"Und nun ist die Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe.

Sie ist kein Beharren, sondern eine Gier und eo ipso unerfüllbar,

daher in sich unglücklich und muß also andere unglücklich machen."

 

Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905

 

 

Tagebuch eines Hilflosen

 

19-01-2019

Ben Shapiro, seines Zeichens konservativer amerikanischer Politik-Kommentator und Anwalt, hat gestern während der alljährlichen Pro Life Demonstration der Abtreibungsgegner in Washington D.C. erklärt. "Die Wahrheit ist, kein Abtreibungsgegner hätte den kleinen Baby Hitler getötet." Denn: "Baby Hitler war ein Baby."

Anschließend verlas Shapiro einige Werbeanzeigen seiner Sponsoren, da er mit seinem Podcast, der die Rede ausstrahlt und jeden Monat über zehn Millionen Mal heruntergeladen wird, auch ein bisschen Geld verdienen will.

Der Führer hätte sich über so viel Chuzpe gewiss gefreut. Denn wie schreibt Hitler in "Mein Kampf": "Jede Reklame, mag sie auf dem Gebiete des Geschäftes oder der Politik liegen, trägt den Erfolg in der Dauer und gleichmäßigen Einheitlichkeit ihrer Anwendung.”

 

PS: Dass Shapiro aus einer jüdisch-russischen Familie kommt und in den USA auf einer Anti-Abtreibungsdemo Partei für einen kinderlosen deutschen Obernazi ergreift, mag zunächst verwirrend erscheinen, doch waren unheilige Allianzen schon immer eine Domäne der Dämonen.

 

18-01-2019

Also, ich weiß ja nicht, unter welchen Kriterien das US-Militär früher seine Orte für Armeestützpunkte ausgesucht hat (und aktuell immer noch aussucht), aber wenn ich mir den heute erschienenen "Bericht über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Verteidigungsministerium" so durchlese, scheint die Ortswahl nicht immer die beste gewesen zu sein. Von 35 untersuchten US Air Force Stützpunkten sind nämlich 20 wiederholt überflutet worden, 20 haben mindestens einmal unter extremer Trockenheit gelitten, vier unter Wüstenbildungen und 32 von 35 sind bereits Opfer von Buschfeuern geworden. Kein Wunder, dass es Donald Trump vorzieht, die USA künftig stärker vom Weltraum aus zu verteidigen.

 

17-01-2019

Lange nichts mehr vom Anagramm-Generator gehört. Hab ihn heute gefragt, was er von "Melania Trump" hält.

"Primatenmaul", hat er gesagt.

Meine Fresse!

 

16-01-2019

Zahlreiche Demokraten forderen eine Anhebung des Mindestlohns bis 2024 auf 15 Dollar pro Stunde. Aktuell werden 7.25 Dollar gezahlt. Donald Trumps oberster Wirtschaftsberater Larry Kudlow ist strikt dagegen. Aber er will nicht nur keine Anhebung, er findet, dass es überhaupt keine Mindestlöhne geben sollte. Das ist die bekannte Verweigerungshaltung der Besitzenden. (Kuvericdlow hat für 2017 ein Einkommen von über 800.000 Dollar angegeben, hinzu kommen zwei Millionen Dollar Vermögenswerte und Immobilienbesitz in unbekannter Höhe). Aber vielleicht steht hinter der Verweigerungshaltung und dem Wunsch, die Lohngrenzen nach unten ebenso zu öffnen wie sie es nach oben lange schon sind, noch mehr. Denn wenn es keinen Mindestlohn mehr gibt, würde auch die Rechengrundlage für jene Analysen wegfallen, die allesamt zeigen, dass der Mindestlohn in den USA inflationsbereinigt seit 50 Jahren kontinuierlich gesunken ist.

 

15-01-2019

Die Zahl der von der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA angestrengten Strafverfahren wegen Umweltverschmutzung ist so gering wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Der Grund besteht aber nicht im Zurückgang der Umweltverschmutzung, sondern in der zunehmenden Unmöglichkeit, sie zu verfolgen, schließlich ist bei der EPA in den vergangenen zwei Jahren in den betreffenden Bereichen massiv Personal abgebaut worden. Eingehenden Hinweisen auf Umweltverschmutzung kann dadurch nur noch teilweise nachgegangen werden, was die Beweisaufnahme zunehmend erschwert und die Zahl der Strafverfahren immer weiter sinken lässt.

Aber es gibt eine Möglichkeit, etwas zu tun. Auch ohne mehr Personal. Vielleicht würde es ja reichen, wenn sich die übrig gebliebenen Mitarbeiter der EPA zwecks Erhöhung des Verfolgungsdrucks den Sonderermittler Robert Mueller ins Haus holen. Der ist zwar seit über anderthalb Jahren dabei, den Einfluss Russlands auf die Präsidentschaftswahl 2016 zu untersuchen und damit anderweitig beschäftigt, aber es gibt ihn ja jetzt in Kopie. Seit heute können nämlich Robert Mueller Actionfiguren erworben werden. Und wer weiß, vielleicht reicht es ja, die Figur gut sichtbar in der Nähe der schlimmsten Dreckschleudern aufzustellen und - wenn schon nicht auf Einsicht - so doch auf die Wirkung der Aussicht zu hoffen. Sozusagen in Umkehr des bekannten Befundes, demnach Leute mehr Geld geben, wenn über der Spendenbox ein Bild mit einem finster dreinblickenden paar Augen aufgeklebt ist. Vielleicht blasen sie ja auch weniger Dreck in die Luft, wenn ihnen ein 15cm großer Herr gegenübersteht, dessen linke Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger streng nach unten, auf den Boden des Gesetzes, weist, während seine rechte gefährlich nah an der Hüfte schwebt, jederzeit bereit, den imaginären Colt zu ziehen.

 

14-01-2019

Die Zahl der Wohnungslosen in den USA steigt. Seit zwei Jahren schon. Zuvor war sie sieben Jahr lang in Folge gefallen. Laut des aktuellen "Homeless Assessment Report" sind in den USA aktuell 553.000 Menschen wohnungslos. Ihnen mangelt es, so der Report, an einer "festen, regelmäßigen und angemessenen Übernachtungsmöglichkeit".

 

Donald Trump nimmt sich des Themas nur äußerst selten an. Wenn er überhaupt einmal von Wohnungslosen spricht, dann nur, um andere Gruppen wie Immigranten gegen sie auszuspielen oder von Einzelschicksalen zu berichten, die die Wohnungslosigkeit hinter sich gelassen haben und erfolgreiche Unternehmer geworden sind. Ansonsten interessiert ihn das Problem nicht. Im Grunde hat sich Donald Trump überhaupt nur einmal mehr oder weniger ausführlich zum Problem der Wohnungslosigkeit geäußert. Und das auf eine sehr sinnfällige Weise. In einem Interview, das der Playboy 1990 veröffentlichte, fragt der Journalist Glenn Paskin Trump, warum er in einer Stadt wie Atlantic City, wo er mit seinen Hotels einen Haufen Geld verdiene, nichts gegen die um sich greifende Armut unternehme. Daraufhin antwortete der Hotelbesitzer Donald Trump:

"Gewählte Politiker sind verantwortlich dafür. Ich würde es hassen, wenn die Menschen mich für die Probleme der Welt verantwortlich machten. Schon jetzt kommen Menschen zu mir und fragen: 'Warum lässt du es zu, dass es all diese Wohnungslosen in den Städten gibt?', als würde ich die Situation kontrollieren. Ich bin keiner, der ein Amt anstrebt."

"Wie wäre es, wenn Sie Ihren Einfluss geltend machen würden, um den Benachteiligten in Atlantic City zu helfen?"

"Jeder hat Einfluss, aber es ist ein Problem der Regierung."

 

Neunundzwanzig Jahre später scheint es keins mehr zu sein. Zumindest keins, das für Donald Trump größere Bedeutung hat. Sein Stabschef Mick Mulvaney, der zugleich Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen ist, hat bereits Budgetkürzungen beim sozialen Wohnungsbau und anderen Hilfsprogrammen angekündigt.

 

13-01-2019

Die demokratische Kongressabgeordnete (und linke Superhoffnungsträgerin) Alexandria Ocasio-Cortez hat 70% Einkommenssteuer für Superreiche gefordert. Dazu gehören für sie all jene Leute, die zehn Millionen Dollar oder mehr im Jahr verdienen.

Der übliche Schrei-Reflex ließ nicht lange auf sich warten. Die Demokraten, so riefen einige Reiche und noch mehr Republikaner, wollten den Leuten 70% ihres sauer verdienten Geldes wegnehmen. Was natürlich ein ausgemachter Blödsinn ist. Denn erstens würde in einem progressiven Steuersystem nur der hohe Teil des Einkommens auch derart hoch besteuert, während die zehn- und hunderttausenden an Dollar, die ihm zu Grunde liegen, einen deutlich geringeren Steuersatz hätten. (Aktuell zahlt z.B. ein verheiratetes Ehepaar 10% Einkommenssteuer auf die ersten 9.700 Dollar Jahreseinkommen, und für das, was zwischen 9.701 und 39.475 Dollar liegt, 12%).Zweitens gibt es zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten, die gerade von den Reichen und Superreichen äußerst intensiv genutzt werden. In den vergangenen vierzig Jahren hat das oberste Einkommensprozent der US-Bürger deshalb real immer nur 20-25% Steuern gezahlt, und zwar unabhängig davon, wie hoch der Spitzensteuersatz war. Was zu Punkt drei und einem Blick in die Geschichte führt. Denn 60-70% waren einst völlig normal. In den 1950er Jahren betrug der Spitzensteuersatz über 90%. Erst 1964 fiel er unter 90%, und verharrte dann zwischen 1971 und 1980 bei 70%. Unter Ronald Reagan sank der Satz dann auf 50% ab, und inzwischen beträgt er nicht einmal mehr 40% - von denen, wie gesagt, noch einmal zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten vorgenommen werden können. Die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 70% wäre somit zwar kein Allheilmittel, um die Finanzen in den Griff zu bekommen, aber es wäre ein Schritt, um extrem hohe Einkommen zu problematisieren. Denn genau das muss getan werden: Diese Einkommen dürfen nicht länger als Selbstverständlichkeit angesehen werden, schließlich sind sie in vielen Fälle nicht Ausdruck besonderer Leistungen, sondern von besonderer Skrupellosigkeit, Ausbeutung und Gier. Und selbst wenn die Leistung außergewöhnlich ist, wäre zu fragen, ob das Besondere dieser Leistung das Hundert-, Tausend- oder gar Hunderttausendfache an Lohn verdient - und wer dafür eigentlich zahlt. Mit anderen Worten: Der Deckel gehört nicht auf den Steuersatz, er gehört auf die Einkommen!

 

12-01-2019

"Diese Pressefuzzis verstehen mich nicht. Hab im Wahlkampf gesagt, Mexiko zahlt für die Mauer. Das war eine Lüge. Heute sag ich: Ich hab nie gesagt, dass Mexiko für die Mauer zahlt. Das ist auch eine Lüge. Und was machen diese Medienheinis daraus? Sagen, ich würde die Leute belügen. Aber das stimmt nicht. Eine Lüge, die eine Lüge belügt, kann doch keine Lüge sein. Das ist die Wahrheit!"

 

(Aus: Donald Trump: Meine Log-ik, Unveröffentlichte Twitterbeiträge).

 

11-01-2019

Eine dieser vermaledeiten Lebensweisheiten besagt: "Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt." Auf die nicht minder vermaledeite Syrien-Politik Donald Trumps bezogen, lautet der Satz: Auch der größte Truppenabzug beginnt mit dem ersten Kampffahrzeug. Denn das hat heute Morgen die US-Truppenbasis in al-Remelan im Nordosten Syriens verlassen und ist rüber in den Irak gefahren. Ihm sind neun weitere Kampffahrzeuge der US-Streitkräfte gefolgt.

Und während die Vereinigten Staaten anfangen, Syrien zu verlassen, ist der IS gerade dabei, sich an seinen zehn Fingern abzuzählen, was der Rückzug der Amerikaner für ihn bedeutet. Das Ergebnis ist jedenfalls klar: Der Weg zurück zum dschihadistischen Kalifat ist noch weit, aber der erste Rückschritt ist heute erfolgt...

 

10-01-2019

Von wegen Bauern lesen und schreiben nicht. US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue ist der erste Gastherausgeber von "Successful Farming" in der 116-jährigen Geschichte des Fachmagazins und hat zusammen mit einer Reihe von Mitarbeitern und Landwirten die Januarausgabe erstellt. Und in North Dakota hat gestern ein Farmer Donald Trump einen offenen Brief geschrieben und mit seinem Traktor die Worte "Build the Wall" mit zehn Meter großen Buchstaben in sein Feld gepflügt.

 

Im deutschen Bauernverband würden sie da gern nachziehen. Aber die Leute hierzulande lesen nur noch die "Landlust - Zeitschrift für Fiktionen übers Land, geboren aus den Realitäten der Stadt". Und was das Einpflügen politischer Forderungen in den heimatlichen Acker betrifft, so haben sie beim Bauernverband leider noch keinen gefunden, der genug Zeit und Fläche hat, um der Welt mitzuteilen: "Die Definition des Dauergrünlands ist so zu ändern, dass die Teilnahme an Agrarumweltmaßnahmen, die Anlage von Randstreifen oder die Stilllegung von Flächen einen bestehenden Ackerstatus der Fläche nicht in Frage stellt. Auch ein Wechsel einer Grünfutterfläche muss als Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs eingestuft werden und den Fünf-Jahreszeitraum unterbrechen. Grundsätzlich muss eine Alternative zum Fünf-Jahreszeitraum gesucht werden, damit Landwirte sich nicht gezwungen sehen, Flächen allein wegen des Ablaufs dieser Frist zu bearbeiten."

 

Dem habe ich nichts hinzuzupflügen.

 

09-01-2019

Donald Trump hat gestern mit einer "Rede an die Nation" auf allen großen TV-Kanälen für seine Mauerpläne geworben. Inzwischen reiche ihm, so sagt er, sogar ein Stahlzaun statt einer Betonmauer, doch die Demokraten wollen auch davon nichts wissen.

 

Um ehrlich zu sein, kann ein Teil von mir auf eine gewisse Art und Weise (die dem anderen Teil in mir so gar nicht gefällt) Donald Trump und seinen Wunsch nach einer wie auch immer gearteten Mauer verstehen. Denn Fakt ist, dass die illegale Einwanderung in die USA massive Probleme mit sich bringt. Und es ist auch ein Fakt, dass in fast einem Viertel der amerikanischen Haushalte kein Englisch, sondern Spanisch oder eine andere Sprache gesprochen wird. Zugleich ist es aber auch ein Fakt, dass die Einwanderer im Schnitt mehr Steuern zahlen als sie an Geld oder Sachleistungen durch staatliche Hilfsprogramme erhalten. Außerdem ist es ein Fakt, dass die Zahl der illegalen Einwanderer aus Mexiko in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist und inzwischen mehr Mexikaner den Vereingten Staaten den Rücken kehren als reinkommen. Die steigende Zahl an illegalen Einwanderern - die US-Grenzpatrouillen haben im Haushaltsjahr 2018 rund 521.000 von ihnen aufgegriffen, das sind 25,5% mehr als im Jahr zuvor - kommt vor allem durch die wachsende Zahl an Migranten aus Mittelamerika zu Stande, die oftmals vor Gewalt und Armut aus ihren Ländern fliehen. Und als sei das alles noch nicht verworren genug, gibt es noch einen weiteren Fakt, der darin besteht, dass die ersten größeren Versuche zur Eindämmmg der illegalen Migrantenströme in den 1990er Jahren unter der Präsidentschaft Bill Clintons unternommen wurden. Überdies haben anno 2006 auch viele Demokraten, unter ihnen Barack Obama und Hillary Clinton, dem von den Republikanern initiierten "Secure Fence Act" zugestimmt, wodurch über 1.000 Kilometer an neuen Befestigungsanlagen entstanden sind - die übrigens unter Obama kontinuierlich ausgebaut wurden.

 

Mit anderen Worten: Die politische Gemengelage und das Pro und Contra für oder gegen eine Mauer sind wesentlich diffuser als es das um seine "Identität" besorgte politische Ich gemeinhin wahrhaben mag. Man könnte auch sagen: Die Klarheit einer Mauer (die Linie) ist indirekt proportional zur Breite der Argumente für oder gegen sie.

Dass Trump mit seiner Mauer vor allem die Symptome und nicht die Fluchtursachen bekämpfen würde, ist freilich auch klar. Die Frage ist nur: Führt die Bekämpfung vom Symptomen - in diesem Fall der Bau einer Mauer - irgendwann dazu, dass sich auch die Ursachen ändern, das heißt die Leute in ihren Ländern bleiben und die dortigen Regierungen, Parteien und ziviligesellschaftlichen Akteure dazu bringen, mehr gegen die wachsende Gewalt und Armut zu tun? Oder noch allgemeiner gefragt: Können Symptome zu Ursachen werden und Ursachen zu Symptomen? Oder ist die Geschichte eine Einbahnstraße und wir alle dazu verdammt, irgendwann gegen eine Mauer zu rennen?

 

08-01-2019

Im politischen Geschrei der Tage, den groß angekündigten Reden und den klein gehaltenen Versprechen, den tonfüßigen Börsenkursen und den aufblondierten Blitzbirnen, die unser Dasein mit ihren Luftnummern zu flüchtigen Gigantomachien aufpumpen, in ihnen allen geht unter, was nie mehr hochkommen wird.

George, die letzte dunkelspitzige Oahu-Baumschnecke ist tot.

Sie starb am Neujahrstag auf Hawaii.

George hinterlässt niemanden.

Er geht uns allen voraus.

 

07-01-2019

Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen. So hieß es einst in der DDR. Und so heißt es auch heute wieder - in den USA. Allerdings wird die Losung dort eher inoffiziell gehandhabt, schließlich bezieht sie sich auf Fake News- und Desinformationskampagnen. Eine solche haben nämlich, wie vor einigen Tagen herauskam, auch die Demokraten geführt, und zwar 2017, als es um die Senats-Kandidatur des republikanischen Hardliners Roy Moore in Alabama ging.

 

"Alabama austrocknen" hieß die Kampagne, die so tat, als fordere Moore ein landesweites Alkoholverbot. Tatsächlich aber standen dahinter von den Demokraten gesponserte Truppen, die sich allerdings als von Moores Austrocknungspolitik enttäuschte Republikaner ausgaben und überdies ihre eigens zu Täuschungszwecken geschaffenen Profile in den sozialen Medien mit tausenden Twitteraccounts aus Russland verlinkten, weshalb es so wirkte, als sei Roy Moore nicht nur ein Feind des Alkohols, sondern auch ein Freund der Russen. Wie viele Wähler darauf reinfielen, ist nicht ganz klar, aber fest steht, dass Moore das Rennen um den Senatsplatz mit nur 1,5% Rückstand auf seinen demokratischen Kontrahenten ziemlich knapp verlor.

 

Die gesamte Desinformationskampagne kostete rund 200.000 Dollar. Bei 51 Millionen Dollar Gesamtausgaben für die Senatswahl in Alabama ein scheinbar kleiner Happen. Vielleicht aber derjenige, der Roy Moores Traum vom Senat endgültig zum Platzen gebracht hat.

Das Geld für die Kampagne kam übrigens vom LinkedIn-Gründer Reid Hoffmann, einem Milliardär und, wie ich inzwischen gelernt habe, erklärten Freund der Demokraten (wenn auch offenbar nicht des Demokratischen). Aber wie dem auch sei, was mir dagegen niemand erklären kann, ist, wie erwachsene Leute auf eine Kampagne reinfallen können, die einerseits so tut, als sei Roy Moore ein Feind des Alkohols und ein Freund der Russen. Da müssen doch selbst desinformierte Gehirne laut "Widerspruch!" rufen...

 

PS: In der DDR hatte die Losung "Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen" noch einen zweiten Teil. Er lautete: "Kriegspakt mit Washington bringt Elend und Tod - Freundschaft mit der Sowjetunion Frieden und Brot!"

Aber das ist lange her, und seitdem hat sich viel, wenn nicht gar alles verändert. In Washington wie auch Moskau folgen sie jedenfalls inzwischen dem Motto: "Kriegspakt mit der Wahrheit bringt Stimmen und Posten - Freundschaft mit ihr würde sie uns nur kosten!"

 

06-01-2019

Heute gibt es nichts zu sagen,

das ist wohl so,

an So 'n tagen.

 

05-01-2019

Der Freedom of Information Act (FoIA) ist das amerikanische Gesetz zur Informationsfreiheit. Als solches schafft es die Voraussetzungen für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und ist besonders für Medienvertreter und Interessensgruppen eine Grundlage ihrer Arbeit, um Informationen über Regierungshandeln zu bekommen. Aufgrund des Shutdowns werden momentan aber keine Anfragen über die FoIA-Webseite entgegengenommen, obwohl die Webseite die Anfragen automatisch verarbeitet und laut einer Anweisung aus dem Justizministerium von 2017 Anträge auf Auskunft auch während eines Shutdowns angenommen werden müssen.

Aber damit noch nicht genug der Ungereimtheiten: Denn während der einen Seite widerrechtlich Informationen vorenthalten werden, schafft die andere verbotenerweise Fakten, schließlich hat am 28. Dezember - und somit sechs Tage nach dem offiziellen Shutdown - das Innenministerium eine neue Richtlinie zu ebenjenem Freedom of Information Act vorgelegt, die es Antragsstellern künftig erschweren soll, Informationen über das Handeln staatlicher Einrichtungen zu bekommen. Die Frist für Kommentare zu dieser neuen Richtlinie endet am 28. Januar. Allerdings sind durch den Shutdown keinerlei Kommentare möglich. Die zugehörige Webseite nimmt nämlich keine an, und im Innenministerium arbeiten sie nicht. Zumindest nicht offiziell...

 

04-01-2019

Anlässlich der gestern begonnenen 116. Legislaturperiode des Kongresses der Vereinigten Staaten - bestehend aus 100 Senatsmitgliedern und 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus - hier mal ein kleiner historischer Vergleich bezüglich der Zahl an Frauen im Repräsentantenhaus:

 

1989: 16 Frauen bei den Demokraten / 13 Frauen bei den Republikanern

2019: 89 Frauen bei den Demokraten / 13 Frauen bei den Republikanern

 

03-01-2019

Der Trump-Satz des Tages lautet: "I don't care about Europe."

Dieses Desinteresse ist nicht neu. Es ist Ausdruck einer in weiten Teilen der us-amerikanischen Gesellschaft tief verwurzelten Ignoranz gegenüber der Alten Welt, ein großes Schulterzucken bei dem Gedanken, dass auf der anderen Seite des Großen Teiches auch Menschen über die Erde stapfen. Donald Trump bedient diese Tradition. Sätze wie dieser lassen seine Wähler andächtig nicken. Europa selbst ist dabei aber nur Teil eines viel größeren Desinteresses, das im Grunde alles umfasst, was nicht die Vereinigten Staaten sind - und Jobs. Jobs und America First sind das, was viele Menschen wollen - und Donald Trump gibt es ihnen. Aber er war nicht der erste und wird auch nicht der letzte sein. Er ist "nur" derjenige, dessen Stammtischparolen besonderen Widerhall finden - in den Kneipen, in denen sie seit Jahrzehnten gehört, gepflegt und weitergesponnen werden.

Die Ethnolinguistin Julie Lindquist hat derartige Gespräche bereits 1992 aufgezeichnet und später in ihrem Buch "A Place to Stand. Politics and Persuasion in a Working-Class Bar" wiedergegeben. Die Aussagen vieler Kneipenbesucher lesen sich nicht anders als Trumps Tiraden, nur dass die damaligen Heilande George Bush, Dan Quayle und - vor allem - Ross Perot hießen. Viele Arbeiter und Angestellte waren fasziniert vom Selfmade-Milliardär Perot, der sich als Anti-Establishment-Kandidat und erfolgreichen Jobschaffer inszenierte. Kein Wunder, dass sie ihm mit ihren Worten nacheiferten und schon damals so sprachen wie Donald Trump heute.

"I wanna get the country JOBS", sagt einer der Gesprächsteilnehmer anno 1992 in einer Bar in Chicago. "I don't care about Europe, Mexico, I don't care about nobody! Get the kids in my country jobs."

Die damaligen "kids" sind heute die Wähler Donald Trumps.

 

02-01-2019

Falls der alte Chauvi Donald Trump so etwas wie Rückbesinnung betreibt, dürfte ihm der Schreck in die Glieder gefahren sein bei der Erkenntnis, dass die einzigen Mitglieder seines Kabinetts, die im Jahr 2018 keinen politischen Skandal verursacht und sich überdies aus dem ganzen Hauen und Stechen innerhalb der Regierung herausgehalten haben, drei Frauen waren: Linda McMahon, die Leiterin der Mittelstandsbehörde, Elaine Chao, ihres Zeichens Verkehrsministerin, und Nikki Haley, die bis zum 31.12. als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen fungiert hat.

 

01-01-2019

"Wenn ich im Modeladen mause Sachen, kann ich auch ohne ihn 'ne Sause machen."

 

Melania: Wunschantwort, im Innern ihres Kopfes langsam verhallend.

 

31-12-2018

"Greifst du mir an die Hoden, Maus, geh ich mit dir ins Modenhaus."

 

Donald Trump: Neujahrswunsch an Melania.

 

30-12-2018

Die Haushaltsperre öffnet die Schleusen der menschlichen Ichbezogenheit und gibt in den amerikanischen Nationalparks den Blick frei auf vermüllte Wiesen, vollgeschissene Campingplätze und quer durchs Gelände führende Autospuren. Es ist eine neue Art, im Land der von keiner Behörde mehr begrenzten Möglichkeiten die Freiheit des Individuums zu zelebrieren. Bisher wurden die Parks während des Shutdown geschlossen, aber unter Trump bleiben sie offen - und das Innere mancher Besucher kann ungehindert nach außen treten.

 

29-12-2018

Donald, der Brüllaffe, lebt in einem Haus,

das von außen mit Flüsterweiß angemalt wurde.

Dort trifft er sie alle, die Saubermänner,

hinter den mit Keimfarbe gestrichenen Wänden.

 

28-12-2018

Tagebücher sind Begleitschreiben der Gegenwart für künftige Historiker. Sie sind Passagenwerke im ursprünglichen Sinne des Wortes. Ihr Nutzen besteht in ihrer Unmöglichkeit, die Geschichte vom Ende her zu erzählen.

 

27-12-2018

Der neue "school safety report" der Trump-Administration bestärkt die Schulbezirke darin, mehr bewaffnetes Sicherheitspersonal einzusetzen, lobt staatliche Programme zur Bewaffnung von Lehrern und schlägt vor, dass Schulen Bundesmittel nutzen könnten, um ihre Mitarbeiter im Gebrauch von Schusswaffen zu trainieren.

Der Report beruht laut eigener Aussage auf einer zweimonatigen Anhörungstour durch eine Reihe von Schulen. Was der Report dagegen nicht erwähnt, ist, dass sich auf den Veranstaltungen zahlreiche Lehrer, Eltern und Schüler gegen Waffen in der Schule ausgesprochen haben. Bildungsministerin Betsy DeVos hat davon allerdings nichts mitbekommen. Sie war bei keiner der Anhörungen dabei. Sie hatte eine Kommission eingesetzt, die für sie durch die Bundesstaaten zog. Die Empfehlungen ihrer Gewehrsleute stammen allerdings mehrheitlich aus republikanisch dominierten Gebieten, den sogenannten "red states". Das sind jene Bundesstaaten, bei denen pro Schüler das meiste Blut aus den Schusswunden läuft.

 

26-12-2018

Donald Trump hat heute in der Kantine US-Luftwaffenbasis Al Asad im Westirak eine als Truppenbesuch getarnte Wahlkampfveranstaltung abgehalten. Dabei erklärte er den anwesenden Soldaten, er persönlich habe dafür gesorgt, dass sie nach zehn Jahren erstmals wieder eine Lohnerhöhung bekommen und dass das Plus volle 10% betragen werde.

Tatsächlich haben die us-amerikanischen Streitkräfte seit Jahrzehnten jedes Jahr eine Lohnerhöhung erhalten, nur werden es auch 2019 nicht 10% sein. Es gibt lediglich 2,6% oben drauf. Der letzte, der den Soldaten den Lohn um 10% erhöht hat, war Ronald Reagan. Er hatte am 14. Oktober 1981 den "Uniformed Services Pay Act of 1981" unterschrieben, der Lohnsteigerungen von 10 bis 16,5% zur Folge hatte. Aber davon kann Donald Trump natürlich nichts wissen. Er war 1981 damit beschäftigt, ein großes Wohnhaus am Central Park zu kaufen und die Mieter mit Strom- und Wasserabschaltungen rauszutreiben, weil er das Gebäude abreißen und an seiner Stelle Luxusapartments errichten wollte. Allerdings ist er damit nicht durchgekommen. Die Leute sind geblieben. Und die 2,6% für 2019 werden es auch tun.

 

25-12-2018

Aktuell sind 45.000 Immigranten wegen illegalen Grenzübertritts in den USA inhaftiert. Das sind mehr als jemals zuvor. Fast 18.000 davon sitzen in privat betriebenen Gefängnissen. Die dahinter stehenden Firmen, allen voran die Geo Group, hatten 2016 große Summen für Donald Trumps Wahlkampf gespendet. Es war gut investiertes Geld, denn sie bekommen es durch Trumps Immigrantspolitik doppelt und dreifach zurück. Allein im Steuerjahr 2018, das heißt zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018, haben sie über 800 Millionen Dollar aus Steuergeldern für ihre Dienste erhalten. Kein Wunder, dass ihre Gefangenen mehr als doppelt so lange in Haft bleiben wie jene, die in den von der Immigrationsbehörde betriebenen Gefängnissen sitzen. Jeder Tag in Haft bringt schließlich bares Geld. Und wenn die Häftlinge dann noch "freiwillig" für einen Dollar pro Tag arbeiten oder - statt Geld zu bekommen - für ihre Dienste mit ein paar billigen Snacks abgespeist werden, wird klar, dass man aus der Scheiße, in der diese Leute stecken, tatsächlich Gold machen kann.

 

24-12-2018

Putin stiftet in der westlichen Welt Chaos durch straffe Organisation.

Trump stiftet in der östlichen Welt eine neue Ordnung durch chaotische Amtsführung.

Dazwischen stehen wir. Leben wir. Hasten wir hilflos umher und harren und hoffen, aus der Mitte dieser "political mess" möge ein Messias auftauchen und uns alle erlösen. Aber wir müssen selber mächtig werden, um den furchtbaren Druck, der auf uns lastet, endlich hinwegfegen zu können.

 

23-12-2018

Nur mal so als Zwischenstand: In seinen 700 Tagen als Präsident der Vereinigten Staaten hat Donald Trump in seinen Reden, Interviews und sonstigen Äußerungen nach Angaben der Fact Checker Datenbank 7546 falsche oder irreführende Aussagen getätigt.

Vielleicht wäre es besser, in Zukunft seine zutreffenden oder zumindest die nicht irreführenden Aussagen zu zählen. Das würde die Sache wahrscheinlich überschaubarer machen.

 

22-12-2018

Donald Trump betreibt Mathematrick. Seine politische Resultate kennen keine Rechenwege.
 

21-12-2018

Donald Trump springt auf dem Feld der internationalen Politik hin und her wie er will. Es gibt keine Struktur, keine übergeordnete Idee, keine Möglichkeit, irgendetwas zu planen. Und doch ist er - zumindest in seinen Nabelschnuraugen - erfolgreich damit. Sogar seinen eigenen Verteidigungsminister hat er inzwischen Schach Mattis gesetzt.

 

20-12-2018

Knapp 40 Millionen US-Amerikaner bekommen derzeit Lebensmittelmarken. 10% von ihnen gehören zur Gruppe der berufsfähigen Erwachsenenen zwischen 18 und 49, die keinen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause haben, aber dennoch nichts oder nicht genug verdienen, um ohne Lebensmittelmarken überleben zu können.

Bisher konnten diese Leute im Zeitraum von drei Jahren drei Monate lang Marken erhalten. Da das aber oft viel zu wenig war, beantragten verschiedene Bundestaaten Ausnahmegenehmigungen für wirtschaftlich besonders schwache Städte oder Regionen, um die dort lebenden Menschen länger mit Lebensmittelmarken versorgen zu können.

Im Zuge des aktuellen amerikanischen Wirtschaftswachstums und sinkender Arbeitslosenquoten soll es den Bundesstaaten nun schwerer gemacht werden, solche Ausnahmegenehmigungen zu bekommen. Nach dem jetzt vorgelegten Entwurf des Landwirtschaftsministeriums würden drei Viertel der heutigen Ausnahmegenehmigungen in Zukunft nicht mehr gewährt werden. Die Trump-Administration erhofft sich dadurch Einsparungen von fünfzehn Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren.

Im Grunde ist es die Neuinterpretation eines alten Irrglaubens: In Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, so denkt man, können die staatlichen Zuwendungen für die sozial Schwachen zurückgefahren werden. Tatsächlich aber vergrößert jedes nationalökonomische Wachstum immer nur die Schere zwischen Arm und Reich und erhöht zugleich den Druck, funktionieren zu müssen. Die in der Mitte könnten ein Lied davon singen - wenn sie im Hamsterrad ihrer Tage nur zum Singen kämen...

 

19-12-2018

Die USA verlassen Syrien.

Helene Fischer verlässt Florian Silbereisen.

Zwei republikanische Senatoren aus Kansas verlassen ihre Partei.

Nur die Kurden können nicht mitmachen.

Die haben keinen, auf den sie sich verlassen können.

 

18-12-2018

Manche steigern sich in etwas rein - andere werden reingesteigert...

Dass Donald Trump ein wahrer Meister im Reinsteigern ist, ist bekannt. Dass er auch reingesteigert werden kann, weiß man dagegen erst seit heute, denn Donald Trump ist auf einer Auktion Teil des Tierreiches geworden.

Demorphus donaldtrumpi heißt die neu entdeckte Schleichenlurch-Spezies aus dem Regenwald von Panama, die ihren Namen bei einer Auktion des Rainforest Trust verliehen bekam. Ein Unternehmer hatte 25.000 Dollar dafür geboten, das bisher unbekannte Tier - eine Mischung aus Regenwurm und Schlange - benennen zu dürfen.

Und siehe da, das war gut investiertes Geld, denn selten haben ein Tier und sein Name besser zusammengepasst. Der Demorphus donaldtrumpi ist nämlich nahezu blind und kann die Welt nur in schwarz/weiß wahrnehmen. Außerdem vergräbt er seinen Kopf im Sand und ignoriert die Realitäten ebenso gut wie Donald Trump beim Thema Klimaschutz. Außerdem lässt sich Demorphus donaldtrumpi regelmäßig eine zweite Hautschicht wachsen, die seine Kinder mit ihren Zähnen abziehen und auffressen, um ihr Überleben zu sichern - und auch in diesem Punkt sind die Parallelen unverkennbar: Bei den Wurmkindern fällt mit Daddy's Hilfe eine extra Schicht Haut und bei den Trumpkindern ein extra hoher Posten im Weißen Haus ab.

 

17-12-2018

Zwei neue Studien kommen nach Auswertung mehrerer Millionen Internetbotschaften unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass Russland mit seiner Armee aus Cybertrollen die Präsidentschaftswahlen 2016 zu Gunsten Donald Trumps beeinflusst hat. Dabei setzten die Russen nicht nur auf trumpfreundliche Posts in den sozialen Medien sowie entsprechende Podcasts und Werbeanzeigen, sondern auch auf Telefon-Hotlines. Die meisten von ihnen kümmerten sich um klassisch konservative Themen wie Familie und innere Sicherheit. Eine Hotline aber stach heraus. Sie richtete sich an jene Männer, die sich gern mal einen keulen.

"Kämpfst du mit der Sucht der Masturbation? Wende dich an mich und wir werden sie gemeinsam besiegen", hieß es in einer Anzeige, die mit "Jesus" unterschrieben war. Daneben hatten die Betreiber der Hotline einen bärtigen Mann im weißen Gewand gemalt, der einen reuigen Sünder tröstet und ihm seinen Arm schützend auf die Schulter legt. Eine andere Anzeige derselben Hotline setzte dagegen eher auf die Macht des Verstandes, argumentierte streng logisch und erklärte: "Du kannst Gottes Hände nicht halten, wenn du masturbierst."

