, dass er nicht schon viel früher in dieses Amt gekommen ist. Den Raum dazwischen füllt dieses Tagebuch.

 

21-09-2018

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA betrug Ende vergangener Woche 201.000. Das ist der niedrigste Wert seit dem 15. November 1969 - ebenjenem Tag, an dem die Vereinigten Staaten auf einem ganz anderen Gebiet einen Höchstwert erreichten. Damals, am 15.11.1969, fand die größte Anti-Kriegs-Demonstration in der Geschichte der USA statt. Allein in Washington versammelte sich eine halbe Million Menschen, um gegen den Vietnam-Krieg zu protestieren. Im ganzen Land waren es rund zwei Millionen, die auf die Straße gingen. Und heute? Da unterstützen die USA Saudi-Arabien in einem barbarischen Krieg im Yemen, dem bereits über 16.000 Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Eine Reihe von Politikern und Militärs wollte die Unterstützung für die Saudis jetzt stoppen, aber dann hat "Verteidigungs"minister Mike Pompeo erfahren, dass damit US-Waffenverkäufe im Wert von zwei Milliarden Dollar gefährdet wären - und da hat er ihre Bedenken vom Tisch gewischt. Amerikanische Rüstungskonzerne wie Raytheon können also weiter Waffen und Munition in riesigen Mengen produzieren - und die Zahl der Erstanträge wird weiter sinken.

 

20-09-2018

Die Trump-Regierung will künftig nur noch 30.000 Migranten pro Jahr aufnehmen. Aktuell sind es 45.000, unter Obama waren es mehr als doppelt so viele. Und selbst das ist nur ein Bruchteil derer, die es versuchen. Allein sechs Millionen Menschen stellen jährlich einen Antrag auf eine Green Card - und daran ändern auch Trumps Tiraden und seine Abschottungspolitik nichts. Amerika ist und bleibt für viele ein Sehnsuchtsort. "Emigration" ist für sie ein Anagramm für "Ort in Magie."

 

19-09-2018

Nur für die Statistik: Die Zahl der Pressegespräche im Weiße Haus ist unter Trump deutlich zurückgegangen. Verglichen mit der Zeit unter Obama findet nur noch ein Drittel an Frage-und-Antwort-Stunden statt. Wobei die Stunden keine Stunden mehr sind, denn auch die Gesprächsdauer ist gesunken. Von einstmals sechzig Minunten auf gerade noch zwanzig. Aber warum auch nicht? Das Zeitalter der Reduktion liebt das Sparen, nicht das Sparring.

 

18-09-2018

Die Vereinigten Staaten sind eine zerrissene Nation - und der heutige Tag zeigt es mal wieder. Trumps Ex-Affäre Stormy Daniels veröffentlicht ein Buch und berichtet darin ausführlich über Donnies Fleischpeitsche. In Berkeley/Kalifornien verkündet derweil der Stadtrat, dass auf kommunalen Veranstaltungen, die montags stattfinden, künftig nur noch veganes Essen angeboten werden darf.

 

17-09-2018

Donald Trumps neue Reality-TV-Show läuft in China und den USA, hat Milliardenquoten und trägt den Titel: "Der Zollstreckungsbeamte".

 

16-09-2018

Das älteste Kernkraftwerk der USA hat heute seinen letzten Arbeitstag.

Kernschmelz-Donnie seinen 604.

Bleiben noch 856 Tage, bis der Reaktionär abgeschaltet wird.

 

15-09-2018

Wirbelstürme kommen, Wirbelstürme gehen. Donald Trumps Frisur bleibt.

 

14-09-2018

Paul Manafort: Erst war er Donnie's Paul-US, jetzt ist er sein Saulus. Und das alles wegen der Russ'. Es ist ein Verduss, er erzählt nur noch Stuss, weil er's durch Mueller so muss. Doch für Donnie, den Primus, ist noch lange nicht Schluss.

 

13-09-2018

War Donald Trump jemals so richtig richtig traurig?

 

12-09-2018

Die Pyramiden der Macht werden von Grund auf gebaut - und die Lobby befindet sich immer unten im Gebäude. Denn da lässt sich's wandeln und Verbindungen knüpfen, zwischen den Netzen der Macht. So wie es zum Beispiel Jeff Miller tut, ehemaliger Berater von Energieminister Rick Perry. Miller baut seine Lobbyfirma aus, die er nach dem Amtsatritt von Präsident Trump gegründet hat. inzwischen beschäftigt er mehrere hochrangige Ex-Mitarbeiter aus dem Weißen Haus. Zu seinen Kunden gehören die wichtigsten Widerlinge des Wirtschaftssystems: Dreckschleudern wie Dow Chemical, private Gefängnisbetreiber wie Core Civic oder Branchenverbände wie die Pharmaceutical Research and Manufacturers of America, die für die extrem hohen Medikamentenpreise in den USA verantwortlich sind.

Die Wandelhallen rund um die großen Pyramiden der Macht sind für Leute wie Jeff Miller die perfekten Orte zur klandestinen Verwandlung der Welt.

 

11-09-2018

Bei den Demokraten stellen weiße Männer erstmals nicht mehr die Mehrzahl der Kandidaten für die nächsten Wahlen zum US-Repräsentantenhaus. Die Republikaner sehen schwarz.

 

10-09-2018

Die Trump-Regierung will der heimischen Industrie erlauben, künftig wieder mehr Methan in die Luft zu blasen. Aber die Industrieunternehmen sind nicht die einzigen, die's wieder kräftig rauchen lassen dürfen. Seit Juli müssen die us-amerikanischen Farmer den Methanausstoß ihrer Kühe nicht mehr protokollieren, und seit Januar 2017 gelten feuchte Fürze aus Regierungsbehörden generell als Zeichen dafür, dass die Verdauung alter Umweltschutzregeln perfekt funktioniert. Den eigenen Wind riecht eben jeder gern.

 

09-09-2018

Donald Trump mag Milliardärparaden.

 

08-09-2018

Trumps ehemaliger Wahlkampfberater George Papadopoulos muss ins Gefängnis. Eine Falschaussage hat ihn reingebracht, ihre reumütige Richtigstellung die Haftzeit aber deutlich verkürzt. George Papadopoulos muss nur für 14 Tage in den Knast. Mit anderen Worten: Wenn er mit einem Bein drin ist, ist er mit dem anderen schon wieder draußen. Dazwischen aber wird er eine Wandlung vollziehen und sich anschließend unter einem anderen Triumphator ein neues Leben aufbauen. George Papadopoulos wird in Zukunft George Papadoubleweek heißen.

 

07-09-2018

Der Maulwurf kann das Maul nicht halten,

er wirft sich auf in Zeitungsspalten,

und nieder dann im Weißen Haus,

wie, fragt ein jeder, geht die Geschicht' wohl aus?

 

Wird er gefunden, ausgegraben?

(Dann wird sich Donnie an ihm laben.)

Oder bleibt er gut versteckt?

(Und hat schon wieder etwas ausgeheckt.)

 

Noch weiß es keiner, kann es niemand sagen,

wie die Geschicht' in diesen Tagen,

weitergeht und sich entwickelt,

ein jeder blind - und alles so verdammt verfrickelt.

 

06-09-2018

Nur ein Gedanke: Wenn Putin die amerikanischen Präsidentschaftswahlen manipuliert hat, dann vielleicht weniger, weil er Trump ins Amt bringen wollte, als vielmehr deshalb, weil das der einzige Weg war, selbst in das Amt zu kommen, das er so gern hätte und doch niemals haben wird. Denn Putin weiß um seine Macht und ihre Grenzen - und ist gelangweilt von dem, was er hat. Trump dagegen kennt seine Macht im Grunde nicht und glaubt auch nicht an irgendwelche Einschränkungen - und das geilt ihn auf. So gesehen wäre Putins Strippenzieherei nichts weiter als eine Reaktion auf eine in seinen Augen falsche Rochade des Schicksals, ein Vollzug nach dem Vollzug, die ebenso späte wie vergebliche Rache eines Fatalisten am Fatum. Aber das kann er der Marionette in Washington natürlich nicht erzählen, schließlich hält die sich für den Regisseur der Inszenierung.

 

05-09-2018

"Dieser verdammte Kaepernick hat Nike gekapert. Die beiden sollten in Zukunft Kapernick und Kaepernike heißen. Werde dafür sorgen, dass sie sportsmordsmäßigen Ärger kriegen. Hab schon ne super Hashtag-Idee: #fickdichinsnike".