Zugegeben, das klingt erstmal ziemlich schräg und scheint mit gezielter Wählerbeeinflussung nichts zu tun zu haben, tatsächlich aber haben die Russen ganz genau hingehört, als sie ihre Trollkampagne konzipierten, schließlich hatte der republikanische Medienberater und Wahlkampfstratege Chris Wilson Anfang 2016 in einem Fernsehinterview mit dem Nachrichtensender MSNBC bezüglich der Trump-Unterstützer erklärt: "Tatsache ist, dass die meisten von ihnen kinderlose Männer sind, die sich bei Anime-Pornos einen runterholen."

 

16-12-2018

Die große Präsidenten-Playlist Naylist - Musiker, die Donald Tump verboten haben, ihre Songs auf seinen Kundgebungen zu spielen:

 

Adele

Aerosmith

Earth, Wind & Fire

Elton John

Free

George Harrisons Nachfahren

Guns 'n Roses

Luciano Pavarottis Nachfahren

Neil Young

Pharrell Williams

Prince

Queen

R.E.M

Rihanna

The O'Jays

The Rolling Stones

Twister Sister

 

15-12-2018

Donnie's Twittervögelchen hat schon wieder einen auf dem Gewissen. Diesmal hat's den Innenminister erwischt. Der Vogel betreibt politische Säuberungen in großem Stil. Er ist ein Star in der Branche, die ihre Macht dadurch erhält, in aller Öffentlichkeit kurzen Prozess mit langgedienten Mitstreitern zu machen. Falls das Vögelchen also noch keinen Namen hat, hätte ich da einen Vorschlag. Wie wäre es mit: Starlin?

 

14-12-2018

"Eigentlich müsste Melania Stabschefin sein, aber die will immer nur winken, nie wanken. Riesenstauerei!"

 

(Aus: Donald Trump: Mulva statt Vulva. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

13-12-2018

Der US-Senat stellt sich gegen Mohammed bin Salman.

Donald Trump stellt sich stur.

 

Der Senat will die Einstellung der Militärunterstützung für die Saudis im Jemen.

Donald Trump will seine Einstellung gegenüber den Saudis nicht ändern.

 

Sieht aus, als bräuchten die Republikaner eine Familienaufstellung.

 

12-12-2018

Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen ist heute wegen illegalen Wahlkampfbeihilfen, Steuerhinterziehung und Falschaussagen unter Eid zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte mit den Behörden kooperiert und zeigte sich vor Gericht reumütig.

Falls Donald Trump eines Tages vor Gericht steht, ist ein solches Verhalten von ihm nicht zu erwarten. Reue ist ohnehin nicht sein Ding. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Kevin Wall am 20. Oktober 2018 fragte dieser Trump, ob er es bedauere, die Demokraten als "bösartigen Mob" bezeichnet zu haben oder ob das einfach nur brutal ehrlich gewesen sei.

"Nein, es war einfach nur ehrlich", antwortete Trump, "und wären Sie nicht geschockt wenn ich sagen würde, ich würde irgendetwas bedauern?"

"Ich wäre geschockt!"

"Das wären Sie in der Tat. Sie würden wahrscheinlich das Interview beenden und sagen: 'Das ist nicht Trump, das ist jemand anderes."

Woraufhin der Moderator in Gelächter ausbrach - und Trump hinzufügte:

"Nein, nein, ich habe kein Interesse daran etwas zu bedauern, überhaupt keins."

 

11-12-2018

Justin Muzinich hat es geschafft. Ein gutes Jahr nach seiner Nominierung hat ihn der Senat mit den Stimmen der republikanischen Mehrheit zum Staatssekretär im Finanzministerium gewählt.

Es ist der Lohn seiner Arbeit als Chefplaner bei Donald Trumps Steuerreform. Finanzminister Steven Mnuchin hat damit endlich, was er so lange schon wollte: Einen weiteren Investmentbanker in hoher Position, einen echten Wall-Street-Mann mit Gordon-Gekko-Frisur.

Einen solchen Triumph nennen sie im Finanzministerium einen Goldman Sachs-ses.

 

10-12-2018

"Weltweiter Waffenbericht - und mein Land wie immer ganz vorn dabei. 57% Marktanteil bei den Abmurksmaschinen. Letztes Jahr Waffengeschäfte im Wert von über 226 Milliarden Dollar gemacht. Platz 1 in der Gesamtwertung. Platz 1 in der Einzelwertung für Lockheed Martin mit 44,9 Milliarden Dollar. 42 US-Firmen unter den Top 100, fünf unter den Top Ten. Sechs mal so viele Kriegswerkzeuge verkauft wie Russland. Und das Beste: Alle Zahlen mit Gewehr!"

 

(Aus: Donald Trump: Last fight in Sweden. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

09-12-2018

Wie viele von Donald Trumps Gedanken wohl die Form von Fragesätzen haben?

 

08-12-2018

Staffellauf im Weißen Haus. Stabschef John Kelly ist der Stab abhanden gekommen. Donald Trump hat ihm das gute Teil weggenommen, um den nächsten Wechsel selbst durchzuführen. Kelly darf die letzten Meter noch locker auslaufen und dabei zusehen, an wen Donnie den Staffelstab übergibt. Im Grunde ist es aber egal, wer ihn kriegt und wie lange er durchhält. Es ist Donnie's Staffel. Es ist sein Lauf. Er bestimmt die Wechsel. Und er wird den Stab auch über die Ziellinie tragen. Bis es aber so weit ist, bricht er den Stab über all jenen, die glauben, Chef im Haus des Weisen zu sein.

 

07-12-2018

Weihnachtszeit. Wünsche werden wahr. Wahnwitz auch. Zur Erinnerung: Am 19.07.2018 hatte das Tagebuch gemeldet, dass Donald Trump die fachlich vollkommen unerfahrene Kathleen Kraninger für den Chefposten der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde CFPB nominiert hat. Gestern nun ist Kraninger mit Hilfe der geschlossen hinter ihr stehenden Republikaner mit 50 zu 49 Stimmen vom Senat gewählt worden. Sie wolle, so Kraninger in einem ersten Statement, die Politik des Übergangschefs Mick Mulvaney fortsetzen. Dieser hatte die Verbraucherschutzbehörde als überflüssig bezeichnet, ihr Budget drastisch zusammengestrichen, wichtige Beiräte aufgelöst, die Regulierung der Finanzbrache massiv zurückgefahren und die Höhe und Häufigkeit von Strafzahlungen bei Verbraucherbetrug deutlich verringert. Wenn Kraninger so weitermacht, wird die 2011 in Folge des Finanzcrashs ins Leben gerufene Behörde endgültig von den Beinen auf den Kopf gestellt. Das zeigt sich allein schon an den Zahlen. Unter der Regierung Barack Obamas brachte die Verbraucherschutzbehörde mit Hilfe des Justizministeriums 71 Strafverfahren gegen betrügerische Finanzinstitute ins Rolle. Unter Donald Trump waren es im gleichen Zeitraum nur 17. Das CFPB ist, so scheint es, eine verbrauchte Schutzbehörde.

 

06-12-2018

Daten sind im Digitalzeitalter die Grundlage aller politischen Propaganda, sie sind der Rohstoff aus dem man glaubt, Wahlsiege destillieren zu können.

Dieser Ansicht sind auch die Demokraten, nur haben sie ein Problem: Ihre Wählerdaten sind quer übers ganze Land verstreut. Ein Teil dümpelt auf den Computern der demokratischen Parteibüros der einzelnen Bundesstaaten herum, ein anderer Teil wird von diversen Wahlwerbungskommitees für ihre Zwecke benutzt, und in der Parteizentrale in Washington liegen auch noch welche.

Damit aber, so die Parteispitze, könne man keine Wahlen gewinnen. Es brauche ein einheitliches System, eine große, gemeinsame Datenbank, betrieben von einem privaten Unternehmen. Zur Begründung heißt es, man könne für eine solche Firma frei von den Einschränkungen der Wahlfinanzierung unbegrenzt Gelder einwerben. Außerdem würde die Zusammenführung der Daten ganz neue Erkenntnisse und Einsichten liefern. Dadurch aber könnten die Wähler noch viel gezielter angesprochen werden. Und dann, ja dann müsste es doch mit dem Teufel (oder dem teuflischen Trump) zugehen, wenn die nächste Präsidentschaftswahl nicht gewonnen werden würde.

Soweit die Theorie. Praktisch läuft es wie immer ganz anders, denn weder die lokalen Parteibüros der Demokraten noch die einzelnen Fundraisingkommitees verspüren irgendeine Lust, ihre Daten an die Parteizentrale zu geben, schon gar nicht, wenn eine private Firma sie kriegt. Dass sie sich zieren ist nachvollziehbar, ich würde die Daten auch nicht rausrücken, schon gar nicht, wenn der oberste Technikfuzzi bei den Demokraten ein datensüchtiger Typ aus dem Silicon Valley ist, der Politik als eine Art Ingenieurswissenschaft der menschlichen Seele ansieht, keinerlei Erfahrung mit Wahlkämpfen hat und mit Vornamen Raffi heißt.

 

05-12-2018

Wer mit grimmigem Gesicht am Weißen Haus vorbei latscht (und nicht der Weihnachtsmann ist), hat in Zukunft ein Problem, denn pünktlich zum Fest haben die dortigen Überwachungskameras Software zur automatischen Gesichsterkennung spendiert bekommen. Bisher trotteten nur ein paar Agenten vom Secret Service mit Fotos durch die Gegend, die sie aufgrund von Beiträgen in sozialen Medien, Presseberichten oder durch Hinweise von "besorgten Bürgern" erhalten hatten. Aber damit ist es jetzt vorbei. Ab sofort wird per digitalem Datenbankabgleich nach denjenigen gesucht, die eine Gefahr für den Präsidenten darstellen könnten. Der Secret Service soll künftig vor allem dazu eingesetzt werden, die gefundenen Treffer abzugleichen, damit nicht doch der Weihnachtsmann eingebuchtet wird. Das ist auch bitter nötig, denn beim letzten Mal ist das mit der automatischen Gesichtserkennung ziemlich in die Hose gegangen. Die American Civil Liberties Union, eine Nichtregierungsorgansation, die sich für die Bürgerrechte stark macht, hatte sich im Juli diesen Jahres Amazons Rekognition-Software besorgt, zu Testzwecken sämtliche 535 Kongressabgeordneten damit erfasst und ihre Gesichter mit 25.000 Verbrecherfotos abgleichen lassen. Und obwohl keiner der Kongressabgeordneten auf den Verbrecherfotos zu sehen war, war sich das Gesichtserkennungsprogramm nach dem Datenabgleich sicher, 28 Übeltäter identifiziert zu haben.

Ob "das System" da vielleicht mehr wusste, als es wissen durfte...

 

04-12-2018

Heute vor einem Jahr hat Donald Trump ein Dekret erlassen, das die Flächen der Naturschutzgebiete Bears Ears und Grand Staircase Escalante in Utah um rund fünfzig bzw. fünfundachtzig Prozent reduzieren soll. Seitdem konnten die Bürger in einem öffentlichen Verfahren Vorschläge und Kritik anbringen, Einsprüche geltend machen oder sich den Plänen anschließen. Die Frist dafür läuft nun aus. Die Pläne der Regierung sind klar: Sie will die "frei" gewordenen Gebiete der Industrie zur Verfügung stellen, damit Bergbauunternemen die unter dem Land liegenden Kohle- und Erzvorkommen ausbeuten können. Auch sollen Straßen gebaut, Jagdreviere geschaffen und der Tourismus angekurbelt werden.

Ob die Bürger diese Pläne unterstützen, wird sich zeigen, ebenso wie mit Einsprüchen und Kritik umgegangen wird. Was mit den über eine Million Stellungnahmen zu den anderen fünfundzwanzig Nationalparks und -denkmälern geschehen ist, die von der Trump-Regierung in ihrer Fläche verkleinert oder ganz abgeschafft werden sollen, ist dagegen bereits bekannt. 99% der abgegebenen Kommentare und Vorschläge richteten sich gegen die Pläne der Regierung. Sie wurden, wie Recherchen belegen, von den zuständigen Mitarbeitern im Innenministerium bei den weiteren Planungen komplett unberücksichtigt gelassen und größtenteils nicht einmal zur Kenntnis genommen.

 

03-12-2018

Donald Trump scheint von der Höhe des von ihm persönlich nach oben gejubelten Verteidigungshaushaltes überrascht. "Die Vereinigten Staaten geben dieses Jahr 716 Milliarden aus. Verrückt!", schrieb er heute auf Twitter.

Und nun? Was soll das heißen? Ist der Mann endlich zur Besinnung gekommen und will die Militärausgaben in Zukunft reduzieren? Oder hat ihm jemand erklärt, wie viel 716 Milliarden eigentlich sind? ("Hör mal, Donnie, das ist das Fünfeinhalbtausendfache deiner Schulden bei der Deutschen Bank!") Oder hat er vergessen, dass er am 13. August den Verteidigungshaushalt eigenhändig unterschrieben hat? ("13. August? Ich dachte, da hab ich das Dekret über den Mauerbau unterzeichnet...")

Keiner weiß es - und die Spekulationen schießen ins Kraut wie die GI's ihre Patronen dereinst in die Krauts.

 

02-12-2018

Alle reden vom Wetter. Ich nicht. Ich rede vom Wettrennen - und zwar demjenigen, das Donald Trumps Kabinettsmitglieder austragen. Es geht um die höchsten Einnahmen im Jahr 2017. Und hier die Gewinner:

 

1. Bildungsministerin Betsy DeVos: 59,4 Millionen Dollar

2. Handelsminister Wilbur Ross: 47,0 Millionen Dollar

3. Finanzminister Steven Mnuchin: 41,6 Millionen Dollar

 

Das meiste Geld haben die drei mit dem Verkauf von Firmenanteilen gemacht, um Interessenskonflikte mit ihren Ministerämtern zu vermeiden. Das nennt man dann wohl die amerikanische Form des Kohleausstiegs.

 

01-12-2018

Der frühere Präsident Georg Herbert Walker Bush ist gestern Abend im Alter von 94 Jahren gestorben. Er wird in den Medien vor allem für seine Verdienste um Amerika und sein Eintreten für die Deutsche Einheit gelobt. Zugleich aber wird er zum großen Trump-Kritiker aufgebauscht, der er nie war. Seine unrühmliche Rolle beim Irak-Krieg fällt dagegen fast hinten runter. Aber so funktioniert die Geschichte im Allgemeinen nun mal, und mit Blick auf Donald Trump ganz besonders. Im Angesicht des präsidialen Riesenrindviehs romantisiert sich die Geschichte wie von selbst, und aus einstigen Schattenkriegern werden kommende Lichtgestalten.

 

30-11-2018

Das US-Außenministerium hat gestern die Genehmigung für ein Waffengeschäft im Wert von 15 Milliarden Dollar mit den Saudis erteilt. Es geht um Raketen, Abschussrampen und Flugabwehrsysteme. Seitdem gibt es einen Sturm der Entrüstung. Donnie dagegen kann die Aufregung gar nicht verstehen. Die Saudis, überlegt er sich, haben diesen Catchshocki doch mit bloßen Händen umgebracht und ihn anschließend zersägt. Sägen hat er den Saudis aber gar keine verkauft, und Hände haben sie selber. Wozu also das ganze Geschrei, die Entrüstung der vielen?

Er weiß es nicht. Er fühlt sich missverstanden. Er schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, dass der Scheitel erzittert, und denkt sich: "Ojemennee! Was ist Präsident-Sein doch für ein undankbarer Job..."

 

29-11-2018

Hochverrat von nied'ren Leuten,

in den Knast mit diesen Meuten,

Clinton, Mueller, Rosenstein,

sollen ins Gefängnis rein,

auch Obama, Clinton, John Podesta,

gehör'n für mich in den Arrest da,

zusammen soll'n sie ewig schmoren,

ich hab den Schlüssel, hab ihn schon verloren.

 

(Aus: Donald Trump: Montage am Mittwoch)

 

28-11-2018

Aktueller Klimareport der USA

Bearbeitungsdauer: 4 Jahre

Beteiligt: 300 Klimaforscher aus 13 Bundesbehörden

Ergebnis: Der Klimawandel wird die USA jedes Jahr Milliarden kosten, wenn nicht endlich mehr dagegen getan wird.

Reaktion von Trump: "Glaube ich nicht."

Begründung seiner Pressesprecherin: "Der Report basiert nicht auf Fakten. Es fehlt an Daten. Wir würden gern etwas mit mehr Daten sehen."

 

Na schön, wie wäre es damit? Datensätze aus dem erklärten Lieblingsbuch des Präsidenten. Da glaubt er auf jeden Fall dran...

 

"Entweiht liegt die Erde unter ihren Bewohnern, denn sie haben Gottes Gesetz übertreten, seine Ordnungen missachtet und den ewigen Bund ungültig gemacht. Darum hat der Fluch die Erde versehrt, und die Bewohner büßen für ihre Schuld. Sie schwinden dahin, von Glut verzehrt. Von den Menschen bleibt nur ein winziger Rest."

 (Jesaja, 24:5)

 

27-11-2018

Wenn es so weitergeht, wird die Nachwelt die First Lady Melania wegen genau vier Dingen in Erinnerung behalten:

1.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2017

2.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2018

3.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2019

4.) Ihre Weihnachtsdekoration im Weißen Haus im Jahr 2020

 

PS: Damit die Erinnerung ein bisschen Farbe bekommt und nicht so schnell verblasst: 2017 war die Deko in glänzendem Alt-Right-Weiß gehalten, während sie 2018 in tiefsattem Commie-Rot strahlt.

 

26-11-2018

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.

 

Alle Welt weiß: Donald Trumps Präsidentschaft schlägt sich nicht nur in seinen eigenen Worten nieder, sondern hat auch Folgen für die Wortwahl seiner Anhänger und Gegner.

Was dagegen nicht alle Welt weiß: Wortwahlen kann man auch zelebrieren. Das hat heute die Redaktion von dictionary.com getan und denjenigen Begriff gekürt, der das Jahr 2018 aus ihrer Sicht am besten charakterisiert. Der Sieger lautet [Trommelwirbel..]: misinformation. Ein Wort, das freilich nicht mit "disinformation" verwechselt werden darf. Denn während "disinformation" das absichtsvolle Erzählen der Unwahrheit bedeutet, ist es bei der "misinformation" egal, ob der Erzähler in böswilliger Intention Mist von sich gibt oder einfach nur aus einem Mangel an Zeit oder Lust die Fakten nicht prüft, sie falsch zusammenfasst oder aus simpler Trantütigkeit die Menschheit mit einem weiteren Pfund Fehlinformationen versorgt.

Allerdings muss sich die "misinformation" den 1. Platz teilen, denn vor einigen Tagen hatten bereits die Oxford Dictionaries ihr Wort des Jahres 2018 gewählt. "toxic" hieß in diesem Falle der Sieger.

 

Zusammenfassung: In der englischsprachigen Welt feiert man - den politischen Neuver(w)ortungen sei Dank - 2018 das Jahr der "toxic misinformation", während sie in China das "Jahr des Hundes" begehen, und in Deutschland eine Jury "Ehrenmann" bzw. "Ehrenfrau" zum Jugendwort des Jahres gewählt hat. Anders ausgedrückt: Dank diverser "Ehrenmänner" (oder "Ehrenfrauen") ist unser blauäugiger Planet auf den vergifteten Hund gekommen, und zwar auf einen, bei dem man nicht weiß, ob sein Schwanzwedeln Mitleid erregen oder von einem bevorstehenden Angriff künden soll.

 

25-11-2018

"Migranten an der Südgrenze dürfen nur dann in die Vereinigten Staaten einreisen, wenn ihre Ansprüche vor Gericht einzeln genehmigt werden."

 

Auszug aus einem Tweet von Donald Trump, 25.11.2018

 

"Versuchen Sie es, in die Exekutive in Washington, einen Anbau des Weißen Hauses, zu gelangen. Polizeibeamte bewachen den Eingang und fragen eingehend nach der Art ihres Anliegens, und nur wenn sie annehmen, daß ein Erfolg möglich wäre, wird Ihnen der Eintritt gütigst gestattet. Sie kommen dann in ein Wartezimmer, in dem sie ein halbes Dutzend auch Audienzsuchende und viele Beamte finden. Aus dieser schon einmal nach Gefallen gesichteten Anzahl wird zwei oder drei besonders Begünstigten der Zutritt gewährt; die andern warten und warten, bis ihnen schließlich beschieden wird: 'Es tut dem Präsidenten leid, aber es ist ihm unmöglich, Sie heute noch zu sehen.'"

 

Ethel Alec-Tweedie: Porfirio Diaz, der Schöpfer des heutigen Mexiko, Behr's Verlag, Berlin 1906, S. 262.

 

24-11-2018

Im Juli hatte Arthur Jones, ehemaliger Anführer der American Nazi Party und seit Jahrzehnten einer der aggressivsten Holocaustleugner, bekannt gegeben, für die Republikaner in Illinois bei den Kongresswahlen anzutreten. Daraufhin empfahl die Führungsriege der Republikaner, den Kandidaten der Demokraten zu wählen. Ein republikanischer Senator twitterte sogar, Jones sei ein "bigotter Blödmann" und solle "keine einzige Stimme bekommen."

Nun, wo die Wahl entschieden und seit einigen Tagen alles offiziell ausgezählt ist, steht fest, dass Jones 56.944 Stimmen bekommen hat. Damit haben 26,5% der Wähler ihr (Haken-)Kreuz bei ihm gemacht.

 

23-11-2018

Donald Trump ist kein historisch denkender Mensch. Er ist einer, der komplett in der Gegenwart lebt und dessen einziger "Rückbezug" die bedeutenden Leistungen sind, die man ihm seiner Meinung nach im großen Buch der Geschichte künftig und für alle Zeiten zuschreiben wird. Ansonsten interessiert ihn die Vergangenheit nicht.

Aber wer weiß, vielleicht ist das ja auch eine Chance, etwas zu lernen. Warum Donald Trump nicht mal zum Vorbild nehmen und die Geschichte ein bisschen mehr ignorieren? Es heißt zwar immer, sie sei dazu da, um aus ihr zu lernen, gemachte Fehler nicht zu wiederholen und die Gegenwart besser verstehen zu können. Aber tatsächlich wird die Geschichte meist nur dazu benutzt, um Vorwürfe zu (re-)konstruieren. Nicht gemeinsames Handeln und Einsicht, sondern gegenseitige Angriffe und Rückschläge - das ist die Dialektik eines Geschichtsbewusstsein, das klaftertief in der Gegenwart steckt und mit seiner Spitze immer schon den nächsten Morgen anbohrt.

Bei Donnie dagegen fungiert der Präsentismus als Präservativ. Er schützt den Präsidenten vor sich selbst und bettet ihn ein in die prästabilisierte Harmonie einer präteriumslosen Zeit.

Warum also - und sei's nur zur Abwechslung - nicht mal diesen Blick auf die Welt präferieren?

 

22-11-2018

Und der Herr sprach: "Sorget euch nicht, 'Trump' ist Teil des Wortes 'Damenstrumpfhose', was soll schon Schlimmes passieren?"

"Amen", sagten die zum Proteste Versammelten, rollten ihre Transparente ein und zogen wie Laufmaschen von dannen.

 

21-11-2018

Die Zahl derjenigen, die sich selbst dem christlichen Glauben zurechnen, sinkt in den USA seit Jahren, von 85% anno 1990 auf 75% anno 2018. Und doch, seit dem Amtsantritt Donald Trumps ist in fast allen Bereichen des Lebens qualitativ ein Erstarken der Religion zu verspüren. Noch der hinterletzte Hinterwäldler fühlt sich inzwischen bemüßigt, öffentlich ein bisschen Gegenaufklärung zu betreiben. Und an vorderster Front: die Impfgegner. Mehrfach schon hat sich Donald Trump mit ihren führenden Vertretern getroffen, über zwanzig Mal in seinen Tweets Partei für sie ergriffen und wiederholt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus hergestellt. Die Folge: Inzwischen mehren sich in den USA die Ausbrüche von Windpocken und anderen Krankheiten. Überall im Land blühen die Gesichter. Aktuell hat es eine Waldorf Schule in North Carolina erwischt. Sie hat die höchste Rate an religiösen Impfverweigerern im ganzen Bundesstaat, und daran wird sich auch nichts ändern, wenn die Sache wieder vorbei und alles bis zur Unkenntlichkeit verheilt ist. Die Impfgegner bleiben in ihren Bläschen wie Donald im Amt - und das Denken verkrustet weiter.

 

20-11-2018

Bezüglich des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi und des Verdachts, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Auftrag dazu gegeben hat, erklärte Donald Trump heute: "Es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Vorfall hatte – vielleicht hatte er das und vielleicht hatte er das nicht!"

 

Das nennt man dann wohl ein Salomonisches Salmanisches Urteil.

 

19-11-2018

Heute hat ein ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Hauses ein neues Enthüllungsbuch über Donald Trump angekündigt. Das Werk soll "Team of Vipers" heißen und im Januar erscheinen. Seinem Verfasser, Cliff Sims, hat es bereits jetzt ein nettes Sümmchen eingebracht.

Ich dagegen fange langsam an, den Überblick über die Enthüllungsbücher von Ex-Mitarbeitern zu verlieren. Inzwischen sind fast schon ein Dutzend davon auf dem Markt. Aber im Grunde ist es mit diesen Büchern wie mit einer Windhose, die Donald Trump mal kurz aus der falschen Richtung erwischt: Die Windhose kommt, fährt mit Schwung unter Donnies festgeföhnten Scheitel und flappt den Haarbatzen einmal quer über den Schädel auf die andere Seite. Der Betrachter weiß, dass es unter der sorgsam gewahrten Fassade ziemlich dünne aussieht, und doch schaut er hin, genießt den Einblick und die plötzliche Offenbarung - und kurz darauf ist alles wieder wie zuvor. Der Scheitel flappt zurück, das Buch wird zugeklappt, der Betrachter nickt kurz mit dem Kopf, und Donnie geht seiner Wege. Das nächste Höschen kann kommen.

 

18-11-2018

Bei den Republikanern brennt die Bude - und zwar wegen E-Zigaretten. Eigentlich war geplant, unter der Trump-Regierung möglichst viele Rauch- und Schmauch-Regulierungen abzuschaffen. Der freie Markt solle über Sein und Nicht-Sein, d.h. Nichtrauchen oder Rauchen entscheiden. In einem ersten Schritt hob die Trump-Administration deshalb im Frühjahr 2017 die Beschränkungen bei E-Zigaretten weitgehend auf und erklärte die neue Freiheit für eine gute Sache, denn dadurch würden viele Raucher ermuntert, von klassischen Glimmstängeln auf elektrische umzusteigen, was nicht nur gesünder, sondern auch der erste Schritt zum Aufhören sei.

Soweit die Theorie. Praktisch hat die Deregulierung dazu geführt, dass die Raucher fröhlich weiter qualmen und Jugendliche, die bisher nicht geraucht haben, sich der E-Zigarette zuwenden. Unterstützt werden sie dabei von einer Industrie, die in den vergangenen anderthalb Jahren passende Geschmackssorten wie "Melone" oder "Früchtemix" auf den Markt gebracht hat. Die Folge: In High Schools hat die Quote der elektrischen Dampfer um 78% zugenommen. Die Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA will nun gegensteuern und den Verkauf einschränken. Ihr Chef, Scott Gottlieb, ist Republikaner - und wegen der angekündigten Maßnahmen bei seinen Parteifreunden plötzlich gar nicht mehr beliebt. Was Gottlieb mache, so heißt es, sei Überregulierung. Er solle seine Vorschläge entweder zurücknehmen oder abdampfen.

 

17-11-2018

Hier ist die Weisheit. Wer Verstand hat, berechne die Zahl des Tieres. Denn es ist die Zahl seiner bisherigen Präsidentschaft in Tagen; die Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

 

16-11-2018

Vor drei Tagen hat sich mein kleines Blogbuch mit dem Big Boy's Business im US-Innenministerium beschäftigt und den Anti-Umweltschutz-Kurs einiger hochrangiger Mitarbeiter nachzuzeichnen versucht, die u.a. für die Nationalparks zuständig sind. Heute nun wechseln wir mal die Seiten und nehmen uns einer einzelnen Dame an. Ihr Name ist Marcy Rockman und sie ist im US-Innenministerium Leiterin eines Programmes, das sich um die Auswirkung des Klimawandels auf die Nationalparks und ihre Kulturstätten kümmert. Das heißt, sie war Leiterin dieses Programmes, denn sie hat ihr Amt aufgegeben, weil sich das Klima im Ministerium verändert hat. Statt die Stätten zu erhalten geht es seit Amtsantritt von Präsident Trump darum, etwas von den Stätten zu erhalten. Etwas, das unter ihnen liegt. Bodenschätze.

 

Die hohen Mitarbeiter haben natürlich auch eine hochgeistige Erklärung parat, warum alles so ist wie es ist und sich die gute Frau Rockman in ihren Augen einfach nur übernommen hat, so sehr, dass sie am Ende nur noch kündigen konnte. Die Sache stellt sich nämlich wie folgt dar: Wenn Zivilisation und Natur miteinander verglichen werden, sagen die hohen Mitarbeiter, dann gilt die Zivilisation als männlich und die Natur als weiblich. Wenn es aber darum geht, die Ressourcen zu managen, dann dreht sich dieses Verhältnis nun einmal um. Das Management der natürlichen Ressourcen wird dann zur Sache der Männer, während das der kulturellen Ressourcen den Frauen obliegt.

 

15-11-2018

Die republikanische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus hat eine Abstimmung über das Ende der amerikanischen Militärunterstützung für Saudi-Arabien verhindert. Begründung: In ein paar Wochen hätten die Demokraten wieder die Mehrheit, dann könnten sie gern über den Jemen diskutieren und auch abstimmen lassen.

Die Erklärung klingt zynisch und sie ist es auch, aber sie ist noch mehr, denn sie zeigt das paradoxe Wesen der Macht: Wenn sie größer wird, schwindet die Moral. Wenn sie kleiner wird, schwindet sie auch, schwindet weiter und schwingt sich zu neuen Tiefpunkten auf.

 

14-11-2018

Die ersten Flüchtlinge aus Mittelamerika haben die Grenze zu den USA erreicht.

Sie beziehen auf mexikanischer Seite Unterkunft in Baracken, Hallen und Zelten.

Die amerikanischen Grenzbeamten beziehen derweil den Zaun mit Stacheldraht.

 

13-11-2018

Während sie in Florida die Stimmen der Senats- und Gouverneurswahlen neu auszählen und - wie üblich - nichts funktioniert, haben andere beim Innenministerium in Washington ganz genau hingeschaut und dadurch auch schon ein Ergebnis. Es lautet: 29,1% Zeit für Treffen mit Vertretern von Naturschutz-NGO's und 70,9% Zeit für Dates mit den Lobbyisten von der Gas-, Öl- und Kohleindustrie. Zumindest sind das die Verhältnisse in den Terminkalendern von sieben "high-level political appointees" des Ministeriums. Es sind die Mehrheitsverhältnisse von Leuten, die niemand gewählt hat, die von keinem Senat bestätigt werden mussten und deren Namen kaum einer kennt. Eingesetzt wurden diese hochrangigen politischen Mitarbeiter von Innenminister Ryan Zinke. Sie sind seine ganz persönlichen gezinkten Karten.

 

12-11-2018

Wär ich bei der Feuerwehr,

es gäbe keine Feuer mehr,

so aber bin ich Präsident und Chef vom Heer,

und erzähl auf Twitter meine Feuer-Mär.

 

Ich tweete, dass in Kalifornien all die Wälder brennen,

weil die Waldmanager pennen,

woraufhin sie mir die digitale Tür einrennen

und laut rufen, ich würd die Lage absolut verkennen.

 

Tja, sag ich dann leis zu mir,

du legst Brände, doch das Löschen war noch nie an dir.

 

(Aus: Donald Trump: Im Dichten vernichten, 2018)

 

11-11-2018

Lange nichts mehr von Steven Mnuchin gehört. Zur Erinnerung: Der Mann ist amtierender US-Finanzminister. Zuvor war er Investmentbanker bei Goldman Sachs, leitete anschließend einen Hedgefond, stieg dann als Produzent ins Filmgeschäft ein und sicherte sich nach der Finanzkrise 2009 zusammen mit anderen die Immobilienbank Indy Mac, die er in OneWest umbenannte und zu einer Art Zwangsversteigerungsanstalt umbaute. Fast 40% aller Immobilien-Zwangsversteigerungen in den USA wurden damals von OneWest durchgesetzt. Mnuchins Geschäftspraktiken waren allerdings derart unlauter, dass der Generalstaatsanwalt von San Francisco ihn 2013 strafrechtlich verfolgen wollte, was aber von der kalifornischen Justizministerin Kamala Harris verhindert wurde. Harris war dann auch die einzige Demokratin, die im Zuge der Senatswahlen 2016 von Mnuchin eine Wahlkampfspende erhielt. Aber warum auch nicht? Geld war genug da. Ein Jahr zuvor hatten Mnuchin und seine Leute die Bank mit einen Gewinn von fast zwei Milliarden Dollar verkauft, und als Mnuchin 2017 Finanzminister unter Trump wurde, schien die Sache mit der Bank und den Zwangsversteigerungen vergessen - bis jetzt. Denn nun ist bekannt geworden, dass Cesar Sayoc, der Mann, der dringend tatverdächtig ist, im Oktober zahlreichen Trump-Kritikern Pakete mit Rohrbomben geschickt zu haben, im Jahr 2009 zu jenen gehörte, die ihr Haus an Steven Mnuchins Bank verloren.

Warum er jetzt Demokraten und ihre Unterstützer in die Luft jagen wollte, weiß ich allerdings nicht. Irgendwie scheint Mr. Sayoc bei seiner eigenen Geschichte etwas missverstanden zu haben.

 

10-11-2018

Am Ende des Tages ist Donald Trump auch nur ein alter Mann, der Angst davor hat, dass seine Welt eine andere werden könnte.

 

09-11-2018

Donnie fliegt heute nach Frankreich, und man kann nur hoffen, dass der Pilot der Air Force 1 Trumps außereheliche Eskapaden nicht zum Anlass nimmt, um das zu tun, was vor einigen Tagen ein Pilot der US-Navy getan hat. Er stieg mit seinem Kampfjet über dem kalifornischen Saltonsee auf und versuchte seine Flugroute so zu wählen, dass sie einen ebenso imaginären wie gigantischen Penis in die Luft zeichnete. Die Sache gelang. Nur leider hatte er nicht mit dem Flighttracker eines Twitter-Users gerechnet, der den Flug aufzeichnete, die Route groß und grün auf einer Karte markierte und das Bild postete. Jetzt wird gegen den Piloten ermittelt, und zwar penibelst.

 

08-11-2018

So geht Business: Die Trump-Regierung verhängt Strafzölle gegen China bezüglich Stahl und Aluminium. Die Chinesen reagieren mit Gegenmaßnahmen bei Nahrungsmitteln. Diese wiederum treffen die amerikanischen Farmer, woraufhin sich das US-Landwirtschaftsministerium bereit erklärt, den Farmern jene Produkte abzukaufen, die sie jetzt nicht mehr an China loswerden. Daraufhin wechseln 144.000 Pfund Schweinefleisch von der Landwirtschaft direkt ins Ministerium.

In den dortigen Cafeterias brüten die Köche bereits über den Rezepten. Am besten wäre es, sie würden das Schweinefleisch süß-sauer machen, denn Smithfield, die "amerikanische" Firma, die der Regierung das Fleisch verkauft hat, gehört in Wahrheit den Chinesen.

 

07-11-2018

Trump sucht einen neuen Justizminister. Er wird mehrere Kandidaten prüfen. Das werden echte Chef-Sessions.

 

06-11-2018

Halbzeitwahlen in den USA. Ergebnis: Große Koalition.

 

05-11-2018

"I have made this country - with you - so great that everybody wants to come in", rief Donald Trump am 18. Oktober seinen Anhängern in Montana zu.

Einen Tag später durchbrachen tausende Menschen aus Mittelamerika in Guatemala einen Grenzzaun, gelangten nach Mexiko und liefen weiter in Richtung USA. Sie waren auf ihrem Weg ins Glück. Sie sind es noch immer. Sie haben inzwischen Mexiko-City erreicht. Sie folgen Donald Trumps eigenen Worten.

 

04-11-2018

Mein kleines digitales Büchlein ist in die Tage gekommen. So sehr, dass es anfangen kann, Blicke auf sich selbst zurück zu werfen. So war vor einem Jahr an dieser Stelle die Rede von Emily Mellencamp Smith, der obersten Fundraiserin der Demokraten, die wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war. Die Republikaner hatten zu diesem Zeitpunkt mehr als doppelt so viel eingenommen wie die Demokraten. Gebracht hat Smith's Entlassung nichts, im Gegenteil, seitdem hat sich der Trend sogar noch verstärkt. In Pennsylvania, Wisconsin, Florida und Michigan, wo es besonders viele umkämpfte Wahlkreise bei den Midterm-Wahlen gibt, steht den Republikanern inzwischen fünf Mal so viel Geld wie den Demokraten zur Verfügung.

 

03-11-2018

Und dann gibt es diese Tage (und sie nehmen zu), an denen ich das Gefühl habe, dass die größte Gefahr für das, was man unsere "Freiheit" nennt, nicht eine Witzfigur namens Donald Trump ist, sondern die humorbefreiten Russen, Araber und Chinesen. Denn eines ist klar: Auf der Rückseite eines Lautsprechers haben die Leisetreter des geräuschlosen Totalitarismus die größtmögliche Ruhe zum Arbeiten.

 

02-11-2018

Man mag die Tatsache ablehnen, ihr widersprechen oder die heilige Vernunft anrufen - es nützt alles nichts. Denn eines muss man Donald Trump lassen: Er spürt, dass Wahlen nicht mehr in einem Land, sondern an seinen Grenzen entschieden werden.

 

01-11-2018

Trump macht's deutlich: Der homo oeconomicus ist nicht der rationale Agent aus den Hörsälen der Wirtschaftswissenschaft, sondern der Irre aus dem Weißen Haus.

 

31-10-2018

"Blöde Juden, sollten beim Gebet lieber ne Knarre statt ne Kippa tragen, dann hätt's keine Toten gegeben."

 

(Aus: Donald Trump: What a Pitty. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

30-10-2018

Der 110 Milliarden-Dollar-Waffendeal mit den Saudis sollte laute Trump 500.000 neue Arbeitsplätze in den USA schaffen. Mitunter sprach er sogar von einer Million Jobs, die verloren gehen würden, wenn die USA den Deal mit den Saudis cancelten.

Tatsächlich aber entstehen nur ein paar hundert neue Arbeitsplätze in den amerikanischen Waffenschmieden. Damit die militärische Aufrüstung der Saudis und die moralische Entrüstung der USA über den Mord an Jamal Khashoggi aber weitergehen können, müssen beide Sachverhalte voneinander getrennt werden. Genau das hat heute Verteidigungsminister Mattis getan, als er erklärte, der Krieg der Saudis im Yemen und der Mord an Khashoggi seien "separate" issues.

 

29-10-2018

An der Grenze zu Mexiko

hat Donald Trump

eine Mauer

aus Wahlurnen aufgebaut.

 

28-10-2018

Tagebücher wissen nichts vom Ende einer Geschichte, sie kennen nicht ihren Verlauf, folgen keinen Thesen, wissen selbst nie wie es weitergeht. Sie sind Synthesen einer natürlichen Fragmentierung, die Meistererzählungen der modernen Welt, Gegenschriften zum Telos der Historiografie.

 

27-10-2018

Trumps Zölle zeigen Wirkung - nur nicht die gewünschte. Statt die amerikanischen Stahl- und Aluminiumproduzenten zu stärken, haben Trumps Einfuhrzölle zur Schwächung der Branche geführt.

Die Aktie der Nucor Corporation, eines der größten Stahlproduzenten der USA, hat seitdem 16,5% an der Börse verloren, was einem Wert von rund 3,5 Milliarden Dollar entspricht. Der Börsenkurs der AK Steel Holding Corporation ist sogar um 29% eingebrochen - der niedrigste Stand seit Mai 2016. Am schlimmsten aber hat es den Aluminiumproduzenten Century getroffen. Seine Aktien sind seit der Einführung der Zölle um mehr als 40% gesunken.

Aber es wäre falsch, allein Donald Trump für den Niedergang verantwortlich zu machen. Die drei Unternehmen gehörten schließlich zu den größten Befürwortern der Zölle und haben Trumps Pläne voll und ganz unterstützt. Das nennt man wohl: The iron(y) of history.

 

26-10-2018

Was haben Australien, Belize, die Kapverden, der Tschad, Chile, die Elfenbeinküste, Kuba, Ägypten, Estland, Georgien, Irland, Jordanien, Libyen, Mexiko, Pakistan, Panama, Südafrika, Singapur, Schweden, Tansania, Thailand, die Türkei, Katar und Saudi Arabien gemeinsam?

Sie haben aktuell keinen amerikanischen Botschafter im Land und auch keinen, der für das Amt nominiert ist.

 

25-10-2018

Das Pentagon darf wieder gehackt werden - und das ganz offiziell und obendrein noch mit Bezahlung durch die Amerikaner. (Normalerweise bezahlen nur die Russen und Chinesen dafür). Egal, "Hack the Pentagon", das Programm zur Erkennung und Beseitigung von Sicherheitslücken in der digitalen Infrastruktur ist jedenfalls wieder am Start, und diesmal hat das amerikanische Verteidigungsministerium sogar noch einen draufgelegt und Kooperationsverträge mit ein paar Nerds aus dem Silikon Valley geschlossen. Die dürfen fortan jeden Tag (und natürlich auch jede Nacht) mit ihren wenig hortikulturellen Hackgeräten im Garten der militärischen Geheimnisse rumgeistern und nach Löchern im Zaun suchen. Wenn sie eins gefunden haben, müssen sie es dem Direktor des Progamms melden, und der lässt es dann zunageln. Für jedes gefundene Loch gibt's Geld. Und falls die Bezahlung schlecht ist, kann man ja immer noch die Russen fragen. Oder die Chinesen. Die suchen immer nach neuen Aufgaben, besonders jetzt, wo sie Trumps Privattelefon gehackt haben und sich Geschichten von ganz anderen Löchern anhören müssen.

 

24-10-2018

Donald Trump kündigt einen Deal mit dem politischen Gegner - und schickt den Vertrag zum Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen in Rente.

Ein Trump-Anhänger kündigt einen Deal mit dem politischen Gegner - und schickt einer Reihe von Demokraten und ihren Unterstützern Paketbomben.

Zwischen Recht und Unrecht liegt oft nur die Laune eines Amtes.

 

23-10-2018

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump, und insbesondere, seitdem Flüchtlinge aus Guatemala versuchen, in die USA zu gelangen, häufen sich in den Vereinigten Staaten die Vorfälle, in denen Menschen, die in der Öffentlichkeit Spanisch sprechen, von anderen aufgefordert werden, Englisch zu reden. Die Empörung in den sozialen Netzwerken ist entsprechend groß. Man habe, so heißt es, eine neue Stufe der Ausgrenzung erreicht.

Allein, unter einem historischen Blickwinkel zeichnet sich ein anderes Bild, denn einstmal waren diese Ausgrenzungen sogar Teil der Politik. So war es zum Beispiel während des Ersten Weltkrieges den in die USA immigrierten Katholiken verboten, sich innerhalb der Kirchen in ihrer Landessprache zu unterhalten. Und auch während des Zweiten Weltkrieges gab es ähnliche Anweisungen. So notiert der im kalifornischen Exil lebende Schriftsteller Thomas Mann im Mai 1944 in seinem Tagebuch: "... auf der Straße Polizeimann, der uns verbot, deutsch zu sprechen."

Protestiert hat Thomas Mann gegen diese Anweisung übrigens nicht. In sein Tagebuch schrieb er hinter den Vorfall lediglich das Wort: "Neu".

 

22-10-2018

"Nationalist: one devoted to his nation, from 'national' in a now obsolete sense of 'patriotic'."

(Online Etymology Dictionary 2018, veröffentlicht in Pennsylvania)

 

"You know what I am? I’m a nationalist. Use that word."

(Donald Trump, heute auf einer Wahlkampfveranstaltung in Texas)

 

21-10-2018

Trump spricht - und nach ihm die Sinnflut.

 

20-10-2018

In den USA ist der Casinobetreiber Sheldon Adelson der größte Einzelspender der Republikaner. Bisher hat er über 112 Millionen Dollar gespendet, damit die Republikaner die Midterm-Wahlen gewinnen. Allein im September waren es 32 Millionen.

In Japan hat die Regierung kürzlich das Verbot von Casinos aufgehoben. Die Lizenzvergabe steht unmittelbar bevor. Sheldon Adelsons Firma, so heißt es, wird bei der Vergabe eine herausragende Rolle spielen.

Zwischen diesen beiden Dingen gibt es eine Verbindung. Sie heißt Donald Trump. Im Februar 2017 traf er den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Casinos waren zu diesem Zeitpunkt in Japan verboten, und es gab weder ein Anzeichen noch einen Anlass, etwas daran zu ändern...

 

19-10-2018

Trumps Sohn Eric hat erklärt, man solle wegen des Mordes an Khashoggi nicht die Beziehungen mit Saudi-Arabien über Bord werfen, denn die USA "haben nicht so viele Freunde im Nahen Osten".

Man muss schon ein ganz armes Schwein sein, wenn man solche Freunde braucht.

 

18-10-2018

Donald Trump Jr. hat heute die demokratische Senatorin Elizabeth Warren (Lieblingsgegnerin seines Vaters) des Plagiats bezichtigt. Die Rezepte, die sie 1984 zum Kochbuch "Pow Wow Chow" beigesteuert habe, seien, so Trump Jr., von einem französischen Koch geklaut, der sie kurz zuvor in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht habe. Dabei handele es sich um "Kaltes Omelett mit Krabbenfleisch" und "Krabbe mit Tomaten-Mayonnaise-Dressing".

(Und ich dachte immer, ich beschäftige mich mit abseitigem Zeug...)

 

17-10-2018

Seit einigen Tagen gibt es DonaldDaters, die Singleplattform für alle, die keine Verabredungen mehr bekommen, weil sie Donald Trump unterstützen. Aber damit ist es jetzt vorbei. Statt mit Krethi und Plethi anzubandeln, treffen sich bei DonaldDater nur HillaryHater. Ich fürchte nur, die haben sich die AGB's nicht durchgelesen, denn verboten sind: Beleidigungen, geschäftliche Werbung und Bigotterie. Einen auf Dicke-Hose-Donald kann hier also keiner machen. Und überhaupt: So wie das klingt, ist das eher eine Webseite für Bernie Believers.

 

16-10-2018

"Mein Freund, der saudische Kronprinz, hat mir soeben am Telefon versichert, dass die Saudis diesen Catchshocki nicht umgebracht haben. Hat gesagt, sie ermorden nur kleine Kinder im Jemen, nicht alte Männer in der Türkei. Das klingt für mich nach einem schlagenden Beweis.

 

PS: Tolle Börsenzahlen heute!"

 

(Aus: Donald Trump: Wenn die Kurse wie die Seelen in den Himmel aufsteigen. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

15-10-2018

Donald Trump hat heute Florida besucht, wo Hurrikan Michael gewütet hat. An seiner Seite war Gouverneur Rick Scott, jener Mann, der in der Vergangenheit einigen seiner Behörden verboten hatte, den Begriff "Klimawandel" zu verwenden.

Bevor er sich mit dem Gouverneur getroffen hat, ist Trump noch schnell mit dem Hubschrauber über die Gegend geflogen, um sich das Ausmaß der Zerstörung zeigen zu lassen. Statt durch die Luft zu fliegen, wäre es allerdings besser gewesen, er wäre in den Ozean gestiegen. Dann hätte er nämlich gemerkt, wie warm die Brühe ist. Und vielleicht wäre ihm dann auch klar geworden, dass warmes Wasser die Grundvoraussetzung eines solch massiven Hurrikanes ist. Denn je wärmer das Wasser, desto größer die Menge an Energie, die ein Sturm aufnehmen kann. Nur dadurch kann er sich zum Hurrikan entwickeln, kann ganze Wohnviertel wegblasen und das, was anschließend noch steht, mit Überschwemmungen und Springfluten bedecken. Aber wahrscheinlich sind derartige Schlussfolgerungen zu viel verlangt von einem Mann wie Donald Trump. Seine Hilfeleistung vor Ort bestand nach der Landung jedenfalls darin, sein präsidiales Wir-werden-das-schaffen-Gesicht aufzusetzen, den Gouverneur zu loben und Wasser an Bedürftige zu verteilen. Gut gekühltes Wasser natürlich.

 

14-10-2018

In den USA erreicht die Wählerregistrierung neue Rekordstände - dank Donald Trump.

In Bayern hat die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl um 8 Prozent zugelegt - dank der AfD.

Man mag von beiden halten, was man will, aber eins steht fest: Polarisierung bedeutet immer auch Politisierung.

 

13-10-2018

Am 28. Februar 2018 vermeldete das Tagebuch, dass Donald Trump nach Berechnungen der neokonservativen Heritage Foundation bereits 64% seiner Agenda erfolgreich abgearbeitet habe. Extrapoliert man diese Daten (28.02. = 404 Tage im Amt = 64% der versprochenen Gesamtarbeitsleistung), so müsste Donald Trump heute, nach 631 Tagen, mit seiner Arbeit fertig sein und zurücktreten. Ist er aber nicht. Stattdessen hat er sich einen neuen Anwalt genommen. Sein Name ist Pat Cippolone und er soll künftig den Präsidenten vertreten. Es sieht also so aus, als würde Trump noch eine Weile bleiben. Eine ganze Weile sogar, denn was Anwälte und Gerichtsverfahren anbelangt, so ist das mit Donald Trump eine schier unendliche Geschichte. Seine Firmen waren bisher in mehr als 3.500 Verfahren verwickelt, und seit Trump Präsident ist, hat er unzählige neue Klagen am Hals. Vermutlich werden sie ihm eines Tages sogar noch welche mit in den Sarg legen, in der Hoffnung, das Jüngste Gericht möge die alten Fälle begleichen.

 

12-10-2018

Donald Trump hat, ohne es zu wissen oder auch nur zu wollen, allein durch seine Existenzweise eine philosophische Frage gestellt. Sie lautet: Ist Vielfalt wirklich ein höherer Wert wenn Einfalt auch ein Weg zur Glückseligkeit ist?

 

11-10-2018

Die 535 Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten bezahlen nur einen Bruchteil der Krankenversicherungskosten, die sie bezahlen müssten, wenn sie nicht gewählte Volksvertreter wären. Sie bekommen bei ihrer Gesundheitsversorgung alle möglichen Vergünstigungen und erhalten darüber hinaus noch kostenlose Zusatzangebote. Zugleich aber wollen die republikanischen Abgeordneten Obamacare immer weiter beschneiden und möglichst ganz abschaffen.

"Pleonexie" nannten die antiken griechischen Philosophen eine Geisteshaltung, in der sich ein "Immer-mehr-haben-Wollen" manifestiert. Ihr Korrektiv war die "Sophrosyne", die für Besonnenheit, Verzicht und Maßhaltung stand. Inzwischen aber hat sich die Korrektivfunktion aufgelöst und in ihr Gegenteil verkehrt. Diejenigen, die immer mehr haben (wollen), fordern jene, die nicht so viel haben (sollen) zum Verzicht auf. Manche nennen das Politik in Zeiten (vermeintlich) knapper werdender Ressourcen. Tatsächlich aber ist es nichts als eine Anmaßung der auf der Sonnenseite Stehenden.

 

10-10-2018

Donald Trump glaubt seit Neuestem an den Klimawandel. Aber nicht daran, dass er menschengemacht ist. Der Klimawandel ist für ihn einfach Teil der Geschichte. Und so ein Klima ändert sich nunmal im Laufe der Jahre. Genau wie die Namen seiner Ehefrauen. Und dabei sind die Weiber mit der Zeit auch immer heißer geworden. Warum sollte das Klima also einen anderen Weg gehen?!

 

09-10-2018

Donald Trump oder Die Verichlichung der Welt.*

 

* Möglicher Buchtitel. Falls jemand einen braucht, kann er ihn haben.

 

 

Das Tagebuch macht bis zum 08.10.2018 Urlaub.

Bis dahin kann man unten durch das Archiv der Gegenwart scrollen.

 

 

02-10-2018

Donald Trump zeigt's einmal mehr: Die größten (und reichsten) Anhänger des "freien Marktes" haben immer nur die Haut anderer zu Markte getragen.

 

01-10-2018

Der frühe Vogel fängt den Wurm,

doch ist das längst nicht mehr die Norm,

denn jeder weiß durch Donalds morgendlich' Perform:

der frühe Vogel erschafft jetzt einen Twittersturm.

 

Das hat Gründe, denn morgens ist er noch in Form,

der Donnie, in seinem weißgetünchten Marmorturm,

er fühlt sich einsam, doch ist die Zahl der Follower enorm,

56 Millionen sind's, was folgerecht bedeutet: 56 Millionen Mal scheißt der Vogel auf den Wurm.

 

30-09-2018

Hätte ich nur ein Wort, um Donald Trumps Politik zu beschreiben, es lautete: erratisch.

 

29-09-2018

Verdammt, schon zwei Wochen nichts mehr zu Donald Trumps Frisur ins Tagebuch geschrieben. Aber was soll ich dazu noch erzählen? Es ist doch schon alles gesagt worden. Außer... außer vielleicht, dass "Scheitel" das jiddische Wort für Perücke ist...

 

28-09-2018

Der Index für das Verbrauchervertrauen, der die Konsumneigung von Privathaushalten misst, war im September in den USA so hoch wie seit achtzehn Jahren nicht mehr. Die Republikaner behaupten, die Zahlen seien so gut wegen Trumps Politik. Die Demokraten sagen, sie seien es trotz seiner Politik. Den 99,9% der Menschen, die keine Politiker sind, ist es egal. Sie haben gewählt, jetzt können sie kaufen.

 

27-09-2018

Donald Trump mag ein Problem für die Gegenwart sein, er ist aber auch eins für zukünftige Historiker. Die sind es nämlich gewohnt, die Aussagen und Handlungen eines Menschen einzubetten - in große Ideengebäude, umfassende Diskurse und große Strukturen. Der Historiker sucht nach Sinn und Kohärenz, aber die findet er bei Trump nicht. Trumps Präsidentschaft lässt sich nur als ungeordnete Abfolge fixer Ideen beschreiben.

 

26-09-2018

Meine Freunde erzählen ständig von irgendwelchen "tollen amerikanischen Fernsehserien." Ich kann nicht mitreden. Ich habe keine einzige von ihnen gesehen. Ich habe weder Netflix, noch Prime, noch einen TV. Ich habe nur mein kleines Tagebuch hier. Aber das genügt mir. Es ist meine eigene Serie. Der Held ist ein Reality-Star. Und wenn meine Freunde fragen, was das Tollste an ihm ist, dann sage ich: seine Tolle.

 

25-09-2018

"War heute bei der UNO. Generalversammlung, hieß es. Aber kein einziger General war da. Fake-Veranstaltung!"

 

(Aus: Donald Trump: FLachwichser! Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

24-09-2018

Ende Mai forderte Donald Trump "massive" Preissenkungen bei Medikamenten. Der Pharmakonzern Pfizer sah daraufhin von geplanten Preissteigerungen ab. Das Weiße Haus nahm es als Beleg für den Erfolg von Trumps Politik. Tatsächlich ist der vermeintliche Beweis nichts weiter als die Nebelkerze eines Dampfplauderers, denn die Zahlen sind aufs Ganze gesehen vollkommen andere: In den Monaten Juni und Juli gab es bei Medikamenten insgesamt 24 Preissenkungen. Ihnen stehen 395 Preissteigerungen gegenüber.

 

23-09-2018

Der Bibel-Lesekreis im Weißen Haus ist noch immer aktiv. Einmal pro Woche treffen sich die drei gottesfürchtigen P's - Energieminister Perry, Verteidigungsminister Pompeo und Landwirtschaftsminister Perdue - zum Studium der Heiligen Schrift. Dazu kommen noch Wohnungsbauminister Carson und Bildungsministerin DeVos. Trump ist nicht anwesend, kriegt aber jede Woche eine Kopie des Unterrichtsstoffes. Aber den ignoriert er. Er liest lieber in der Bibel, die ihm kürzlich die Evangelikalen Christen geschenkt haben, denn da haben einhundert Pastoren eine Widmung für ihn reingepinselt. Sie lautet: "Die Geschichte wird die Größe, die Sie für Generationen gebracht haben, registrieren."

Das ist natürlich kompletter Irrsinn, aber immerhin wird die Geschichte nach dieser Widmung die kriecherische Kleingeistigkeit jener einhundert Pfaffen registrieren, die - statt Loblieder auf Dyslexic-Donald zu dichten - sich besser mal das Ende von Matthäus 6:24 zu Gemüte geführt hätten, denn da steht: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."

 

22-09-2018

Während ich mich immer noch frage, wie jemand wie Donald Trump Präsident werden konnte, fragt er sich wahrscheinlich immer noch, wie es denn möglich war, dass er nicht schon viel früher in dieses Amt gekommen ist. Den Raum dazwischen füllt dieses Tagebuch.

 

21-09-2018

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA betrug Ende vergangener Woche 201.000. Das ist der niedrigste Wert seit dem 15. November 1969 - ebenjenem Tag, an dem die Vereinigten Staaten auf einem ganz anderen Gebiet einen Höchstwert erreichten. Damals, am 15.11.1969, fand die größte Anti-Kriegs-Demonstration in der Geschichte der USA statt. Allein in Washington versammelte sich eine halbe Million Menschen, um gegen den Vietnam-Krieg zu protestieren. Im ganzen Land waren es rund zwei Millionen, die auf die Straße gingen. Und heute? Da unterstützen die USA Saudi-Arabien in einem barbarischen Krieg im Yemen, dem bereits über 16.000 Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Eine Reihe von Politikern und Militärs wollte die Unterstützung für die Saudis jetzt stoppen, aber dann hat "Verteidigungs"minister Mike Pompeo erfahren, dass damit US-Waffenverkäufe im Wert von zwei Milliarden Dollar gefährdet wären - und da hat er ihre Bedenken vom Tisch gewischt. Amerikanische Rüstungskonzerne wie Raytheon können also weiter Waffen und Munition in riesigen Mengen produzieren - und die Zahl der Erstanträge wird weiter sinken.

 

20-09-2018

Die Trump-Regierung will künftig nur noch 30.000 Migranten pro Jahr aufnehmen. Aktuell sind es 45.000, unter Obama waren es mehr als doppelt so viele. Und selbst das ist nur ein Bruchteil derer, die es versuchen. Allein sechs Millionen Menschen stellen jährlich einen Antrag auf eine Green Card - und daran ändern auch Trumps Tiraden und seine Abschottungspolitik nichts. Amerika ist und bleibt für viele ein Sehnsuchtsort. "Emigration" ist für sie ein Anagramm für "Ort in Magie."

 

19-09-2018

Nur für die Statistik: Die Zahl der Pressegespräche im Weiße Haus ist unter Trump deutlich zurückgegangen. Verglichen mit der Zeit unter Obama findet nur noch ein Drittel an Frage-und-Antwort-Stunden statt. Wobei die Stunden keine Stunden mehr sind, denn auch die Gesprächsdauer ist gesunken. Von einstmals sechzig Minunten auf gerade noch zwanzig. Aber warum auch nicht? Das Zeitalter der Reduktion liebt das Sparen, nicht das Sparring.

 

18-09-2018

Die Vereinigten Staaten sind eine zerrissene Nation - und der heutige Tag zeigt es mal wieder. Trumps Ex-Affäre Stormy Daniels veröffentlicht ein Buch und berichtet darin ausführlich über Donnies Fleischpeitsche. In Berkeley/Kalifornien verkündet derweil der Stadtrat, dass auf kommunalen Veranstaltungen, die montags stattfinden, künftig nur noch veganes Essen angeboten werden darf.

 

17-09-2018

Donald Trumps neue Reality-TV-Show läuft in China und den USA, hat Milliardenquoten und trägt den Titel: "Der Zollstreckungsbeamte".

 

16-09-2018

Das älteste Kernkraftwerk der USA hat heute seinen letzten Arbeitstag.

Kernschmelz-Donnie seinen 604.

Bleiben noch 856 Tage, bis der Reaktionär abgeschaltet wird.

 

15-09-2018

Wirbelstürme kommen, Wirbelstürme gehen. Donald Trumps Frisur bleibt.

 

14-09-2018

Paul Manafort: Erst war er Donnie's Paul-US, jetzt ist er sein Saulus. Und das alles wegen der Russ'. Es ist ein Verduss, er erzählt nur noch Stuss, weil er's durch Mueller so muss. Doch für Donnie, den Primus, ist noch lange nicht Schluss.

 

13-09-2018

War Donald Trump jemals so richtig richtig traurig?

 

12-09-2018

Die Pyramiden der Macht werden von Grund auf gebaut - und die Lobby befindet sich immer unten im Gebäude. Denn da lässt sich's wandeln und Verbindungen knüpfen, zwischen den Netzen der Macht. So wie es zum Beispiel Jeff Miller tut, ehemaliger Berater von Energieminister Rick Perry. Miller baut seine Lobbyfirma aus, die er nach dem Amtsatritt von Präsident Trump gegründet hat. inzwischen beschäftigt er mehrere hochrangige Ex-Mitarbeiter aus dem Weißen Haus. Zu seinen Kunden gehören die wichtigsten Widerlinge des Wirtschaftssystems: Dreckschleudern wie Dow Chemical, private Gefängnisbetreiber wie Core Civic oder Branchenverbände wie die Pharmaceutical Research and Manufacturers of America, die für die extrem hohen Medikamentenpreise in den USA verantwortlich sind.

Die Wandelhallen rund um die großen Pyramiden der Macht sind für Leute wie Jeff Miller die perfekten Orte zur klandestinen Verwandlung der Welt.

 

11-09-2018

Bei den Demokraten stellen weiße Männer erstmals nicht mehr die Mehrzahl der Kandidaten für die nächsten Wahlen zum US-Repräsentantenhaus. Die Republikaner sehen schwarz.

 

10-09-2018

Die Trump-Regierung will der heimischen Industrie erlauben, künftig wieder mehr Methan in die Luft zu blasen. Aber die Industrieunternehmen sind nicht die einzigen, die's wieder kräftig rauchen lassen dürfen. Seit Juli müssen die us-amerikanischen Farmer den Methanausstoß ihrer Kühe nicht mehr protokollieren, und seit Januar 2017 gelten feuchte Fürze aus Regierungsbehörden generell als Zeichen dafür, dass die Verdauung alter Umweltschutzregeln perfekt funktioniert. Den eigenen Wind riecht eben jeder gern.

 

09-09-2018

Donald Trump mag Milliardärparaden.

 

08-09-2018

Trumps ehemaliger Wahlkampfberater George Papadopoulos muss ins Gefängnis. Eine Falschaussage hat ihn reingebracht, ihre reumütige Richtigstellung die Haftzeit aber deutlich verkürzt. George Papadopoulos muss nur für 14 Tage in den Knast. Mit anderen Worten: Wenn er mit einem Bein drin ist, ist er mit dem anderen schon wieder draußen. Dazwischen aber wird er eine Wandlung vollziehen und sich anschließend unter einem anderen Triumphator ein neues Leben aufbauen. George Papadopoulos wird in Zukunft George Papadoubleweek heißen.

 

07-09-2018

Der Maulwurf kann das Maul nicht halten,

er wirft sich auf in Zeitungsspalten,

und nieder dann im Weißen Haus,

wie, fragt ein jeder, geht die Geschicht' wohl aus?

 

Wird er gefunden, ausgegraben?

(Dann wird sich Donnie an ihm laben.)

Oder bleibt er gut versteckt?

(Und hat schon wieder etwas ausgeheckt.)

 

Noch weiß es keiner, kann es niemand sagen,

wie die Geschicht' in diesen Tagen,

weitergeht und sich entwickelt,

ein jeder blind - und alles so verdammt verfrickelt.

 

06-09-2018

Nur ein Gedanke: Wenn Putin die amerikanischen Präsidentschaftswahlen manipuliert hat, dann vielleicht weniger, weil er Trump ins Amt bringen wollte, als vielmehr deshalb, weil das der einzige Weg war, selbst in das Amt zu kommen, das er so gern hätte und doch niemals haben wird. Denn Putin weiß um seine Macht und ihre Grenzen - und ist gelangweilt von dem, was er hat. Trump dagegen kennt seine Macht im Grunde nicht und glaubt auch nicht an irgendwelche Einschränkungen - und das geilt ihn auf. So gesehen wäre Putins Strippenzieherei nichts weiter als eine Reaktion auf eine in seinen Augen falsche Rochade des Schicksals, ein Vollzug nach dem Vollzug, die ebenso späte wie vergebliche Rache eines Fatalisten am Fatum. Aber das kann er der Marionette in Washington natürlich nicht erzählen, schließlich hält die sich für den Regisseur der Inszenierung.

 

05-09-2018

"Dieser verdammte Kaepernick hat Nike gekapert. Die beiden sollten in Zukunft Kapernick und Kaepernike heißen. Werde dafür sorgen, dass sie sportsmordsmäßigen Ärger kriegen. Hab schon ne super Hashtag-Idee: #fickdichinsnike".

 

(Aus: Donald Trump: Die Siegesgötzin. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

04-09-2018

Senatsanhörung des von Trump für den Obersten Gerichtshof nominierten Brett Kavanaugh. Worüber geredet werden wird, ist allerdings noch nicht ganz klar. Das US-Justizministerium hat nämlich über 100.000 Seiten aus der Zeit von Kavanaughs Arbeit als Rechtsanwalt im Weißen Haus unter George W. Bush nicht freigegeben. Die Senatoren haben trotzdem was zu lesen bekommen. Ihnen wurden 42.000 Seiten mit Dokumenten von und über Kavanaugh zugestellt - einen Tag vor der heutigen Anhörung. Das Motto der Demokraten lautet deshalb: Querlesen gegen rechts.

 

03-09-2018

Labor Day in Trumpistan, das heißt: sinkende Reallöhne, Abbau von Arbeitsschutzmaßnahmen, politischer Druck auf die Gewerkschaften. Eine Erfolgsgeschichte. Denn für Donnie gilt: Labor Day ist, wenn die Arbeiter laborieren.

 

02-09-2018

Die im US-Außenministerium vor zwei Jahren eingerichtete Einheit zur Bekämpfung von Wahlmanipulationen hat noch immer kein Budget. Vierzig Millionen Dollar waren vorgesehen, laut aktuellem Haushaltsplan sollen es aber nur noch zwanzig Millionen sein. Angekommen ist bisher kein einziger Cent. Wahrscheinlich hat sich das Geld nach Russland getrollt.

 

01-09-2018

Trauerfeier für John McCain in Washington. Alle sind da, nur Donnie nicht. Er spielt Golf in seinem Club in Virginia. Am 18. Loch liegt sein Ball im Bunker, er schlägt ihn raus, Sand stiebt auf. Und Donnie denkt sich: Da, wo's gestaubt hat, ist die Hauptstadt.

 

31-08-2018

Donald Trump Jr. wünscht sich eine neue, konservative Version von Facebook. Einen Namen für das rechte soziale Netzwerk hat er noch nicht. Aber wie wär's mit Racebook?

 

30-08-2018

Trump will sich die politische Unterstützung der Kirchenoberen bei den anstehenden Kongresswahlen im November sichern. Man könnte auch sagen: Er versucht die Christenführer festzunageln wie die Römer dereinst Jesus am Kreuz.

 

29-08-2018

In Florida hat sich bei den Gouverneurs-Vorwahlen der Demokraten mit Andrew Gillum ein Kandidat durchgesetzt, der von Bernie Sanders unterstützt wird. Das ist noch nicht oft passiert, aber es scheint, als treibe Trump die Demokraten langsam nach links. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Republikaner wieder kollektiv rot sehen und von einer sozialistischen Unterwanderung Amerikas warnen. Und diesmal haben sie sogar eine Zahl, die sie als Warnschild groß auf die Leinwände ihrer Wahlkampfarenen projizieren können. Laut einer repräsentativen Gallup-Umfrage sehen 57% der Demokraten den Sozialismus als etwas Positives an.

 

28-08-2018

Donald Trump hat "Trump News" gegoogelt und war über die negativen Schlagzeilen überrascht. Aber was hatte er denn erwartet? Wenn sich Gockel selber googeln, können sie nun mal nicht davon ausgehen, dass das Ergebnis eierlegende Wollmilchsäue sind.

 

27-08-2018

"Habe den Palästinensern gerade 200 Millionen Dollar Hilfsgelder gestrichen. Jetzt haben sie kein Geld mehr, um sich Molotowcocktails zu bauen. Aber ich hab's nicht wegen Israel getan, sondern wegen mir. Ist ne ganz einfache Rechnung. Wenn die palästinensischen Mollis wegfallen, werden riesige Benzinmengen frei und überschwemmen den Weltmarkt. Dann gibt es ein Überangebot, woraufhin in Amerika die Spritpreise sinken und meine Umfragewerte steigen. Eine bessere Entwicklungshilfe kann's für mich gar nicht geben."

 

(Aus: Donald Trump: Geldhahn zu, Benzinhahn auf - und ab die Post nach Palästina. Unveröffentlichte Twitterbeiträge)

 

26-08-2018

Donnie macht keine Politik, Donnie macht Deals.

Deals sind die politischen Ideen der Ignoranten.

 

25-08-2018

Der Unterschied zwischen dem heute verstorbenen John McCain und Donald Trump bestand darin, dass der eine Eier hatte und der andere selbige immer nur in die Pfanne zu hauen versucht.

 

24-08-2018

87% der Republikaner sind mit Donald Trumps Amtsführung zufrieden. Die anderen 13% nutzen zur Meinungsbildung noch andere Quellen als Trumps Twitternachrichten.

 

23-08-2018

Trump hält sich für too big to fail. Melania dagegen nennt ihn too fat to nail.

 

22-08-2018

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat im neuen Riesenhaushalt auch ein paar Millionen Dollar für die Entwicklung von "Roboter-Barmännern" und "automatischen Selbstbrauanlagen" eingeplant. Es ist nicht das erste Mal, dass die Millionen im Verteidigungshaushalt fließen wie sonst nur das Bier in Studentenclubs. Wobei das mit den Studentenclubs nicht nur so dahergeredet ist, schließlich hat das Ministerium 2016 zusammen mit der National Science Foundation ein "gemeinsames Bierzustellungsprojekt mit Robotern" finanziert und dafür am Massachusetts Institut of Technology einen Laborraum in eine Bar verwandelt.

Aber jetzt regt sich Protest. Einige Senatoren wollen Studien über Selbstbrauanlagen und Tests mit Roboter-Barmännern nicht länger finanzieren, zumal das Vorzeigeprojekt - der Maker Shaker - bereits kommerziell erfolgreich ist und auf Kreuzfahrtschiffen eingesetzt wird. Also haben sie eine entsprechende Gesetzesänderung beantragt. Diese Spülverderber!

 

21-08-2018

Alle kommen ins Gefängnis,

nur Donnie nicht, der kommt - in Bedrängnis.

 

20-08-2018

"Die Zinsen sind zu fed!"

(Donald Trump bei seiner Kritik an der US-Notenbank).

 

19-08-2018

Tagebücher sind Tragetücher für Leute, die ihre Kinder aus dem Kopf raus gebären.