 

(Aus: Donald Trump: Die Siegesgötzin. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

04-09-2018

Senatsanhörung des von Trump für den Obersten Gerichtshof nominierten Brett Kavanaugh. Worüber geredet werden wird, ist allerdings noch nicht ganz klar. Das US-Justizministerium hat nämlich über 100.000 Seiten aus der Zeit von Kavanaughs Arbeit als Rechtsanwalt im Weißen Haus unter George W. Bush nicht freigegeben. Die Senatoren haben trotzdem was zu lesen bekommen. Ihnen wurden 42.000 Seiten mit Dokumenten von und über Kavanaugh zugestellt - einen Tag vor der heutigen Anhörung. Das Motto der Demokraten lautet deshalb: Querlesen gegen rechts.

 

03-09-2018

Labor Day in Trumpistan, das heißt: sinkende Reallöhne, Abbau von Arbeitsschutzmaßnahmen, politischer Druck auf die Gewerkschaften. Eine Erfolgsgeschichte. Denn für Donnie gilt: Labor Day ist, wenn die Arbeiter laborieren.

 

02-09-2018

Die im US-Außenministerium vor zwei Jahren eingerichtete Einheit zur Bekämpfung von Wahlmanipulationen hat noch immer kein Budget. Vierzig Millionen Dollar waren vorgesehen, laut aktuellem Haushaltsplan sollen es aber nur noch zwanzig Millionen sein. Angekommen ist bisher kein einziger Cent. Wahrscheinlich hat sich das Geld nach Russland getrollt.

 

01-09-2018

Trauerfeier für John McCain in Washington. Alle sind da, nur Donnie nicht. Er spielt Golf in seinem Club in Virginia. Am 18. Loch liegt sein Ball im Bunker, er schlägt ihn raus, Sand stiebt auf. Und Donnie denkt sich: Da, wo's gestaubt hat, ist die Hauptstadt.

 

31-08-2018

Donald Trump Jr. wünscht sich eine neue, konservative Version von Facebook. Einen Namen für das rechte soziale Netzwerk hat er noch nicht. Aber wie wär's mit Racebook?

 

30-08-2018

Trump will sich die politische Unterstützung der Kirchenoberen bei den anstehenden Kongresswahlen im November sichern. Man könnte auch sagen: Er versucht die Christenführer festzunageln wie die Römer dereinst Jesus am Kreuz.

 

29-08-2018

In Florida hat sich bei den Gouverneurs-Vorwahlen der Demokraten mit Andrew Gillum ein Kandidat durchgesetzt, der von Bernie Sanders unterstützt wird. Das ist noch nicht oft passiert, aber es scheint, als treibe Trump die Demokraten langsam nach links. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Republikaner wieder kollektiv rot sehen und von einer sozialistischen Unterwanderung Amerikas warnen. Und diesmal haben sie sogar eine Zahl, die sie als Warnschild groß auf die Leinwände ihrer Wahlkampfarenen projizieren können. Laut einer repräsentativen Gallup-Umfrage sehen 57% der Demokraten den Sozialismus als etwas Positives an.

 

28-08-2018

Donald Trump hat "Trump News" gegoogelt und war über die negativen Schlagzeilen überrascht. Aber was hatte er denn erwartet? Wenn sich Gockel selber googeln, können sie nun mal nicht davon ausgehen, dass das Ergebnis eierlegende Wollmilchsäue sind.

 

27-08-2018

"Habe den Palästinensern gerade 200 Millionen Dollar Hilfsgelder gestrichen. Jetzt haben sie kein Geld mehr, um sich Molotowcocktails zu bauen. Aber ich hab's nicht wegen Israel getan, sondern wegen mir. Ist ne ganz einfache Rechnung. Wenn die palästinensischen Mollis wegfallen, werden riesige Benzinmengen frei und überschwemmen den Weltmarkt. Dann gibt es ein Überangebot, woraufhin in Amerika die Spritpreise sinken und meine Umfragewerte steigen. Eine bessere Entwicklungshilfe kann's für mich gar nicht geben."

 

(Aus: Donald Trump: Geldhahn zu, Benzinhahn auf - und ab die Post nach Palästina. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

26-08-2018

Donnie macht keine Politik, Donnie macht Deals.

Deals sind die politischen Ideen der Ignoranten.

 

25-08-2018

Der Unterschied zwischen dem heute verstorbenen John McCain und Donald Trump bestand darin, dass der eine Eier hatte und der andere selbige immer nur in die Pfanne zu hauen versucht.