 

18-08-2018

Nur zur Information: Die 500 Pfund schwere, lasergesteuerte MK 82-Bombe, die vergangene Woche im Yemen vierzig Kinder in Stücke gerissen hat, wurde von Lockheed Martin in den USA hergestellt und im Rahmen eines Deals an Saudi-Arabien verkauft. Eigentlich hatte Barack Obama Ende 2016 verboten, solche Waffen an die Saudis zu geben. Aber die Trump-Regierung hatte das Verkaufsembaro im Frühjahr 2017 wieder aufgehoben, mit der Begründung, Saudi-Arabien müsse sich selbst verteidigen können.

 

17-08-2018

Frage: Wie nennt man es, wenn sich ein Präsident eine Heerschau mit ganz großem Aufmarsch wünscht, sie aber nicht bekommt?

Antwort: Militärpar-adé.

 

16-08-2018

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle im politischen Betrieb: Männer, die sich um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus bewerben, erhalten im Schnitt 17% mehr Wahlkampfspenden als Frauen. Aber ein paar gallische Dörfer gibt es auch in Amerika. In den Wahlkreisen, die traditionell eher links wählen, haben die Frauen die Spendennase vorn. Trotzdem werden laut aktuellen Umfragen nur 12 von 154 weiblichen Bewerberinnen Chancen auf einen Sieg in ihrem Wahlkreis eingeräumt. Die Seilschaften der Geschichte sind eben länger als die Kontoauszüge in den Wahlkampfkassen.

 

15-08-2018

Eines muss man Donald Trump zugutehalten: Im Gegensatz zu anderen Politikern hat er sich während seiner gesamten Präsidentschaft noch nicht ein einziges Mal über das strunzlangweilige Thema "Idendität" ausgelassen. Selbst seine Twittertiraden sind frei davon. Es gibt keine Brüche, keine Suche, keine Verwerfungen, nichts dergleichen. Der Mann ist mit sich im Reinen, so viel ist klar.

 

14-08-2018

"Allter, ich werde allmächtig!"

(Erster Satz in Donald Trumps Space Force Programm.)

 

13-08-2018

Die NASA fliegt zur Sonne. Es ist das erste Mal, dass eine us-amerikanische Behörde jemanden einen Besucht abstattet, den Donald Trump zuvor noch nicht beleidigt hat.

 

12-08-2018

Ivanka ist gegen Rassismus.

Donald ist gegen Rassismus.

Und wenn Melania wüsste, was Rassismus ist, wäre sie auch dagegen.

Also, wenn der Rassimus jetzt nicht verschwindet, dann weiß ich auch nicht...

 

11-08-2018

Das nächste Enthüllungsbuch über Donald Trump kommt auf den Markt. Die zentrale These lautet: Der Kaiser mit den neuen Kleidern ist in Wahrheit nackt. Die Erkenntnis reicht für Platz 1 in der Bestsellerliste. Von wegen, Lesen bildet.

 

10-08-2018

Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei beginnen sich abzugülen.

 

09-08-2018

America First Energy Konferenz in New Orleans. Neben den üblichen Verschwörungstheoretikern und reaktionären Think Tanks sind auch Vertreter des Weißen Hauses und des US-Innenministeriums anwesend und hören, was gesagt wird. Und es wird einiges gesagt. Die Sprecher der Konferenz leugnen den Klimawandel, preisen Kohle und Öl und erfreuen sich an den gelockerten Umweltschutzauflagen. Und überhaupt: Wenn alles dereguliert und dem freien amerikanischen Markt überlassen wird, wird sich das mit den Temperaturen, den Wetterextremen und dem steigenden Meeresspiegel schon einpendeln. Wird es ganz bestimmt.

 

08-08-2018

Donald Trump, der Mann, der anderen gerne Einläufe verpasst, bekommt neue Toiletten. Die alten Schüsseln im Weißen Haus haben schon 40 Jahre auf dem Buckel und damit mehr als genug Ärsche gesehen. Außerdem geht es darum, Amerika selbst dann groß zu machen, wenn der Präsident mal groß macht. Es gilt schließlich eine Tradition zu bewahren. Es war nämlich Präsident Jefferson, der im Jahre 1801 im Weißen Haus Innentoiletten installieren ließ. Sie hatten sogar eine Wasserspülung, die mit Regenwasser funktionierte, und waren damit die ersten ihrer Art. Kein Scheiß!

 

07-08-2018

Sanktionen sind für Donald Trump was Heiliges.

 

06-08-2018

In Kalifornien brennen die Wälder. Aber Donnie hat die Lösung. Mehr Wasser muss her. Und mehr Bäume müssen weg. Und die strengen kalifornischen Umweltgesetze können bei der Gelegenheit auch gleich mit wegrasiert werden.

Derweil wüten die Feuer weiter. Viele davon in der Nähe von Seen mit Rekordwasserständen. Wasser ist also nicht das Problem. Und Brandschneisen schlägt man in Kalifornien auch schon seit 100 Jahren. Nur der Klimawandel, der ist neu. Aber für den hat Donnie keine Lösung. Doch die braucht er auch nicht, denn für ihn existiert der Klimawandel nicht. Kein Wunder. Donnie kennt nur Phänomene, keine Ursachen. Er sieht brennende Wälder, aber nicht die durchglühte Erde. Aber wie auch?! Erde brennt in Donnies Welt nicht.

 

05-08-2018

Marokko importiert ab sofort amerikanisches Geflügel.

Hühnerbrüste in Militäruniformen werden folgen.

 

04-08-2018

Die Überlebenden des Parkland-Schulmassakers haben im Rahmen ihrer zweimonatigen Tour durch die USA heute vor dem Hauptquartier der NRA in Fairfax protestiert.

Die Reaktion der NRA war die Übliche. Man wolle Amerikas Bürger wehrlos machen, sagten ihre Vertreter und erklärten, sie hätten laut dem 2. Zusatzartikel zur Verfassung das Recht, Waffen zu tragen. Dass der Waffenbesitz laut diesem Artikel "well-regulated" sein soll, sagten sie nicht.

 

03-08-2018

Das arme Schwein, das eines Tages Melanias Biografie schreiben muss, hat nur eine Quelle für sein Buch. Es ist die permanente Interpretation des Nichts - und aus der muss er alles machen. Melania ist die Unmöglichkeit einer Biografie in Worte gefasst.

 

02-08-2018

"Ich bin ein Faktenbodychecker."

 

(Aus: Donald Trump: Schlittschuhlaufen mit der Realität. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

01-08-2018

Donald Trump macht Druck. Entweder enden die Mueller-Sessions oder die Sessions-Sessions. "Tertium non datur!"*

 

* Lateinisch für: "Einen anderen Terzmacher als mich gibt es nicht!"

 

31-07-2018

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Donald Trump hat es nach anderthalb Jahren im Amt geschafft, seinen Kandidaten für den Posten des obersten Wissenschaftsberaters zu benennen. Aber das ist nicht das Wunder, denn das besteht darin, dass er jemanden nominiert hat, bei dem es mal keine wilden Proteste gibt. Im Gegenteil, alle scheinen den Kerl zu mögen. Sogar die Klimaforscher applaudieren. Einer der üblichen reaktionären Rednecks scheint der Kerl jedenfalls nicht zu sein. Und sein Name deutet auch eher auf einen ruhigen und besonnenen Typen hin. Er heißt Droegemeier. Sein Vorname lautet allerdings Kelvin. Und wer Kelvin heißt, der muss fast schon Meteorologe sein. Und das ist er dann auch. Aber Kelvin Droegemeier hat noch einen weiteren Bonus: Er hat sich jahrzehntelang mit Wirbelstürmen und extremen Wetterumschwüngen beschäftigt, und jetzt kann er sie endlich mal live und in Farbe studieren - im Weißen Haus, Amerikas oberster Donnerwetterstation.

 

30-07-2018

Atomvertrag gekündigt ✓

Präsident beleidigt ✓

Mit Krieg gedroht ✓

Alle Verbindungen mit dem Iran gekappt ✓

Ergo: Keine Vorbedingungen mehr, kann Rohani jetzt treffen.

 

(Aus: Donald Trump: Freihandeln, Washington D.C. 2018)

 

29-07-2018

Sonntagmorgen. Halb Amerika sitzt in der Kirche, die andere Hälfte ist auf dem Schießstand. Nur Donald Trump macht eine Ausnahme. Er sitzt im Bett und twittert sich die Finger wund. Schimpft gegen seinen früheren Anwalt Michael Cohen. Droht mit Stilllegung der Regierung wenn der Kongress seinen Immigrationsplänen nicht zustimmt. Und macht aus den Medien mal wieder eine gigantische Fake News-Industrie. Weil aber Sonntag ist und alle Leute was Schönes tun (Schießen) oder zumindest mit ihren Kumpels abhängen (in der Kirche), will auch Donnie nicht zurückstecken. Also preist er seine Erfolge in der Wirtschaftspolitik. Und erklärt, er habe höhere Zustimmungswerte als jeder andere republikanische Präsident vor ihm. Dass das nicht stimmt, ist ihm egal. Es ist schließlich Sonntag, da hat sich der Herr freigenommen und achtet nicht auf die Fakten, sondern erfreut sich am Ballern und Beten.

 

28-07-2017

Die ganze Welt ist durch Donald Trumps Handelskrieg von der Idee besessen, amerikanischen Produkten den Zugang zum eigenen Markt zu verwehren. Die ganze Welt? Nein! Argentinien öffnet seine Märkte und Mägen und importiert amerikanisches Schweinefleisch. Zum ersten Mal seit 26 Jahren. Aber es gibt Widerstand. Die kleine, von einem unbeugsamen Gaucho regierte Provinz La Pampa will die Vereinbarung torpedieren und nur lokales Fleisch erlauben. Ihr Gouverneur findet, die amerikanischen Importe seien eine Sauerei für eine Rindernation

 

27-07-2018

Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA will die Produktion der besonders dreckigen Glider-Trucks wieder begrenzen. Damit widerruft Interimschef Andrew Wheeler eine der letzten Anordnungen seines Vorgängers Scott Pruitt. Aber nicht, weil Wheeler plötzlich sein ökologisches Bewusstsein entdeckt hat, sondern weil 17 Bundesstaaten Klage gegen die Dreckschleudern eingereicht haben. Denn das ist die Umweltpolitik in den USA seit Donald Trump. Nicht zwei Schritte vor und einen zurück, sondern zwei zurück und, wenn's nicht anders geht, wieder einen nach vorn.

 

26-07-2018

Im September 2017 fragten drei Kongressabgeordnete den US-Sonderbeauftragten für den Aufbau in Afghanistan, wie viel Geld durch Verschwendung, Betrug, Misswirtschaft sowie fehlerhafte und sinnlose Maßnahmen seit Gründung der Aufsichtsbehörde im Jahre 2008 vergeudet worden ist. Jetzt, nach zehn Monaten Arbeit, kam seine Antwort: Es sind 15,5 Milliarden Dollar. Allerdings, so der Sonderbeauftragte, sei das wahrscheinlich "nur ein Bruchteil der tatsächlichen Verschwendung." Von den 764 untersuchten Projekten wiesen jedenfalls 643 Unregelmäßigkeiten auf. Am schlechtesten schnitten die us-amerikanischen "Stabilisierungsprogramme" ab. Sie führten laut der Analyse "zu einer Konfliktverschärfung, Zunahme an Korruption und verstärkter Unterstützung für die Aufständischen". Man könnte auch sagen: Für die Taliban sind die amerikanischen Stabilisierungsprogramme die perfekte Form der vielgepriesenen Hilfe zur Selbsthilfe.

 

25-07-2018

Bisher mussten in den USA Firmen, die im Zuge ihrer Geschäftstätigkeit öffentlichen Grund und Boden schädigen, dafür zahlen oder Ausgleichsflächen schaffen. Diese "compensatory mitigation" genannte Praxis soll nach Plänen des US-Innenministeriums nun freiwillig sein. Passend dazu ist die Regierung von Donald Trump gerade dabei, das Gesetz zum Schutz bedrohter Arten zu überarbeiten. Firmen sollen künftig leichter Zugang zu geschützten Gebieten haben, um darin arbeiten oder auf andere Weise ihren Geschäften nachgehen zu können.

Die Zahnräder der Zerstörer beginnen, ineinander zu greifen.

 

24-07-2018

Donald Trump - vier Geschwister und trotzdem Einzellkind.

 

23-07-2018

Donald Trump hat auf dem Gelände des Weißen Hauses eine große Produkt-Show eröffnet. Er sagte: "Wir sind heute hier, um die großartigsten Produkte der Welt zu feiern - Produkte, die mit amerikanischem Herzen, amerikanischem Schweiß und amerikanischem Stolz gemacht worden sind."

Anschließend wurde das Bett, in dem Donald Trump gezeugt wurde, hereingetragen. Trump legte sich hinein und steckte sich die Ausstellungsnummer 1 ans Revers.

 

22-07-2018

"MAKE AMERICA GROSSBUCHSTABIG AGAIN!"

 

(Aus: Donald Trump: IrAnfänger. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

21-07-2018

Machtmensch mag Model mit mächtigen Möpsen.

Model mit mächtigen Möpsen mag mächtigen Mann.

Mithin: Mächtiges Mopsegehopse.

 

Machtmensch meets Mittelklasseanwalt Michael.

Mittelklasseanwalt Michael muss Mopsehopsedame mundtot machen.

Mittelklasseanwalt Michael macht's.

 

Machtmensch makellos, macht Megakarriere.

Michael misstrauisch, macht Mitschnitt.

Mist. Mist. Mist. Mist. Mist.

 

20-07-2018

Das Schulmassaker von Parkland, der anschließende "March for Our Lives" und die seit Juni quer durchs Land führende Tour von Schülern, die das Massaker überlebt haben und sich nun für ein strengeres Waffenrecht einsetzen, haben in den USA zu einem deutlichen Anstieg der Wählerregistrierungen geführt, besonders bei jungen Leuten. Aber das ist nur die eine Seite, denn auch die NRA ist aktiv. Sie hatte in den 30 Tagen nach dem Massaker die meisten Spenden ihrer Geschichte bekommen, und erhält seither weiter Monat für Monat Millionen. Und das ist erst der Anfang, denn seit Kurzem muss die NRA die Namen von Spendern, die 5.000 Dollar oder mehr geben, nicht mehr bei der Bundessteuerbehörde melden...

 

19-07-2018

Kathleen Kraninger soll nach dem Willen Donald Trumps künftig die amerikanische Verbraucherschutzbehörde leiten. Allerdings hat sie keinerlei Qualifikationen auf diesem Gebiet. Aber das ist bei einem wie Donald Trump eher ein Grund als ein Hindernis. Und selbst wenn er sich darüber nicht im Klaren ist, kann er sich sicher sein, dass er mit dieser Politik nur jene gute alte Tradition fortführt, die Präsident Warren G. Harding vor knapp 100 Jahren etabliert hat.

Harding verschaffte vollkommen unqualifizierten Leuten hohe Posten in seiner Regierung. Einstellungsgründe waren unter anderem, dass die Person mit ihm verwandt war oder zumindest mal neben ihm gewohnt hatte. Es reichte aber auch aus, wenn ihm derjenige einst die Zeitung zugestellt hatte, sein Allgemeinarzt gewesen war oder im Urlaub einfach im selben Hotel gewohnt hatte.

Aber Trump und Harding haben noch eine weitere Gemeinsamkeit (abgesehen von den üblichen außerehelichen Affären). Sie hatten beide Probleme, bei ihren Reden verstanden zu werden. Hardings Ansprachen strotzten vor Fehlern, Verdrehungen und Sinnenentstellungen. Seine Grammatik wäre wahrscheinlich völlig entgleist, wenn sich Russland schon damals in die Wahlen eingemischt hätte, would(n't) it?

 

18-07-2018

All jene, die sich wünschen, dass erwachsene Menschen die Welt öfter mit den Augen eines Kindes betrachten, sollten daran erinnert werden, dass genau das gerade jemand tut - und dass dieser Jemand Donald Trump ist.

 

17-07-2018

In den USA bekommt Trump wegen seines Treffens mit Putin unterirdisch schlechte Kritiken. Aber ihm kann das egal sein, denn was für ihn zählt, ist sein Konto für die Wiederwahl - und das wächst überirdisch gut. Zwischen April und Juni haben Donald Trumps Fundraising-Komitees 18 Millionen Dollar eingenommen. Insgesamt belaufen sich die Spenden für seine Wiederwahl bereits auf 90 Millionen. Wenn das so weiter geht, wird Donald Trump in zweieinhalb Jahren derjenige sein, für den auf dem politischen Transfermarkt die höchste Nicht-Ablösesumme aller Zeiten bezahlt worden ist.

 

16-07-2018

"Helsinki."

(Trump und Putin, 2018)

 

"In hell sink we!"

(Putin zu Trump, eines schönen Tages.)

 

15-07-2018

Donald hat heute Namenstag. Wie passend, dass der Ur-Donnie ein schottischer Heiliger war und das Trumpelchen heute in Schottland weilt. Seine Tagesaufgabe besteht darin, auf den Golfplatz zu gehen und auf kleine weiße Bälle einzudreschen. Aber er macht das nicht zum Spaß. Er folgt darin nur seinen Pflichten. Sein Name bedeutet schließlich "Herrscher über die Welt". Und wer herrscht, muss dreschen. Das ist die Logik, der er folgt.

 

14-07-2018

Die US-Navy hat neue Frisurenregeln erlassen. Soldatinnen dürfen ab jetzt Dreadlocks tragen. Auch Pferdeschwänze und Dutt-Frisuren sind künftig erlaubt. Man könnte auch sagen: Donnie, der Heerführer, ist nicht mehr der Hair Führer. Auch wenn sein Spitzname in politischen Kreisen nach wie vor "Hair Fuhrer" lautet. Wobei auch "Herr Furor" sehr beliebt ist. Und "Hair Furor" auch was für sich hat...

 

13-07-018

Dass Donald Trump von politischen Zusammenhängen nichts versteht, ist bekannt. Aber das braucht er auch nicht, denn er agiert frei nach dem Motto: Ich liefere die Worte - und die anderen ihre Bedeutung.

 

12-07-2018

Die Wachsfigur Melania hat heute Madame Tussauds verlassen, um mit dem echten Donald Trump für ein paar Tage durch Großbritannien zu reisen.

 

11-07-2018

NAhTOd

 

(Aus: Donald Trump: Brüssel ist ein schönes Land. Unveröffentlichte Twitterbeiträge).

 

10-07-2018

Habe gerade nach "morning education" gegoogelt, um mich auf Politico über aktuelle Diskussionen in der amerikanischen Bildungspolitik zu informieren.

Google fragte: "Meintest Du: morning erection"?

Nein, meinte ich nicht. Aber jetzt traue ich mir gar nicht mehr nach der Bildungsministerin zu googeln. Ich will nämlich gar nicht wissen, was "Betsy DeFotz" alles so macht.

 

09-07-2018

Trump nominiert Brett Kavanaugh für den Obersten Gerichtshof.

Trump selbst bleibt als Alleroberster Richter weiter im Amt.

 

08-07-2018

Donald Trump führt ein Land im Westen.

Ich führe ein Landleben im Osten.

Dazwischen liegt dieses Tagebuch.

Aber es verbindet nichts,

es ist nur eine Sammlung von Fragmenten,

Tag für Tag versinkend

im Ozean der Nichtigkeiten.

 

07-07-2018

Wie erst heute bekannt wurde, hat Scott Pruitt gestern, an seinem letzten Tag als Umweltschmutzminister, nochmal richtig zugeschlagen und besonders dreckigen Diesel-Trucks eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Diese sogenannten Glider-Trucks werden von speziellen Firmen hergestellt. Sie verbinden moderne Karosserien mit alten, billigen Motoren, die meist aus Unfallfahrzeugen stammen und bis zu fünfundfünfzig Mal mehr Schadstoffe ausstoßen als erlaubt. Eigentlich sollte die Produktion dieser Trucks auf 300 Stück begrenzt und irgendwann ganz eingestellt werden, aber jetzt können die "Super-Polluters" dank Scott Pruitt wieder in die Vollen gehen. Die Industrie rechnet damit, in den USA 10.000 solcher Trucks pro Jahr zu verkaufen. Ein guter Deal, wenn man bedenkt, dass die Glider-Truck-Lobby nur 225.000 Dollar "Spenden" benötigte, um binnen weniger Monate die entscheidenden republikanischen Politiker auf ihre Seite zu bringen. Vorher hatte bereits Donald Trump während seines Wahlkampfes Station bei den Glider-Truck-Produzenten gemacht, und so fügte sich am gestrigen Freitag in Scott Pruitts Büro alles auf ebenso wundersame wie widerliche Art und Weise zusammen.

 

06-07-2018

Die Zeit von Scott Pruitt als Umweltminister geht heute offiziell zu Ende, doch Donald Trump setzt weiter voll auf Kohle. "Wenn man eine Pipeline bombardiert, ist es das Ende der Pipeline", sagte Trump vor Anhängern im Kohlestaat West Virgina. "Mit Kohle kann dir das nicht passieren, das Zeug ist unzerstörbar."

Stimmt. Die Verweildauer von CO2 in der Erdatmosphäre beträgt 150-200 Jahre. 20% davon bleiben sogar 1.000 Jahre erhalten, und 10% leisten uns noch in 10.000 Jahren Gesellschaft. Falls es dann noch so etwas wie eine Gesellschaft gibt.

 

05-07-2018

Scotty wurde downgebeamt, seine Umwelt, sagt er, habe ihn verraten.

Sie hat ihn aus dem Amt getrieben,

doch ist etwas von ihm geblieben,

eine dicke, dreckige Kerbe -

sein politisches Erbe.

 

04-07-2018

"Unabhängigkeitstag. Für alle. Nur nicht für Melania. ¯\_()_/¯ "

 

(Aus: Donald Trump: Es sind Ringe, die ihr die Kette schmiedeten. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

03-07-2018

In Illinois kandidiert ein bekennender Neo-Nazi und Holocaust-Leugner für einen Sitz im Kongress. Sein Name ist Arthur Joseph Jones, und er war der einzige, der in seinem Wahlkreis bei den innerparteilichen Vorwahlen der Republikaner angetreten ist. Seitdem unternimmt die Partei alles, um ihn loszuwerden. Aber Jones, der seit vierzig Jahren erfolglos versucht, ein Amt zu erringen, sieht seine Zeit für gekommen. Den führenden Republikanern im Land geht der Arsch jedenfalls mächtig auf Grundeis. So sehr, dass sie gegen ihren eigenen Parteimann noch heftiger twittern als Donald Trump gegen Hillary Clinton.

"Dieser bigotte Blödmann sollte keine einzige Stimme bekommen", schrieb ein republikanischer Senator und forderte die Leute auf, bei der Wahl für den Kandidaten der Demokraten zu stimmen. Er weiß offenbar, dass in Donald Trumps Amerika nicht viel Platz zwischen einem Außen- und einem Draußenseiter ist. Nur weiß Arthur Joseph Jones das auch...

 

02-07-2018

Trump droht China mit einem Handelskrieg. China droht Trump, US-Waren zu boykottieren. Dann werden die Bestellungen storniert und die amerikanischen Sojabohnen in Peking künftig Soneinbohnen heißen. Und das in einer Zeit, in der die Bauern in den USA zum ersten Mal seit 35 Jahren mehr Soja als Getreide angebaut haben. Aber was sollen sie machen? Der Fruchtwechsel auf den Feldern verläuft nunmal unendlich viel langsamer als der Launenwechsel ihres Präsidenten.

 

01-07-2018

Für Donald Trump ist die Politik eine bloße Fortsetzung des Ich mit anderen Mitteln.

 

30-06-2018

Donnie hat heute erfahren, dass 35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert sind. Er ist entsetzt. Er hatte nicht mit einer solchen Zahl gerechnet. Er hatte gedacht, dass es weniger sind. Vielleicht sieben. Oder elf. Oder sechzehn. Aber 35.000? Niemals! Manchmal muss die Realität eben noch lernen, sich an seine Vorstellungen anzupassen. Er kann nur hoffen, dass die im Penntagon endlich aufwachen und die verworrene Wirklichkeit entsprechend zurechtstutzen.

 

29-06-2018

Spatenstich für das neue Werk des Apple-Zulieferers Foxconn in Wisconsin. Trump ist dabei und lobt die Firma und sich in den höchsten Tönen. In ein paar Monaten werden bereits die ersten Gebäude stehen. Ich hoffe nur, sie machen es in Wisconsin wie in China und spannen Netze rund um die Fabrikhallen, damit all jene, die das Arbeitsklima bei Foxconn nicht aushalten und von den Dächern springen wollen, drin hängenbleiben. Bei 4 Milliarden Dollar Steuererleichterungen und Subventionen sollte das drin sein.

 

28-06-2018

Trumps Zölle schlagen durch. Jack Daniels schlägt 10% drauf. Allerdings nur auf den Preis, nicht auf den Alkoholgehalt.

 

27-06-2018

Trump und Putin wollen sich in einem "neutralen Drittstaat" zu einem Gespräch treffen. Jetzt rätseln Militärs und Geheimdienste beider Länder, welchen Staat sie noch nicht infiltriert, gehackt oder sonst irgendwie "neutralisiert" haben.

 

26-06-2018

Muslime müssen draußen-, die Realität drinbleiben.

Menschen aus fünf muslimischen Ländern dürfen künftig nicht mehr in die USA einreisen. Das hat der Supreme Court heute entschieden.

Die Whistleblowerin Reality Winner muss dagegen fünf Jahre ins Gefängnis. Sie hatte NSA-interne Dokumente an die Medien gegeben, die zeigen, dass russische Hacker die US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst haben. Verurteilt wurde sie wegen des Espionage-Acts. Er stammt aus dem 1. Weltkrieg und stellt die Veröffentlichung militärischer Informationen unter Strafe, wird aber auch gegen Whistleblower eingesetzt. Ob das rechtmäßig ist, ist überaus zweifelhaft. Der Supreme Court hat die Anwendung des Espionage Acts auf Whistleblower nie auf seine Verfassungsmäßigkeit hin geprüft.

 

25-06-2018

"Harley Hurensohn!"

 

(Aus: Donald Trump: No likes for bikes. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

24-06-2018

Steve King, der für die Republikaner von Iowa im US-Repräsentantenhaus sitzt, will nicht länger hinnehmen, dass muslimische Migranten, die in der fleischverarbeitenden Industrie Iowas tätig sind, Schweinefleisch verpacken. Er ist der Ansicht, dass sie das Fleisch wegen seiner Unreinheit verwünschen und denjenigen, der es isst, damit in die Hölle zu bringen versuchen.1

 

1 Das Gallup-Institut hat vor Kurzem eine repräsentative Umfrage veröffentlicht. Danach glauben 71% der Republikaner, dass die Religion alle oder zumindest die meisten Probleme lösen kann, die die Menschheit aktuell hat.

 

23-06-2018

Die Zahl der rauchfreien Colleges und Universitäten in den USA hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Pulverdampf wurde allerdings nicht mit gezählt.

 

22-06-2018

Wenn das Leben Lücken reißt, stürzen die Worte in den Tagebruch.

 

21-06-2018

Der amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin hat heute den ersten von einhundert geplanten F-35A Kampffliegern an die Türkei ausgeliefert. Auf dem Firmengelände in Fort Worth / Texas wurde dazu extra eine große Übergabefeier veranstaltet. Die F-35 wurde unter martialischer Musik und einem kinofilmartigen Trailer auf eine große Bühne gerollt und dem Publikum präsentiert. Scheinwerfer setzen den türkischen Halbmond auf dem Tarnkappen-Flugzeug perfekt ins Szene.

Wie die Maschine da vor ihnen stand, erhoben sich die Leute von ihren Sitzen und klatschten. Außer dem Flugzeug war niemand auf der Bühne. Es war, als würden sie eine Gottheit anbeten. Das Klatschen nahm ihnen die Angst, eines Tages Opfer ihrer eigenen Erfindung werden zu können. Anschließend gab es traditionelle türkische Musik und Tanz. Und dazu die Erkenntnis, dass sich Fortschritt und Folklore nirgends inniger vereinen als im Zeichen des Krieges.

 

20-06-2018

Der Zynismus wird System. Kaum dass Umweltminister Scott Pruitt die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen gedrängt hatte, ging er Französisch essen. Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen hat es ihm jetzt gleich getan. Nachdem sie an der Grenze zu Mexiko Kinder von ihren Eltern trennen ließ, genoss sie in einem Washingtoner Restaurant erstmal die gute mexikanische Küche.

So gesehen ist davon auszugehen, dass Donald "der Abkanzler" Trump demnächst im Café Berlin auftauchen wird. Das liegt nur zwei Meilen vom Weißen Haus entfernt und wirbt mit Bayrischer Küche. Wahrscheinlich wird er Seehoferzunge bestellen.

 

19-06-2018

Trump braucht die Polizeiliche Kriminalstatistik nicht zu lesen. Er fühlt die Zahlen.

 

18-06-2018

Das Pentagon will seine Cyber-Waffen nicht länger nur defensiv einsetzen. Vielmehr favorisieren die Militärs künftig Präventivschläge und das Einhacken in ausländische Netze von Freund und Feind. Dafür stehen der U.S.-Army 41 Cyber-Mission Force Teams zur Verfügung.

Da für die Lösung aller wichtigen Fragen des Leben, des Universums sowie des ganzen Rests (inklusive der Frage nach dem endgültigen und unwiderruflichen Finalsieg bei den Cyber-War-Games) nach Ansicht des Supercomputers "Deep Thought" aber die Zahl 42 von zentraler Bedeutung ist, planen die Verantwortlichen im Pentagon, noch ein weiteres Team aufzubauen. Es soll sich ausschließlich mit der Herstellung "alles Bisherige übertrumpfender Schimpfwörter beschäftigen, die der Präsident auf Twitter nutzen kann."

 

17-06-2018

"Melania protestiert bei anderen gegen Familientrennung. Bei mir wehrt sie sich gegen Vereinigung. Ungerecht!"

 

(Aus: Donald Trump: Heuchlereien unter Strohköpfen. Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

16-06-2018

Wo sind nur all die Verschwörungstheorien geblieben?

Seit Trump im Amt ist, scheint das beliebte Realitäts-Genre auf dem absteigenden Ast zu sein. Aber wer weiß, vielleicht waren die Verschwörungstheorien bisher gar nicht, wie gemeinhin angenommen, ein Resultat geheimer Machenschaften, sondern ein Effekt der verschwurbelten Politikersprache. Dann wäre die Sache leicht zu erklären, dann haben Trumps Plautzereien die verschwörungstheoretischen Blasen zum Platzen gebracht und neue sind nicht fabrizierbar. Denn jeder weiß: Verschwörungstheorien können unter Sonnenkönigen nicht gut gedeihen. Sie wachsen am besten im Schatten des etablierten politischen Betriebs. Sie sind der geheime Knoblauch in der Küche der Konsensdemokratie.

 

15-06-2018

In den USA hat die Zahl der monatlichen UFO-Sichtungen die der Melania-Sichtungen erstmalig überschritten.

 

14-06-2018

In Donald Trumps Denken gibt es keine Gesellschaft, keine sozialen Strukturen, keine Schichten, nichts dergleichen. Für ihn gibt es nur den Einzelnen. Donald Trump ist die Transformation des Westernhelden auf die Bühne der Politik.

 

13-06-2018

Erst legt Trump den Sumpf trocken, dann lässt Bildungsministerin Betsy DeVos das Hirnwasser ab. Vorzugsweise im eigenen Haus.

550 Beschäftigte hat das Bildungsministerium seit Trumps Amtsantritt bereits eingespart. Die meisten arbeiteten in der Abteilung zur Einhaltung der Bürgerrechte und jener, die sich mit Finanzierungshifen für Studierende und Bildungseinrichtungen befasst. Und es wird weitergehen. Die vermeintlichen Wasserköpfe der Verwaltung verschwinden, die Wüste wächst.

 

12-06-2018

Trump trifft Tricktator Trimmdeinland.

Es ist ein hysterischer Tag.

 

11-06-2018

Die Republikaner kämpfen nicht gegen die Demokraten, sie kämpfen gegen die Demografen. Da die (Noch-)Minderheiten aus Latinos, Afro-Amerikanern und Asiaten einen immer größeren Anteil an der us-amerikanischen Bevölkerung einnehmen, aber nur zu einem geringen Prozentsatz republikanisch wählen, werden die Wählerregistrierungen in einigen Bundesstaaten verschärft oder in möglichst großer Strenge gehalten. Und der republikanisch dominierte Oberste Gerichtshof hilft dabei. Mit Blick auf Ohio, einen Staat, der traditionell zwischen republikanischen und demokratischen Mehrheiten hin und her schwingt, wurde heute eine Klage abgewiesen, die das dortige Wahlrecht ändern wollte. Die Sache läuft so: Wer in Ohio zwei Jahre lang nicht wählt, wird von den Behörden angeschrieben. Wer sich daraufhin nicht zurückmeldet oder in den nächsten zwei Jahren wieder nicht wählen geht, wird von der Wählerliste gestrichen. Bisher wurden auf diese Weise 144.000 Personen von den Listen entfernt.

Als Grund für das Vorgehen geben die Behörden an, die Wählerverzeichnisse aktuell halten zu wollen. Aber wie so oft steckt hinter der formalen Gesetzestreue nichts weiter als formvollendete Machtpolitik, denn die Restriktionen und Streichungen betreffen vor allem sozial Schwache und eben jene Minderheiten, die vorzugsweise die Demokraten wählen.

Aber die Demografie ist gegen die Republikaner, und deshalb müssen sie noch mehr tun. Und das machen sie auch. In Wahlbezirken, die traditionell eher demokratisch wählen, ist die Zahl der Streichungen doppelt so hoch wie in jenen, in denen die Repubikaner dominieren.

Es geht, so scheint es, also weniger darum, die Wählerverzeichnisse aktuell zu halten, als darum, die aktuellen Machtverhältnisse in den Wählerverzeichnissen abzubilden - trotz und gegen alle Demografie.

 

10-06-2018

Warum etwas unterschreiben wenn man einen draufsetzen kann? Und überhaupt: Was für Trump die Zustimmung im eigenen Land ist, ist ihm ihr Fehlen in der Fremde.

 

09-06-2018

"G7 ist großer Mist. G-Punkt wäre mir lieber. Gifpel der Lust statt Gipfel der Last. Werde dafür sorgen, dass die Russen beim nächsten Mal wieder mit dabei sind. Die haben wenigstens geile Nutten."

 

(Aus: Donald Trump: Diplomatie ist nur ein Anagramm für "Opa Limited". Unveröffentlichte Twitterbeiträge.)

 

08-06-2018

Was mich wundert, ist, dass Trump seinen Protektionismus noch nicht als Form des Umweltschutzes verkauft hat. Bisher wurden Umweltschutzklauseln in Freihandelsabkommen besonders von den USA genutzt, um Produkte aus Entwicklungsländern draußen zu halten. Schränkt man nun den Freihandel zusätzlich durch Zölle ein, so könnte Trump zumindest argumentieren, dass dadurch weniger Produkte quer über den Planeten gekarrt werden müssen, was Emissionen senken würde.

"Kauft Stahl regional" wäre das passende Motto dafür.

Aber wer weiß, ob das mit den sinkenden Emissionen durch "grünen Protektionismus" überhaupt stimmt. Und ob, selbst wenn der CO2-Ausstoß auf den Transportwegen sinkt, er nicht durch laxere Umweltgesetze in der heimischen Industrie wieder steigen würde, so dass am Ende überhaupt nichts gewonnen wäre. Und ist das vielleicht der Grund, warum Donnie, die Weismachmaschine, diesen Trumpf nicht zieht? Ich weiß es nicht. Es ist kompliziert, und ich habe keine Lösung. Aber ich bewundere das Problem.

 

07-06-2018

Der amtierende Direktor der US-Verbraucherschutzbehörde Mick Mulvaney hat drei wichtige Beiräte aufgelöst und sämtliche Mitglieder gefeuert. Einige von ihnen hatten zuvor kritisiert, dass er die gesetzlich vorgeschriebenen Treffen mit ihnen mehrfach abgesagt hatte. Begründet wurde die Auflösung offiziell mit Kosteneinsparungen. Tatsächlich aber sind Mulvaney nicht nur die Beiräte, sondern die gesamte Verbraucherschutzbehörde ein Dorn im Auge. Bevor er Chef der Behörde wurde, hatte er wiederholt ihre Abschaffung gefordert. Da sie sich von außen aber nicht zertrümmern ließ, versucht er sie jetzt von innen zu zersetzen. Um sein Auskommen muss Mulvaney dabei nicht bangen. Er ist "nebenbei" noch Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen. Als solcher hat er großen Einfluss darauf, wie die Steuergelder verwendet werden. Und den nutzt er, denn er, Mick Mulvaney, ist ein Mann des Verbraucherschatzes, nicht einer des Verbraucherschutzes.

 

06-06-2018

"Das werden wir Ihnen heimzollen!"

 

Überschrift eines Briefes der EU an Donald Trump.

 

05-06-2018

In Louisiana unternimmt die Politik jetzt was gegen die vielen Toten bei Schulschießereien. Sie erlaubt kugelsichere Rucksäcke.

 

04-06-2018

Im August 2017 hatte das amerikanische Gesundheitsministerium entschieden, die finanzielle Unterstützung für Organisationen, die am "Teen Pregnancy Prevention Program" teilnehmen, von fünf auf drei Jahre zu verkürzen. Die Unterstützung wäre infolgedessen am 30. Juni 2018 ausgelaufen. Ein Gericht hat jetzt geurteilt, dass das unzulässig war. Die 84 betreffenden Organisationen können somit noch zwei Jahre weiterarbeiten. Danach aber wird die Unsicherheit von Neuem beginnen, denn die Trump-Regierung setzt nicht auf Aufklärung, sondern auf Abstinenz. Donnie und seine Männer - sie sind die Enthalt-Samen.

 

03-06-2018

Die Zahl der von Ärzten verschriebenen Opioide ist 2017 das fünfte Jahre in Folge gesunken. Aber das Zeug ist längst in den Körpern. 14% aller Organspenden in den USA stammen von Drogentoten.

 

02-06-2018

Melania wurde seit über drei Wochen nicht in der Öffentlichkeit gesehen. Alle rätseln, was los ist. Dabei ist es ganz einfach: Ihr Geist hat Besitz von ihrem Körper ergriffen.

Mit anderen Worten: Sie hat sich tatsächlich in Luft aufgelöst.

 

01-06-2018

Weil viele Kohlekraftwerke schließen, hat die Trump-Regierung ein Memo erstellt, demnach die unrentablen von ihnen beim Stromkauf bevorzugt werden sollen. Die Sache ist dringend. Allein letztes Jahr haben die Kohlekraftwerke in den USA 30 Millionen Kilowattstunden weniger erzeugt. So kann das nicht weitergehen. Donnie muss etwas tun. Sein Amerika soll nicht umsonst Ruß-Land heißen.

 

31-05-2018

Donald Trump trifft Kim Kardashian.

Man könnte auch sagen: Großer Arsch trifft großen Arsch.

 

30-05-2018

Trump will, dass Mexiko für die Mauer löhnt.

Mexiko will, dass die USA die Mauer selbst bezahlen.

Die Sache ist ziemlich verfahren. Dabei liegt die Lösung nahe. Das heißt: im Nahen Osten.

Trump muss nur ein paar neue Pläne für Israel machen, die die Palästinenser so richtig erzürnen. Dann werfen die Palästinenser wieder mit Steinen. Die Steine lässt Trump dann vom Personal der US-Botschaft in Jerusalem aufsammeln, in die Hafenstadt Haifa bringen und von dort aus an die Grenze zu Mexiko verschiffen, wo sie nur noch abgekippt und über die 3144 Kilometer verteilt werden müssen. Mit ein bisschen undiplomatischem Geschick reichen die Steine.

Und das Beste - alle Beteiligten haben was davon:

Die Israelis, denn die werden danach nie wieder mit Steinen beworfen, denn die Steine sind alle.

Die Palästinenser, denn die kommen nach so viel Ausarbeitung nie wieder auf dumme Gedanken.

Die Amerikaner, denn die kriegen ihre Mauer.

Die Mexikanern, denn die sparen ihr Geld.

Und Trump, denn der kann seine irrsinnigsten Pläne in die Welt raus twittern und hinter jeden schreiben: Keine Satire, is rael!

 

29-05-2018

Das amerikanische Innenministerium plant, die Jagd auf Wolfs- und Bärenjungen demnächst wieder zu erlauben. Sogar in ihren Bauen und Höhlen dürfen die Tiere geschossen werden. Die einen nennen das erweitertes Jagdgebiet. Ich nenne es Schulmassakerübungsgelände.

 

28-05-2018

Die Zahl von Ivankas Markenrechten in China steigt ins Unermessliche.

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA sinkt ins Bodenlose.

Bald können sich alle Amerikaner die Steppdecken leisten, die Ivanka in China produzierten lässt. Und während alle selig schlummern, heißt's in einem bösen Traum: In jeder Steppdecken tut ein Depp stecken.

 

27-05-2018

Was immer man von Donald Trump hält, sein hemdsärmeliger Aktionismus macht zumindest klar, dass ein guter Teil der angeblich komplizierten politischen Zusammenhänge und ehrwürdigen diplomatischen Traditionen aus nicht viel mehr besteht als persönlichen Animositäten und dem Machtstreben einer Reihe von Hanswürsten.

 

26-05-2018

Das "Genehmigungsgesetz zur nationalen Verteidigung" hat durch seine Finanzpläne die Gesamt-Truppenstärke der USA für 2019 festgesetzt. Sie beträgt 1.329.461 Soldaten. Das entspricht der Bevölkerungszahl von Estland.

 

25-05-2018

Bernie Sanders hat die höchste Zustimmung aller gewählten Senatoren in der Bevölkerung und wird, so hat er angekündigt, auch wieder für den Senat kandidieren. Und doch: In seinen eigenen Kreisen kriselt's. Seine Unterstützer von der "Our Revolution"-Bewegung haben es bisher nicht geschafft, Sanders nahestehende Kandidaten in politische Positionen zu bringen. Zudem beträgt das Spendenaufkommen nur noch ein Drittel des Vorjahres. Und seit einigen Tagen kommen noch Personalquerelen und Abgänge von Führungskräften hinzu. Wenn das so weitergeht, frisst nicht die Revolution ihre Kinder, dann fressen die Kinder ihre eigene Revolution.

 

24-05-2018

In Pjöngjang.

Kim Jong Un trottet zum Briefkasten, greift rein, findet einen Brief.

"Post von Donnie!", ruft er, fängt an zu lesen - und erbleicht.

"Es wird keinen Gipfel geben", steht da geschrieben.

"Das ist ja der...", will Kim sagen, aber das Wort "Gipfel" kommt ihm nicht über die Lippen.

 

Derweil in Washington.

Donnie trottet zum Bettkasten, springt rein, findet Melania.

"Der Gipfel ist abgesagt", sagt sie und dreht sich um.

"Ich weiß", antwortet er und versucht sich auf sie zu hieven.

"Nein", sagt sie und flutscht unter ihm weg, "du verstehst nicht. Es wird keinen Höhepunkt geben. Nicht heute und nicht im Juni."

"Das ist ja der...", will Donnie sagen, aber die Worte "vierhundertneunundachtzigste Tag in Folge" kommen ihm nicht über die Lippen.

 

23-05-2018

Wer schreibt, bleibt - und zwar draußen. Bei einer öffentlichen Anhörung der amerikanischen Umweltschutzbehörde wurde Journalisten gestern und heute teilweise der Zutritt verwehrt. Thema der Anhörung ist eine Studie über gesundheitsgefährdende Stoffe im Trinkwasser, die von der Umweltschutzbehörde seit Monaten zurückgehalten wird, da ihre Veröffentlichung einen, wie es intern heißt, "Public Relations-Albtraum" ergeben würde.

Dieser Albtraum wird, wenn es nach der Behörde geht, zwar niemals eintreten, aber dafür steht jetzt ein Non-Public Relations-Albtraum vor der Tür.

 

22-05-2018

Die EU fordert ein Treffen mit Donald Trump. Der ukrainische Präsident Poroschenko hat seins letztes Jahr schon bekommen. Er hat einfach 400.000 Dollar bezahlt und los ging's. Bei 28 EU-Staaten würde so ein Treffen folglich 11,2 Millionen kosten. Falls die EU das Geld nicht hat, kann sie aber auch in den USA nachfragen. Dort gibt es nämlich genau 11,2 Millionen Millionäre. Wenn jeder von denen nur einen Dollar gibt, kann Donnie verreisen. So günstig war das noch nie. Für einen Dollar gibt's sonst nur Rubbel-Lose. Wobei, im Grunde ist Trumps Politik auch nichts anderes als ein Rubbel-Los. Man kann schließlich nie wissen, was rauskommt, wenn man an seiner Oberfläche kratzt. Und obwohl man eigentlich davon ausgehen kann, dass sich hinter der glänzenden Fassade eine Niete verbirgt, probiert man's trotzdem, probiert's immer weiter...

 

21-05-2018

Oliver North hat einst den Iran mit Waffen beliefert, jetzt ist er ein Anhänger des Iran-Hassers Trump.

Oliver North glaubt, dass die Gewalt im Netz und im TV Jugendliche zu Schulmassakern animiert, hat vor einigen Jahren aber selbst Werbung für den Ego-Shooter "Call of Duty" gemacht.

Oliver North ist ein Mann der 1980er Jahre, aber an die Macht in der NRA kommt er 2018.

Das hat seinen Sinn, denn während die Linke über Worte, Zuschreibungen und Geschlechterkaspereien streitet und die eigene Basis vom Kopf her aufspaltet, schafft es die Rechte, sich in der Ignoranz ihrer eigenen Widersprüche zu einen. Nicht nur in den USA steht sie deshalb mit beiden Füßen fest auf dem Boden, steht dort so fest wie seit Langem nicht mehr. Denn sie ist es, die den Boden der Tatsachen schafft.

 

20-05-2018

Seit einem Jahr ist Donald Trump mit Robert Mueller verheiratet. Die beiden kümmern sich umeinander. Viel mehr als es Donnie mit Melania jemals getan hat. Sie ermittelt noch immer, wie es zu der Trennung kommen konnte. Donald hat ihr zum Geburtstag eine Karte geschrieben, aber da stand nichts drin. Nur dass sie älter geworden ist. Aber das kann nicht der Grund sein. Dieser Mueller ist schließlich schon dreiundsiebzig. Aber was ist es dann? Ihr ist, als sei das alles überhaupt nie passiert. Ihr Kennenlernen, die Hochzeit, die Trennung... Ihr ist, als sei Amerika nur ein Gespinst aus Klarträumen, als sitze sie noch immer in Slowenien und der große russische Bruder wache über sie.

 

19-05-2018

Der Tag nach der Schießerei ist der vor der Schießerei. Da passt es wie die Kugel in den Kopf, dass heute "National Train a Teacher Day" ist - und die Angebote fast alle Schusswaffengebrauch beinhalten. Aber kein Wunder, der Aktionstag wurde ja auch von Ausbildern der Waffenlobby NRA und einer Gruppe namens Trigger Presser ("Abzugdrücker") initiiert. Überall im Land bieten sie an diesem Samstag Schießübungen für Lehrer an. Absolut gratis. Kostet heute nicht mal ein Leben.

 

18-05-2018

"Ich trauere um die Toten und sende meine Unterstützung an alle, die betroffen sind von dieser schrecklichen Attacke in [Name des Bundesstaates einsetzen]. Den Schülern, ihren Familien, den Lehrern und den Angestellten der [Name der Schule einsetzen] möchte ich sagen: ich bin bei euch in dieser schlimmen Stunde, und ich werde immer bei euch sein [Bild von mir und Zeichen für Unendlichkeit einsetzen]."

 

17-05-2018

Um die Zwischenwahlen im November zu gewinnen, haben die Republikaner eine Vielzahl von Lobbygruppen und Aktionskomitees gegründet. Allein der Congressional Leadership Fund verfügt über Dutzende Millionen Dollars, unterhält 34 Büros, besitzt ein eigenes Wahlforschungsinstitut und hat 4.000 Studenten auf der Gehaltsliste. Viele von ihnen wurden in den Kursen für Bürgerschaftliche Erziehung angeworben. Diese Kurse wurden einst geschaffen, damit die Studenten lernen, wie Demokratie funktioniert.

 

16-05-2018

Trump hat heute seine Finanzen für 2017 offengelegt. Dem Dokument zufolge hat er nur zwei Geschenke bekommen, und zwar Golfschläger und ... ähem ... Golfschläger. Aber kein Wunder. Wer dauernd Golfplätze baut oder kauft, hat irgendwann kein Geld mehr für die Schläger.

 

15-05-2018

Donald Trumps Ideologie buchstabiert sich I-deal-ogie.

 

14-05-2018

Die Botschaft ist das Medium.

 

13-05-2018

Die U.S. Army entwickelt Uniformen, die ähnlich wie die Hülle des Tarnkappenbombers funktionieren. Ziel ist es, Truppenbewegungen für die Radaranlagen zur Bodenüberwachung unsichtbar zu machen. Als Vorbild für Unsichtbarkeit trotz Anwesenheit haben die Entwickler Melania Trump ausgewählt.

 

12-05-2018

Es entbehrt nicht einer gewissen Logik, dass es einer Knallcharge wie Donald Trump bedarf, um die Potemkinschen Dörfer sichtbar zu machen, aus denen große Teile der internationalen Politik bestehen.

 

11-05-2018

Es heißt, Melania klaue bei anderen Leuten Reden und Texte und gäbe sie als ihr eigenen aus. Aber das stimmt nicht. Es ist genau andersherum.

Melania kommt erst und nur in der Kopie zu sich selbst. Was immer sie sich aneignet, ist deshalb nichts weiter als das vorweggenommene Plagiat ihres späteren Originals.

 

10-05-2018

Die Trump-Regierung unterstützt die massive Ausweitung von Programmen zur sexuellen Enthaltsamkeit vor der Ehe. Als wenn Enthaltsamkeit eine selbstbestimmte, schambefreite, glückliche Sexualität zur Folge hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Enthaltsamkeit ist die Inkorporation fremder Macht in den eigenen Körper. Dort, wo sie regiert, schießen die Zahlen von Teenager-Schwangerschaften in die Höhe, blühen die Geschlechtskrankheiten, ist Aufklärung zum Schimpfwort geworden.

Aber warum darüber noch diskutieren? Im Jahre 2018! Warum nicht ein kleines Zitat rauskramen und es den Enthaltsamkeits-Aposteln vor den sittsam vertrockneten Latz knallen?! "Argumentieren lohnt sich nicht mehr. Zusammenficken sollte man alles, zusammenficken." 

 

09-05-2018

Don Blankenship hat's nicht geschafft,

der dritte Platz hat ihn dahingerafft,

das freut den Präsident, denn der kann sagen,

man kann den Trump nicht mit 'nem Trumpier schlagen.

 

08-05-2018

I run

I ran

I ruin

 

Aus: Donald Trump: Kongeniale Konjugationen, Washington D.C., 2018

 

07-05-2018

Don Blankenship hat viel Geld, einen Schnauzbart, ein eigenes Kohlebergwerk, eine Menge Rassismus im Hirn und eine lebenslange Mitgliedschaft in der NRA. Außerdem ist er nach eigenen Angaben bis aufs Blut mit Hillary Clinton und Barack Obama verfeindet. Eigentlich der perfekte Kandidat für die morgigen Vorwahlen der Republikaner in West Virginia. Aber Donald Trump will ihn nicht haben. Blankenship hat nach Ansicht von Trump nämlich keine Chance, bei der Senatswahl im November gegen den Kandidaten der Demokraten zu gewinnen. Also bittet Trump die Wähler per Twitter, morgen einen der beiden anderen republikanischen Bewerber zu wählen, damit der dann im November den Demokraten herausfordern kann.

Kaum dass das gesagt ist, bedanken sich die beiden republikanischen Bewerber bei Trump und erklären, so wie er sein zu wollen, doch haben sie nicht mit Don Blankenship gerechnet, der kurzerhand eine Pressemitteilung rausschickt und ein für alle mal klarstellt: "I am Trumpier than Trump".

Kurzum: Es geht trumper und drüber in West Virginia. Aber das aus gutem Grund, denn morgen wird "The Trumpiest Man Alive" gewählt. Donald, so viel ist sicher, wird diesmal nur Zweiter.

 

06-05-2018

Ich sitze in der Sonne und frage mich, ob ich noch immer hilflos bin. Die Wahrheit ist: Ich habe mich an diesen Idioten im Amt gewöhnt. Aber in dem Fall gibt es noch eine weitere Wahrheit, und die besagt, dass diese Gewohnheit im Grunde die größte Hilflosigkeit ist. Nur leider ist es nicht jene, die mich damals ("damals"!) dazu gebracht hat, dieses Tagebuch zu beginnen. Wenn ich also aus Gewohnheit weiterschreibe, so nur in der Hoffnung, eines Tages wieder anders hilflos zu werden. Vielleicht ja sogar vor Glück.

 

05-05-2018

Natürlich Regieren Amokläufer.

 

04-05-2018

Die Arbeitslosenrate in den USA ist auf 3,9% gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Ende 2000. Wenn Trump die Mauer baut, wird er Mexikaner brauchen, die für ihn den Mörtel anrühren.

 

03-05-2018

Der neue US-Botschafter in Deutschland heißt Richard Grenell.

Er ist Trump-Unterstützer, Israel-Freund, Christ, hochgebildet und homosexuell. Er ist der Kollegah von der anderen Seite.

 

02-05-2018

Das Weiße Haus hat heute einen neuen Begriff eingeführt. Er ersetzt den Ausdruck "Letzter Versuch, den Handelskrieg mit Peking noch abzuwenden" und lautet: Mnuchina.

 

01-05-2018

Bestechung, Bedrohung, Korruption - Trump benimmt sich im Falle der Vergabe der Fußball-WM 2026 in aller Öffentlichkeit so, wie es die Fifa tagein, tagaus hinter verschlossenen Türen tut. Das ist nur konsequent. Die offene Drohung ist die "Ehrlichkeit" des Mächtigen.

Amerikas Gegenkandidat hat jedenfalls keine Chance und geht schon vor der ersten Abstimmungsrunde Marok k.o.

 

30-04-2018

"Habe die Zölle auf europäisches Stahl und Aluminium aus gutem Grund verschoben. Denke nach dem Besuch der beiden EUlen aus Paris und Berlin nämlich noch über eine extra Blechredesteuer nach. Wird sie teuer zu stehen kommen!"

 

(Aus: Donald Trump: Mit eiserner Hand reagieren, Washington D.C., 2018).

 

29-04-2018

FRÜHLINGSSCHUSSVERKAUF FÜR FREUND & FEIND

PREISHAMMER (fürs Militär): Heckler und Koch M 27 Infantry Automatic Rifle, von 3.000 Dollar/Stück runter auf 1.300 Dollar/Stück.

PREISHAMMER (vom Militär): Amerikanische Waffensysteme, alle Sorten und Größen, Zuschlag des Verteidigungsministeriums bei Kauf aus dem Ausland war 3,5%, ist ab 1. Juni nur noch 3,2%

FEUER FREI!

 

28-04-2018

Trump attackiert seit Monaten den deutschen Handelsüberschuss.

Besonders gegen die deutschen Autobauer wettert er. Merkel kann daran nichts ändern, denn Donnie ist ein Mann, der Fakten schafft. Er ist einer, der die Dinge beim Namen nennt und sagt, was er will. Die Leiterin für strategische Kommunikation im Weißen Haus heißt nicht umsonst Mercedes Schlapp.

 

27-04-2018

Trump trifft Merkel.

Melania ist in Gedanken noch bei Emmanuel.

 

26-04-2018

Präsident Truman macht's möglich. Sein 1950 während des Korea-Krieges erlassener "Defense Production Act" soll reaktiviert werden, um Amerikas unprofitable Kohle- und Atomkraftwerke mit Aufträgen und Geld zu versorgen. Die ursprüngliche Aufgabe des Gesetzes war es, die amerikanische Ökonomie auf Kriegswirtschaft umzustellen, aber ein demokratischer Senator aus dem Kohlestaat West Virginia hat Trump gestern einen Brief geschrieben und den Einsatz zu Gunsten der Kraftwerke gefordert. Trump findet die Idee großartig. Erstens mag er alles, was mit Kohle zu tun hat. Und zweitens hat er nichts zu verlieren. Wenn das mit dem alten Gesetz schief geht, waren's die Demokraten. Wenn's klappt, war er's. Und wenn nichts passiert, fängt er einfach seinen eigenen Korea-Krieg an. Mit Präsident Trump ist eben alles möglich. It's true, man.

 

25-04-2018

Noch tausend Tage Trump.

 

24-04-2018

In den USA können Lebensmittelmarken bald online bei Amazon eingelöst werden. Als größter Lebensmittelhändler im e-Commerce-Bereich profitiert der Konzern besonders stark von dem 70 Milliarden Dollar umfassenden Supplemental Nutrition Assistance Program. Und das gleich mehrfach. Zum einen kauft fast die Hälfte der Leute, die auf das Lebensmittelhilfsprogramm angewiesen sind, schon jetzt bei Amazon ein. Und zum anderen gehören auch Amazons eigene Mitarbeiter zu den Bedürftigen. Amazon hat in den USA zwar inzwischen über eine Milliarde Dollar an Subventionen bekommen, aber die Bezahlung seiner Angestellten ist oft so schlecht, dass viele auf das Hilfsprogramm angewiesen sind. In Pennsylvania und Ohio bekommt jeder Zehnte Amazon-Mitarbeiter Lebensmittelmarken, in Arizona sogar jeder Dritte. Damit können sie dann bei ihrem eigenen Arbeitgeber etwas zu essen erwerben.

Manche nennen das Wirtschaftskreislauf, tatsächlich aber ist es nichts als digitaler Darwinismus.

 

23-04-2018

Zwei Männer im Anzug

pflanzen im Garten ne Eiche

und daneben stehen ihre Frauen

und versinken mit den Stilettos im Rasen.

 

It's 2018.

It's Macronald.

It's the oakonomy, stupid!

 

22-04-2018

"Meine Berater haben gesagt, ich solle was zum heutigen Tag der Erde schreiben. Habe geschrieben: 'Barbara Bush liegt seit gestern drin.' Aber das fanden sie nicht gut. Sollte lieber was über Umweltschutz schreiben. Habe geschrieben: 'Der Umweltschutz ist bei uns so tot wie Barbara Bush.' Aber das mochten sie auch nicht. Haben mich gebeten, auf alle Erwähnungen von Barbara Bush zu verzichten und den Umweltschutz als etwas Uramerikanisches darzustellen. Habe geschrieben: 'Umweltschutz ist bei uns Sache der Natur.' Jetzt muss ich nichts mehr schreiben."

 

Donald Trump: Tagebucheintrag (unveröffentlicht).

 

21-04-2018

Trump schimpft über den hohen Ölpreis. Daraufhin sinkt der Ölpreis.

Anschließend lobt er seinen Verstand. Daraufhin schießt sein Verstand in die Höhe, durchbricht den Schädel und wird nie mehr gesehen.

 

20-04-2018

James Comeys Notizen über seine Gespräche mit Trump sind jetzt online einzusehen. Aber es gibt Lücken. Eine ganze Reihe von Stellen sind geschwärzt.

Aber warum die Fehlstellen nicht zum Ausgangspunkt machen? Das wäre zumindest mal eine Aufgabe: Die Geschichte der Menschheit als Geschichte ihrer Schwärzungen zu schreiben. Das gäbe - im wahrsten Sinne des Wortes - einen ganz neuen Ausschnitt aus der Historie.

 

19-04-2018

Die National Restaurant Association (die zweite NRA neben jener der Waffennarren) betreibt seit Jahren aktive Lobbyarbeit gegen die Erhöhung des Mindestlohns in der Branche. Der beträgt aktuell 7,25 Dollar/Stunde. Um verlässliche Zahlen zu bekommen, wie unbeliebt ein höherer Mindestlohn bei den Kunden ist, hat die NRA eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Das Ergebnis hat ihr allerdings gar nicht gefallen: Über 70% der Leute sind nämlich nicht gegen, sondern für eine Erhöhung des Mindestlohns, und zwar selbst dann, wenn dadurch die Restaurantbesuche teurer werden. Gefragt wurde übrigens nach einer Erhöhung auf 10 Dollar pro Stunde. Die Demokraten fordern dagegen sogar 15 Dollar. Der NRA aber ist das alles viel zu viel. Die Studie wurde deshalb nicht veröffentlicht und kam erst jetzt durch einen Leak ans Licht. Die NRA-Vorsitzende Dawn Sweeney schweigt derweil zu den Zahlen. Ihr dämmert wahrscheinlich, dass Behauptungen besser sind als Beweise. Zumindest für Lobbyisten. Und besonders dann, wenn sie, wie Sweeney, viel Geld dafür bekommen, dass andere wenig verdienen. Die NRA zahlt ihr schließlich 3,8 Millionen Dollar im Jahr. Das sind umgerechnet fast 1.900 Dollar pro Stunde. Der Lohn, den ein Vollzeit arbeitender Mindestlohnempfänger nach sechs Wochen erhält...

 

18-04-2018

Der Landwirtschaftsausschuss des Repräsentantenhauses hat heute entschieden, dass es in den USA in Zukunft verboten ist, Katzen und Hunde zu Nahrungszwecken zu schlachten.

In China ist unterdessen der Sack Reis für die Beilage umgefallen.

 

17-04-2018

Donald Trump ruft: "Sanktioniert Russland!"

 

16-04-2018

In den USA wurde kürzlich eine Karte vorgestellt, die die größten politischen Spender der vergangenen zehn Jahr pro Bundesstaat ausweist. Die zentralen Erkenntnisse: Donald Trump war der größte Geldgeber in New York mit über 19 Millionen Dollar, während in South Dakota einem gewissen Eldon Roth 80.000 Dollar reichten, um Platz eins zu erringen. Auf der Insel Hawaii machte ein Mann namens Seeman das Rennen, und in South Carolina war Frank Islam am Spendierfreudigsten, was allein schon dem Namen nach Futter für Verschwörungstheoretiker ist. Die größte Einzelspenderin der USA - mit über 68 Millionen Dollar - aber war Linda McMahon. Sie ist seit letztem Jahr Trumps Ministerin für kleine Unternehmen und stammt aus Connecticut. Motto des Bundesstaates: "Qui transtulit sustinet" - "Wer herüberbrachte, wird erhalten."

 

15-04-2018

"Und wer noch kein Trump-Enthüllungsbuch geschrieben hat (und auch nicht vorhat, eines zu schreiben), der werfe seinen Autoren-Vertrag aus dem Fenster!"

... sprach der Herr und schaute vom Himmel hernieder, und nur aus einem Zimmer im Weißen Haus kam etwas Kleines, Blaues geflattert. Es war das Twitter-Vögelchen, das sich auf der Suche nach einer Literaturagentur machte.

 

14-04-2018

"Bin bedient. Bange Brigadekommandiere befürworten Billig-Bombardement. Bevor Bumm-Bumm beginnt, bekommen Bolschewiki Bescheid. Bereinigen Basislager, beseitigen Beweise. Bloßer Blümchen-Beschuss. Bitter!"

 

13-04-2018

"Beschließe: Bomben!"

 

12-04-2018

"Bomb ich? Bomb ich nicht? Bomb ich? Bomb ich nicht?..."

 

Donald Trump, im Garten des Weißen Hauses vor einem Gänseblümchen sitzend.

 

11-04-2018

 In Donnie's Haus, im Weißen,

da lassen sie die Bibel kreisen,

Pence, Pompeo, Sessions, Vos,

gehören alle zu dem Glaubenstross,

der von einem Manne wird geleitet,

der Drollinger sich nennt und es nicht meidet

Homosexuelle zu bekämpfen

und Frauenrechte einzudämpfen,

im Gegenzug preist er den Präsidenten,

für seine standhaft starken Lenden,

denn das ist es, was die brennend-heiße Welt jetzt brauch',

'nen Mann mit einem dicken Schlauch.

 

10-04-2018

Vergangenes Jahr bezeichnete Donald Trump Katar als großen Finanzierer von Terroristen. Heute, beim Besuch des katarischen Scheichs in Washington, adelte er das Land dagegen als Freund und Partner im Kampf gegen den Terror.

Es hat sich also ausgezahlt, dass die Kataris ihren einheimischen Terroristen für eine Weile die Mittel gekürzt und ihre schmierigen Millionen für amerikanische Lobbyisten ausgegeben haben, damit sie gut aussehen, wenn ihr Staatsoberhaupt die USA besucht. Nur eines haben die Lobbyisten nicht wegbekommen, und das ist der hässliche Schnauzbart von Scheich Tamin bin Hamad Al Thanatos.

 

09-04-2018

Ein gewöhnlicher Montag.

Donnie trägt dick auf,
Melania trägt Christian Louboutin,

und Stormy Daniels trägt - nichts.

 

Und ich? Ich bin träge und trage nur diese Zeilen zusammen.

 

08-04-2018

Trump nennt Assad ein "Vieh".

Der Fleischverbrauch eines Amerikaners beträgt 222 Pfund pro Jahr.

In der Bibel ist die 666 die Zahl des Tieres.

Wenn Donnie ordentlich reinhaut, kann er es schaffen.

 

07-04-2018

In West Virginia wurde eine neue Form weinender Heiligenstatuen entdeckt. Es handelt sich um eine junge Frau, die beim Anblick von Donald Trump in Tränen ausbrach und ihm schluchzend für die Steuererleichterungen dankte.

 

06-04-2018

In Oklahoma verdienen Lehrer im Schnitt fast 8.000 Dollar im Jahr weniger als im benachbarten Texas, das Schulsystem wurde erfolgreich kaputt gespart, die Klassen sind viel zu groß, und die Anforderungen an die Lehrer nehmen in dem Maße zu, in dem die Aktualität des Lehrmaterials sinkt. Der Zustand der Schulen ist allgemein beschissen, der der Toiletten sowieso und überhaupt schlage ich vor, dass das Land Sachsen Partnerland von Oklahoma wird.

 

05-04-2018

Rex Tillerson wollte das amerikanische Außenministerium umstrukturieren, es effizienter und moderner machen. Dafür hatte er 90 Berater engagiert, die bis zu 300 Dollar die Stunde verdienten. Nur leider hatten die Unternehmensberater kaum Ahnung von der Materie und verstanden nicht viel von Diplomatie, kulturellen Unterschieden und den Gepflogenheiten der Außenpolitik. Die Folge: Die bisherigen Erkenntnisse sind banal, die Ergebnisse mager.

Rex Tillerson ist inzwischen nicht mehr im Amt, die Rechnung der Berater aber bleibt: 12 Millionen Dollar. Und das ist erst der Anfang, denn insgesamt ist der Umstrukturierungsauftrag 265 Millionen schwer. Dabei wäre eine Refom fast zum Nulltarif zu haben gewesen. Es gab 35.000 hauseigene Verbesserungswünsche und dazu noch den vom Außenministerium höchstselbst publizierten "Quadrennial Diplomacy and Development Review", der in den Jahren 2010 und 2015 ebenfalls eine Reihe von Veränderungsvorschlägen gemacht hat.

Aber so ist das nunmal: Berater leben nicht von Erfahrungen, Kenntnissen oder einem Gefühl für die Spezifik einer Situation, sondern von dem Glauben, dass all das, was nichts kostet, auch nichts wert ist. Sie stoßen sich gesund an diesem kranken Gedanken.

 

04-04-2018

Donald Trump greift in die Geschichte der Geschichtsschreibung ein. Er tut alles dafür, dass "die Bauchentscheidung" eine seriöse Kategorie zur Analyse historischer Entwicklungen wird. Jetzt müssen es nur noch die Historiker mit den dicken Quellköpfen verstehen.

 

03-04-2018

Und weiter geht's mit der Klimawandelnegiererei. Aus einer 2016 erstellten und bis heute nicht veröffentlichten Studie, die die Gefahren des Meeresspiegelanstiegs und das Risiko von Sturmfluten für die zahlreichen küstennahen Nationalparks analysiert, hat das amerikanische Innenministerium sämtliche Hinweise, die den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel behandeln, entfernen lassen. Laut dem Silcencing Sciene Tracker der Columbia University ist dies das 124. Mal seit Amtsantritt von Präsident Trump, dass die amerikanische Regierung oder eine ihrer Behörden bestimmte Forschungsvorhaben verbieten oder einschränken, die Publikation von Ergebnissen verfälschen oder die öffentliche Diskussion und Nutzbarmachung von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verhindern versuchen.

 

02-04-2018

Melania hat dem traditionellen Ostereierrollen im Weißen Haus ein neues Spiel hinzugefügt - Rasenbowling. Natürlich auf Kunstrasen. Mit Plastikbällen und aufblasbaren Kegeln. Die Historiker werden sich an dieses Spiel erinnern müssen, wenn sie eines fernen Tages in ihren Büchern über die Verdienste der First Lady berichten, denn das ist es, wofür Melania steht: Plastik und große Bälle.

 

01-04-2018

Am 13. Loch seines Golfplatzes in Lar-a-Mago verzieht Donald Trump seinen Abschlag weit nach rechts. Der Ball landet irgendwo im Gebüsch und ist trotz großangelegter Suche seines ihn begleitenden Mitarbeiterstabs nicht zu finden. Dafür entdeckt Donald nach einer Weile im Unterholz ein Kaninchen. Als er sich ihm nähert, hoppelt es weg - und an der Stelle, wo das Kaninchen saß, liegt sein Ball. Donnie ernennt das Tier sofort zum Sportminister. Dann spielt er weiter. Seine Leute aber lässt er zurück im Gebüsch und weist sie an, nach dem Minister zu suchen.

 

31-03-2018

Heute hab ich Urlaub, heute mach ich frei.

Heute heißt's für mich: Badetuch statt Tagebuch.
 

30-03-2018

"Sy rien!"

 

Donald Trump, sich auf Französisch zum weiteren Militäreinsatz äußernd.

 

29-03-2018

Donald Trumps Arzt wird befördert. Er wird Kriegsveteranenminister in Washington.

Mein Arzt befördert sich selbst. Er fährt jeden Tag mit dem Rad in die Praxis.

Heute Morgen hat es geregnet. Ich war sein erster Patient. Als ich ins Behandlungszimmer kam, war er noch ganz durchweicht von der Fahrt. Aber niemand berichtet darüber, alle reden nur von Ronny Jackson, dem Arzt Donald Trumps. Er ist, so heißt es, Konteradmiral der Marine. Meiner dagegen hat nur nasse Haare. Aber das ist egal. Für mich ist er der wahre Regen-t.

 

28-03-2018

Donald Trump hat heute den "Eliminating Government-funded Oil-painting Act" unterzeichnet. Er verbietet es, in Öl gemalte Portraits von Politikern mit öffentlichen Mitteln zu fördern. Das Verbot war bereits seit 2014 in Kraft, wurde aber erst jetzt in die Form eines Gesetzes gegosssen. Dass es Donald Trump unterzeichnet hat, ist kein Wunder. Das Gesetz trägt schließlich den offiziellen Titel EGO-Act.

 

27-03-2018

Für Donald Trump ist das Fernsehen der Nahbel der Welt.

 

26-03-2018

Der Teufel macht auf Transparenz. Amerikas Umweltzerstörungsminister Scott Pruitt will keine Studien mehr zu Rate ziehen, die mit nicht-öffentlichen Daten arbeiten. Was auf den ersten Blick aufklärerisch anmutet, ist in Wahrheit nichts als reaktionär, schließlich basieren besonders Studien, die sich mit den Auswirkungen von Umweltverschmutzungen auf den Menschen beschäftigen, zu großen Teilen auf Krankenakten und anderen Rohdaten, die nicht öffentlich einsehbar sind, da sie laut Gesetz dem Datenschutz unterliegen. Pruitt nennt das "Geheimwissenschaft", aber eigentlich meint er "Geh heim, Wissenschaft".