 

24-08-2018

87% der Republikaner sind mit Donald Trumps Amtsführung zufrieden. Die anderen 13% nutzen zur Meinungsbildung noch andere Quellen als Trumps Twitternachrichten.

 

23-08-2018

Trump hält sich für too big to fail. Melania dagegen nennt ihn too fat to nail.

 

22-08-2018

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat im neuen Riesenhaushalt auch ein paar Millionen Dollar für die Entwicklung von "Roboter-Barmännern" und "automatischen Selbstbrauanlagen" eingeplant. Es ist nicht das erste Mal, dass die Millionen im Verteidigungshaushalt fließen wie sonst nur das Bier in Studentenclubs. Wobei das mit den Studentenclubs nicht nur so dahergeredet ist, schließlich hat das Ministerium 2016 zusammen mit der National Science Foundation ein "gemeinsames Bierzustellungsprojekt mit Robotern" finanziert und dafür am Massachusetts Institut of Technology einen Laborraum in eine Bar verwandelt.

Aber jetzt regt sich Protest. Einige Senatoren wollen Studien über Selbstbrauanlagen und Tests mit Roboter-Barmännern nicht länger finanzieren, zumal das Vorzeigeprojekt - der Maker Shaker - bereits kommerziell erfolgreich ist und auf Kreuzfahrtschiffen eingesetzt wird. Also haben sie eine entsprechende Gesetzesänderung beantragt. Diese Spülverderber!

 

21-08-2018

Alle kommen ins Gefängnis,

nur Donnie nicht, der kommt - in Bedrängnis.

 

20-08-2018

"Die Zinsen sind zu fed!"

(Donald Trump bei seiner Kritik an der US-Notenbank).

 

19-08-2018

Tagebücher sind Tragetücher für Leute, die ihre Kinder aus dem Kopf raus gebären.

 

18-08-2018

Nur zur Information: Die 500 Pfund schwere, lasergesteuerte MK 82-Bombe, die vergangene Woche im Yemen vierzig Kinder in Stücke gerissen hat, wurde von Lockheed Martin in den USA hergestellt und im Rahmen eines Deals an Saudi-Arabien verkauft. Eigentlich hatte Barack Obama Ende 2016 verboten, solche Waffen an die Saudis zu geben. Aber die Trump-Regierung hatte das Verkaufsembaro im Frühjahr 2017 wieder aufgehoben, mit der Begründung, Saudi-Arabien müsse sich selbst verteidigen können.

 

17-08-2018

Frage: Wie nennt man es, wenn sich ein Präsident eine Heerschau mit ganz großem Aufmarsch wünscht, sie aber nicht bekommt?

Antwort: Militärpar-adé.

 

16-08-2018

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle im politischen Betrieb: Männer, die sich um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus bewerben, erhalten im Schnitt 17% mehr Wahlkampfspenden als Frauen. Aber ein paar gallische Dörfer gibt es auch in Amerika. In den Wahlkreisen, die traditionell eher links wählen, haben die Frauen die Spendennase vorn. Trotzdem werden laut aktuellen Umfragen nur 12 von 154 weiblichen Bewerberinnen Chancen auf einen Sieg in ihrem Wahlkreis eingeräumt. Die Seilschaften der Geschichte sind eben länger als die Kontoauszüge in den Wahlkampfkassen.

 

15-08-2018

Eines muss man Donald Trump zugutehalten: Im Gegensatz zu anderen Politikern hat er sich während seiner gesamten Präsidentschaft noch nicht ein einziges Mal über das strunzlangweilige Thema "Idendität" ausgelassen. Selbst seine Twittertiraden sind frei davon. Es gibt keine Brüche, keine Suche, keine Verwerfungen, nichts dergleichen. Der Mann ist mit sich im Reinen, so viel ist klar.

 

14-08-2018

"Allter, ich werde allmächtig!"

(Erster Satz in Donald Trumps Space Force Programm.)

 

13-08-2018

Die NASA fliegt zur Sonne. Es ist das erste Mal, dass eine us-amerikanische Behörde jemanden einen Besucht abstattet, den Donald Trump zuvor noch nicht beleidigt hat.

 

12-08-2018

Ivanka ist gegen Rassismus.

Donald ist gegen Rassismus.