 

25-03-2018

Es gibt Tage, da erscheint mir Donald Trump geradezu wie ein zahmer, zahnloser Tiger angesichts all der mordenden Türken, Russen und Syrer, angesichts der an ihrem Glauben irre gewordenen Muslime und eines Chinesen, der seinen Kolonialisierungsdrang in einen seidenweichen Kokon zu spinnen versucht. Es sind diese Tage, an denen mir Donald Trump als das gegenübertritt, was er abseits des Amtes wahrscheinlich auch ist: Ein geistiger Tiefflieger mit einem Hang zur Hochstapelei. Ein 240 Pfund schweres Luxusproblem, das glaubt, man könne der Welt seinen Stempel aufdrücken, wenn man einmal quer durch den Porzellanladen rollt.

 

24-03-2018

Millionen protestieren gegen Armerika.

 

23-03-2018

John Bolton ist der Schnauzbart über die Oberlippe gewachsen,

undurchdringlich und dick, ein Wasserfall aus grau gewordenem Haar.

Eine solche Frisur über dem Mund lässt küssen nicht zu.

Was sind das für Zeiten, in denen die Liebe hinter selbst gezüchteten Gitterstäben verschwindet?!

22-03-2018

Trumps wichtigster Rechtsberater hat heute gekündigt.

Er fühlte sich vom Präsidenten links liegen gelassen.

Jetzt hat das §-Zeichen in der Mitte ein Loch.

 

21-03-2018

An amerikanischen Universitäten werden seit einer Weile verstärkt Texte von Karl Marx gelesen. Wahrscheinlich hat das mit dessen 200. Geburtstag zu tun, aber die Waffenlobby ist da anderer Ansicht. Ihre Vertreter sehen beim Namen Karl Marx sofort rot, kaufen sich eine Extraportion Patronen und müssen trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) mit ansehen, wie das Schreckgespenst einer kommunistischen Unterwanderung Amerikas Quartier in ihren Hirnschalen bezieht.

"Junge Sozialisten übernehmen das Land!", hat der Chef der National Riffle Association kürzlich öffentlich gerufen.

Seine Worte wurden erhört, nur wurden sie nicht als Warnung, sondern als Wegweiser verstanden. Die Zahl der täglichen Neuanmeldungen bei den Democratic Socialists of America hat sich jedenfalls seitdem verdreifacht.

 

20-03-2018

Der amerikanische Gott Donnie hat heute den saudischen Gott Mohammed getroffen. Das Ergebnis war eine vollkommene Symbiose. Es ist die Geburtsstunde des sogenannten Mohammedonnismus, der höchsten Form der Bigotterie.

 

19-03-2018

Und so geht's dahin: Nachdem amerikanische Wissenschaftler im Jahr 2017 den Begriff "Klimawandel" in ihren mit öffentlichen Geldern geförderten Studien immer seltener verwendet haben, das Umweltministerium die Erderwärmung wahlweise leugnet oder schönredet und Donald Trump im Dezember 2017 den Klimawandel von der Liste der nationalen Bedrohungen gestrichen hat, zieht jetzt auch die nationale Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe nach und verbannt das Wort "Klimawandel" aus ihrem Strategieplan für die nächsten vier Jahre. Und auch sonst haben die Katastrophenschützer das Nächstliegende zum Entferntesten gemacht, denn neben dem Klimawandel wurde auch gleich noch der Begriff "globale Erwärmung" kaltgestellt, derweil der "Anstieg des Meeresspiegels" irgendwo zwischen den Zeilen versunken und bisher nicht wieder aufgetaucht ist. Aber im Grunde ist das nur konsqeuent, denn wenn Sprache Wirklichkeit abbildet, dann bildet Nicht-Sprache Nicht-Wirklichkeit ab. Und in dieser Nicht-Wirklichkeit gibt es nun mal keine Probleme mit dem Klima. Wirklich nicht.

 

18-03-2018

An einem Tag, an dem in Russland der Präsident gewählt wird und in den USA der Präsident gegen den Sonderermittler wettert, der mögliche russische Einflussnahmen auf die US-Wahl untersuchen soll, an so einem Tag lässt sich der Unterschied zwischen Trump und Putin vielleicht so zusammenfassen:

Putin ist von seiner absoluten Macht gelangweilt. Er sucht deshalb außerhalb seines Landes nach Gegenwehr und neuen Grenzen.

Trump ist von seiner absurden Macht berauscht. Er findet deshalb im eigenen Land Widerstand und seine eigenen Grenzen.

 

17-03-2018

Neues aus der Gerücheküche. Laut Medienberichten erfuhr US-Draußenminister Tillerson auf dem Scheißhaus von seiner Entlassung. Eine Darmgrippe hatte ihn dorthin festgesetzt - und sowas dauert... Weil Trump aber nicht warten wollte, schickte er seinen Stabschef John Kelly vor. Und der tat, was ein Stabschef nunmal tut - er brach den Stab über dem Sitzfleischveteranen. Aber Tillerson kann sich trösten, er wird in die Geschichte eingehen. Wahrscheinlich ist er der erste Politiker, der seinen Top-Job auf'm Topp losgeworden ist.

 

16-03-2018

Es gibt keinen neuen Kalten Krieg,

es gibt nur alte Krieger.

Kalte Männer, neu im Amt,

und alte Männer, immerda, das ist es, was wir haben.

Die Tragödie ruft: "Auf geht's zur Farce!"

Die Geschicht' ist heiß auf's Wiederholen.

 

15-03-2018

Die Welt ist nicht genug und der Mond nur 'ne Zwischenetappe. Donald Trump hat jedenfalls gestern erklärt, dass die ersten Amerikaner schon bald zum Mars fliegen werden. Schokoriegelaktien schossen daraufhin in die Höhe.

 

14-03-2018

In West Virginia haben Lehrer neun Tage lang für eine bessere Bezahlung und gegen die drohende massive Anhebung ihrer Krankenkassenbeiträge gestreikt. Sie waren erfolgreich damit. Aber sie waren es nur, weil ihr Protest nicht als Abfolge symbolischer Aktionen daherkam, sondern direkt ins Parlament getragen wurde. Weil sie ihre Wut nicht nur in Worte gepackt, sondern körperlich spürbar gemacht haben. Weil sie den ersten Kompromissangeboten der regierenden Republikaner eine Absage erteilt und bis zur vollständigen Erfüllung ihrer Forderungen weitergestreikt haben - auch gegen den Rat ihrer Gewerkschaften. Denn das ist der Weg, in Amerika wie auch bei uns. Sich die alles verklebende Harmoniesoße aus den Hirnrinden zu wischen und die Differenzen zu betonen. Und wer wäre dafür geeigneter als Lehrer?! Die wissen schließlich am besten über Klassenkämpfe Bescheid.

 

13-03-2018

Rex und hopp.

 

12-03-2018

 

 

 

 

 

(Liste der von Melania Trump initiierten bzw. unterstützten Projekte gegen Cyber-Mobbing, ihr erklärtermaßen wichtigstes Anliegen als First Lady der USA)

 

11-03-2018

US-amerikanische Studenten haben inzwischen kollektiv über 1 Billion Dollar Schulden durch Studiengebühren angehäuft. Die Mittel der Geldeintreiber werden dabei immer rabiater. Erste Bundesstaaten haben Gesetze erlassen, um die verschuldeten Studenten zu schützen. Das Bildungsministerium hat sich jetzt allerdings gegen Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Bereits zuvor waren die Rückzahlungsmodalitäten verschärft und Härtefallregelungen immer seltener angewandt worden. Bildungshunger soll sich schließlich auszahlen.

 

10-03-2018

In Utah wollten republikanische Politiker eine Landstraße in "Donald Trump Highway" unbenennen, als Dank dafür, dass er in den angrenzenden Nationalparks die Möglichkeit geschaffen hat, nach Bodenschätzen zu bohren.

Daraufhin schlugen die Demokraten vor, der Zufahrtsstraße zum Highway den Namen "Stormy Daniels Auffahrt" zu geben. Die Begründung mit irgendwelchen Bohrungen brauchten sie dann gar nicht mehr zu liefern. Die Republikaner zogen ihren Antrag freiwillig zurück.

 

09-03-2018

Donald Trump trifft Kim Jong-un.

Hochzeit für die DipLOWmaten.

 

08-03-2018

"Die Typen vom Pentagon wollen, dass ich endlich mal zu den Truppen ins Kriegsgebiet reise. Nach Syrien, Irak oder Afghanistan. Die haben gut reden. Die können den ganzen Tag in der Weltgeschichte rumballern, während ich zu Hause nicht zum Schuss komme. Ungerecht!"

 

(Aus: Donald Trump: Heimatfrontlader, Washington D.C., 2018.)

 

07-03-2018

Im Mittleren Westen schießen die Heupreise in die Höhe.

Im Weißen Haus sinkt derweil die Zahl der Wirtschaftsberater.

Dazwischen gibt es keinen Zusammenhang, nur ein paar Zahlen.

Im Jahr 2017 haben die Vereinigten Staaten Heu im Wert von 1,46 Milliarden Dollar exportiert. Demgegenüber stehen Importe im Wert von gerade mal 62 Millionen.

Merke: Wenn man so viel getrocknetes Gras verkauft, dass man am Ende Geld wie Heu hat, ist mit dem Protektionismus von vornherein Schluss.

 

06-03-2018

In Ohio haben zwölf Personen eine Lizenz, Marijuana für den medizinischen Gebrauch anzubauen. Als jetzt Gesundheitsminister Alex Azar, ein ehemaliger Pharma-Manager, Ohio besuchte, erklärte er auf Nachfrage: "there really is no such thing as medical marijuana."

Es ist seit zweitausend Jahren das gleiche Problem: Unter dreizehn Leuten ist immer ein Verräter.

 

05-03-2018

Das Unglück, das Typen wie Trump und Co. Tag für Tag in die Welt setzen, besteht nicht darin, dass es irgendwann mal knallt oder die Welt untergeht. Das wahre Drama besteht darin, dass die Welt nicht untergeht, dass sie nie untergehen wird, was immer diese Typen auch tun. Sie bleibt, ein immer schrecklicherer Ort – und so bleiben auch wir. Und das, das ist unser Untergang. Inmitten einer ewigen Welt gehen wir auf ewig unter.

 

04-03-2018

Nachdem Donald Trump gestern Abend lauthals davon geträumt hatte, Präsident auf Lebenszeit zu sein, fand man heute Morgen bei Christian Dior in Paris eine eMail im Postfach. Sie enthielt nur einen einzigen Satz. Er lautet: "Können Sie aus einem Trau- ein Trauerkleid machen?"

 

03-03-2018

Donald Trump palavert ein bisschen über Handelskriege - und zack - verlieren die 500 reichsten Menschen der Welt in nur einer Woche insgesamt 107 Milliarden Dollar an der Börse.

Viele haben Trumps Kriegsankündigung (auch deshalb) für unbedacht gehalten. In Wahrheit aber steht sie auf analytisch gesättigtem Boden, denn ihr geheimes Vorbild heißt: Karl Marx.

"Je ein Kapitalist schlägt viele tot", heißt es im 7. Abschnitt des 24. Kapitels von Marx' Buch "Das Kapital", wo es um "Geschichtliche Tendenzen der kapitalistischen Akkumulation" geht.

Zwar muss es laut Marx danach erst noch zur "Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts" kommen und sich der "internationale Charakter des kapitalistischen Regimes" vollends entfalten, bevor die  Ausbeuter allesamt enteignet und die Menschen kollektiv glücklich werden. Da Donald Trump von Weltmarkt und Internationalismus aber nichts hält, wird diese Stufe bei ihm einfach übersprungen. Mit anderen Worten: Nächste Woche kann mit dem vollständigen Zusammenbruch des kapitalistischen Systems gerechnet werden.

Danke, Donnie!

 

02-03-2018

Donald Trump hat Strafzölle auf importiertes Aluminium angekündigt. Konkret bedeutet das Folgendes:

Sobald ausländisches Aluminium auf dem Staatsgebiet der USA eintrifft, kommen mit Zollstöcken bewaffnete Zöllner und schneiden von jedem Meter Aluminium ein Zoll, das heißt 2,54cm ab. Anschließend wird das Aluminium namenstechnisch verlängert und darf fortan nur noch Aluminimum genannt werden. Weil aber niemand, der noch halbwegs bei Trost ist, beschnittenes unamerikanisches Aluminimum kauft, wird der Markt bald schon von einheimischen Produkten dominiert werden. Die Markenrechte für die Begriffe Aluminiumeter und Alumaximum wurden bereits beantragt.

 

01-03-2018

Schluck's runter

(Es gibt Hoffnung)

 

Seit Jahrtausenden fragen sich die Menschen

was sie gegen ihren Hicks tun können.

Sie haben alles probiert

Luft anhalten

Cannabis konsumieren

Multiple Orgasmen

Rektalmassagen

Essig durch die Nase ziehen

aber nichts hat geholfen.

Und jetzt

jetzt ist Hicks weg.

Einfach so.

Hat gekündigt.

Und jetzt fragen sich die Menschen

warum

 

28-02-2018

Gute Nachrichten. 64% von Trumps Agenda wurden bereits umgesetzt. Das hat zumindest die Heritage Foundation heute errechnet, und Trump hat die Nachricht zustimmend per Twitter verbreitet. Das Gute daran: Da Trump seit genau 404 Tagen im Amt ist, wird er seine gesamte Agenda nach 631 Tagen abgearbeitet haben. Demzufolge wird Donald Trump am Samstag, den 13. Oktober 2018 mit seiner Arbeit fertig sein und - da nichts weiter zu tun ist - zurücktreten.

 

27-02-2018

2016 hat das US-Transportministerium nach mehreren schweren Truck-Unfällen infolge von überhöhter Geschwindigkeit ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches besagt, dass neue Trucks mit einer Software ausgestattet werden müssen, die die Geschwindigkeit bei Gefahr automatisch reduziert.

Das Gesetz wurde von der Trump-Administration zunächst auf Eis gelegt und jetzt vom Transportministerium endgültig begraben.

Zu viele Regulierungen bremsen die Wirtschaft, sagt Truckdriver Trump.

Stimmt, pflichten ihm seine Parteifreunde bei, und machen sich daran, ein weiteres Gesetz aus den Angeln zu heben. Es wurde 2015 verabschiedet und soll Züge mit leicht entflammbarer Fracht mit einem speziellen Bremssystem ausstatten, das den Bremsweg verringert und bei einem Unfall eine größere Zahl von Waggons auf der Schiene hält.

Zu viele Regulierungen bremsen den Konjunkturzug, erklärt Lokführer Donald und stellt die Signale, die sogleich dollargrün leuchten.

 

26-02-2018

Im Grunde ist Donald Trump ein Chuck-Norris-Witz ohne Pointe.

 

25-02-2018

"Letzte Nacht haben wir Schweden beim Curling geschlagen. War ne klare Sache. Diese Muslime können halt nicht auf Eis."

 

(Aus: Donald Trump: Gehohpolitik, Washington D.C., 2018.)

 

24-02-2018

In Florida haben Republikaner und Demokraten gemeinsam entschieden, dass der Schriftzug "In God We Trust" in Zukunft deutlich sichtbar an allen Schulen zu sehen sein muss. Gott hat Florida daraufhin von seiner Liste vertrauenswürdiger Staaten gestrichen.

 

23-02-2018

"Metal detectors and school patrols will make our schools seem like armed camps and will destroy the learning environment and in fact increase the level of fear of our kids by reminding them on a daily basis how vulnerable they are. School uniforms, with our without bulletproof armor underneath; concealed weapons for teachers with the NRA is now supporting..." 

 

James M. Jeffords (Hrsg.): School Safety. Hearing Before the Committee on Health, Education, Labor, and Pensions, United States Senate, 6. Mai 1999, S. 49. - Aussage von Denise Gottfredson, Professorin für Kriminologie und Strafrecht, Universität Maryland.

 

22-02-2018

Es ist Donald Trumps Präsidentschaft, die das eigentliche Drama Amerikas erst so richtig zum Vorschein bringt und das darin besteht, dass dieses Land ein Gefangener seiner eigenen Freiheitsvorstellungen ist.

 

21-02-2018

Als Reaktion auf das Schulmassaker von Parkland soll am 24. März in Washington D.C. eine große Demonstration für strengere Waffengesetze stattfinden.

Am selben Tag wollen - zweieinhalbtausend Meilen von Washington entfernt - die Republikaner von Stevens County eine Spendengala abhalten. Eines der Objekte, die bei dem Fundraising Dinner ersteigert werden können, ist eine halbautomatische AR-15, also jene Waffe, mit der in Parkland 17 Menschen erschossen wurden.

Allerdings haben die Organisatoren das Angebot heute zurückgezogen. Aber nur vorübergehend, schließlich, so sagen sie, stehe man zum aktuellen Waffenrecht, und überhaupt sei die AR-15 sehr populär.

 

20-02-2018

Donald Trump Jr., von Beruf Präsidentensohn und selbst im dunklen Trump-Universum nicht gerade die hellste Kerze am Leuchter, ist gerade in Indien, um Geschäfte zu machen. Vier neue Trump-Tower sollen dort gebaut werden, mehrere hundert Luxus-Eigentumswohnungen inklusive. Interessenten können Trump Jr. sogar persönlich treffen. Das Meet & Greed kostet 38.000 Dollar. Heiße Luft war nie so günstig.

 

19-02-2018

Wenn du die schlechten Nachrichten nicht mehr leugnen kannst, dann interpretiere sie so, dass sie wie gute Nachrichten klingen.

Das hat sich wohl auch Amerikas Umweltzerstörungsminister Scott Pruitt gedacht, denn statt den Klimawandel weiter abzustreiten, setzt er jetzt darauf, den Menschen die positiven Seiten der Erderwärmung schmackhaft zu machen. Frei nach dem Motto: Wenn dein Haus brennt, brauchst du's nicht mehr zu heizen.

 

18-02-2018

In Landmaschinen werden immer mehr Sensoren und andere High-Tech-Teile verbaut. Für die Reparatur braucht es dann entsprechende Software und Reparaturanleitungen. Genau die aber werden in den USA von Firmen wie John Deere, Apple, Microsoft, AT&T und Tesla nicht freigegeben und nur an autorisierte Händler verkauft. Die Folge: Extrem hohe Reparaturkosten, Zeitverlust, Ernteausfälle. Aber die Farmer wehren sich und fordern die Freigabe der Software und Baupläne, denn sie wollen ihre Maschinen selbst reparieren. Weil sich die Firmen aber weigern, haben sich die ersten jetzt mit Hilfe von Filesharing-Netzwerken Programme besorgt, mit denen sie die Fehler in ihren Maschinen auslesen und beheben können. Denn das ist der Lauf der Welt auf dem Lande: Früher wurde Unkraut gehackt, heute werden Traktoren gehackt.

 

17-02-2018

Im Bundesstaat Indiana sollen Eltern, deren Kinder öffentliche Schulen besuchen, zukünftig schriftlich erklären, dass ihre Kinder am Sexualkunde-Unterricht teilnehmen dürfen. Liegt keine Erlaubnis vor, ist es dem Kind nicht gestattet, die entsprechenden Kurse zu besuchen. Man verkauft das als neue Wahlfreiheit der Eltern und als Notwendigkeit, sich informieren und mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen. Tatsächlich aber wurde der Gesetzesentwurf von konservativen Gruppen eingebracht - und deren Ziel ist klar. Nur der Weg dahin muss echt amerikanisch aussehen. Und so kleidet man die Gegenaufklärung in den Deckmantel der Freiheit.

 

16-02-2018

In Europa endete das Mittelalter mit der Entdeckung Amerikas.

In Amerika beginnt das Mittelalter mit der Abwendung von Europa.

 

15-02-2018

Und wieder einmal hat sich gezeigt, wie gut und richtig die amerikanischen Waffengesetze sind. Und vor allem: wie wirkungsvoll. Denn als gestern ein Amokläufer in Florida in eine Schule stürmte, zogen Schüler und Lehrer wie von der Waffenlobby gewünscht ihre Gewehre und Pistolen unter den Bänken hervor und überwältigten den Angreifer binnen Sekunden. Es war ein Kinderspiel. Mit seiner halbautomatischen AR-15 hatte der Eindringling nicht den Hauch einer Chance. Er wurde noch auf dem Schulhof erschossen und wenige Minuten später von zwei fröhlich lächelnden Polizisten abtransportiert. Anschließend wurde der Unterricht fortgesetzt.

 

14-02-2018

Es heißt, Donald Trumps angebliche Affäre, die Pornodarstellerin Stormy Daniels, habe von Trumps Anwalt 130.000 Dollar Schweigegeld bekommen. Aber das simmt nicht. Eine Frau, die vom adipösen Donnie in die Laken gedrückt wird, kann nicht schweigen. Sie schreit. Und wer schreit, hat Schmerzen. Und wer Schmerzen hat, bekommt Schmerzensgeld. So einfach ist das. Und selbst wenn es anders ist, das heißt Donnie in die ganze Sache gar nicht involviert war und sein persönlicher Paragrafenreiter die mopsfidele Hoppelschwester für irgendeine andere Galoppnummer bezahlt hat - Stormy Daniels kann gar nicht schweigen. Sie schreit in jedem ihrer Filme. Ich habe das gerade geprüft.

 

13-02-2018

Statt Lebensmittelmarken sollen die 16 Millionen Bedürftigen in den USA zukünftig Food-Boxes bekommen. Frisches Obst, Gemüse und Fleisch werden da zwar nicht drin sein, dafür aber jede Menge Dosenfutter, das sich problemlos bis zum Ende von Donnies Präsidentschaft hält - und dabei ist es ganz egal, ob die ein oder zwei Amtszeiten dauert.

Eines aber ist jetzt schon klar: Neokonservatismus definiert sich ab sofort als "die Politik der neuen Konserve"

 

12-02-2018

Donald Trumps Infrastrukturprogramm: Füllen von Schaglöchern bei gleichzeitigem Aufreißen von Haushaltslöchern.

 

11-02-2018

Die allgemeine Bevölkerungsumfrage lügt nicht. Sie wird alle zwei Jahre durchgeführt und macht deutlich: Amerikaner haben immer weniger Sex. Zeit für Donnie, mal laut MeToo zu rufen.

 

10-02-2018

Nun hat Donald Trump doch noch einen Direktor für das Office of National Drug Control Policy nominiert. Sein Name ist Jim Carroll - nur leider ist er so unbekannt, dass es selbst den stets gut informierten amerikanischen Zeitungen und Nachrichtenseiten nicht gelungen ist, ein Foto von ihm aufzutreiben. Weil's ohne Bild aber nicht geht, haben einige zu ihren Texten ein Foto des Schriftstellers Jim Carroll veröffentlicht, der nicht nur den gleichen Namen wie der künftige Direktor, sondern auch mal ein Buch über Drogen geschrieben hat. Dass dieser Jim Carroll, der bereits 2009 verstorben ist und ein langjähriger Heroin-Süchtiger, ehemaliger Punk und Künstlerfreund Andy Warhols war, mit seinem Konterfei eines Tages diverse Texte über die nationale Anti-Drogen-Behörde illustrieren wird, hätte er sich wahrscheinlich nicht mal auf seinem krassesten Trip vorstellen können.

 

09-02-2018

"Das bisschen Haushalt macht sich von allein.

Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein"

 

Eingangszitat des neuen US-Haushaltsgesetzes. Das Zitat wurde von Donald Trump beim Unterzeichnen des Gesetzes heimlich hinzugefügt.

 

08-02-2018

"Am 15. August hat Donald Trump ein Dekret erlassen, in welchem er die von der Obama-Regierung beschlossenen baulichen Mindeststandards für mit Bundesgeldern geförderte Gebäude und Infrastrukturprojekte in Flutgebieten wieder aufgehoben hat."

Das ist natürlich ein Selbstzitat aus dem Tagebucheintrag vom 30.08.2017, aber was soll ich tun, wenn Trumps Regierung das Rad vor und zurück dreht?!

Jedenfalls hat das Wohnungsbauministerium heute festgelegt, dass die Bundesstaaten künftig bei Gebäudeneubauten und Infrastrukturvorhaben in Flutgebieten darauf achten müssen, dass sie deutlich oberhalb des Hochwasserlevels liegen.

Mit anderen Worten: Was Obama einst beschlossen und Trump danach wieder abgeschafft hatte, hat der Wohnungsbauminister jetzt wieder in Kraft gesetzt. Man könnte auch sagen: Die Regierung rotiert.

 

07-02-2018

Letztes Jahr hat Donald Trump in Frankreich eine große Militärparade gesehen. Jetzt will er auch eine haben. Die im Pentagon sollen das organisieren.

In den anderen Ministerien geht derweil die Angst um. Dutzende Mitarbeiter wurden abgestellt, um Fotos und Videos zu sichten und zu ermitteln, was Donnie auf seinen Reisen noch so alles gesehen haben könnte. In ersten Berichten ist vom Kolosseum, der Elbphilharmonie und der Klagemauer die Rede. Letztere will man so schnell als möglich bauen. Dann kann man Donnie auf die eine und Melania auf die andere Seite stellen und sie können sich gegenseitig ihr Leid klagen. Das schafft ein bisschen Ruhe und Frieden zwischen all den drohenden, dröhnenden Militärparaden.

 

06-02-2018

Das also ist der von Donald Trump versprochene Kampf gegen die Opioid-Epidemie mit täglich 175 Toten:

Er benennt seit einem Jahr keinen neuen Direktor für das Office of National Drug Control Policy, die oberste Behörde zur Koordinierung der gesamten amerikanischen Anti-Drogen-Politik.

Er lässt die Behörde stattdessen monatelang von einem 24-jährigen führen, der keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet der Drogenbekämpfung, dafür aber umso mehr als Wahlkampfhelfer von Donald Trump hat.

Er dünnt die Führungsspitze von neun auf drei Leute aus.

Er plant der Behörde massiv die Mittel zu kürzen.

Er lädt den geschäftsführenden Direktor nicht zu den entsprechenden Kabinettssitzungen ein.

Donald Trumps Kampf gegen die Drogen scheint eher einer gegen die eigene Anti-Drogen-Behörde zu sein.

 

05-02-2018

Ein Umschwung hat begonnen. Trumps Politik ist in die Phase der Relativierungen eingetreten. Er wird in den Zeitungen zunehmend als erfolgreicher Präsident angesehen. Es ist die Zeit der "Trump ist zwar"-Kommentatoren...

Trump ist zwar wenig intelligent, aber er hat die Konjunktur angekurbelt.

Trump ist zwar ein Schaumschläger, aber er hat den IS militärisch weitgehend besiegt.

Trump ist zwar ein Rassist, aber er hat die Arbeitslosenquote unter Afroamerikanern gesenkt.

Nicht mehr lange und der erste Teil dieser Sätze wird verschwinden. Dann kommt die Zeit der "Trump hat"-Kommentatoren. Sie werden erklären, dass er das alles ganz allein geschafft hat. Nicht mal einen Koch hatte er bei sich, denn sein Essen hat sich Donnie immer bei dem McDonald's geholt.

 

04-02-2018

Der frühe Werber fängt den Wähler... In den USA schalten zweieinhalb Jahre vor den Präsidentschaftsvorwahlen schon die ersten Kandidaten ihre Wahlwerbespots. Und das ausgerechnet in den Pausen beim Super-Bowl. Wo doch jeder weiß, dass es mit den Gedächtnissen von Football-Spielern durch die dauernden Kopfstöße nicht gerade zum Besten steht. Andererseits, vielleicht können sich die Leute die Namen der künftigen Kandidaten ja besonders gut merken, wenn sie zwischen zwei Footballer-Schädeln aufploppen und dann mit Schmackes durch den Helm ins Hirn gehämmert werden.

 

03-02-2018

Es heißt, seit die Trump-Regierung an der Macht ist, seien Zeitungen wieder im Aufwind und gutes journalistisches Handwerk wichtiger als je zuvor. Das stimmt, doch profitieren leider fast nur die großen Verlagshäuser davon. Die kleinen und mittleren Zeitungen dagegen taumeln weiter - und fallen. Reihenweise. Jetzt hat auch die Charleston Gazette-Mail in West Virginia Insolvenz angemeldet. Dabei wurde der Zeitung erst im vergangenen Jahr der Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung zur Opioid-Krise verliehen, und auch sonst gilt das Blatt als herausragend in seiner investigativen Arbeit, den Reportagen über Machenschaften der Kohleindustrie oder bei der Aufdeckung von Korruptionsfällen - und das seit Jahrzehnten. Aber es scheint nichts zu nützen. Der Teufel scheißt leider auch beim Widerstand gegen selbsternannte Götter immer nur auf den größten Haufen.

 

02-02-2018

Der Dow Jones wird das Dach der Wall Street sprengen,

die Einkommen der Leute werden auskömmlich sein,

die Arbeitslosenzahl wird unter den IQ des Präsidenten sinken

und Amerika so groß, dass Kanada daneben wie ein Zwergstaat erscheint.

 

Kein Mensch wird mehr leiden,

niemand mehr den Zweck mit den Mitteln vergleichen,

weil sich keiner mehr daran erinnert,

dass es mal ein Glück ohne Rendite gab.

 

01-02-2018

Bisher glaubten die Menschen, Unsichtbarkeit beruhe auf einer besonderen Eigenschaft, doch seit Melania wissen sie, dass die Grundlage der Unsichtbarkeit eine besondere Eigenschaftslosigkeit ist.

 

31-01-2018

Das amerikanische Umweltministerium möchte, dass Pestizide künftig auch schon von unter Achtzehnjährigen eingesetzt werden dürfen. Denn alle wissen: Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr. Beziehungsweise - wie es im Umweltministerium heißt: Wenn das Pflänzchen sein Pestizidchen nicht kriegt, kommt der Pflanze ein Schädling in die Quer'.

 

30-01-2018

Wenn ich dieses Tagebuch schreibe, fühlt es sich manchmal an, als würde ich den Stein des Sisyphos den Berg hinabrollen, ein falsches, nutzloses, vollkommen fehlgeleitetes Tun, besonders jetzt, in Tagen wie diesen, wenn die ganze Welt am Abkacken ist und ein bigotter, nichtsnutziger Prahlhans wie Donald Trump fast schon wie ein harmloses Maskottchen aus irgendeiner schlecht gemachten Werbeshow wirkt angesichts all der machthungrigen Sultane und Kriegspräsidenten, die von keinen Checks and Balances zurück auf den Boden geholt werden - den Boden, auf den sie glauben ein Anrecht zu haben, den Boden, auf den sie ihre Bomben werfen, den Boden, der sie hoffentlich bald sechs Fuß tief verschluckt.

 

29-01-2018

Donald Trump hat in einem Interview behauptet, dass Polareis habe momentan Rekordausmaße erreicht.

Laut aktuellen Forschungsdaten sind in der Antarktis 9,14 Mill. km² und in der Arktis 11,8 Mill. km² von Eis bedeckt. Das sind die zweitniedrigsten jemals gemessenen Werte. Sie stammen von Dezember 2017, jenem Monat, in dem Donald Trump den Klimawandel von der Liste der nationalen Bedrohungen gestrichen hat.

 

28-01-2018

Ein neues Buch ist auf dem Markt. "God and Donald Trump" von einem Mann namens Stephen E. Strang. Mr. Strangs strange These: Gott habe bei der Präsidentschaftswahl seine Hände im Spiel gehabt und hat Millionen Schafe... ähem... Wähler zu Trump geleitet. Denn er, Donald Trump, sei vom Allmächtigen persönlich auserwählt worden.

Früher wäre der Autor eines solchen Buches wegen Ketzerei geteert und gefedert worden, heute wird er geehrt und gefeiert. Willkommen im Jahr 2018.

 

27-01-2018

Das amerikanische Wirtschaftsministerium hat eine Untersuchung eingeleitet, die sich mit der Frage beschäftigt, ob aus China importierte Zierschleifen und Dekorbänder unerlaubte Subventionen erhalten haben und dadurch amerikanischen Zierschleifen- und Dekorbandherstellern Nachteile entstanden sind. In den nächsten zehn Monaten wird die amerikanische Wirtschaftsministerialzierschleifenunddekorbandauswicklungsabteilung die Sache prüfen. Wenn rauskommt, dass da unerlaubte Subventionen geflossen sind, können die Chinesen einpacken! Und zwar nicht nur ihre Zierschleifen- und Dekorbandproduktion, sondern auch sich selbst. Frei nach dem Motto: Die chinesische Bastion mit Zierschleifen schleifen.

 

26-01-2018

Trump hat gestern mit Konzernchefs zu Abend gegessen. Die Kerle saßen am Tisch wie Zinnsoldaten, ganz aufrecht und steif, als hätten sie ein Rückgrat.

 

25-01-2018

Davos ist da, wo's Donnie krachen lässt.

 

24-01-2018

Donald the deeply disturbing Drumpfbacke beweist's jeden Tag: Die Leere eines Kopfes ist proportional zur Fülle der Versprechen, die aus ihm kommen.

 

23-01-2018

Waschmaschine

Waschmaschina

Waschmachina

Wasmachchina

Wasmachtchina?

 

Strafzölle!

 

22-01-2018

Wenn Donald Trump wirklich die Eier hätte, die er immer vorgibt zu haben, dann würde er Befehl erteilen, diesem verdammten Erdogan und seinen Unterstützern in Syrien ein paar in die kriegstreiberischen Fressen zu hauen, und mithelfen, dass die Kurden endlich das bekommen, was sie verdienen - Frieden und Land.

 

21-01-2018

In Ohio wollten die Republikaner den Abgas-Test für alte Autos abschaffen. Also haben sie im März vergangenen Jahres Donnie und seinem Umweltzerstörungsminister Scotty geschrieben und gefragt, ob die nicht was tun könnten. Aber sie haben bis heute keine Antwort bekommen. Dabei ist die Sache dringend, denn wie soll Amerika wachsen, wenn die Emmissionsraten schrumpfen?! Verdammter fehlender Dreck! Umweltzerstörung macht überhaupt keinen Spaß wenn die eigenen Leute nicht mitziehen.

 

20-01-2018

4 Jahre - 1 Jahr = drei(ste) Jahre, die noch vor uns liegen

 

19-01-2018

Haushaltssperre? Versteht Donnie nicht. Er hat schon immer mehr Geld ausgegeben als er eigentlich hatte. Das ist sein verdammtes Erfolgsprinzip! Sein Motto lautet schließlich hochstapeln nicht runterfahren.

 

18-01-2018

Die harten Apple-Jungs haben der Weichbirne im Weißen Haus ein Steuergeschenk gemacht. Gemeinsam, so heißt es, wolle man die Entwicklung von Spalierobst weiter vorantreiben.

 

17-01-2018

Die Trump-Administration plant eine neue Militärdoktrin, in der Atomwaffen wieder eine stärkere Rolle spielen. Damit sollen vor allem Russland und China in Schach gehalten werden. Ein klassischer Irrtum, denn mit Atomwaffen ist es wie mit Frühstückseiern - wenn man selbst dafür verantwortlich ist, dass die Sache schon viel zu lange kocht und immer weiter vor sich hindampft, nützt am Ende auch das Abschrecken nichts mehr.

 

16-01-2018

"Sie nennen mich einen Rassisten, aber das ist FAKE! Ich schlage nur weiße. Der einzige Präsident, der jemals schwarze geschlagen hat, war Woodrow Wilson. Aber ich spiele nicht im Schnee."

 

(Aus: Donald Trump: Ballaballa. Die Wahrheit über mich und meine Golfbälle, Washington D.C., 2018.)

 

15-01-2018

Donald Trump und seine Söhne preisen Martin Luther King auf Twitter. Das hätte nicht mal der sich träumen lassen.

 

14-01-2018

Donald Trumps historische Erfahrungen sind die Ereignisse des jeweils letzten Tages.

 

13-01-2018

 

Ein Drama in 5 Akten.

 

1. Im November 2011 erklärt Kathleen Hartnett White öffentlich: "There is no environmental crisis, in fact, there’s almost no major environmental problems." - Sie ist zu diesem Zeitpunkt Leiterin einer Energie- und Umweltorganisation, die von Exxon Mobil, Chevron und den ultrakonservativen Koch-Brüdern gesponsert wird.

 

2. Sechs Jahre später, im Oktober 2017, wird Kathleen Hartnett White von Donald Trump als Leiterin des "Council on Environmental Quality" vorgeschlagen. Sie soll die Umweltpolitik des Weißen Hauses koordinieren.

 

3. Im Dezember 2017 verweist der US-Senat den Personalvorschlag an Trump zurück, da Hartnett White nicht die nötige Unterstützung hat.

 

4. Donald Trump könnte jetzt einen neuen Kandidaten bestimmen.

 

5. Donald Trump nominiert Kathleen Hartnett-White einfach nochmal.

 

12-01-2018

Alle Welt schimpft, dass Donald Trump afrikanische Länder als "shithole-countries" bezeichnet hat. Aber das stimmt nicht. Er hat einfach nur laut gelesen. Zum ersten Mal in seinem Leben hat Donald Trump ein Buch gelesen! Und weil das neu für ihn war, hat er's eben laut getan. "Superhawks. Strike Force Alpha" heißt das Buch. Das muss der Verteidigungsminister auf dem Tisch liegen lassen haben, denn der war vorher mit seinen Militärberatern in dem Raum. Aber dann sind die Militärleute raus und die Schluffis von der Migrationsabteilung sind rein und haben sofort angefangen von Afrika zu reden, und da war Donnie langweilig, so langweilig, dass er angefangen hat, in dem verdammten Buch rumzulesen, und da haben plötzlich alle aufgehört zu reden und gestaunt, denn zuvor hatte noch niemand Donnie lesen sehen, aber jetzt war es soweit - Donnie las, und erzählte dabei irgendwas von vergiftetem Wasser und dass man sowas in Amerika nicht haben wolle. Und alle dachten, er spricht über die afrikanischen Länder und wie schlecht es den Leuten da geht, aber Donnie war ganz woanders und hat nach der Geschichte von dem vergifteten Wasser einfach weiter gelesen und gesagt: "Maybe that's how some people like it, living in their little shithole countries, but not us. We are Americans and we are special. Don't let anyone tell you different. We went to the goddamn moon and we saved Western civilization three goddamn times in the past hundred years."

Dann hat er aufgeschaut, hat vor sich lauter Leute mit offenen Mündern gesehen, hat sich gefragt, ob die sie vielleicht nicht mehr alle haben, hat sich das Buch geschnappt und ist damit aufs Klo gegangen.

Und alle dachten nur: Shit, was machen wir jetzt?

Und nur Donnie wusste, was er jetzt gleich macht...

 

11-01-2018

Würde sich von Donald Trumps Selbstvertrauen auch nur ein kleiner Teil in Verstand umwandeln, er würde blitzartig begreifen, dass sein größtes Unglück nicht die Russen, irgendwelche Enthüllungsbücher oder kleine Männer aus Nordkorea sind. Oh nein, ihn würde - gleich einem Eimer Wasser, den man über einem Menschen ausgießt - die Erkenntnis durchschaudern, dass sein größtes Unglück darin besteht, dass er sich jeden Tag selber passiert.

 

10-01-2018

Stephen Bannon ist als Chef von Breitbart-News zurückgetreten. Der Grund, so Insider: Bannon habe nicht nur Donald Trump rasiert, sondern das Messer auch bei sich selbst angesetzt. Und das schon seit Jahren. Damit aber sei alle Glaubwürdigkeit verloren, denn wo die Geschichten einen langen Bart haben, brauchen die, die sie vertreten, zumindest nen breiten, denn nur so formt sich das Kreuz, unter dem sie von Los Angeles aus quer durchs Land bis nach Washington ziehen.

 

09-01-2018

Wenn die Sonne der politischen Kultur tief steht, wirft selbst die Golden-Globe-Rede einer geschäftstüchtigen Talkmasterin einen langen Schatten.

 

08-10-2018

Tagebuchschreiber sind die Lokomotiven ihrer eigenen Geschichte. Ich dagegen bin der ferngesteuerte Begleitwagen einer Dampfwalze.

 

07-01-2018

Donald Trump muss unsterblich sein. Wie will er sonst all die Versprechen einlösen, die er als Präsident bisher gegeben hat?

 

06-01-2018

"So viel Genie

war noch nie,

Melanie."

 

"Ich heiße Melania!"

 

Transkript der kompletten Unterhaltung zwischen Donald Trump und seiner Frau gestern Abend im Bett.

 

05-01-2018

Wenn bei Schülerinnen, deren Eltern nur den Regelsatz beziehen, während der Regel das Fernbleiben von der Schule zur Regel wird, weil sie sich regelmäßig keine Regelbinden leisten können, regelt die kalifornische Schulbehörde das jetzt auf ihre Weise und rekurriert auf ein Regularium, welches besagt, dass Regelschulen Regelblutungskontrollartikel künftig kostenlos in die Regale legen müssen.

 

04-01-2018

"Aus, kleines Licht!

Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild,

Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht

Sein Stündchen auf der Bühn und dann nicht mehr

Vernommen wird; ein Märchen ists, erzählt

Von einem Blödling, voller Klang und Wut,

Das nichts bedeutet."

 

Zitat aus dem Anschreiben zur Unterlassungserklärung, die Donald Trumps Anwalt Charles Harder anlässlich des Enthüllungsbuchs "Fire and Fury" an Trumps Ex-Berater Stephen Bannon geschickt hat.

 

03-01-2018

Die durchschnittliche Penislänge eines US-Amerikaners beträgt 13,1cm, die eines Nordkoreaners bloß 9,8cm. Nur falls Donald Trump mal andere Argumente als die Größe des Atomwaffenknopfs auf seinem Schreibtisch braucht...

 

02-01-2018

Kriminalisierungsende! Kalifornier kiffen künftig klauselgerecht. Krautläden kriegen Konzessionen, kaufen's Kraut kiloweise, kreieren kosmische Kräuterraketen. Kiffer kriegen Kontingente. Knüppeldicke Knistertüten kosten kräftig Kohle. Keine Kreditkarten. Kreditinstitute kooperieren keineswegs. Klimperkrötenzwang!

 

01-01-2018

Ach, gäbe es doch nur eine zweite Ebene in Donald Trumps Aussagen, dann gäbe es wenigstens Hoffnung...

 

31-12-2017

Donnie und die Seinen haben's geschafft. Das Jahr ist auseinander geklappt, die Köpfe liegen links und rechts auf den Flanken, dazwischen haben die Verbliebenen ihre Zwerchfelle gespannt, denn wer bleiben will, muss jetzt Trampolin springen... Salto vor und zurück, vor und zurück... so lange, bis sie stürzen, die Genicke abknicken und die Köpfe links und rechts auf die Flanken rausrollen.

 

Willkommen an den Rändern, die eines Tages der Mittelpunkt der Geschichte eines ganzen Landes gewesen sein werden.

 

30-12-2017

Wer im Dunkeln bohrt, braucht keinen, der ihn berät. Und er braucht erst recht keinen, der ihm sagt, wie er's tun soll und worauf zu achten ist beim Stochern und Stechen in nachtschwarzer Tiefe. Also lockert die Trump-Regierung die Sicherheitsstandards für Ölbohrungen auf See. Und schafft auch gleich noch das HIV-Beratergremium ab. Die Samenamtlichen werden nicht länger benötigt. Wer sich verbohrt, muss sehen wie er kommt. Richtige Männer tragen weder Bedenken noch Gummis. Richtige Männer tragen ihre Kämpfe mit sich und der Welt in der Schutzlosigkeit fremder Körper aus.

 

29-12-2017

Die Wirtschaft läuft, der Buchladen ersäuft - in den Fluten des Amazonass. "Book-World", die viertgrößte Buchhandelskette der USA, ist pleite und schließt ihre 45 Geschäfte. Denn das ist die Situation: Die Buchläden in den USA sterben nicht wegen fehlender Leser, den e-Books oder einer schlechten wirtschaftlichen Lage, sondern am Lieferweg. Und dann liegen sie da. Am Weg. Und sind selbst geliefert. Ein Relikt der Geschichte, während der große, nach Uferlosigkeit strebende Strom weiterzieht und hinter ihm die verbliebenen Buchläden in Echtzeit zu Antiquitätengeschäften werden, in denen sich die Gegenwart selbst ausstellt.

 

28-12-2017

Es ist nicht leicht, einen Tagebucheintrag zum Thema sozialer Segregation und Stadtentwicklung in den USA unter der Regierung von Donald Trump zu verfassen, schon gar nicht, wenn es um irgendwelche komplizierten Fälle geht, die Aktenzeichen wie "1:17-cv-02192-BAH" tragen und davon handeln, wie ein Bundesrichter das Wohnungsbauministerium anweist, endlich eine Regel aus der Regierungszeit Barack Obamas umzusetzen, die es ärmeren Familien erleichtern soll, aus Elendsvierteln in bessere Wohngebiete zu ziehen, was durch eine Neuberechnung von Durchschnittsmietpreisen in dreiundzwanzig ausgewählten Metropolregionen, eine entsprechende Anpassung in den Regularien für Wohnberechtigungsscheine und höhere Zuschüsse für Bedürftige geschehen soll - ein Vorhaben, das der von Trump eingesetzte Wohnungsbauminister Ben Carson für einen Akt schändlicher Sozialtechnik hält, wodurch wieder einmal klar wird, dass Carson, Trump und all die anderen marktradikalen Deregulierer heimliche Romantiker sind, was zwar eine ganz nettes Wissen, zugleich aber auch ein ziemlich fettes Problem ist, denn wer würde in seinem Tagebuch schon etwas gegen Romantiker sagen und stattdessen von der Anmut eines Aktenzeichens berichten...

 

27-12-2017

Im Bundesstaat Virginia hat ein mit einem "Trust Me" T-Shirt bekleideter Mann ein nicht abgeschlossenes Auto gestohlen. Offenbar hat der Kerl, der laut Polizeiangaben Wilmer Lara Garcia heißt, Präsident Donald Trump nachzuahmen versucht, nur dass er nicht die Mittel hatte, ein ganzes Land zu seinem persönlichen Gebrauchsgegenstand zu machen und sich deshalb mit einem Honda Civic begnügen musste. Aber das ist im Grunde nur ein gradueller Unterschied, denn fest steht: Macht ist, wenn die Launen wirksam werden...

 

26-12-2017

Israel will einen Bahnhof nach Donald Trump benennen. Trump, so heißt es, habe im Gegenzug vorgeschlagen, dem us-amerikanischen Teil des World Wide Web den Namen Nettanyahoo zu geben.

 

25-12-2017

Dieses Tagebuch ist mein Weihnachtswunschzettel, an dem ich schon seit Januar schreibe, nur dass er statt seiner veritablen Vorderseite seine räudige Rückansicht präsentiert, weshalb hier auch nicht die Bitten eines Einzelnen, sondern die Bitterkeiten einer Präsidentschaft protokolliert sind. Aber sonst ist alles gut...

 

24-12-2017

"Komme gerade aus der Kirche zurück. Der Pastor hat über irgendeinen Zimmermann, seine frigide Alte und ihr komisches Balg gesprochen, dem alle Geschenke machen. Meine Steuerreform hat er dagegen mit keinem Wort erwähnt. Dabei ist sie das größte Geschenk. Ungerecht!"

 

(Aus: Donald Trump: Christmess, Washington D.C., 2017.)

 

23-12-2017

Donald Trump will nicht Präsident sein, er will, dass das Präsidentenamt Donald Trump ist.

 

22-12-2017

US-Verteidigungsminister Mattis hat den Navy-Stützpunkt Guantanamo besucht. Das heißt, er hat die dortigen Soldaten besucht. Das Gefangenenlager hat er sich nicht angeschaut und lediglich erklärt: "Ich bin überzeugt, dass wir dort das Richtige tun."

Es war der erste Besuch eines Verteidigungsministers seit sechzehn Jahren. Außer dem Folterfreund Rumsfeld hat nie einer das Lager gesehen. Aber sie brauchen es auch nicht, denn sie haben ihre Überzeugungen. Und die gründen sich nicht in einem Überblick vor Ort, sondern in der Überheblichkeit der Überlegenen.

 

21-12-2017

Und weiter geht die wundersame Weihnachtswichtelei. Infolge von Trumps Steuerreform zahlen die Telekommunikationsriesen Comcast und AT&T, die gerade mitgeholfen haben, die Netzneutralität abzuschaffen, ihren Angestellten 1.000 Dollar Bonus. Der Finanzdienstleister Wells Fargo spendet 400 Millionen Dollar für gemeinnützige Zwecke, und Boeing legt noch mal 300 Millionen dazu. Aber warum auch nicht? Wenn der gigantische Kuchen verteilt ist, kann man es sich leisten, ein paar größere Krümel liegen zu lassen... Diese saturierten Säcke und ihre Helfershelfer in den PR-Abteilungen - man kann nur hoffen, dass ihnen irgendwann mal jemand die gönnerhaften Fressen einschlägt.

 

20-12-2017

Im Wahlkampf hatte Donald Trump versprochen, den Niedrigsteuersatz für Hedge-Fund-Manager zu erhöhen. Ihr Steuersatz sei "ridiculous", hatte Trump erklärt und angekündigt, die Manager würden in Zukunft statt der lächerlichen 20% die üblichen 39,6% zahlen.

Jetzt, wo Trump Präsident und die Steuerreform beschlossene Sache ist, hat sich die Angelegenheit erledigt. Der Niedrigsteuersatz für die Hedge-Fund-Hochverdiener bleibt.

Was wie ein Wahlkampfversprechen aussah, war wahrscheinlich nur ein Wahlkampfversprecher.

 

19-12-2017

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer Programmierfehler findet, kriegt Geld. Das US-Militär macht's möglich. "Hack the Air Force 2.0" heißt die Aktion, bei der Hacker Sicherheitslücken entdecken sollen. Je größer die gefundene Lücke, desto größer die Belohnung. Die höchste Einzelprämie, die aktuell ausbezahlt wurde, beträgt 10.650 Dollars. Dafür müssen die frisch ausgepreisten Hacker dann aber auch Sätze sagen wie: "Wir dachten, die Regierung würde Probleme unter den Teppich kehren. Aber das tut sie nicht."

Als wenn das Militär die Hacker unter den Teppich schauen lassen würde! In Wahrheit sind die Nerds doch nur dazu da, um die Web-Fehler zu finden.

 

18-12-2017

Was kostet ein Menschenleben? Das amerikanische Transportministerium weiß es. Im "Leitfaden für die Berechnung des ökonomischen Wertes eines statistischen Durchschnittslebens" sind für das Jahr 2016 genau 9,6 Millionen Dollar genannt. 2015 war ein Mensch nur 9,4 Millionen Dollar wert gewesen. Unter Trump dürften die Zahlen weiter steigen, frei nach dem Motto: MAGA - Make Ableben Great Again.

 

17-12-2017

Falls später mal jemand fragt, wer um alles in der Welt Omarosa Manigault Newman war und welche Rolle sie im Weißen Haus spielte, so wird man ganz einfach sagen können, dass sie eine junge, schwarze, weibliche Version von Donald Trump war, deren Aufgabe darin bestand, den Menschen zu zeigen, dass beim Thema Niedertracht, Selbstdarstellung und Egoismus das Alter, das Geschlecht und die Hautfarbe tatsächlich keine Rolle spielen.

 

16-12-2017

Im Falle von Donald Trump gilt: Wer nichts geregelt kriegt, dereguliert.

 

15-12-2017

"Alle Datenübertragungen sind gleich, aber manche Datenübertragungen sind gleicher als andere."

 

Spruch am Hauptquartier der Federal Communications Commission in Washington D.C.

 

14-12-2017

Walmart bietet seinen Mitarbeitern in den USA ab sofort an, ihren Lohn vorzeitig zu bekommen. Eine App macht's möglich. Damit soll verhindert werden, dass sie ihr Konto überziehen und Dispozinsen zahlen oder Kurzzeitkredite aufnehmen müssen.

Klingt wie ein Weihnachtsgeschenk, ist aber keins, sondern die übliche Verschleierung der Ausbeutung, die Verlagerung der Frage des ökonomisch Machbaren auf die Ebene des technisch Gemachten. Statt mehr Lohn zu zahlen als die lächerlichen neun Dollar die Stunde, die Neuangestellte bei Walmart bekommen, werden Millionen in Dienstleistungssysteme investiert. Das Resultat: Serviceschicht um Serviceschicht legt sich über die ökonomischen Ungerechtigkeiten, so lange, bis sie darunter verschwunden sind. Denn das ist das Ziel derjenigen, die herrschen: Dass der Mensch seine eigene Ausbeutung vergesse und so leicht bedienbar werde wie eine App, bevor man ihn - eines schönen ökonomischen Tages - gar nicht mehr zu bedienen braucht und von den Thronen der Macht aus zuschauen kann, wie der Mensch zu einer bloßen App seiner selbst geworden ist.

 

13-12-2017

Roy no more in Alabama.

 

12-12-2017

Auch wenn Donald Trump tagein, tagaus hetzt, verleumdet und lügt, dürfen wir niemals vergessen, dass der wirkliche Kampf nicht den Worten, sondern der wirtschaftlichen Macht, den sozialen Ungerechtigkeiten und dem ökologischen Irrsinn gelten muss, die in Donald Trump und seinen Kabinettsmitgliedern ihre perfekt-perfide Repräsentation gefunden haben.

 

11-12-2017

Donald Trump verkündet: "Die Bergwerke in West-Virginia exportieren saubere Kohle nach China."

In den vergangenen zwei Jahren hat China zwar so gut wie keine Kohle aus West-Virginia bekommen, und selbst wenn sich das jetzt durch Trumps kohlefreundliche Politik ändert, ist und bleibt das Zeug ungefähr so sauber wie die chinesische Menschenrechtsweste, aber was macht's, in Trumps Folksrepublik ist die Wiederholung die Mutter der Fakten. Deshalb gleich nochmal von vorn:

 

"Die Bergwerke in West-Virginia exportieren saubere Kohle nach China."

"Die Bergwerke in West-Virginia exportieren saubere Kohle nach China."

 

So, und jetzt alle zusammen:

"DIE BERGWERKE IN WEST-VIRGINIA EXPORTIEREN SAUBERE KOHLE NACH CHINA."

 

Sehr gut, das reimt sich sogar! Eine kohlossale Leistung, fürwahr...

 

10-12-2017

Tag der Menschenrechte heute - und in den Nachrichten kein einziges Wort über Guantanamo.

Guantanamo - wenn man es ganz langsam spricht, klingt es wie der Name einer fernen Insel. Wie ein paradiesischer Platz. Wie ein Sehnsuchtsort. Guantanamo.

 

09-12-2017

US-Finanzminister Mnuchin will einen Mann namens Muzinich zu seinem Finanzstaatssekretär machen. Die Ähnlichkeit in den Namen mag ein Zufall sein, die Ähnlichkeit in der Herkunft ist es nicht: der eine kommt von Goldman Sachs, der andere von Morgan Stanley. Zusammen treffen sie sich im US-Finanzministerium, dem Sammelbecken der High(Finanz)Fische.

 

08-12-2017

Was haben

der syrische Präsident Assad

der philippinische Präsident Duterte

Venezuelas Präsident Maduro

Regierungsvertreter von Myanmar

das russische Außenministerium

die chinesischen Staatsmedien

der polnische Präsident Duda

diverse lybische Zeitungen

der spanische Außenminister

zahlreiche Politiker in Singapur

der Präsident von Uganda

die Wahlkommission von Somaliland

die Tochter des Präsidenten von Angola

der Informationsminister von Kambodscha

und

Vertreter von Erdogans AKP gemeinsam?

 

Ganz einfach. Sie alle haben in Donald Trumps Gebrüll eingestimmt und sind inzwischen dazu übergangen, ihnen unliebsame Meinungen und Tatsachen in aller Öffentlichkeit als "Fake News" zu bezeichnen.

 

07-12-2017

Dieses Tagebuch ist ein Placebo gegen die eigene Hilflosigkeit. Eine Pille ohne Wirkstoff, die ich mir Tag für Tag selbst verabreiche. Ich schlucke sie indem ich Sätze aus mir speie.

 

06-12-2017

Amtsenthebungs-Abstimmung heute im Repräsentantenhaus. 58 Abgeordnete votieren für eine Amtsenthebung Donald Trumps, 364 dagegen, 4 enthalten sich. Die Mehrheit der Demokraten also auf Seiten der Republikaner. Begründung der demokratischen Oppositionsführer: "Jetzt ist nicht die Zeit für ein solches Verfahren." Soll heißen: Appeasement statt Impeachment.

 

05-12-2017

Steuern runter.

Dow Jones hoch.

Armutsrate unverändert.

 

Dow Jones oben.

Steuern unten.

Armutsrate unverändert.

 

Dow Jones im Himmel.

 

 

 

 

Steuern ganz ganz unten.

Armutsrate unverändert.

 

04-12-2017

Bears Ears? Grand Staircase Escalante?

In Utah?

Naturschmutzgebiete!

 

03-12-2017

Gerüchten zufolge plant Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Seine einzige Bedingung: die Stadt solle danach JerUSAlem heißen.

 

02-12-2017

Der US-Senat hat entschieden, dass im nördlichen Teil des Arctic National Wildlife Refuge, dem großen Naturschutzgebiet in Alaska, künftig Öl- und Gasbohrungen erlaubt sein sollen. Umweltschützer haben vierzig Jahre lang dagegen gekämpft. Alaskas republikanische Senatorin Lisa Murkowski aber hat ihre Zustimmung zur Steuerreform von der Bohrerlaubnis abhängig gemacht. Sie hatte 6.000 Quadratkilometer Verhandlungsmasse - und ihre Stimme wurde gebraucht. Also hat sie bekommen, was sie wollte. Eine republikanische Hand hat die andere gewaschen. Der ölige Dreck, den sie sich dabei von den Fingern geschrubbt haben, wird demnächst an der Nordküste Alaskas angespült werden.

 

01-12-2017

In mehr als 100 Staaten sind Streubomben geächtet, weil ihr Einsatz oft zu einer hohen Zahl ziviler Opfer führt. Die USA gehören nicht zu diesen Staaten. Statt sie zu verbieten, wollte das Pentagon lieber Streubomben entwickeln, die nicht mehr so sehr streuen. Zehn Jahre lang hat man getüftelt. Rausgekommen ist nichts - nur ein Memorandum, das heute gestreut wurde. Darin heißt es, die alten Streuner dürfen weiterhin eingesetzt werden. Und warum auch nicht? Die ge(s)treuen Verbündeten der USA - die Saudis - haben in letzter Zeit schließlich Unmengen der Bomben gekauft und nutzen sie auch. Sie dienen ihnen als Streusalz für die religiösen Vereisungen in der jemenitischen Wüste.

 

30-11-2017

Die Schere wird immer zuerst im eigenen Kopf angesetzt - und am Ende sieht man den Schnitt in den Statistiken. In den öffentlich einsehbaren Zusammenfassungen zu Studien, die von der National Science Foundation gefördert wurden, haben amerikanische Wissenschaftler den Begriff "Klimawandel" im Jahr 2017 deutlich seltener verwendet als in allen Jahren zuvor. Der Grund ist einfach: Viele Wissenschaftler haben Angst, sich durch eine "falsche" Wortwahl weitere Fördermöglichkeiten zu verbauen oder Jobs nicht zu kriegen. Also spielen sie mit - und können später "guten" Gewissens behaupten, dass der Anfang ihrer Karriere ein einschneidendes Erlebnis war.

 

29-11-2017

Melania hat das Weiße Haus für Weihnachten dekoriert. Jetzt ist es das Weißeste Haus. Überall stehen Tannenbäume voller Kunstschnee und Eis, dazwischen Menschen mit eingefrorenen Gesichtern. Es sieht aus, als wäre im Böhmerwald eine Crystal Meth Küche explodiert.

 

28-11-2017

Donald Trump mag mit seiner Wortwahl oft daneben liegen, Menschen verletzen und ganze Gruppen diskrimieren, und doch haben seine Worte ihren Wert, denn sie zeigen, wie groß das Feld des Sagbaren - und auch das des tatsächlich Gesagten - in Wirklichkeit ist.

Ihm gegenüber, auf der anderen Seite des Feldes, liegt das "richtige" Sprechen. Hier, im Spiegel des Großmauls, wachsen die Kleinkarierten in ungeahnte Höhen empor, entmündigen sich ihrer Ichs in Empfindsamkeit und Empörung.

 

27-11-2017

Trump gibt heute einen Empfang zu Ehren des Navajo-Codes. Dabei handelt es sich um eine während des Zweiten Weltkriegs entwickelte Verschlüsselungsmethode, bei der die US-Army Navajo-Indianer als Sprecher einsetzte. Da deren Sprache mit keiner anderen verwandt war und es weder einen Japaner noch einen Deutschen gab, der sie sprechen oder zumindest verstehen konnte, war der Code nicht zu knacken. Mit anderen Worten: Der heutige Tage ist die perfekte Möglichkeit, um dem Sprachsimpel auf dem Präsidententhron mal so ganz ohne Angst vor Sanktionen ein gepflegtes Schimpfwort an den Kopf zu knallen. Zum Beispiel das hier:

A-KEH-DI-GLINI A-KHA AH-JAD NASH-DOIE-TSO BI-SO-DIH CHUO NE-AHS-JAH KLESH D-AH AH-JAH A-CHIN

(Bei Beleidigungen können sich diese Indianer offensichtlich nicht kurz fassen.)

 

26-11-2017

Die Nachrichtenseite Politico titelt heute: "Den USA gehen wegen Trumps Politik die muslimischen Geistlichen aus."

Ich schätze, in den amerikanischen Moscheen gibt's bald großes Gemekka.

 

25-11-2017

Hierzulande streiten sie sich um die Oppositionsbänke, in den USA dagegen um die Regierungssessel... Der Direktor des Consumer Financial Protection Bureau, der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde in Finanzangelegenheiten, ist gestern zurückgetreten und hat das Amt seiner Stabschefin übertragen, die damit automatisch zur geschäftsführenden Direktorin geworden ist und das CFPB so lange weiterführen soll, bis Trump einen eigenen Kandidaten vorgeschlagen und der Kongress ihn bestätigt hat. Allerdings wollte Trump nicht so lange warten. Also hat er seinen Kandidaten flugs benannt und ihn, weil er einmal dabei war, auch gleich zum Direktor des CFPB erklärt. Jetzt gibt es also zwei Chefs - und die Juristen können sich in Spitzfindigkeiten darüber ergehen, wer der rechtmäßige ist.

Diejenigen, die statt Paragrafen lieber auf den gesunden Menschenverstand setzen (bzw. in diesem Falle: auf den kranken), wetten derweil, wer den Washingtoner Stuhltanz gewinnen wird, wobei die Chancen von Trumps Kandidat Mick Mulvaney ziemlich gut stehen, schließlich gehört es seit Trumps Amtsantritt zum guten Ton, dass der künftige Chef einer Behörde diese früher verklagt haben sollte oder zumindest mal ihre Abschaffung gefordert haben muss - und Mick Mulvaney hat da einiges zu bieten, immerhin hat er die Verbraucherschutzbehörde Anfang des Jahres "einen traurigen, kranken Witz" genannt und gesagt, dass manch einer sie gern loswerden würde.

 

24-11-2017

Tagebücher werden nachts geschrieben, weil sie uns das Dunkel vor Augen führen, in dem die Entscheidungen über unsere Tage getroffen werden.

 

23-11-2017

Trumps Truthahn

heißt Erdogan.

Er verspeist ihn mit gemischten Gefühlen

denn das Innere des Vogels ist gefüllt mit

Gülen.

 

22-11-2017

Minderheitsregierung: bezeichnet in den USA eine Form der Amtsausübung, die automatisch immer dann eintritt, wenn die Mehrzahl der gewählten Politiker eines lokalen oder nationalen Parlaments wegen sexueller Belästigung zurückgetreten ist.

 

21-11-2017

Donald Trump hat kürzlich den Pharma-Manager Alex Azar als neuen Gesundheitsminister nominiert. Azar werde, so Trump, für geringere Kosten bei Medikamenten sorgen. Dass sich während der zehn Jahre, in denen Azar zunächst Top-Lobbyist und schließlich Präsident des Pharmakonzerns Eli Lilly war, der Verkaufspreis des Insulins "Humalog" fast verdreifach hat, ist gewiss nur ein Zufall. Und dass ein Gericht in Jew Jersey wegen illegaler Preisabsprachen gegen Eli Lilly ermittelt, ebenso. Es sind alles nur Zufälle - und die haben angeblich kein System. Und das stimmt auch, denn unter Trump sind die "Zufälle" das System.

 

20-11-2017

Das wird nichts mit Jamaika. Donald Trump hat noch immer keinen Botschafter für die Insel benannt. Die Stelle ist seit fünf Monaten unbesetzt, und potentielle Kandidaten sind nicht in Sicht. Doch das ist den Jamaikanern egal. Sie vermissen niemanden. Außer ein bisschen Sonne, denn es regnet seit Tagen. Sogar ein kleines Erdbeben hat es heute Morgen gegeben. Die Stärke betrug 3,4 und das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Falmouth, was soviel wie "Ort, an dem man auf die Fresse fliegt" heißt.

 

19-11-2017

"Unter den Plastiktüten - der Strand!"

 

Graffito eines Studenten anlässlich des ersten Jahrestages des Verbots von Einwegplastiktüten in Kalifornien

 

18-11-2017

"Habe die Erlaubnis, Elfenbein aus Afrika einzuführen, soeben wieder aufgehoben. Habe alle Fakten studiert, und die Sache ist klar: Man hat mich reinzulegen versucht. Elfenbein stammt gar nicht von Elfen!"

 

(Aus: Donald Trump: Twitterung aufnehmen, Washington D.C., 2017)

 

17-11-2017

Amerikanern ist es ab jetzt wieder erlaubt

in Sambia und Simbabwe

Elefanten zu jagen

und ihr Elfenbein

mit nach Hause zu bringen.

Aber warum bis nach Afrika reisen?

Warum brechen sie

nicht einfach zu Hause

in Amerika

den Leichen ihrer Schießereien

die Zähne

aus dem Maul?

 

16-11-2017

Donald Trump hat Brett Talley als Richter für ein Bundesbezirksgericht in Alabama vorgeschlagen. Er ist bestens geeignet für den Job. Okay, er hat noch nie über einen Fall verhandelt und somit keine Erfahrung als Richter, aber dafür arbeitet seine Frau als Juristin im Weißen Haus. Außerdem hat er übernatürliche Kräfte. Oder glaubt zumindest daran, immerhin war er Teil der "Paranormal Research Group" in der Stadt Tuscaloosa, die sich mit der Existenz von Geistern beschäftigt. Er hat sogar ein Buch zum Thema geschrieben. "Haunted Tuscaloosa" heißt es und ist Teil der "Haunted America"-Reihe - und dass Amerika von bösen Mächten verfolgt wird, behauptet ja auch Donald Trump jeden Tag. Deshalb braucht es Männer wie Brett Talley, um sie zu vertreiben. Oder zu erschießen, denn auch das kann Brett Talley, schließlich ist er erklärter Unterstützer der Waffenlobby und hat vor ein paar Jahren im Anschluss an eine Schießerei öffentlich "Zu den Waffen!" gerufen. Wie gesagt, er ist wirklich bestens geeignet für den Job.

 

15-11-2017

Mathematrick à la Trump.

Auf der Soll-Seite stehen:

3 in der Landwirtschaft häufig eingesetzte Pestizide von Dow Chemical

1.800 durch sie gefährdete Arten

10.000 Seiten wissenschaftlicher Ergebnisse, die die Gefährlichkeit der Pestizide belegen

 

Auf der Haben-Seite finden sich:

3 Briefe, die Dow Chemical an Kabinettsmitglieder von Trump geschrieben hat

1 Million Dollar Beteiligung an den Kosten der Amtseinführung

0 Probleme, die Dinge gemäß der Wünsche von Dow Chemical zu regeln

 

Der (Rückwärts-)Saldo lautet daher:

Die Trump-Administration wird die Entscheidung über die künftige Verwendung oder ein mögliches Verbot der von Dow Chemical hergestellten Pestizide um zwei Jahre zurückstellen. Bis dahin dürfen sie in der Landwirtschaft weiter uneingeschränkt eingesetzt werden.

 

14-11-2017

Das US-Repräsentantenhaus hat mit 366 zu 30 Stimmen entschieden, dass die Militärhilfe, die Saudi Arabien von den USA derzeit im Jemen erhält, gesetzlich nicht gedeckt ist. Die Forderung nach einer Einstellung der Unterstützung für die Saudis - und damit zugleich auch ein Ende der Unterstützung von al-Quaida und Co. - enthält der Beschluss nicht. Er ist in keinster Weise bindend. Und doch ist er repräsentativ, denn für diesen wie für unzählige andere politische Beschlüsse gilt: Sie sind nur noch Symbol, sind nichts als ein Zeichen, sind nur noch ein Nichts, nichts als ein Nichts.

 

13-11-2017

Das US-Militär will 80.000 neue Soldaten einstellen, aber es gibt nicht genug geeignete Kandidaten. Deshalb wurde jetzt eine Verordnung erlassen, die es Menschen mit bestimmten Krankengeschichten erlaubt, sich mittels einer Sonderfreigabe bei der US-Army zu bewerben. Dazu gehören bipolare Störungen, Selbstverletzungen sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch - allesamt Dinge, die man bislang erst während der Dienstzeit erwarb.

 

12-11-2017

Trump auf den Philippinen. Seine Berater haben gesagt, das sei der perfekte Ort für eine Philippika. Aber er weiß nicht, was das ist. Und nachfragen ist nicht sein Ding. Also bleibt er mal lieber ganz ruhig, zumal Präsident Muerte neben ihm schon wieder eine Brandrede hält...

 

11-11-2017

Und auch das ist Amerika, auch wenn es wie eine Falschmeldung klingt: aufs Ganze gesehen seit zwanzig Jahren sinkende Mordraten, weniger Raubüberfälle, eine geringere Zahl an Diebstählen... Und eine der entscheidenden Größen: lokale Non-Profit-Gruppen und Organisationen, die sich vor Ort um die Gestrauchelten kümmern, sich der Straßen und Plätze annehmen und in den Vierteln die Gemeinschaft zu stärken versuchen. Diese Gruppen fallen nicht auf. Sie haben keinen Nachrichtenwert. Noch nicht mal für Fake-News eignen sie sich.

 

10-11-2017

"MAGA - Millionen Andere Grapschen Auch"

 

(Aus: Donald Trump: Dirty Dicks & Dicke Dinger, Washington D.C., 2017)

 

09-11-2017

In den USA haben Forscher einen Apfel entwickelt, dessen Fruchtfleisch nicht mehr braun wird. Ich wünschte, sie hätten es mit dem Hirnfleisch des Präsidenten versucht.

 

08-11-2017

Twitter verdoppelt die Zeichenzahl. Das bedeutet: Donald Trump braucht fortan nicht mehr zwei Tweets, um sich selbst zu widersprechen.

 

07-11-0217

In Südkorea sind 50% für Trump.

Von den 50% für Trump sind 50% für Donald und 50% für Melania.

Von den 50 % für Donald sind 50% für ihn, weil er Nordkorea zerstören will und 50%, weil er es noch nicht getan hat.

Von den 50%, die für ihn sind, weil er Nordkorea zerstören will, sind 50% für ihn, weil er den Staat militärisch zerstören will und 50%, weil er ihn wirtschaftlich plattmachen möchte.

Von den 50%, die für die militärische Option sind, sind 50% für Luftangriffe und 50% für eine Bodenoffensive.

Von den 50%, die für Luftangriffe sind, sind 50% dafür, es mit amerikanischen Raketen zu tun und 50% dafür, es mit den südkoreanischen zu versuchen.

Von den 50%, die amerikanische Raketen auf Nordkorea abfeuern wollen, sind 50% dafür, dass sie vorher über Südkorea fliegen und 50% dafür, dass sie es nicht machen.

Von den 50%, die dafür sind, dass die Raketen vorher über Südkorea fliegen, sind 50% dafür, dass sie auf ihrem Flug zu sehen sind und 50% dafür, dass man sie nicht sieht.

Von den 50%, die dafür sind, dass man die Raketen sieht, möchten 50%, dass aus den Sprengköpfen beim Anflug auf Nordkorea die Gangnam-Style-Musik ertönt und 50%, dass sie einfach nur Raketen- und Sprengkopfgeräusche machen.

Von den 50%, die sich Raketensprengköpfe mit Gangnam-Style-Musik wünschen, wollen 50% dazu tanzen, während 50% nur die Musik hören wollen.

Von den 50%, die dazu tanzen möchten, sind 50% auf der Seite von Barack Obama, der behauptet hatte: "I can do that move", derweil die anderen 50% für Trump sind, der sich bisher nicht zum Gangnam-Style geäußert hat, was aber nicht weiter schlimm ist, da es nicht darum geht, irgendwelche Behauptungen aufzustellen, sondern zu beweisen, dass in Südkorea 50% für Trump sind, was hiermit geschehen ist.

 

06-11-2017

Jetzt, wo eine Reihe von Sportlern bei der Nationalhymne nicht mehr die Hand aufs Herz legt, ist die nach einer Schießerei öffentlich bekundete Trauer des Präsidenten das vielleicht letzte Ritual, das Amerika noch hat. Und so tritt er vor die immergleichen Mikrofone und sagt mit dem immergleichen Gesicht die immergleichen Worte. In diesen schweren Stunden, so heißt es, stünden alle Amerikaner zusammen, in der Trauer reiche einer dem anderen die Hand.

Aber wie sich die Hände reichen, wenn die Finger alle an den Abzügen liegen?

 

05-11-2017

Donald Trump ist der beste Beweis dafür, dass man auch ohne Ideen eine Ideologie haben kann.

 

04-11-2017

Die Demokraten haben ihre oberste Fundraiserin gefeuert. Der Grund liegt auf der Hand bzw. auf dem Konto. Das Democratic National Committee hat in diesem Jahr deutlich weniger Geld eingenommen als das Republican National Committee. Aktuell führen die Republikaner mit 104 zu 51 Millionen Dollar.

Tja, seit Donnie auf'm Thron sitzt, rollt bei den Republikanern der Rubel, bei den Demokraten dagegen nur ein Köpfchen.

 

03-11-2017

Sam Clovis ist ein Mann ganz nach Donald Trumps Geschmack. Er leugnet den Klimawandel, er ist der Ansicht, dass man Kindern nichts von Rassismus und Umweltschutz erzählen sollte, denn das sei reine Indoktrination, und natürlich ist er auch homophob. Weil er auch kein Wissenschaftler und erst recht kein Agrarwissenschaftler ist, sollte er nach Trumps Willen im Landwirtschafsministerium den Posten des Staatsekretärs für Forschung, Erziehung und Wirtschaft übernehmen. Macht er aber nicht, denn Sam Clovis hat seine Kandidatur zurückgezogen. Der Grund: Sein Name ist im Zuge der Ermittlungen gegen russische Wahlbeeinflussung in den Akten aufgetaucht.

Aber das war ja eigentlich zu erwarten. Mit seinen Ansichten ist Sam Clovis schließlich auch ein Mann ganz nach russischem Geschmack...

 

02-11-2017

Trump sagt, dass amerikanische Justizsystem müsse schneller werden. Da hat er Recht. Allerdings gehören er, seine Unternehmen und das dazugehörige Heer an Anwälten selbst zu den Bremsern, immerhin waren Donald Trump und sein Firmengeflecht in den letzten dreißig Jahren an über 4.000 Prozessen beteiligt und wurden selbst fast 2.000 Mal verklagt. Außergerichtliche Vergleiche gab es so gut wie nie, es wurde und wird fast immer bis zur letzten Instanzprozessiert, koste es, was es wolle - und wenn es die Schnelligkeit des amerikanischen Justizsystems ist.

 

01-11-2017

Die gestrigen Gewinnzahlen der amerikanischen Mega-Millions-Lotterie lauten: 8, 12, 28, 31, 52, 53. Auf der dazugehörigen Webseite dominieren die Farben gelb, blau, weiß und rot. Grün ist nirgends zu sehen.

 

31-10-2017

Das Urban Dictionary sagt: "Als 'Manafort' bezeichnet man jene Mischung aus Scheiße und Urin, die an einem heißen Tag im unteren Teil eines Dixieklos vor sich hindümpelt."

Und dann sind da diese kühlen Herbsttage, an denen alles an die Oberfläche kommt...

 

30-10-2017

"I do not remember the name, but uh but it is quite poss... uh but I remember in this, in, I remember that uh, that uh, that from the... I think from the, yes, from the consulate, from the Russian consulate, uh... some people visited me, not but not only this man, only also I think Consul once, but I do not remember his name either."

 

Trumps Ex-Berater George Papadopoulos, vom FBI über seine Russland-Kontakte befragt, als Antwort Bertolt Brechts Aussagen gegenüber dem House Committee on Un-American Activities vom 30.10.1947 zitierend.

 

29-10-2017

Geschichte wird in Schulbüchern gemacht. Es sind ihre Seiten, auf denen die künftige Historie entsteht. So auch in New Mexico, wo die Schulbehörde in den neuen Büchern ein paar Dinge herunterspielen wollte, zum Beispiel die Sache mit dem Klimawandel ("Klimaschwankung" klingt irgendwie viel netter), das Alter der Erde (ein paar tausend Jahre statt viereinhalb Milliarden reichen auch) und die Bedeutung der Evolution (der Allmächtige hat in seiner Allmacht eben mächtig viele Arten gemacht...)

Nachdem das bekannt wurde, sind die Emotionen in New Mexico hochgekocht, und jetzt hat die Schulbehörde alle Hände voll zu tun, die eigenen Pläne herunterzuspielen... War alles gar nicht so gemeint, war nur ein Entwurf, und der wurde auch schon wieder verworfen, und man freue sich, wenn die Leute mitdiskutieren etc.pp.

Aber sie werden es natürlich weiter versuchen, diese kleinen Revisionisten. Die Chancen für die Zukunft ihrer Geschichte standen nie besser als unter der Herrschaft von Dyslexic Donald.

 

28-10-2017

Seit 2016 werden in den USA mehr Menschen eingeäschert als im Sarg begraben. Seitdem knallt's aber auch immer häufiger. Die Herzschrittmacher der Leichen explodieren.

Eigentlich müssen die Bediensteten in den Krematorien die Herzschrittmacher vor der Einäscherung rausnehmen, aber da sie immer kleiner werden, werden sie nicht immer gefunden. Wie oft es die Toten krachen lassen, ist allerdings nicht bekannt. Da Krematoriumsmitarbeiter offiziell kein großes Unfallrisiko haben, müssen ihre Arbeitsunfälle nicht gemeldet werden. Allerdings soll die Behörde, die für die Durchsetzung des Bundesarbeitssicherheitsgesetzes zuständig ist, nächstes Jahr 1,4 Millionen Dollar mehr für statistische Erhebungen bekommen. Mit anderen Worten: Wenn Trump schon nicht geht, werden die Menschen zumindest erfahren, welcher Totengräber außer ihm mit einem großen Knall abgetreten ist.

 

27-10-2017

Die Macht ist das große Sägeblatt der Geschichte.

 

26-10-2017

Neue Akten enthüllen: Kennedy ist tot.

 

25-10-2017

Scott Brown, der US-Botschafter in Neuseeland, hat bei einer offiziellen Veranstaltung in Samoa einige der einheimischen Kellnerinnen und Kellner als "beautiful" bezeichnet und gesagt, sie könnten mit ihrer guten Arbeit in den USA "hundreds of dollars" verdienen. Daraufhin gab es eine offizielle Untersuchung wegen potentiell anstößigen Verhaltens. Das US-Außenministerium schickte eigens dafür mehrere Beamte nach Neuseeland.

Das Ergebnis: Mr. Brown solle kulturell sensibler sein.

Mr. Brown, so heißt es, "welcomed the advice", denn er weiß: Er ist weiß, der Mr. Brown.

 

24-10-2017

"Nachrichten nenne ich Nachrichten, wenn sie sich nach mir richten."

 

(Aus: Donald Trump: Fake & Fame, Washington D.C., 2017).

 

23-10-2017

Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Haushaltsdefizits der USA; es ist die Fiskaljahres-Zahl; und diese Zahl ist sechshundertsechsundsechzig Milliarden.

 

22-10-2017

kcüruz se theg ttirhcS rüf ttirhcS

Klingt wie Türkisch, ist aber Trumpisch.

Die diesmalige Grund: Das US-Landwirtschaftsministerium hat eine 2016 von der Obama-Regierung beschlossene Regelung gestrichen, die es kleinen und mittelständischen Viehzüchtern erlaubt hätte, bei Preisdumping und anderen unfairen Wettbewerbspraktiken leichter gegen die großen Fleischverarbeiter vorzugehen. Dazu kommt es nun nicht, denn der Wunsch Donald Trumps und der seines Landwirtschaftsministers Sonny Perdue ist ein anderer: Das fette Raubtier namens Kapitalismus soll auch noch zum kleinsten Hühnerstall einen freien Zugang haben.

 

21-10-2017

Die öffentlichen Bibliotheken von New York streichen heute einmalig allen Kindern und Jugendlichen die Überziehungsgebühren für ihre ausgeliehenen Bücher. Ach, wäre Donald Trump doch nur ein fälliger Dollar auf dem Benutzerkonto eines kleinen Jungen aus Brooklyn.

 

20-10-2017

Wenn eine das Licht der Öffentlichkeit suchende Figur wie Donald Trump unter der afrikanischen Sonne einen Schattenkrieg führt, besteht akute Verdunklungsgefahr.

 

19-10-2017

Aufgedeckt: Melanias Körper-Double enttarnt!

Versteckt: Melanias Brain-Double weiter unsichtbar!

 

18-10-2017

Selbst wenn alle Einträge dieses Tagesbuchs nichts als Nachträge einer ursprünglichen Ohnmacht sind, so ist dieser hier doch zugleich das Postskriptum des gestrigen, denn einen Unterschied zwischen Trump als Immobilienunternehmer und Trump als Präsident gibt es doch.

Als Immobilienunternehmer hat Donald Trump Mauern gebaut und daraus Macht bezogen, als Präsident hat er Macht und baut daraus Mauern.

 

17-10-2017

Im Prinzip macht Donald Trump als Präsident das, was er schon als Immobilienunternehmer gemacht hat. Er errichtet glitzernde Fassaden hintern denen nichts ist.

 

16-10-2017

National Dictionary Day heute in den USA. Donnie lässt sich zur Feier des Tages ein Wörterbuch aus echtem Papier bringen und schlägt sich selbst nach. Als er sich gefunden hat, ist er überrascht. Das Wort Trump, so liest er, ist ein sehr altes Wort. Seine erste Erwähnung datiert bis ins Jahr 1529 zurück.

Interessant, befindet Donnie, und schaut, ob noch mehr Wörter aus diesem Jahr stammen. Und siehe da, er findet welche. Sie lauten politics (Politik), poltroon (Feigling), smeary (schmierig), unloving (lieblos), double-dealing (unaufrichtig), payday (Zahltag) und - ähem - periwig (Perücke).

 

15-10-2017

Die in der zweiten Reihe sieht man oftmals nicht... Kathleen Hartnett White, die Kohlendioxid für ungefährlich und den Klimawandel für einen Aberglauben hält, soll in Zukunft im Weißen Haus den "Council on Environmental Quality" leiten, derweil der Kohlelobbyist Andrew Wheeler zum Vizechef der Umweltschutzbehörde ernannt werden soll. Frei nach dem Motto: Kohle killt kühlt Klima.

 

14-10-2017

Trump hat heute erklärt, er habe keinen Zeitplan für seine Präsidentschaft, aber wenn er einen hätte, sei er ihm weit voraus.

Er ist nicht der erste, der den real existierenden Konjunktivismus verkündet. Der Donald Trump der DDR - Walter Ulbricht - folgte einem ganz ähnlichen Konzept. Er nannte es "überholen ohne einzuholen", und seine Absicht war es, den Kapitalismus aus dem Feld zu schlagen, ohne das Feld zu betreten.

Und wer weiß, vielleicht folgt Donald Trump ja Walter Ulbrichts Beispiel, überholt erst seinen Zeitplan, dann sich selbst und tritt schließlich mit den Worten: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" frühzeitig ab.

 

13-10-2017

Die amerikanische Regierung unterhält insgesamt 128 Behörden, die Daten sammeln und verbreiten. Mein Favorit ist der "Nationale Landwirtschafts-Statistik Service", Unterabteilung "Viehbestand", Fachgebiet "Brathähnchen-Aufzucht, Hühnerbrutbetriebe, Pelzproduktion beim Amerikanischen Mink". Verantwortlich für die Daten ist dort eine Frau namens Lachs.

 

12-10-2017

UNESCO

 

11-10-2017

Beim Rennen um den Gouverneursposten von Illinois ist der demokratische Bewerber Ameya Pawar noch vor der Abstimmung aus dem Vorwahlkampf seiner Partei ausgestiegen. Der Grund: Er hat einfach nicht genug Geld, um mit den anderen Kandidaten mithalten zu können. In neun Monaten hatte Pawar 828.000 Dollar Spenden gesammelt - das ist ungefähr die Summe, die auch sein demokratischer Mitbewerber, der Milliardär Jay Robert Pritzker, für seinen Wahlkampf ausgibt. Allerdings nicht in einem Dreivierteljahr, sondern pro Woche

Wahlkämpfe sind in den USA längst zu Zahlkämpfen geworden.

 

10-10-2017

Ein Mann wie Donald Trump sucht den Zweikampf weil er eins mit sich ist.

 

09-10-2017

Pollutionsprinz Pruitt perforiert präpräsidiales Power-Plan-Programm, präferiert Pennsylvaniakohle. Protektionistischer Popanz.

 

08-10-2017

Mauerbau im kalifornischen Otay Mesa, direkt an der Grenze zu Mexiko. Die von Trump gewünschten Prototypen werden gerade von den beauftragten Firmen errichtet. Es ist eine Art Freiluftwettbewerb in Abschreckungsdesign - ausgerechnet an jenem Ort, an dem der erste Mensch der westlichen Hemisphäre fliegen lernte. John Joseph Montgomery war sein Name, und er hat sogar ein eigenes Denkmal in Otay Mesa. Es ist ein großer, senkrecht stehender Flügel, der vom Boden abhebt. Sein Sockel besteht aus zwei riesigen Stelzen aus Stahl. Eine komplette mexikanische Großfamilie könnte problemlos darunter durchlaufen. Aber so weit wollen Trump und Co. es gar nicht erst kommen lassen, hier, an diesem Ort, an dem einst ein Amerikaner den Boden unter den Füßen verlor.

 

07-10-2017

"Dow Jones seit Amtsantritt um 24% gestiegen, Standard & Poor Index 19% rauf, Nasdaq sogar 27% höher, und die Aktien der Waffenhersteller steigen auch rapide. Was soll ich sagen? Ich, der Allmächtige, und mein Heiliger ökonomischer Geist, wir tschafften das."

 

(Aus: Donald Trump: "Zahlen, bitte!", Washington D.C., 2017).

 

06-10-2017

Wie erst heute wurde bekannt wurde, drangen während John Kellys Amtszeit als Minister für Innere Sicherheit Unbekannte in das Innere seines Handys ein und sicherten den Inhalt.

Wer aber war es? Und warum hat er das getan?

War es ein Backup für Barack?

Ein W-LAN-Angriff von W-LAD-imir?

Oder irgend so'n Update vom Sohn von Trump, Fred?

Keiner weiß es. Aber Detective Donald wird's (t)wittern.

 

05-10-2017

Beim offiziellen Wettbewerb um die längste Hundezunge der Welt hat ein Bernhardiner aus South Dakota den ersten Platz belegt. Beim nicht ganz so offiziellen Wettbewerb um die höchste finanzielle Unterstützung von Waffenlobbyisten hat der Republikaner Paul Ryan aus Wisconsin gesiegt. Der Lohn: Ein Löffel Erdnussbutter für den Besitzer des Lecklappens und 336.597 Dollar für den Wackeldackel der Waffenfreunde.

 

04-10-2017

Die Ränder der us-amerikanischen Gesellschaft liegen in der Mitte des Landes.

 

03-10-2017

Das im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten ausgesprochene Verbot, den Waffenbesitz der Bürger einzuschränken, hat sich in den 226 Jahren seines Bestehens zu einem der todbringendsten Gesetze aller Zeiten entwickelt. Vom Obersten Gerichtshof der USA als Möglichkeit zur Selbstverteidigung und damit zum Schutz des eigenen Lebens interpretiert, ist es in den Niederungen des Faktischen zu einer Aufforderung geworden, anzugreifen und fremdes Lebens zu vernichten. Und so kommt es, dass das vermeintliche Naturrecht auf eine Waffe in Las Vegas, dieser Stadt, die keine Natur kennt und in der das Natürliche nur als Simulation existiert, seine ganze reale Perversion offenbart.

 

02-10-2017

Verkehrte Welt. Seit Trumps Machtantritt wollen die meisten republikanischen Kandidaten, die bei irgendeiner Wahl antreten, Teil des Anti-Establishments sein. Dabei gab es vor fünfzig Jahren schon mal eine amerikanische Gegenkultur, nur dass diese für ökologische, soziale, pazifistische, feministische, sexuell aufgeklärte und religionskritische Werte stand, eine ebensolche Politik forderte und Teil einer internationalen Protestbewegung war.

Die republikanische "Gegenkultur" des Jahres 2017 ist nichts von alledem. Sie ist lediglich die zur Farce gewordene Wiederholung eines Lustspiels, bei dem erst jetzt klar wird, dass es sich beim ersten Mal als Tragödie ereignet hat.

 

01-10-2017

"Gespräche mit Nordkorea sind reine Zeitverschwendung. Liegt an der Zeitverschiebung. Sind uns immer 12,5 Stunden voraus. Wissen also immer schon, was ich sagen werde. Selbst Rex, mein gut geölter Schäferhund, ist nicht schnell genug, die einzuholen. Unfair!"

 

(Aus: Donald Trump: Raketen für den Rocket-Man, Washington D.C., 2017.)

 

30-09-2017

Finanzminister Steve Mnuchin hat den umstrittenen Plan zur Senkung der Körperschaftssteuer auf einer Pressekonferenz verteidigt, schließlich, so sagte er, werde die Körperschaftssteuer zu 70% von den Arbeitnehmern bezahlt, weshalb diese von einem geringeren Steuersatz am meisten profitieren.

Allerdings zeigt eine Studie seines eigenen Ministeriums, dass die Steuer in Wahrheit nur zu 18% von den Arbeitern bezahlt wird und die Arbeitgeber die eigentlichen Gewinner dieser Steuersenkung wären.

Weil aber nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde die Studie nach Mnuchins Erklärung von der Webseite des Finanzministeriums entfernt, frei nach dem Motto: 2 Meinungen minus 1 Löschung = 1 Lösung = 0 Probleme.

 

29-09-2017

Im August besuchten vierzig Millionen Menschen die amerikanischen Nationalparks.

Die Nationalparks kamen an ihre Grenzen.

Den Umweltschützern kamen die Tränen.

Den Parkbetreibern kam der Gedanke, dass man sich in Zukunft für den Besuch der Natur anmelden muss.

Für die Dixie-Klos im Zion National Park in Utah kam das alles zu spät. Sie kamen nicht mehr hinterher. Deshalb tragen sie jetzt Schilder mit der Aufschrift: "Due to extreme use, these toilets have reached capacity."

Damit ist alles gesagt - und die Erinnerungen an den amerikanischen Spätsommer des Jahres 2017 komplett. Erst sind die Küstenstädte vom Wasser, dann die Parks von den Leuten und zum Schluss die Klos von der Scheiße übergelaufen.

 

28-09-2017

Abrüstung auf amerikanisch: Die Führung der US-Air Force hat heute mitgeteilt, dass ihre Flugzeuge im Irak und in Syrien momentan mehr Bomben abwerfen und mehr Raketen abfeuern als in den USA nachproduziert werden können. Wer hätte das gedacht? Waffenreduzierung durch Krieg!

 

27-09-2017

"Banned Books Week" in den USA. Trump will mitmachen, findet aber nichts. Irgendwo im Weißen Haus müsste doch noch ein Buch rumliegen, aber wo? Donnie hat keine Ahnung. Er hat Bücher seit jeher aus seinem Leben verbannt. Also muss er sich auch nicht an sie erinnern. Und deshalb eigentlich auch nicht mitmachen. Wenn ihn jemand nach seinem Lieblingsbuch fragt, sagt er sowieso immer "Die Bibel". Aber die Bibel wird nicht verboten. Die Bibel führt nur zu Verboten. Die Kirchenleute, die in den USA Bücher aus öffentlichen Bibliotheken verbannen lassen, berufen sich andauernd auf sie. Wenn das so weitgeht werden die öffentlichen Bibliotheken in den USA bald so leer sein wie die Bücherregale im Weißen Haus.

 

26-09-2017

Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Alabama zog der republikanische Senatskandidat Roy Moore auf der Bühne eine Pistole aus der Tasche, hielt sie hoch und erklärte, er glaube an das Recht jedes Bürgers, Waffen tragen zu dürfen. Denn, so Moore, nicht die Waffen töten die Menschen, es seien die Menschen selbst, die einander umbringen.

Es ist das alte Argument. Es übersieht, dass Menschen mit Waffen in den Händen oft alles Menschliche verlieren und zu Unmenschen werden.

 

25-09-2017

In South Carolina hat vor einigen Tagen eine Lehrerin ihren Schülern eine Aufgabe gestellt. Sie lautete: "Du bist ein Mitglied des Ku Klux Klans. Warum, denkst du, ist dein Umgang mit Afroamerikanern gerechtfertigt?"

Was folgte, war die Trias der neueren Erregung. Rassismusverdacht, Shitstorm, Beurlaubung. Als sei der Versuch, etwas zu verstehen gleichzusetzen mit dem Wunsch, Verständnis dafür zu entwickeln. Dabei ist oft genug das Gegenteil der Fall. Eine Ideologie, ein Zustand, ein Gegner - sie alle lassen sich oft nur dann überwinden, wenn man ihre Logik versteht, auch und gerade wenn einem beim Versuch, diese Logik nachzuvollziehen, übel wird. Aber das ist nun mal die Aufgabe, und die gilt es mit kühlem Kopf und heißen Herzen zu lösen. - Die direkte Negation ist das Ziel, nicht der Weg.

 

24-09-2017

AfD - American football Demonstriert

 

23-09-2017

Heute vor 142 Jahren wurde Billy the Kid zum ersten Mal verhaftet, weil er einen Korb Wäsche geklaut hatte. Inzwischen sind die Verbrecher schlauer geworden. In den USA stehlen sie nicht mehr die Wäsche, sondern das Waschmittel. Besonders beliebt ist Waschmittel der Marke "Tide" - das ist überall zu haben, wird von Leuten mit einer nicht ganz so weißen Weste besonders gern genommen und kostet in der großen Packung 20 Dollar. Wer es schafft, eine solche Packung mitgehen zu lassen, bekommt dafür auf dem Drogenmarkt Gras im Wert von 10 Dollar. Wahlweise gibt's auch 5 Dollar in bar. So gesehen ist Geldwäsche echt ne saubere Sache.

 

22-09-2017

Nachdem US-Innenminister Ryan Zinke zum Amtsantritt mit dem Pferd zur Arbeit kam, anschließend seinen Mitarbeitern erlaubte, ihre Hunde mit ins Büro zu nehmen, um die Arbeitsmoral zu steigern, hat er sich jetzt etwas Neues einfallen lassen, um Mensch und Tier einander näher zu bringen. In der Cafeteria seines Ministeriums hat er das Computerspiel "Big Buck Hunter" installieren lassen - einen Jagdshooter, bei dem es darum geht, um den Globus zu reisen und möglichst viele verschiedene Tiere zu erlegen.

Er wolle damit, so schreibt der Innenminister, den Beitrag von Jägern zum Artenschutz würdigen.

 

21-09-2017

Und hier die Top Ten der Begriffe, die Donald Trump in über 35.000 Twitter-Einträgen nicht ein einziges Mal verwendet hat.

 

- Treibhausgase

- Vegetarier

- Sozialkompetenzen

- Literatur

- Kriegsverbrechen

- Geisteswissenschaften

- Fremdsprachen

- Empathie

- Meeresspiegelanstieg

- Frauenrechte

 

20-09-2017

Bei einem Treffen im Rahmen der UN-Vollversammlung hat Trump die anwesenden afrikanischen Regierungschefs beglückwünscht. Wörtlich sagte er: "Afrika hat unglaubliches ökonomisches Potential. Ich habe viele Freunde, die in Ihre Länder gehen, um reich zu werden. Ich gratuliere Ihnen." Daraufhin standen die Afrikaner auf, vollführten einen Freudentanz und ließen sich mit bunten Glaskugeln beschenken.

 

19-09-2017

So langsam gehen Trump mit Blick auf Nordkorea die Drohungen aus, die Liste der Schimpfworte ist an ihr Ende gekommen, die Zerstörungsszenarien alle lang und breit präsentiert, die Apokalypse in den dunkelsten Farben gezeichnet. Doch nichts ist passiert. Es gibt nur eine Lösung: Eine neue Grammatik muss her. Es ist Zeit für den Schurkerlativ.

 

18-09-2017

Dieses Tage- ist ein Werkbuch, bei dem der Teufel das Wort und der Schreiber das Protokoll führt. Aber was immer der Teufel auch sagt, wen immer er anbrüllt und wie laut er auch schreit - es gilt das geschriebene Wort.

 

17-09-2017

Me lan i a. (slowenisch) bedeutet: "Mein Mann ist ein Esel."

 

16-09-2017

Unter dem arktischen Eis liegt das Öl. Wie viel es ist, weiß niemand zu sagen. Die Trump-Regierung will die Menge jetzt bestimmen lassen. Der Blick in die Tiefe wird den Aktienkurs der Ölmultis nach oben treiben. Das Grün der Dollars duldet keine weißen Flecken auf der Landkarte.

 

15-09-2017

Der 11-jährige Frank Giaccio hat heute im Rosengarten des Weißen Hauses den Rasen gemäht. Ich schreibe das nur auf, weil sich später, wenn die Gelehrten in ihren Aufsätzen und Büchern die großen Linien von Trumps Präsidentschaft nachzeichnen werden, niemand mehr an den kleinen Frank Giaccio erinnern wird, der am 15. September des Jahres 2017 mit einem alten Rasenmäher in den Händen über die Wiese des Rosengartens zog.

 

14-09-2017

Donald Trump und die Steuerreform. Plan hat er keinen, aber dafür jeden Tag eine andere Idee, die der vom Vortag widerspricht. Aber was macht's - konsistente Ansichten kennt er nicht, und für Konsequenzen musste er noch nie aufkommen.

Donald Trump und die Steuerreform. Was rauskommt, weiß keiner zu sagen. Nur eins ist sicher. Es wird eine 's teuer Reform.

 

13-09-2017

Befunde vom Grunde, Schätze aus den Zahlenmeeren des Deep States: Im Oktober 2016 gaben 27 Prozent aller amerikanischen Bundesbediensteten an, im Falle eines Wahlsieges von Donald Trump eventuell ihren Job kündigen zu wollen. Tatsächlich gekündigt haben zwischen Dezember und März nur 2,2 Prozent. Entlassungen und sonstige Berufswechsel schon mit eingerechnet. Im Finanzministerium waren es sogar nur 1,5 Prozent. Die Fluktuation liegt damit nur unwesentlich höher als beim Amtsantritt von Barack Obama. Was konsequentes politisches Handeln betrifft, scheint mit dem Staat im Staate kein Staat zu machen zu sein.

 

12-09-2017

Trumps Gebrüll ist im Sturm untergegangen, und auch jetzt, wo der Wind sich legt, erklingt es nicht mehr so laut. Das erste Chaos ist vollendet, die zergrölten Tage stecken klaftertief im Land - jetzt kommen die wirklich gefährlichen Zeiten.

 

11-09-2017

Wirbelsturm Irma wütet derzeit mit 200 Kilometern pro Stunde durchs Land, Tendenz sinkend. Die amerikanische Geflügelindustrie liegt mit 140 Hühnern pro Stunde knapp dahinter, Tendenz allerdings steigend. Zumindest wenn es nach dem Willen des republikanischen Kongressabgeordneten Doug Collins geht, denn der will die maximal erlaubte Anzahl von 140 Gefügelschlachtungen pro Stunde und Fließband auf 175 erhöhen. In Deutschland dürfen die Hühner laut Collins sogar mit bis zu 200 über die Schlachtebahnen fahren. Die amerikanischen Gewerkschaften laufen trotzdem Sturm gegen seine Pläne. Allerdings nicht, weil bei ihrer Umsetzung mehr Tiere sterben, sondern mehr Arbeiter verletzt werden würden. Es drohen Todesfälle auf beiden Seiten. Bisher betraf es nur die Hühner. Die Hühner können aber nichts gegen das Sterben tun, denn sie haben keine offizielle gewerkschaftliche Vertretung. Das einzig Offizielle, was die Hühner haben, ist die durschnittliche Geschwindigkeit, mit der man ihnen am Fließband die Hälse in Richtung Jenseits dreht. Ihr Totentanz wird genau protokolliert. Er beträgt in den USA momentan 131 birds per minute.

 

10-09-2017

Für den Bau der Mauer, die die USA von Mexiko trennen soll, werden erste Prototypen entwickelt. Eine der von der US-Regierung dazu beauftragten Firmen ist KWR Construction aus Sierra Vista in Arizona. Siebzig Meilen weiter nördlich, in Tucson/Arizona, befindet sich das Zentrum für Artenvielfalt. Es hat natürlich keinen Auftrag bekommen, aber dafür Klage gegen die US-Regierung eingereicht, weil sich die zuständigen Ministerien weigern, die Auswirkungen des Mauerbaus auf den Naturschutz zu untersuchen.

Das Motto des Bundesstaates Arizona lautete übrigens "Ditat Deus" - "Gott bereichert". Allerdings ist nicht ganz klar, ob Gott Präsident oder Anwalt ist.

 

09-09-2017

Wenn ein Mann wie Donald Trump als Vermittler zwischen zwei verfeindeten Staaten auftreten kann, muss es um die Welt schlecht bestellt sein. Dass die Stimmung zwischen Saudi-Arabien und Quatar nach Trumps Vermittlungsversuch noch schlechter ist als zuvor, hat da fast schon etwas Versöhnliches.

 

08-09-2017

Die Wahlkommission in Virginia hat wegen Sicherheitslücken und aus Angst vor Hackerangriffen Touchscreen-Abstimmungsgeräte für die Gouverneurswahl im November verboten. Das Problem mit den Maschinen ist seit Jahren bekannt, aber die Republikaner vor Ort hatten die Gelder für neue Abstimmungsgeräte gestrichen. Die Republikaner von Virginia sind die Russen der Vereinigten Staaten.

 

07-09-2017

Die fetten Jahre waren vorbei, jetzt kommen sie wieder. Nachdem die Obama-Regierung festgelegt hatte, dass bestimmte Milchsorten bei der Schulspeisung fettfrei sein müssen, sind jetzt wieder 1% Fett erlaubt. Dagegen wurde der Vollkornrückerstattungsanteil gesenkt. Er gibt an, ab wie viel Prozent Vollkornanteil in einem Schulessen (z.B. Nudeln) die Bundesstaaten Vergütungen aus Washington bekommen. Bisher waren es 50%, jetzt gibt's dagegen schon bei einem geringeren Vollkornanteil Geld zurück. Kinder mögen nämlich keine Vollkornnudeln - und kein Bundesstaat soll pleite gehen, nur weil Kinder keine Vollkornnudeln mögen.

 

06-09-2017

Schulen in Colorado, die in der Nähe von offiziellen Marihuana-Verkaufsstellen liegen, bekommen 9,2 Millionen Dollar, um - mit Hilfe eigens dafür eingestellter Sozialarbeiter - Jugendliche davon abzuhalten, Marihuana zu konsumieren. Das Geld stammt aus einem ganz besonderen Topf, um nicht zu sagen: aus einem großen, grünen Pott. Der Staat Colorado hat es durch Steuern und Abgaben von den offiziellen Marihuana-Verkaufsstellen eingenommen. Ein echtes Joint Venture.

 

05-09-2017

"Die Körperschaftssteuer muss sinken! Zahle seit Jahren für Melania und schaffe es trotzdem nicht, dass sie meinen Körper mit dem ihren ansteuert. Wenn das so weiter geht, kann ich für meinen Schaft statt Ausfuhr- bald Einfuhrsteuer berechnen. Und zwar bei mir. Ungereckt!"

 

(Aus: Donald Trump: Traurige Trauringe, Washington D.C., 2017.)

 

04-09-2017

Habe gerade einen Blick auf die nationale Schuldenuhr der USA geworfen. Amerika steht tief in den roten Zahlen. 19.897.500.000.000 Dollar, um genau zu sein. Die gesetzlich erlaubte Schuldenobergrenze liegt allerdings bei 19.900.000.000.000. Fehlen also noch zweieinhalb Milliarden bis zum Knall. Seltsamerweise scheint die Doosmday-Clock ähnlich zu ticken. Ihr zufolge sind es noch genau zweieinhalb Minuten bis der Atomkrieg beginnt. Damit auch alles glatt geht wenn's soweit ist, haben die üblichen Zweieinhalbkäsehochs in Nord- und Südkorea in den vergangenen Tagen mit amerikanischer, russischer und chinesischer Hilfe geübt, wie man sich in zweieinhalb Minuten gegenseitig zweieinhalb Mal vernichten kann.

Sieht aus, als wäre heute der beste Zeitpunkt, sich mal wieder "Die nackte Kanone 21/2" anzuschauen. Da wird am Ende nicht der Erde, sondern der Bombe der Stecker gezogen.

 

03-09-2017

Trump zurück im Flutgebiet. Diesmal läuft's besser. Statt des überall herumströmenden Wassers stromern diesmal nur ein paar Kinder umher. Sie werden von Trumps Leuten mit leichter Hand gefangen und von Trump artgerecht umarmt. "Trump shows empathy" titeln daraufhin die Nachrichtenseiten. "Keine Treffer" titelt das Trump-Twitter-Archiv, nachdem ich "empathy" dort eingegeben habe. Trump hat das Wort in seinen über 35.000 Tweets nicht einmal verwendet.

 

02-09-2017

Donald Trump Jr. erhält 100.000 Dollar von der University of North Texas für seine Teilnahme an einer "Speaker Series" im Oktober. Die ersten 50.000 Dollar bekommt er für eine 30-minütige Rede, die anderen 50.000 gibt's für eine halbe Stunde Diskussion mit dem Publikum. Die Publikumsfragen bekommt Trump Jr. allerdings Wochen vorher zugeschickt. Das ist wichtig, sonst kann er sich keine 50.000 Dollar teuren Antworten ausdenken. Es ist zu erwarten, dass einige der ältesten Menschheitsrätsel an diesem Tag ihre definitive Antwort finden werden.

 

01-09-2017

In den USA arbeiten immer mehr Lehrer als Markenbotschafter, und die dazugehörigen Firmen sponsern die Kurse. Klassenzimmer werden im Starbucks-Style eingerichtet, damit die Kinder wissen, wie man unterm Sternenbanner am besten seine "bucks" verdient, Amazon verschenkt Gutscheine an Lehrer, die sich in Blogeinträgen positiv zur Firma und ihren Angeboten äußern, Apple bildet Lehrer weiter, damit die Kinder künftig ihre Produkte benutzen, und Google sucht sich auch seine Leute. Nur das krumme Holz, aus dem der Mensch gemacht ist, wächst weiter, stumm und einsam, wie bisher.

 

31-08-2017

Dieses Tagebuch zu schreiben bedeutet, sich den Kopf jeden Tag mit Nachrichten zuzuschütten, sie durch sämtliche Hirnwindungen trumpeln zu lassen und sich den Schädel anschließend durch die Finger wieder leerzusaugen.

 

30-08-2017

Der Wasserstand im Flutgebiet sinkt, der Stand der rechtlichen Regelungen in Flutgebieten ist schon gesunken. Am 15. August hat Donald Trump ein Dekret erlassen, in welchem er die von der Obama-Regierung beschlossenen baulichen Mindeststandards für mit Bundesgeldern geförderte Gebäude und Infrastrukturprojekte in Flutgebieten wieder aufgehoben hat. Der Effekt: Die Baukosten werden leicht sinken, die Wiederaufbaukosten werden stark